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Nachrichten

Kauzbrief-Ausgabe 32 erschienen - März 2020

Kauzbrief-Ausgabe 32, 28.Jg.2020

Erstmals erschien der Kauzbrief der "Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz im Landkreis Ludwigsburg" 1992. Seitdem sind 32 Ausgaben erschienen. Mit Ausgabe 32 hat sich der Kauzbrief dauerhaft ins DIN A4-Format gemausert. Das 60 Seiten starke Heft bietet aktuelle Nachrichten und Fachbeiträge aus Eulenschutz und Eulenforschung und überdies weit mehr als nur Biologiewissen, nämlich Beiträge über Eulen in Kunst- und Kulturgeschichte. Der Kauzbrief bietet deshalb gerade auch den Personen lohnenden Lesestoff, die sich in einem umfassenderen Sinne mit Eulen befassen als nur mit Eulenbiologie und -schutz. Auch die vorliegende Ausgabe des Kauzbriefs vereint Naturkunde, Naturschutz, Kunst- und Kulturgeschichte, wie der Blick ins Inhaltsverzeichnis zeigt. Die EGE gratuliert zur gelungenen Ausgabe!

EGE verschenkt Jugendbuch "Wo die Eule schläft" - März 2020

Zehn europäische Eulenarten. © Rosl Rößner

Die Kinder können nicht in die Kita; Schülerinnen und Schüler nicht in die Schule. So sollte sich daheim etwas Zeit zum Malen finden. Die EGE möchte Kinder und Jugendliche dazu einladen:

Liebe Mädchen und Jungen,
Ihr wisst, wie eine Eule aussieht. Und wenn noch nicht, auf unserer Website findet ihr viele Eulenfotos. Schickt uns bitte ein selbstgemaltes Eulenbild oder eine Eulenkollage. Wir freuen uns. Jeder Einsender erhält ein kleines Dankeschön. Bei den ersten zehn Einsendern bedanken wir uns mit dem Buch "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz". Wenn wir Euer Eulenbild auf der EGE-Website veröffentlichen dürfen, freuen wir uns ganz besonders. Einsendeschluss ist der 10. April 2020.
Viel Vergnügen beim Malen!

Bitte schickt Eure Bilder an:
EGE
Breitestrasse 6
D-53902 Bad Münstereifel

Birdwatching in Corona-Zeiten - März 2020

Sichelmond © www.wunderbare-erde.de

Die Sorge vor dem Corona-Virus verlangt den Menschen einiges ab - vor allem einen respektablen Abstand zum Nächsten. Der Umsichtige ist allein unterwegs. Das gilt auch für ornithologisch interessierte Menschen im nächtlichen Eulenrevier.

Das online Magazin für Natur und Vogelwelt "Die Flugbegleiter" hat Wilhelm Breuer von der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen nach "Begegnungen mit den Geschöpfen der Nacht" befragt. Birdwatching in Corona-Zeiten. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie davon lesen möchten.

Im Falle einer nächtlichen Ausgangssperre ist dem einsamen Eulenfreund allerdings auch der Weg ins Eulenrevier verwehrt. Die Uhubrut im Ahrtal vor der Webcam der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen lässt sich aber in jedem Fall beobachten - garantiert störungsfrei für Uhus und ohne Infektionsrisiko für Menschen. Vor dem Bildschirm bleibt nur die Gefahr, sich von der Begeisterung für Uhus anstecken zu lassen.

Die Krise als Chance? - März 2020

Feldhamster © Achim Schumacher

Das Corona-Virus ist Teil der Biodiversität; es schützen möchte indessen niemand. Man mag den mit der Krise verbundenen Einschränkungen Gutes abgewinnen: eine Entschleunigung, die Mobilisierung menschlicher Solidarität, die mit dem erzwungenen Verzicht auf grenzenlose Mobilität erreichbare geringfügige Absenkung des Rohstoffverbrauchs, vielleicht sogar die Entdeckung wiedergewonnener Freiheit vom Konsum oder auch nur - wie während der SARS-Epidemie 2002/2003 - die vorrübergehende Schließung asiatischer Wildtiermärkte. Die Halbwertszeit positiver Kriseneffekte ist gewöhnlich gering - kollektiv wie individuell.

