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Nachrichten

Auf der Strecke - Februar 2017

Uhu © www.wunderbare-erde.de

Die ersten Uhus brüten. Wie erfolgreich die Brutsaison 2017 verlaufen wird, hängt von vielen Faktoren und oft vom Zufall ab, nicht zuletzt von der Rücksichtnahme der Menschen.

Die EGE sorgt sich aktuell um Uhubruten in den Naturfelsen von Flusstälern entlang von Bahnstrecken beispielsweise an Rhein und Mosel. An einigen Stellen kommt dort zum ständigen Kollisionsrisiko für Uhus mit dem Bahnverkehr eine akute Gefahr hinzu: Jetzt - in der Brutzeit - durchgeführte Bauarbeiten, die Hangrutschungen abwenden und die Verkehrssicherheit gewährleisten sollen, können zum Brutabbruch führen. Sind solche Arbeiten zur Sicherheit des Bahnverkehrs unumgänglich und unaufschiebbar, können sie artenschutzrechtlich verständlicherweise kaum infrage gestellt werden. An der Mosel steht den Uhus in den nächsten Jahren in Nestnähe eine ganze Reihe riskanter Baumaßnahmen, manchmal sogar mit Einsatz von Hubschraubern, bevor.

Die EGE appelliert an die Deutsche Bahn und die zuständigen Naturschutzbehörden, die Belange des Uhuschutzes frühzeitig zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass die Bauarbeiten nur in den Monaten August bis Ende Januar durchgeführt werden. Wo die Arbeiten nachweislich nicht auf diesen Zeitraum begrenzt werden können, müssen sie zum Schutz vor Störungen von Uhubruten auf das unvermeidliche Maß beschränkt und die Beachtung der hierfür erforderlichen Auflagen gewährleistet werden.

A und O eines solchen Managements ist, dass die Deutsche Bahn, die beteiligten Behörden und Firmen prüfen, ob Uhus in den betreffenden Streckenabschnitten brüten. Aber nirgendwo sind die Brutplätze von Uhus derart schwierig zu finden wie in den zerklüfteten Felsen des Rheinischen Schiefergebirges. Die Behörden sind mindestens im Bereich der Eifel gut beraten, die EGE mit diesen Prüfungen zu beauftragen, denn in der Eifel verfügt die EGE meist über die nötigen Vorkenntnisse, um die Situation an Ort und Stelle zuverlässig zu begutachten. Im Rheintal südlich von Koblenz und in anderen Flusstälern mit Bahnstrecken und Felsen ist dies nicht der Fall. Dort ist fraglich, ob die betroffenen Uhubrutplätze überhaupt erkannt werden. Die allerwenigsten Gutachterbüros verfügen über die speziellen Kenntnisse, um die Brutplätze zu identifizieren und Bruten festzustellen.

Für ein an einer Bahnstrecke an der Mosel brütendes Uhuweibchen wird es in den nächsten Tagen eng. Jedenfalls ist fraglich, ob es gelingen wird, den Ablauf der Arbeiten, inklusive der Hubschrauberflüge zur Materialanlieferung, ausreichend uhufreundlich zu gestalten. Bei einem Ortstermin Mitte Februar mit allen Beteiligten erteilte Stefan Brücher eine Unterrichtstunde in "Uhu-Psychologie". "Ich bin angenehm überrascht über die Bereitschaft der beteiligten Stellen und Personen, den Baustellenbetrieb so schonend wie möglich zu organisieren", sagt der EGE-Vorsitzende. "Dennoch schätze ich die Chancen für einen Bruterfolg des Uhus auf weniger als fifty-fifty." Die Sache ist riskant, aber wohl nicht mehr abzuwenden.

EGE stiftet "Wilhelm-Bergerhausen-Förderpreis" - Februar 2017

Wilhelm Bergerhausen im Jahr 1978 © Wilhelm Breuer

Vor zehn Jahren starb Wilhelm Bergerhausen. In Erinnerung an ihn stiftet die EGE einen Studienpreis. Ausgezeichnet werden mit dem nach dem EGE-Gründer benannten Preis Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten, die zum Schutz europäischer Eulenarten beitragen. Der Preis soll erstmals 2017 und künftig alle zwei Jahre verliehen werden. Das Gesamtpreisgeld beträgt 1.500 Euro. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 404 KB), wenn Sie sich über die Teilnahmebedingungen informieren möchten.

