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Nachrichten

Flächenfraß - März 2021

Feldhamster © www.as-naturfotografie.de

Wussten Sie, dass in Deutschland Tag für Tag 56 Hektar Grund und Boden überbaut werden? Eine Fläche von 78 Fußballfeldern täglich! Die aktuelle Ausgabe der Braunschweiger Umweltzeitung befasst sich mit dem Flächenfraß. In diesem Heft berichtet EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer "über verbrauchte Fläche und verfehlte Ziele". Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 928 KB), wenn Sie seinen Bericht lesen möchten.

Von konvertierten Uhus und Zeitungsenten - Februar 2021

Kreuzgang des Hildesheimer Doms bei Nacht © Joachim Achtzehn

Die Wochenzeitung "DIE ZEIT" berichtet auf ihren Extraseiten "Christ & Welt" am 05. Februar von "einem konvertierten Uhu". Bei dem Uhu handele es sich um ein Uhumännchen, das im letzten Mai in einem Nest im Dom zu Speyer geschlüpft und nun "dem Protestantismus in die Arme geflogen" sei. Der Uhu habe mit der Konfession auch gleich die Stadt gewechselt, sich an der evangelischen Citykirche Konkordien in Mannheim angesiedelt - knapp 19 Kilometer Luftlinie von Speyer

Wussten Sie, dass in Deutschland Tag für Tag 56 Hektar Grund und Boden überbaut werden? Eine Fläche von 78 Fußballfeldern täglich! Die aktuelle Ausgabe der Braunschweiger Umweltzeitung befasst sich mit dem Flächenfraß. In diesem Heft berichtet EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer "über verbrauchte Fläche und verfehlte Ziele". Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 928 KB), wenn Sie seinen Bericht lesen möchten.

entfernt - und dort ein Weibchen gefunden. Ob den Uhus an dieser Kirche eine Brut zu empfehlen ist, verrät die Zeitung nicht. Das dort durch und durch städtische Umfeld bietet kaum die Sicherheit, die junge Uhus als Infanteristen nach dem Absprung aus der Höhe des Kirchturms auf dem harten protestantischen Pflaster benötigen. Konversionen sollten überlegt sein.

Von Mitte des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts sind eine Reihe von Uhubruten an Bauwerken belegt - einige auch an Kirchen. So ist bekannt, dass im 16. Jahrhundert Uhus im Turm der Marienkirche in Wismar gebrütet haben. Mit der Verfolgung des Uhus und dem um die Mitte des 20. Jahrhunderts beinahe erreichten Aussterben der Art in Deutschland verschwand der Uhu lange Zeit als Bauwerksbrüter. Infolge der Wiederansiedlung des Uhus in Deutschland ab Mitte der 1970er Jahre kam es allmählich auch wieder zu Bauwerksbruten; auch zu Uhubruten an Kirchen.

Nach Recherchen der EGE brüteten seit 1984 an mindestens 19 verschiedenen Kirchen in Deutschland Uhus. Elf der 19 Kirchen sind evangelisch; acht römisch-katholisch. An zehn der 19 Kirchen blieb die Brut ein einmaliges Ereignis. Zu mehr als zwei Bruten kam es nur an sechs Kirchen. Mit sieben Bruten in Folge, davon fünf erfolgreichen, ist der römisch-katholische Dom zu Hildesheim vermutlich der erfolgreichste Brutplatz von Uhus an einer Kirche in Deutschland. Dort sind die Bedingungen für Uhus besonders günstig, denn dort verbringen die jungen Uhus seit 2017 ihre Zeit als Infanteristen im Kreuzgang des Domes. Das ist nicht zuletzt der Umsicht zu verdanken, mit der das Bistum Hildesheim und ein Team von Uhufreunden auf die Uhus am Dom achtgibt. Dass die Bischöfe von Hildesheim für zwei weibliche Uhus jährlich 100 Euro an einen "Schutzverband" spenden, ist allerdings wie so manches im deutschen Blätterwald eine Zeitungsente.

Die Eifel und ihre Eulen-Hüter in der arte-Mediathek - Februar 2021

Arte Screenshot

Die am Sonntag, den 21.02.2021 um 19:30 Uhr auf arte ausgestrahlte Reportage über die Arbeit der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. in der Eifel "Die Eifel und ihre Eulen-Hüter" (Französisch: "Sauver les hiboux, c'est chouette") ist nun in der arte-Mediathek abrufbar. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie die Langfassung anschauen möchten. Die EGE wünscht gute Unterhaltung.

EU-Kommission verklagt Deutschland wegen Naturschutzmängel - Februar 2021

Sonnenaufgang © www.wunderbare-erde.de

Am 18.02.2021 hat die Europäische Kommission mitgeteilt, Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof wegen des unzureichenden Schutzes der Natura 2000-Gebiete zu verklagen. Das der Klage vorgeschaltete Vertragsverletzungsverfahren hatte die Europäische Kommission im Jahr 2015 eingeleitet und vor einem Jahr noch einmal verschärft. Im Fall einer Verurteilung Deutschlands durch den Europäischen Gerichtshof drohen hohe Strafzahlungen.