Die Folgen der Corona-Pandemie sind schon jetzt dramatisch - nicht zuletzt für die Wirtschaft und die öffentlichen Haushalte. Als Reaktion auf diese außerordentliche Herausforderung könnte am Ende nicht nur ein Zusammenstreichen der bescheidenen staatlichen Mittel für den Naturschutz stehen, sondern Schlimmeres, nämlich der Abbau naturschutzrechtlicher Vorschriften zugunsten von Investitionen und Wachstumsgenerierung. Zu diesen Maßnahmen griff der deutsche Gesetzgeber bereits in den 1990er Jahren zur Senkung der damals infolge der Lasten der Deutschen Einheit gestiegenen Staatsschulden und Arbeitslosenzahlen. Ob eine um die Verfügbarkeit von Hygienepapier besorgte Gesellschaft aus der aktuellen Grenzerfahrung klügere Schlussfolgerungen zu ziehen vermag als damals? Wohl kaum.

Neue Ausgabe von "Nationalpark" erschienen - März 2019

Titel Heft 1/2020 der Zeitschrift 'Nationalpark'

Die erste Ausgabe der Zeitschrift Nationalpark erschien 1974. Die Zeitschrift sollte die Entwicklung des wenige Jahre zuvor gegründeten Nationalparks "Bayerischer Wald" journalistisch und gesellschaftspolitisch unterstützen. Eben dieser Nationalpark feiert in diesem Jahr den 50. Geburtstag. Viele positive Entwicklungen gingen von diesem Nationalpark für die Nationalparkidee in Europa aus, nicht zuletzt für die 15 Nationalparke, die danach in Deutschland eingerichtet wurden - davon allein fünf 1990 auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Der Titelbeitrag "Erfolgsgeschichte mit Verspätung - 50 Jahre Nationalparke in Deutschland" von Hans. D. Knapp würdigt diese Errungenschaft. Welche Erfolge hat die Nationalparkbewegung in Deutschland zu verzeichnen? Wie sieht die Zukunft des Naturschutzes in Schutzgebieten aus? Die Zeitschrift Nationalpark nutzt das Jubiläumsjahr, um Bilanz zu ziehen und zugleich nach vorne zu schauen. Den Beitrag ergänzt das Interview, dass die Schriftleiterin der Zeitschrift, Eva Pongratz, mit dem Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl führte.

Weitere Beiträge des 46 Seiten starken Heftes gelten den Moschusochsen und Schneehühnern in Norwegens Nationalpark Dovrefjell, dem Nationalpark Hohe Tauern, der Bergeinsamkeit auf Kreta, der Leiterin des österreichischen Nationalparks Donau-Auen und einem Stück Urwald hierzulande, das hoffentlich bald in den hessischen Nationalpark Kellerwald-Edersee eingegliedert wird.

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes.

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die der Journalist Horst Stern für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Der Abonnent bleibt einem Mann verbunden, der ab Beginn der 1970er Jahre mit dem Mut zur Emotion und dem Gewicht einer Feder dem Naturschutz eine Stimme gab und zu Format verhalf: Dr. h.c. Horst Stern. Der im Januar 2019 verstorbene Journalist war Mitbegründet der Zeitschrift "Nationalpark".