Agrardebatte: Von Glashäusern und Steinen - Februar 2017

Rinder © www.wunderbare-erde.de

Um das Image der Landwirtschaft in Deutschland steht es nicht zum Besten. Dabei sind ihre Umweltfolgen dramatischer als es in der Öffentlichkeit gewusst oder wahrgenommen wird. In den letzten Wochen haben gleich zwei Institutionen die gravierenden Missstände thematisiert: das Bundesumweltministerium mit abgewandelten Bauernregeln und die Katholische Kirche in der Rede des Berliner Erzbischofs Koch, der zum Auftakt der Grünen Woche bestimmte Formen der modernen Tierhaltung scharf verurteilt hat. Beide - die Bundesumweltministerin und der Erzbischof - kritisieren mit Fug und Recht agrarwirtschaftliche Entwicklungen, die in ökologischer und ethischer Hinsicht inakzeptabel sind.

Die Agrarwirtschaft hat auf die Kritik gewohnt reflexhaft mit Empörung reagiert, die Kritik nicht widerlegt, sondern nur bestätigt, dass die Funktionäre der Branche die Zustände nicht ändern wollen und den Herausforderungen der Zeit nicht gewachsen sind. Sowohl die Bundesumweltministerin als auch Erzbischof Koch haben Mut bewiesen, der sie angesichts der lautstarken Empörung des agrarwirtschaftlichen Establishments allzu schnell wieder verlassen könnte und die Ministerin im Wahljahr 2017 wohl auch schon verlassen hat.

Allerdings gehört zur Wahrheit auch dies: Während die Ministerin die Missstände in der Tierproduktion und in der Landbewirtschaftung anprangert, hat sie als Bundesnaturschutzministerin gerade die Abschwächung des Schutzes wildlebender Pflanzen- und Tiere ins Werk gesetzt und als Bundesbauministerin, die sie auch ist, arbeitet sie an einer Schwächung des Naturschutzes auch im Baugesetzbuch. Subtil, aber durchaus mit System und Wirkung. Und die Kirchen in Deutschland müssen sich die Frage gefallen lassen, weshalb sie als Grundeigentümer die Bewirtschaftung ihrer landwirtschaftlichen Flächen nicht strikt an die Einhaltung ökologischer Standards knüpfen - notfalls gegen geringere Pachteinnahmen.

Das Elend der Nutztiere ist ein Skandal, der Acker so artenarm wie nie zuvor, das Grundwasser darunter ein Endlager für Nitrat. Die Art der modernen Landwirtschaft ist ein ökologisches und ethisches Desaster. Nicht erst seit heute und gestern und nicht einmal zum Nutzen der Mehrzahl der landwirtschaftlichen Betriebe. Die Kritik ist berechtigt. Sie wäre überzeugender, würden ihre Kritiker dort umkehren, wo sie selbst Herr im Hause sind - die Bundesumweltministerin, die Kirchen und die Verbraucher, die mit ihrem Verhalten eine Agrarwende auszulösen vermögen, die manche Landwirtschaftsfunktionäre buchstäblich vom Hof jagen könnte.

Steinkauz als Schulprojekt - Februar 2017

Steinkauz © Achim Schumacher

Den Steinkauz im Dorf lassen. Das ist der Leitspruch der EGE. In Nideggen in der Eifel haben sich die Schüler der Adolf-Kolping-Hauptschule dieses Motto zu eigengemacht. Gemeinsam mit ihrer Mathe-, Bio- und Werklehrerin Gerda Engel zimmerten die Zehntklässler fünf Steinkauz-Nistkästen für die Streuobstwiesen der Region. Doris Siehoff von der EGE hatte den Start des Projektes unterstützt.