Hintergrund: Die Verpflichtungen, die Deutschland 1992 wie die übrigen Mitgliedstaaten aus der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union zum Aufbau des Europäischen ökologischen Netzes Natura 2000 eingegangen war, wurden in Deutschland gründlich verkannt und ihre Einlösung von Politik, Wirtschaft und Kommunen behindert und verschleppt. Eine angemessene Auswahl der unter Schutz zu stellenden Gebiete legte Deutschland der EU-Kommission erst nach zehnjährigem Tauziehen, quälenden Nachforderungen, Mahnschreiben, Vertragsverletzungsverfahren und Verurteilungen vor dem Europäischen Gerichtshof vor. Zwar ist der Streit über die Gebietsauswahl, die am Ende respektable 15,4 Prozent der terrestrischen und 45 Prozent der marinen Fläche Deutschlands in 4.544 FFH- und sich teils überlagernden 742 Europäischen Vogelschutzgebieten umfasst, beigelegt. Gleichwohl ist ein Teil der Gebiete bis heute nicht oder nur unzureichend geschützt. Auch deshalb ist der Erhaltungszustand fast der Hälfte der Lebensraumtypen und eines Drittels der Arten, die in diesen Gebieten zu schützen sind, regierungsamtlich bestätigt unzureichend oder schlecht mit im Berichtszeitraum der letzten sechs Jahre teils deutlichen Verschlechterungen. 16 Jahre nach der im Zeitplan der Union terminierten Fertigstellung ist Natura 2000 in Deutschland immer noch eine Baustelle.

Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen kommentierte in einer Pressemitteilung aus dem Jahr 2000 die sich bereits damals abzeichnenden Versäumnisse weitsichtig so:

"In Deutschland dürfte es nicht allein an der notwendigen Meldemoral fehlen. Die Versäumnisse werden sich fortsetzen: Kaum eine Landesregierung denkt daran, die künftigen Natura 2000-Gebiete nach den nationalen Naturschutzvorschriften konsequent streng zu schützen. Denn erst nach der Aufnahme von Gebieten in das Europäische Netz stellen sich in den Mitgliedstaaten die besonderen Herausforderungen. Statt dessen sollen alte Verordnungen und freiwillige Vereinbarungen den gemeinschaftsrechtlichen Anforderungen genügen, signalisiert man großzügige Ausnahmemöglichkeiten für die Zulassung von Plänen und Durchführung von Projekten oder betreibt diese gar selbst - bis zur gerichtlichen Korrektur."

GEO-Reportage: Die Eifel und ihre Eulen-Hüter - Februar 2021

Burgruine in der Eifel © Michael Papenberg

Am Sonntag, den 21.02.2021 sendet arte in der GEO-Reportage um 19:30 Uhr einen 45 minütigen Beitrag über die Arbeit der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. Der Titel: Die Eifel und ihre Eulen-Hüter; Französisch: Sauver les hiboux, c'est chouette. In der Vorankündigung heißt es: Die Könige der Nacht sind lautlose Jäger - und doch zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Eulenschützern ist es zu verdanken, dass sich die Bestände von Uhu und Steinkauz in einigen Regionen Europas erholen. Doch was so einfach klingt, ist eine Aufgabe in der viel Herzblut und Leidenschaft steckt. Die GEO Reportage präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus. Dieses Mal Stefan Brücher, Peter Müller und Rita Edelburg-Müller in der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE).

Arte strahlt den Beitrag an weiteren Terminen aus: am 22.02. um 09:40 Uhr, am 27.02. um 18:20 Uhr, am 04.03. um 07:05 Uhr und am 09.03. um 07:05 Uhr.

Petri Heil? - Januar 2021

Toter Eisvogel in einer Angelschnur © Rolf Thiemann

Angelsport ist tödlich. Nicht nur für Fische, sondern bisweilen auch für Eisvögel, die nicht aus Zeitvertreib fischen, sondern weil es ihrer Natur gemäß ist und sie nicht anders können. Achtlos weggeworfene Angelschnüre und verlorengegangene Angelhaken haben das Potential zum Tierdrama. Ein solches ereignete sich gerade an einem Gewässer westlich von Köln. Im Herbst steckte ein Angelhaken sogar im Gefieder eines der Uhus vom Hildesheimer Dom. Umsicht und Naturverbundenheit mancher Angler scheinen begrenzt zu sein. Dessen ungeachtet sind die Angelvereine in einigen Bundesländern gesetzlich anerkannte Naturschutzvereinigungen.