Windenergie: Artenschutzrechtliche Ausnahme rechtswidrig - Februar 2020

Mäusebussard © www.wunderbare-erde.de

Das Verwaltungsgericht Gießen ist am 22.01.2020 zu einem bemerkenswerten Urteil gelangt: Das Land Hessen habe eine Ausnahme vom artenschutzrechtlichen Tötungsverbot für den Betrieb von drei Windenergieanlagen zu Unrecht erteilt. Geklagt hatte die Naturschutzinitiative e. V. Das Gericht sah eine signifikante Erhöhung des Tötungsrisikos für im Anlagenumfeld brütende Wespen- und Mäusebussarde als gegeben an. Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Ausnahme vom Tötungsverbot lägen indessen nicht vor. Die Beklagte hatte die Ausnahme auf § 45 Abs. 7 Nr. 5 BNatSchG gestützt, d. h. mit zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses begründet. Das Gericht hält diesen Ausnahmegrund nicht für vereinbar mit Art. 9 Abs. 1 der EG-Vogelschutzrichtlinie und beruft sich dabei auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshof vom 26.01.2012 - C-192/11 gegen die Republik Polen. Auch eine Ausnahme nach § 45 Abs. 7 Nr. 4 BNatSchG käme nicht in Betracht. Mit einzelnen Windenergieanlagen werde die Situation der Umwelt nicht unmittelbar und konkret verbessert, so dass die Zulassung von Windenergieanlagen auch nicht unter den Ausnahmegrund des § 45 Abs. 7 Nr. 4 BNatSchG falle.

Für das Gericht sei auch nicht erkennbar, dass ohne Erteilung einer artenschutzrechtlichen Ausnahme die Versorgungssicherheit mit elektrischer Energie nicht mehr gewährleistet werden könne. Das beklagte Land habe dieses Argument zwar angeführt, ohne jedoch nachvollziehbare Ausführungen hierzu zu machen. In Anbetracht des Umstandes, dass in der Bundesrepublik Deutschland seit nahezu 20 Jahren eine Stromüberproduktion erfolge, sei eine solche Annahme auch mit Blick auf die absehbare Zukunft nicht zu befürchten. Deutschland habe im Jahr 2019 ca. 37 Milliarden Kilowattstunden Strom mehr exportiert, als es importierte. Es sei nicht ernsthaft zu befürchten, dass die Einhaltung der Europäischen Vogelschutzrichtlinie zu einem Energieversorgungsengpass in der Bundesrepublik Deutschland führe, so das Gericht. Denn die Einhaltung der Richtlinie bedeute lediglich, dass dort keine Windenergieanlagen errichtet werden dürften, wo dies zu einer signifikanten Erhöhung des Tötungsrisikos führen würde. Auch wenn dies die Standortwahl einschränke, bliebe die Gewinnung erneuerbarer Energien durch Windenenergieanlagen weiterhin möglich. Klimapolitische Zielsetzungen eines Mitgliedstaates müssten außer Betracht bleiben, soweit sie mit geltenden Rechtsvorschriften nicht im Einklang stünden.

In der Windenergiewirtschaft ist das Urteil mit Bestürzung aufgenommen worden. Man kann annehmen, dass das Land Hessen gegen das Urteil Berufung einlegen wird. Wie die Sache ausgeht, ist ungewiss. Vorhersehbar ist indessen zweierlei. Politik und Verwaltung werden noch mehr als bisher alles daransetzen, die Liste der an Windenergieanlagen kollisionsgefährdeten Vogelarten rigoros zusammenzustreichen und die Bedingungen für das Vorliegen eines signifikant erhöhten Tötungsrisikos so zu definieren, dass sie möglichst selten erfüllt sind. Zudem ist mit einem deutschen Vorstoß auf Gemeinschaftsebene zu rechnen, die Europäische Union solle das Gemeinschaftsrecht deutschen Vorstellungen anpassen. Die Deutschen könnten dafür ihre Ratspräsidentschaft nutzen, die sie im Juli 2020 antreten. Das Urteil ist auch für die deutschen Umweltvereinigungen unbequem, haben sie doch erst kürzlich ihre Zustimmung für den Weg in artenschutzrechtliche Ausnahmen für einen forcierten Ausbau der Windenergiewirtschaft erklärt.

Dammbruch - Februar 2020

Rotmilan vor Windenergieanlagen, Bildmontage Michael Papenberg/Rosl Rößner

Dank des Sturmtiefs Sabine war nach windarmer Wetterlage viel Windstrom im Netz. Doch selbst ein Sturmtief vermag die Branche nicht aus dem eigenen Tief herauszuführen. Der Zubau an Windenergieanlagen hat sich deutlich verlangsamt. Die Bereitstellung von Vorrangstandorten für neue Windparks kommt nicht voran - teils der planerischen Überforderung der zuständigen Stellen, teils der wachsenden Widerstände aus der Bevölkerung wegen. Wie es um die Akzeptanz der Windenergiewirtschaft steht, belegt eindrücklich die Auskunft des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, Ende Januar 2020 in der Talkshow bei "Anne Will". Mehr als die derzeit dreitausend Windenergieanlagen im Land könne er seiner Bevölkerung nicht zumuten.