Bei der Aktion im Werkraum ist es nicht geblieben. Der Unterricht fand wenig später eine Fortsetzung im Steinkauzbiotop: In den dort bereits installierten Nistkästen entdeckten die Schüler zwei Steinkäuze, die mit geübtem Griff von Doris Siehoff aus ihrer Behausung gehoben, gewogen und registriert werden konnten. Für die Schüler ein Erlebnis der besonderen Art. Anschließend wurde auf einer anderen Obstwiese der erste, von den Schülern selbst gebaute Nistkasten installiert. Lesen Sie bitte hier den Bericht von eifellon.de

2016 nur wenige Schleiereulen - Januar 2017

EGE-Mitarbeiter und Schleiereulen © Sonia Weinberger

2016 war für Schleiereulen kein gutes Jahr. Dieses Ergebnis meldet die EGE für die beiden nordrhein-westfälischen Kreise Euskirchen und den Rhein-Erft-Kreis. 2016 kontrollierte die EGE in den beiden Kreisen 78 potentielle Brutplätze. Nur an 32 dieser Plätze wurden Schleiereulen oder frische Spuren von Schleiereulen festgestellt.

An 20 der 32 Plätze kam es zu erfolgreichen Bruten. Die Jungvögel von neun dieser Bruten waren beim Kontrolltermin bereits ausgeflogen. Vier Bruten wurden aufgegeben (drei verlassene Gelege, im vierten Fall zwei tote Jungvögel).

Beringt wurden zwischen dem 05.08. und dem 14.09.2016 die Jungvögel von zehn Bruten; insgesamt 41 Individuen. Die meisten im Alter von ca. 45, 50 und 60 Tagen. Die höchste Zahl beringter Jungeulen einer Brut betrug sieben. Beringt wurden außerdem je fünf Junge bei zwei Bruten, je vier Junge bei vier Bruten, je drei Junge bei zwei Bruten und zwei Junge einer Brut.

Tatsächlich waren die Gelege oder die Anzahl der Jungvögel einiger dieser Bruten zunächst größer. So waren bei einem zweiten Kontrollbesuch die beiden jüngsten von sieben Jungvögeln einer Brut verschwunden. Bei einer anderen Brut waren aus sieben Eiern nur fünf Küken geschlüpft und eines der fünf Küken gestorben. Ein Jungvogel einer Brut mit acht Jungvögeln auf dem Dachboden einer Kirche war bereits ausgeflogen als die Beringer eintrafen. Den ausgeflogenen Jungvogel fanden sie ertrunken im Wasserbecken auf dem Kirchhof.

Bis auf die Jungvögel einer Brut mit vier Jungvögeln war der Ernährungszustand der Jungvögel gut. An einem anderen Brutplatz wurde ein Altvogel im Juni tot, vermutlich verhungert, aufgefunden. In vier Nistkästen brüteten Turmfalken.

Die EGE sorgt sich mehr und mehr um die Zukunft der Schleiereulen. Die Intensivierung der Landwirtschaft führt zu einem dramatischen Mangel an Mäusen. Die für die Jagd auf Kleinsäuger wichtige Grünlandfläche hat dramatisch abgenommen. Der Anbau von Getreide und Mais führt zu rasch hochgeschlossenem Aufwuchs, in dem die Eulen nicht jagen können. Und nach der Ernte werden die Stoppelfelder so rasch umgebrochen, dass dort die Jagdmöglichkeiten nur von kurzer Dauer sind. Dramatisch hoch sind die Kollisionsverluste von Schleiereulen an Straßen und Bahnstrecken.

Wintergäste der besonderen Art - Januar 2017

Sumpfohreule an der Nordseeküste © Onno K. Gent

Kaltfront und Winterstürme führen die Sumpfohreulen aus Nordosteuropa ins Wattenmeer vor der deutschen Nordseeküste. Eine Ansammlung von mehr als einem Dutzend der anmutigen Vögel haben Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung in den letzten Tagen am Spülsaum des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer beobachtet. Am Boden bestens getarnt nehmen die Wintergäste bei der Jagd auf Wasserpieper und andere Kleinvögel im winterlichen Wattenmeer kaum Notiz vom Betrachter. Allerdings übersehen die Eulen nur zu oft Stacheldrähte, die zighundert Kilometer lang im Sommer in Watten und Marschen das Weidevieh eingrenzen. Auch wenn bereits Umrüstungen erfolgt sind, die Zäune stellen für die nicht einmal 500 Gramm schweren Eulen zumal bei Starkwind und Sturm im Flug ein lebensgefährliches Risiko dar. Die Lebensräume der Eulen sind auch in Nationalparken nicht "barrierefrei".