Verwaltungsgerichtshof zieht hessische Verwaltungsvorschrift in Zweifel - Januar 2021

Kornweihe © www.as-naturfotografie.de

Die Nutzung der Windenergie sei grundsätzlich stärker zu gewichten als der Schutz von Vögeln und Fledermäusen, die an den Anlagen zu Schaden kommen können. Diese Vorrangstellung hatte die hessische Landesregierung in einem Erlass festgelegt. Die zu Beginn des Jahres in Kraft getretene Verwaltungsvorschrift geht auf Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und seine für die Umwelt zuständige Kabinettskollegin Priska Hinz zurück. Beide gehören der Partei Bündnis90/Die Grünen an. Von einer solchen Vorrangstellung für die Windenergiewirtschaft träumen vor allem Bündnisgrüne. Doch dieser Traum ist bis auf weiteres ausgeträumt. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof stellte nämlich fest, dass diese Verwaltungsvorschrift gegenüber Gerichten keine Bindungswirkung habe. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung titelte: "Hessen und die Windkraft - Ideologie im Amtsblatt".

Per Erlass hatte die Landesregierung auch den Mindestabstand von Windenergieanlagen zu Rotmilannestern von 1.500 auf 1.000 m reduzieren wollen - und dies mit einer so fragwürdigen Begründung, dass die Richter den Urhebern der Vorschrift die Beachtung wissenschaftlicher Standards absprechen. Beobachter wundert die Vorgehensweise der Landesregierung nicht. An wissenschaftlicher Expertise auf dem Gebiet des Artenschutzes sei ihr, so sagen Kritiker, nicht gelegen. Aus diesem Grund arbeite das hessische Umweltministerium an einer "Neuorganisation" der renommierten Staatlichen Vogelschutzwarte in Frankfurt. Von den üblichen "anerkannten" Naturschutzvereinigungen ist keine Kritik zu vernehmen. Dort ist man vermutlich "eingebunden". Statt die Staatlichen Vogelschutzwarten an Entscheidungen zu beteiligen, fragen Ministerien jetzt lieber den NABU, so berichten Insider. Überhaupt, nachdem die Verbände Jahrzehnte für den Aufbau einer professionellen Naturschutzverwaltung gestritten haben, möchten sie sich nun selbst an diese Stelle setzen als die für Politik und Wirtschaft bequemeren Akteure.

Heute geht es in der Auseinandersetzung immer weniger um "Klimaschutz versus Artenschutz", sondern Windenergie, Klimaschutz und Artenschutz werden zunehmend gleichgesetzt. Ein jüngstes Beispiel ist die Aussage von Prof. Dr. Uwe Leprich von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Saarbrücken im Magazin Plusminus des Saarländischen Rundfunks vom 07.10.2020: "Klimaschutz ist der beste Artenschutz. Um jeden einzelnen Rotmilan zu kämpfen, ist etwa so, als wenn Sie auf der sinkenden Titanic sich um die Aquarienfische sorgen."

Diese Gleichsetzung etabliert sich als ein neues gesellschaftliches Narrativ unter maßgeblicher Beteiligung von Umweltvereinigungen. So finden die alten Vereinnahmungsbestrebungen wie "Landwirtschaft ist angewandter Naturschutz", "Beton ist Leben", "Ohne Jagd kein Wild" und "Pelz ist Artenschutz" eine zeitgemäße Fortsetzung, allerdings ohne breiten Widerspruch, sondern maßgeblich von den Umweltvereinigungen vorangetrieben. Dabei deckt die Windenergie in Deutschland einer Statistik des Bundeswirtschaftsministeriums zufolge aktuell etwa drei Prozent des Primärenergieverbrauchs. Selbst wenn man die Anzahl der heute 30.000 Anlagen verdoppeln würde, bliebe ihr Anteil an einer bedarfsgerechten Energieversorgung und der Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes überschaubar.

Wilhelm-Bergerhausen-Förderpreis 2021 - Januar 2021

Junge Waldohreule © www.wunderbare-erde.de

Die Nachwuchsförderung im Eulenartenschutz ist ein Anliegen der EGE. Deshalb hat die EGE den Wilhelm-Bergerhausen-Förderpreis gestiftet. Der Preis wird 2021 verliehen. Der Förderpreis ist nach dem Gründer der EGE, Wilhelm Bergerhausen, benannt. Wilhelm Bergerhausen hatte für die Wiederansiedlung des Uhus in Deutschland seit Mitte der 1970er Jahre in der damaligen AzWU an herausragender Stelle gearbeitet. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieses Projektes gründete Bergerhausen 1990 die EGE. Bergerhausen verstand es, junge Menschen für den Naturschutz zu gewinnen. Wilhelm Bergerhausen starb überraschend im Jahr 2006 im Alter von 56 Jahren.

Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 176 KB), wenn Sie sich über die Teilnahmebedingungen informieren möchten.

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