Bündnis90/Die Grünen wollen das Problem mit Geld lösen. Sie brachten am Wochenende eine Prämie für mehr Akzeptanz ins Spiel. Zehntausend Euro je Windenergieanlage und Jahr sollen die Betreiber an die Gemeinde entrichten. Das würde einer Kommune mit hundert Anlagen eine Einnahme von einer Million Euro bescheren. Finanziell dürfte das die Branche kaum überfordern; zahlt sie doch den Grundeigentümern mehrere zehntausend Euro Pacht pro Jahr und Anlage. Summen, die man durchaus als Beleg für satte Gewinne der EEG-Zwangsumlage finanzierten Branche verstehen kann.

Würde sich der Grünen-Vorschlag durchsetzen, sollten die von anderen missliebigen Projekten Betroffenen auf ein vergleichbares Bürgergeld hoffen dürfen: Die Menschen im Lärmumfeld von Flughäfen und Verkehrstrassen, entlang von Hochspannungsleitungen und im Dunstkreis von Gülle- und Glyphosatfeldern - beispielsweise. Die CDU in Niedersachsen hat den dort für Windenergieanlagen gesperrten Wald ins Spiel gebracht, um der um neue Anlagenstandorte verlegenen Branche auf zu helfen. Die Vorschläge aus christdemokratischen Kreisen reichen noch weiter: Die Vorschriften des Artenschutzrechts sollen abgesenkt und die mit Bau und Betrieb von Windenergieanlagen verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft von naturschutzrechtlichen Kompensationspflichten freigestellt werden. Die heimischen Wälder sind schließlich nicht der brasilianische Amazonas und Rotmilane keine Buschkängurus. Mit Dammbrüchen hat die CDU seit Thüringen Erfahrung.

Schleiereulen-Ausstellung im Rathaus der Gemeinde Titz (Kreis Düren) - Januar 2020

Schleiereule unterm Scheunendach © Angelika Krueger

Kaum eine andere Eulenart hat sich im Laufe der Kulturgeschichte so sehr dem Menschen angeschlossen wie die Schleiereule. Hierzulande besiedelt sie Dörfer und Bauernhöfe. Als Brutplätze und Tagesverstecke dienen Schlupfwinkel in Kirchtürmen und Scheunen. Früher gab es Schleiereulen in jedem Dorf. Doch heute sind Schleiereulen selten. Über den Schutz der Schleiereule informiert die "Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen" in einer kleinen Ausstellung, die noch bis zum 19. Februar 2020 im Rathaus der Gemeinde Titz zu sehen ist. Fast gar nicht zu sehen ist die Schleiereule auf dem obigen Foto. Sie sitzt auf einem Scheunenbalken und mustert aufmerksam den Betrachter.

Hambacher Wald vor Rodung sicher - Januar 2020

Hambacher Wald © Michael Papenberg

Der 200 ha große Restwald des vor Beginn des Braunkohletagebaus 1978 mehr als zwanzigfach größeren Hambacher Forstes wird nicht mehr abgeholzt, sondern bleibt erhalten. Das ist ein Ergebnis der im Januar 2020 zwischen Bund, Ländern und Energiewirtschaft erreichten milliardenschweren Einigung. Der Wald umfasst teilweise Waldlebensraumtypen mit jahrhundertealten Eichen- und Hainbuchenbeständen und ist eines der wichtigsten Vorkommen der Bechsteinfledermaus in der atlantischen biogeografischen Region. Der Restwald hat trotz seiner über Jahre anhaltenden Besetzung und den Auseinandersetzungen zwischen Klimaaktivisten und Ordnungskräften einen naturnahen Charakter bewahrt. Zudem ruhte die forstwirtschaftliche Nutzung der bereits bei Beginn des Tagebaus alten Bestände bis heute. Allerdings steht das nunmehr schmale Waldstück an seiner nördlichen Flanke unmittelbar an einer kilometerlangen Abbaukante. Das Abbauunternehmen RWE will den Tagebau bis 2030 ohne neue Rodungen fortführen, beabsichtigt aber, den Tagebau bis an die östliche Grenze des Waldes heranzuführen. Diese Pläne würden das Waldgebiet zwischen Autobahn, Bahnstrecke und Kohlebahn noch stärker in die Zange nehmen, seine Vitalität gefährden und tierökologische Beziehungen ins Umland zerstören. Pläne, den restlichen Hambacher Forst zu einem Kern eines Waldbiotopverbundes zu machen, würden damit gefährdet.