Sumpfohreule an der Nordseeküste © Onno K. Gent Sumpfohreulen an der Nordseeküste © Onno K. Gent

Vogelschutz in der Stadt - Januar 2017

EGE-Aktivist Albrecht Jacobs aus Stadtoldendorf in Niedersachsen ist nicht nur Uhuschützer der ersten Stunde, sondern sorgt sich auch um den Schutz der Mauersegler in seiner Heimatstadt. Der Tägliche Anzeiger Holzminden hat in seiner Ausgabe vom 09. Januar 2017 dieses Engagement ausführlich beschrieben. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Beitrag lesen möchten (Beitrag aus S. 13 des Täglichen Anzeiger Holzminden vom 09.Januar 2017; pdf-Datei, ca. 1,21 MB). Vielleicht ermutigt Sie der Beitrag zum Start eines ähnlichen Wohnungsbauprogramms für Mauersegler in Ihrer Stadt an Ihrem Haus. Noch sind die Langstreckenflieger im afrikanischen Winterquartier. Ende April/Anfang Mai kehren sie nach Mitteleuropa zurück und finden hoffentlich alte und neue Brutplätze.

Rheinische Käuze für Brandenburg - Januar 2016

Rita Edelburg-Müller, Ammenkauz und Jungvogel © Peter Josef Müller

Ein Steinkauz-Gelege umfasst zumeist drei bis sechs Eier. Das Weibchen beginnt zu brüten, bevor das letzte Ei gelegt ist. Deswegen schlüpft das letzte Küken einige Tage später und ist kleiner und schwächer als die Geschwister. Schaffen die Altvögel genügend Nahrung herbei, hat auch das jüngste Küken gute Aussichten, groß zu werden. Schwierig wird es, wenn die Nahrung knapp ist. Schwache Küken sind dann die "stille Reserve" für die anderen. Steinkäuze sind nicht zimperlich.

Wenn die Müllers im Frühjahr nach den Steinkäuzen sehen, um sie zu beringen, treffen sie mitunter auf solche schwachen Jungvögel. Was tun? Der Natur ihren Lauf lassen oder doch eingreifen? Nun, die Müllers entscheiden sich regelmäßig für einen Rettungsversuch. Fast immer mit Erfolg. Bereits an Ort und Stelle versorgen sie die dehydrierten Küken mit Wasser und bringen sie anschließend zu sich nach Hause. Dort gibt es kleine Stückchen Mäusefleisch und immer wieder Wasser. Überstehen die Küken die nächsten beiden Tage, sind sie zumeist über den Berg und mit drei- bis viermal täglich verabreichten Mäusehäppchen bald wieder so stabil, dass sie den Ammenpaaren untergeschoben werden können, die die Müllers eigens hierfür in Volieren halten.

So wachsen die Kleinen aus verschiedenen Wildbruten mit den eigenen Jungvögeln der Ammenpaare in einer Art Patchwork-Familie zu stattlichen Jungkäuzen heran, um später - auf ein Leben in Freiheit vorbereitet - in die Natur entlassen zu werden.

Einige dieser Käuze stellen die Müllers für ein Wiederansiedlungsprojekt im brandenburgischen Naturpark Nuthe-Nieplitz zur Verfügung. Im letzten Jahr traten zehn dieser Käuze den behüteten Weg dorthin an. Den südwestlich von Berlin gelegenen Naturpark prägen die feuchten Niederungen der Flüsse Nuthe und Nieplitz sowie Wald und Ackerland mit kleinen märkischen Dörfern. In diesem Gebiet soll der dort verbreitete, aber heute seltene Steinkauz wieder häufiger werden. Weitere Informationen über dieses Projekt finden Sie hier auf den Seiten des "Naturpark Nuthe-Nieplitz".

Waldkauz jedes Jahr Vogel des Jahres - Januar 2017

Waldkauz © Gordana und Ralf Kistowski

Der Naturschutzbund Deutschland hat den Waldkauz zum Vogel des Jahres 2017 gewählt. Eine gute Wahl, meint die EGE. Bei der EGE steht der Schutz des Waldkauzes wie auch der Schutz aller dreizehn europäischen Eulenarten nicht nur 2017, sondern Jahr für Jahr im Fokus. Die EGE setzt sich unter dem Slogan "Wald für Eulen - natürlich" ein für mehr Naturschutz im Wirtschaftswald, für Wald ohne jede forstwirtschaftliche Nutzung und für einen Verzicht auf Windenergieanlagen im Wald. Wenigstens der Wald sollte vor Windenergieanlagen geschützt werden. In vielen Regionen Deutschland entstehen jedoch immer mehr Windenergieanlagen ausgerechnet im Wald.

