Startseite > Dienste > Presseinfo > Presseinformation 1/2005

Presseinformation 1/2005

Käuze, Hamster und die CDU in NRW

Mit Befremden und Verärgerung hat die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE) auf Äußerungen des Spitzenkandidaten der Union für die nordrhein-westfälische Landtagswahl Dr. Jürgen Rüttgers und des Dürener Bürgermeisters Larue (CDU) reagiert. Beide hatten beim Neujahrsempfang der Dürener CDU Vorwürfe an die Adresse des Naturschutzes gerichtet. In Düren verhinderten "Phantomsteinkäuze" neue Wohngebiete, so der Bürgermeister. Zuvor hatte Rüttgers belustigt geklagt, "Hamster, die noch nie jemand gesehen hat", machten Investitionen zunichte. NRW-Umweltministern Bärbel Höhn sei das Schuld, sie sei die "Mutter aller Feldhamster" (Dürener Nachrichten vom 21.01.05)

Wilhelm Bergerhausen, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen, wandte sich daraufhin in einem Brief an beide Politiker: Auch dann, wenn einem Politiker das Vorkommen streng geschützter Tierarten dort, wo wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel stehen, nicht passe, blieben die Steinkäuze in Düren bis auf Weiteres eine Realität. Sie als Phantom abzutun, sei nicht nur wahrheitswidrig, sondern auch eine Herabsetzung der langjährigen Arbeit seines Verbandes. Die Steinkäuze im Kreis Düren stehen seit mehr als dreißig Jahren unter der wissenschaftlichen Beobachtung der EGE. Bergerhausen:

"Es gibt in Düren zwar kein Einwohnermeldeamt für gefährdete Tierarten, welche beliebig für Arbeitslosigkeit und leere öffentliche Kassen verantwortlich gemacht werden könnten. Gleichwohl werden von uns Jahr für Jahr Steinkäuze registriert und beringt. Von machen liegen sogar fälschungssichere DNA-Analysen vor."

Dass der Steinkauz, für dessen Erhaltung Nordrhein-Westfalen eine nationale Verantwortung habe, nicht in noch mehr Gebieten des Landes verschwunden sei, sei nicht zuletzt das Verdienst all´ der Personen, die sich mit enormem Aufwand ohne Bezüge, Nebeneinnahmen oder hoch dotierte Beraterverträge für die Bewahrung der Schöpfung einsetzten - einfach nur aus Anstand, so Bergerhausen weiter. Seine Organisation sehe einem Wort der Entschuldigung mit Interesse entgegen. Geradezu geschmacklos sei der polemische Versuch Rüttgers, Umweltministerin Bärbel Höhn als "Mutter aller Feldhamster" lächerlich zu machen. Zu sehr erinnere der Ausspruch an Saddam Hussein, der den Golfkrieg als "Mutter aller Schlachten" bezeichnet hatte.

Dieses Dokument kann auch als pdf-Dokument (ca. 68KB) heruntergeladen werden.


Suche auf diesen Seiten


   

Suchtipps