Steinkauz-Plus in der Städteregion Aachen - Januar 2020

Steinkauz in einem Holzstapel © www.wunderbare-erde.de

Trotz des teils dramatischen Rückgangs des Steinkauzbestandes in Nordrhein-Westfalen: Der Steinkauz ist zu retten. Das belegen nicht nur die aktuellen Zahlen aus dem Tätigkeitsbereich der EGE in den Kreisen Düren und Euskirchen, sondern auch aus der benachbarten Städteregion Aachen. Das geht aus einem aktuellen Bericht von Daniel Lück von der dortigen Biologischen Station hervor. Wir veröffentlichen den Bericht (pdf-Datei, ca. 1,26 MB) an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Von der Biologischen Station der Städteregion Aachen koordiniert und u. a. mit tatkräftiger Unterstützung von Stefan Brücher von der EGE hat der Steinkauzschutz dort Fahrt aufgenommen. Die Zahl der in dieser Region im Jahr 2019 ermittelten Steinkauzreviere liegt mit 68 um 21 Reviere höher als 2017. Somit ist auch erstmals eine höhere Revierzahl erreicht als im Vergleichsjahr 2000; damals gab es 62 Reviere.

Der Zuwachs ist ein Beleg für die Wirksamkeit der ergriffenen Schutzmaßnahmen. Überdies profitiert die Städteregion Aachen von Zuwanderungen aus dem östlich angrenzenden Kreis Düren, wie Ringablesungen belegen.

Im Kreis Düren hat sich in den letzten zehn Jahren nach den Anstrengungen der EGE die Zahl der besetzten Reviere und erfolgreichen Bruten ganz gegen den Trend in der Kölner Bucht mehr als verdoppelt und die Anzahl der Jungvögel (im Jahr 2019 waren es 400) fast verdreifacht. Ursächlich für den in Teilen Nordrhein-Westfalens anhaltenden Bestandsrückgang ist der Verlust von baumbestandenem und beweidetem Grünland. Der Kauz benötigt nämlich einen Brutplatz in Baumhöhlen (ersatzweise künstlichen Niströhren) und kurzrasiges Grünland für die Jagd auf Mäuse. Diese Voraussetzungen erfüllen insbesondere Streuobstbestände.

Während andere Bundesländer ihre Streuobstbestände gesetzlich schützen, fehlt es in Nordrhein-Westfalen trotz dramatischer Steinkauzverluste an einem solchen Schutz. Dabei hat dieses Land für den Schutz des Steinkauzes eine nationale Verantwortung, denn 60 Prozent der Steinkäuze in Deutschland leben in Nordrhein-Westfalen.

Tod im Draht - Januar 2020

Tote Sumpfohreule im Stacheldraht © Matthias Schreiber

Die EGE ist zurückhaltend mit der Präsentation schockierender, das Leid der Tiere dokumentierender Fotos. Das gilt auch für Aufnahmen toter Vögel im Stacheldraht. Das vorstehende Bild einer Sumpfohreule, die dieser Drähte wegen vor wenigen Tagen qualvoll im Osterfeiner Moor im Europäischen Vogelschutzgebiet Dümmer in Niedersachsen zu Tode kam, rückt aber eine Gefahr in den Blick, die unterschätzt wird. Die nur 300 bis 500 Gramm schweren Eulen geraten zumal bei Starkwind nur zu leicht in die tückischen Drähte.