Weitere Informationen der EGE über den Waldkauz finden Sie hier und Informationen über Windenergieanlagen im Wald hier (pdf-Datei, ca. 1,01 MB). Bei der EGE können Sie außerdem kostenfrei das Faltblatt "Wald für Eulen - natürlich" anfordern.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2017 - Dezember 2016

Habichtskauz © http://www.wunderbare-erde.de/

Herzlichen Dank sagt die EGE allen Personen, Verbänden und Einrichtungen, die in ideeller oder auf finanzielle Weise im zu Ende gehenden Jahr die Anliegen der EGE unterstützt haben. Wenn Sie das alte Jahr mit einer guten Tat beenden oder das neue mit einer solchen beginnen möchten, bedenken Sie bitte die EGE mit Ihrer Spende. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 996 KB), wenn Sie den diesjährigen Weihnachts-Spendenaufruf der EGE lesen möchten. Ohne Ihre Unterstützung könnte die EGE nur wenig bis nichts erreichen. Den vorläufigen Jahresbericht der EGE für das Jahr 2016 finden Sie hier (pdf-Datei, ca. 1,46 MB). Allen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Geplante Änderung des Artenschutzrechts. Ein Nachtrag - Dezember 2016

Die Bundesregierung plant eine Absenkung des Artenschutzrechts. Die EGE berichtete darüber an dieser Stelle ausführlich. Der Bericht der EGE ist in einer Hinsicht zu ergänzen:

Im Gespräch ist auch, inwieweit die in § 45 Abs. 7 Satz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes genannten Gründe für eine Ausnahme von den artenschutzrechtlichen Verboten zugunsten der Windenergiewirtschaft um einen zusätzlichen Ausnahmegrund, nämlich den "Klimaschutz", ergänzt werden soll. Das Bundesministerium hat diese Frage an die Länderumweltminister gerichtet. Man muss befürchten, dass man sich dort angesichts der Verquickung von Politik und Windenergiewirtschaft genau diese Ergänzung wünscht. Dabei werden Projekten der Branche schon heute, auf die aktuelle Rechtslage gestützt, Ausnahmen von den artenschutzrechtlichen Verboten gewährt. Ob in jedem Fall zulässigerweise, ist eine andere Frage. Denn in jedem Falle kann eine Ausnahme nur gewährt werden, wenn zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art die Ausnahme erfordern. Daran darf bei Projekten der regenerativen Energiewirtschaft mit ihren unbelegten oder marginalen Beiträgen zum Schutz der Umwelt oder des Klimas gezweifelt werden. Werden die Ausnahmegründe um den Schutz des Klimas ausgedehnt, wird die Branche dies zusätzlich zur Überwindung des Artenschutzes in Stellung bringen und ihre Durchschlagskraft noch erhöhen. Die Deutschen haben es weit gebracht: Für einen eher nur fiktiven, um nicht zu sagen postfaktischen Schutz der Atmosphäre ist ihnen kein Teil der realen Biosphäre zu schade. Die Umweltverbände müssen sich fragen lassen, welchen Anteil sie an dieser verhängnisvollen Entwicklung haben.

Wer die Eule liebt - Dezember 2016

Noch rechtzeitig zu Weihnachten ist ein neues Eulen-Buch der EGE erschienen. Der Titel des Buches lautet: "Wer die Eule liebt". Geschrieben hat es Dorothee Warnecke. Es ist ein Buch mit Fabeln für Kinder und Erwachsene.

