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Lasst den Uhu leben!

Rauprich, Nina - Deutscher Taschenbuchverlag (dtv junior 70129). München 2004 (14. Aufl.) ISBN 3-423-70129-3 In der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis

Die Geschwister Tom (8) und Jette (11) verleben den Beginn der Sommerferien wegen der Arbeitslosigkeit des Vaters nicht wie üblich am Mittelmeer, sondern bei ihrem Großvater in Abenden in der Eifel. Dass es dort so spannend und interessant werden würde, hätten sie sich nicht vorstellen können. Bereits in der ersten Nacht geschieht etwas Außergewöhnliches: Ein Uhu bleibt in Opas Weidezaun hängen. Die Kinder holen Hilfe und lernen Benno kennen, der für die «EGE - Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.» (ehem. Aktion zur Wiedereinbürgerung des Uhus) arbeitet. Ab jetzt zählt für sie nur noch, bei dieser Aktion mitzuhelfen. Schließlich hat der verletzte Vogel Junge, der Horst muss gefunden und geschützt werden. Am Ende der Geschichte gelingen diese Vorhaben unter Überwindung größerer Hindernisse.

Nina Rauprich recherchierte für dieses Buch in der Eifel, Schauplätze und Aktionen stimmen mit der Wirklichkeit überein. Dieser Realitätsbezug wird im Buch unterstützt durch einen dort abgedruckten Spendenaufruf mit genauer Adresse sowie einem Vorwort von Bernhard Grzimek, dessen Mithilfe bei dieser Aktion im Laufe der Handlung eine wesentliche Rolle spielt.

Die Autorin schildert das spannende Geschehen vorwiegend aus der Sicht der beiden Kinder. Sie verwendet diese geschickt als Identifikationsfiguren für die jugendlichen Leser (ab 9 Jahre), lässt diese zu Beginn noch etwas naiven Stadtkinder viele Fragen zu Naturerscheinungen allgemein und speziell zum Leben der Uhus stellen. Auf diese Weise erfahren die Leserinnen und Leser eine Menge über die schwierigen Lebensbedingungen der Uhus heute bei uns. Diese Informationen sind stets anschaulich dargestellt und wissenschaftlich exakt, wirken aber durch die Einbindung in die Rahmenhandlung nie einseitig belehrend und ermüdend. Man erfährt von den Ursachen des drohenden Aussterbens dieser Nachttiere, den Vorurteilen, mit denen hier aber aufgeräumt wird, von den Lebensgewohnheiten und Lebensumständen der großen Vögel und vor allem immer wieder von den Motiven für ihr Verhalten in bestimmten Situationen. Die ansprechenden, kindergerechten Illustrationen lockern die Lektüre auf, und die Steigerung der Dramatik gegen Ende der Geschichte lässt das Interesse am Buch nie erlahmen. Nina Rauprich will zu Verständnis für diese bedrohte Tierart und zur Mithilfe bei ihrer Rettung animieren. Meines Erachtens ist ihr Buch in diesem Sinne ein gelungener Beitrag.

Hanns-Jürgen Peters


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