Stacheldrähte sollten zumindest in den Nationalparken an Nord- und Ostsee und in den Europäischen Vogelschutzgebieten, in denen Sumpfohreulen brüten oder überwintern, planmäßig beseitigt und durch glatte Drähte ersetzt werden. Das wäre auch ein Beitrag zum Schutz von Wat- und Greifvögeln. Für diese Gebiete liegen aber nicht einmal konkrete Zahlen über die Länge des Stacheldrahtnetzes, geschweige denn Pläne für einen systematischen Abbau und Umbau des Stacheldrahtnetzes vor.

Von der Instrumentalisierung des Artenschutzes - Januar 2020

Hambacher Wald am Tagebaurand © www.wunderbare-erde.de

Der Ausbau der Windenergiewirtschaft in Deutschland hat sich verlangsamt. Die Branche macht dafür Naturschutzvereinigungen und Bürgerinitiativen verantwortlich; sie instrumentalisierten in Klageverfahren Vögel und Fledermäuse. Politische Magazine und Satire greifen die Vorwürfe auf und ziehen artenschutzrechtliche Kritik an der Windenergie ins Lächerliche. Die der Windenergiewirtschaft zugeschriebene Rettung des globalen Klimas ist offenkundig eine zu wichtige Sache, um sich ernsthaft mit Kollateralschäden zu befassen.

Anders liegen die Dinge, wenn der Braunkohletagebau die Bechsteinfledermaus bedroht. Zu ihrem Schutz hat sich im Umfeld des Sprechers der Europagruppe Grüne im Europaparlament, Sven Giegold, eine spezielle Vereinigung gegründet: der "Club der Fledermaus-Verteidiger*innen". Die Clubmitglieder sind an einer Plüsch-Bechsteinfledermaus mit EU-Halstuch zu erkennen. Das Vorkommen der gemeinschaftsrechtlich geschützten Bechsteinfledermaus habe, so der Grünen-Politiker Sven Giegold, die Rodung des Hambacher Waldes für den Abbau "von dreckiger Braunkohle" vorerst verhindert. Mit der "Plüsch-Bechsteinfledermaus" wolle der Club ein "super-süßes Zeichen für den Kohleausstieg und Klimaschutz" setzen.

In nordrhein-westfälischer Regierungsverantwortung hielt sich die Sympathie von "Bündnis90/Die Grünen" für Fledermäuse im Hambacher Wald indessen in Grenzen. Grünen Umweltministern galt das verbliebene Zehntel des vor Tagebaubeginn 4.200 Hektar großen Waldes wie dem Abbauunternehmen RWE noch als Hambacher "Forst". Initiativen für den Erhalt des Waldes? Fehlanzeige. Im Gegenteil: In Regierungsverantwortung wurde die jetzt beschworene gemeinschaftsrechtliche Bedeutung des Waldes bestritten.

An Windenergieanlagen in Deutschland verunglücken jährlich schätzungsweise 300.000 Fledermäuse. Diese Verluste könnten mit Abschaltungen während bestimmter Nachtstunden mit hoher Fledermausaktivität ohne massive Stromertrags- und Gewinneinbußen drastisch gesenkt werden. Doch während fürs kollektiv verlangte Ende der Kohle Fledermäuse gelegen kommen, beurteilt der "Club der Fledermaus-Verteidiger*innen" das Schicksal von Fledermäusen an Windenergieanlagen offenkundig weniger empathisch.

WDR berichtet über angeschossenen Uhu - Januar 2020

Mit den illegalen Schüssen auf einen Uhu bei Aachen (die EGE berichtete) befasste sich am 08. Januar 2020 mit neuen Details der WDR: Der Beitrag über den Uhu beginnt ab Minute 3:11.

Uhu angeschossen: EGE setzt 1.000 Euro Belohnung aus - Januar 2020

Uhu © Sonia Marie Weinberger

Das neue Jahr beginnt für die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE) mit einer traurigen Nachricht. Einen Tag nach Neujahr wurde bei Aachen-Brand ein Uhuweibchen mit einer Schussverletzung aufgefunden. Der Uhu wird derzeit tierärztlich versorgt. Ob er jemals wieder fliegen kann, ist fraglich. Die EGE hat für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro ausgesetzt.

