Startseite > Dienste > Buchtipp > Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht

Buch gegen Mutlosigkeit im Naturschutz - Romberg, Johanna (2021): Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht. Unsere Naturschätze. Wie wir sie wiederentdecken und retten können. Quadriga Verlag. Hardcover. 288 Seiten. ISBN: 978-3-86995-104-1. 28,00 € inkl. MwSt.

Buchcover © Bastei Lübbe

Johanna Romberg hat nach ihrem im Jahr 2018 erschienenen Buch "Federlesen. Vom Glück, Vögel zu beobachten" ein weiteres Buch zum Naturschutz veröffentlicht. Es trägt den poetischen wie hoffungsvollen Titel: "Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht. Unsere Naturschätze. Wie wir sie wiederentdecken und retten können". Johanna Romberg war 30 Jahre Redakteurin und Autorin des Magazins GEO. Für ihre Reportagen wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem zweimal mit dem EGON-ERWIN-KISCH-PREIS sowie dem GEORG-VON-HOLTZBRINCK-PREIS für Wissenschaftsjournalismus. Wilhelm Breuer hat das Buch rezensiert:

Um den Schutz der Natur steht es nicht zum Besten. Sind die Akteure des Naturschutzes mit besten Absichten und hoher Frustrationstoleranz nicht doch nur die Chronisten des Untergangs biologischer Vielfalt? Johanna Romberg zeigt Innenansichten des Naturschutzes, die in der medialen Berichterstattung eher selten sind: Erfolgreiche Naturschutzprojekte und ihre Protagonisten. Menschen, die nicht sagen, "man könnte, man sollte, man müsste", sondern ganz gegen den Trend mit gründlicher Analyse und planvollem Handeln das Blatt zum Bessern wenden. Die Autorin ist diesen Idealisten und ihren Initiativen in der Alltagsnatur hierzulande mit journalistischer Gründlichkeit begegnet: im Wirtschaftswald, auf dem Feld, auf dem Grund eines Heideflüsschens, im Morast wiedervernässter Moore, am Abhang eines Steinbruchs und im Garten. Entstanden ist ein ebenso poetisches wie unausgesprochen politisches Naturkundebuch über Beschützer und die Beschützten ohne sentimentale Verklärung und alarmistische Untergangsrhetorik. Die Reihe der Reportagen in diesem Buch eröffnet die Autorin mit den Uhus in der Eifel, einem Portrait von Stefan Brücher und der "Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen": "Eine Seilschaft für die Uhus. Wie ein kleiner Verein vogelbegeisterter Menschen die Eifel in einen Hotspot für Eulen verwandelte. Und damit der Natur weit über die Region hinaus neue Sympathien verschaffte", so überschreibt Johanna Romberg das erste von neun Kapiteln dieses Buches. Jedes Kapitel ist ein Beleg für die Veränderbarkeit der Welt – jedenfalls dafür, dass die zivilisatorischen Gefahren, die beispielsweise Uhus, Steinkäuze, Flussperlmuscheln, Rebhühner und Braune Bären bedrohen, überwindbar sind. Es ist ein Buch, das zum Beobachten und Nachdenken einlädt und zum Handeln ermutigt. Ein Buch für jedes Lebensalter und nicht zuletzt für junge Menschen, weil es Perspektiven eröffnet, die weiterführen als die nächste Fridays-for-future-Demo.
Wilhelm Breuer


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