Der Uhu war im Frühjahr 2018 aus einem Nest in der Vulkaneifel gefallen, fast verhungert aufgefunden, anschließend in einer Pflegestation aufgezogen und im Oktober 2018 in der Nähe von Bad Münstereifel in die Freiheit entlassen worden. Stefan Brücher, der seit 1980 die Entwicklung der Uhuvorkommen in der Eifel beobachtet, hatte den Uhu bei der Freilassung mit einem Ring der Vogelwarte Helgoland gekennzeichnet. Das Foto oben zeigt den Uhu kurz nach der Freilassung.

Offenbar fand dieser Uhu in einem vom Freilassungsort 50 km entfernten Steinbruch bei Aachen ein geeignetes Revier. In der Nähe dieses Steinbruchs wurde der Uhu nämlich aufgegriffen. Vermutlich handelt es sich um das Uhuweibchen, welches dort 2019 drei Jungvögel aufgezogen hat.

Uhus brüten meist in Felswänden oder Steinbrüchen; von denen gibt es im Raum Aachen einige. Brücher betreut vor allem die Brutplätze in den noch im Abbau befindlichen Steinbrüchen. Er unterrichtet die Abbauunternehmer über den Standort der Nester, weil auf diese Weise ein versehentliches Zerstören der Uhubruten vermieden werden kann.

Brücher ist traurig über den Fund: "Der Wiederaufbau der vor gut 40 Jahren ausgerotteten Uhupopulation war mit enormem Aufwand an Zeit und Geld verbunden. Der Schutz des Erreichten ist nicht weniger aufwändig. Abschüsse von Uhus sind inakzeptabel und eine Straftat. Wir wissen nichts über den Täter. Ist es ein Halter von Freilandgeflügel, der um seine Hühner fürchtet, oder ist der Schütze in Jägerkreisen zu suchen?"

Im aktuellen Fall spricht die benutzte Waffe eher für einen Nichtjäger, sofern der Täter den Verdacht nicht von der Jägerschaft fernhalten möchte. "Bekanntwerdende Übergriffe auf Uhus sind vermutlich nur die Spitze des Eisberges", resümiert Stefan Brücher. Auch Hans Schröder vom NABU Aachen ist über den Vorfall entsetzt: "Diese Sauerei dürfen wir nicht hinnehmen, es ist ein Verbrechen an der Natur. Ich hoffe, der Täter wird gefasst und kann von weiterem Frevel abgehalten werden."

Zwischenzeitlich berichtete auch die Aachener Zeitung über den Fall: " Uhuweibchen in Aachen angeschossen"

Der vom Magazin "Jäger" als Niederwildexperte befragte Dr. Heinrich Spittler hatte erst kürzlich für die Legalisierung der Jagd auf Uhus plädiert.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2020 - Dezember 2019

Waldkauz im Kamin © Joachim Achtzehn

In manchen Weltgegenden finden Weihnachtsgeschenke den Weg zu den Menschen durch den Kamin - sofern nicht ein Waldkauz die Öffnung blockiert. Waldkäuze brauchen am Tage ein Versteck und zum Brüten einen sicheren Ort. Der Mangel an natürlichen Höhlen im Wirtschaftswald, in Parks und Gärten verführte bereits so manchen Kauz, in einem Schornstein Quartier zu beziehen. Zu oft mit tödlichem Ausgang. Sollte es also bei Ihnen im Kamin rascheln, ist es nicht unbedingt der Nikolaus oder das Christkind, sondern vielleicht ein hilfloser rußgeschwärzter Kauz. Zögern Sie bitte nicht, ihn zu retten.

Herzlichen Dank sagt die EGE allen Personen, Verbänden und Einrichtungen, die mit Anregungen, Lob und Tadel, auf ideelle oder finanzielle Weise im zu Ende gehenden Jahr die Anliegen der EGE unterstützt haben. Wenn Sie das alte Jahr mit einer guten Tat beenden oder das neue mit einer solchen beginnen möchten, bedenken Sie bitte die EGE mit Ihrer Spende.

Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 2,50 MB), wenn Sie den diesjährigen Weihnachts-Spendenaufruf der EGE lesen möchten. Ohne Ihre Unterstützung könnte die EGE nur wenig bis nichts erreichen. Selbstverständlich erhalten Sie eine Spendenbescheinigung.

Den Jahresbericht der EGE für das Jahr 2019 finden Sie hier (pdf-Datei, ca. 1,85 MB).

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Patenschaften für Schleiereulen - Dezember 2019

Junge Schleiereule © Andreas Schüring

Die EGE hat ihre Bemühungen zum Schutz der Schleiereule in den letzten Jahren intensiviert. So schufen die Mitarbeiter der EGE in der Kölner Bucht eine Vielzahl von Brutplätzen für die anmutige Mäusejägerin. An diesen Brutplätzen wuchsen 2019 mehr als einhundertzwanzig Schleiereulen auf. Fast alle wurden von der EGE mit Ringen der Vogelwarte Helgoland gekennzeichnet. 2020 will die EGE die Aktivitäten im Schleiereulenschutz ausweiten.

Um diese Bemühungen finanzieren zu können, bietet die EGE für eine Spende von 100 Euro erstmals Patenschaften über Schleiereulen an. Das Angebot ergänzt die bekannten Patenschaften, die die EGE seit einigen Jahren zum Schutz von Uhus und Steinkäuzen ausstellt. Die Paten können der Eule einen Namen geben, der in die Urkunde eingetragen wird. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 7,52 MB), wenn Sie die Urkunde anschauen möchten.

Zusammen mit anderen Naturschutzvereinigungen hat die EGE soeben ein acht Seiten umfassendes Portrait über die Schleiereule herausgegeben, welches Sie ausdrucken können (pdf-Datei, ca. 664 KB). Text und Fotos stammen von Dr. Andreas Schüring.

Neue Ausgabe von "Nationalpark" erschienen - Dezember 2019

Titel Heft 4/2019 der Zeitschrift 'Nationalpark'

Im neuen Heft finden Sie einen Beitrag von EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer über die Bemühungen der Bundesregierung, die Vorschriften zum Schutz von Natur und Landschaft abzusenken. Im Schatten der Fridays-for-Future-Bewegung und unbemerkt von der Öffentlichkeit hat nämlich die deutsche Bundesregierung eine Verordnung vorbereitet, die - sollte sie in Kraft treten - der Sache des Naturschutzes einen heftigen Schlag versetzen wird. Überdies soll das Artenschutzrecht zugunsten der Energiewende gelockert werden. Breuers Fazit: "Die Bundesregierung gibt vor, Natur und Landschaft besser schützen zu wollen. Tatsächlich arbeitet sie an Hartz-IV-Gesetzen gegen den Naturschutz." Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 392 KB), wenn Sie den Beitrag über diese Pläne der Bundesregierung lesen möchten.

Zudem portraitiert Wilhelm Breuer in der aktuellen Ausgabe in der Reihe "Menschen im Naturschutz" einen jungen Mann, der dem Bürgerkrieg in Syrien entkommen ist: Aghiad Zuriek. Man möchte ihn den hierzulande entmutigten und verzagten Menschen vor Augen stellen. Sein Beispiel könnte sie vor Selbstmitleid und der Weinerlichkeit über die empfundene, aber nicht erwiesene Aussichtslosigkeit der Welt bewahren. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 272 KB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten.

Das sind nur zwei von neun Beiträgen im neuen 46 Seiten starken Heft. Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes.

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die der Journalist Horst Stern für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Der Abonnent bleibt einem Mann verbunden, der ab Beginn der 1970er Jahre mit dem Mut zur Emotion und dem Gewicht einer Feder dem Naturschutz eine Stimme gab und zu Format verhalf: Dr. h.c. Horst Stern. Der im Januar 2019 verstorbene Journalist war Mitbegründet der Zeitschrift "Nationalpark". Die Zeitschrift weiß sich Sterns Anliegen verpflichtet. Vielleicht mögen Sie sich zu einem Probeabonnement entschließen oder Ihre Freunde zu Weihnachten mit einem Geschenkabonnement überraschen.

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