Buchcover © EGE

"In den Fabeln geraten Eulen in missliche oder ungewöhnliche Lebenssituationen, in denen sie Hilfe erhalten. Oder auch den Blick in eine ihnen bisher unbekannte Welt", schreibt die Autorin. Eine erkältete Schleiereule z.B. bekommt von einer Mönchsgrasmücke heißen Holunderbeerensaft. Und ein Waldkauz macht die Erfahrung, dass es etwas Wunderbares sein kann, jemanden gewärmt zu haben. So könnte es auch dem Leser des kleinen Bandes ergehen. Die zu jeder Geschichte passend ausgewählten Eulenfotos geben dem Buch im Format 16 x 23,5 cm mit 40 Seiten eine poetische Botschaft. Die Brigitte und Dr. Konstanze Wegener Stiftung hat das Buch finanziell gefördert. Es ist bei der EGE für eine Spende von 17,50 Euro erhältlich. Der Versand erfolgt kostenfrei.

Richten Sie Ihre Bestellung bitte an:
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.
Breitestrasse 6
D-53902 Bad Münstereifel
Telefon +49 [0] 22 57 - 95 88 66
  Egeeulen@t-online.de

Spendenkonto der EGE: Postbank Köln
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IBAN DE66370100500041108501
Stichwort "Wer die Eule liebt"

Bundesregierung plant Absenkung des Artenschutzrechts - Dezember 2016

Bergmolch © http://www.wunderbare-erde.de/

Die Bundesregierung plant folgenschwere Änderungen des Artenschutzrechts. Ziel ist nicht die Stärkung der artenschutzrechtlichen Schädigungs- und Störungsverbote, sondern exakt das Gegenteil:

Immerhin beabsichtigt die Bundesregierung aber auch, eine alte gesetzgeberische Fehlleistung zu korrigieren. Deutschland hat nämlich 2007 das unvermeidbare Töten von Individuen besonders geschützter Arten bei der Zerstörung ihrer Fortpflanzungs- oder Ruhestätten kurzerhand vom Tötungsverbot ausgenommen, wenn nur "die ökologische Funktion dieser Habitate im räumlichen Zusammenhang" gewährleistet bleibt. Das Bundesverwaltungsgericht sieht darin einen Verstoß gegen das Gemeinschaftsrecht, weshalb der Gesetzentwurf nicht umhinkommt, diesen Passus aufzugeben.

Man darf sich über die Absichten der Bundesregierung nicht wundern. Bereits 2009 hat der Bundesgesetzgeber das Bundesumweltministerium ermächtigt, die Arten, für deren Schutz Deutschland eine besondere Verantwortung hat, per Verordnung besser zu schützen. Doch das Bundesumweltministerium hat keinerlei Anstrengungen in diese Richtung unternommen. Jetzt zeigt sich, das Ministerium hat genau das Gegenteil vorbereitet. Und dies ausgerechnet in der Mitte der "Dekade zum Schutz der Biodiversität", die die Bundesregierung mit viel Tamtam ausgerufen hat und die nahezu verstrichen ist. Dreister hat eine Bundesregierung die Bürger im Artenschutz selten hinters Licht geführt.

Welchen Stellenwert der Artenschutz für die Bundesregierung hat, verrät bereits die Begriffswahl: Für sie sind Tiere und Pflanzen keine "Individuen", sondern "Exemplare", als handele es sich um Briefmarken. Mit einem Unterschied: Philatelisten wissen für gewöhnlich um den Wert ihrer Marken. Die Bundesregierung weiß um den Wert der ihr anvertrauten wild lebenden Arten offenbar nichts.

Für Sie gelesen: geopferte Landschaften - Dezember 2016

Die EGE hat für Sie dieses Buch gelesen und rezensiert: ETSCHEIT, G. (Hrsg.): Geopferte Landschaften. Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört. 367 Seiten. Heyne. 2016, ISBN 978-3-453-20127-9, 16,99.

Buchcover

Das Buch mit Beiträgen von 18 Autoren aus unterschiedlichen umweltrelevanten Disziplinen ist eine eindrucksvolle Abrechnung mit der im Namen der Energiewende fortschreitenden Industrialisierung, der zum angeblichen Schutz der Atmosphäre immer mehr Teile der Biosphäre geopfert werden. Dabei sind die Zerstörungen größer, die Folgen für bestimmte Arten dramatischer und die Vorgehensweisen der Branche bisweilen kritikwürdiger, als sie im Buch beschrieben werden. Das liegt auch daran, dass der 20jährige Erfahrungsvorsprung des Nordens mit der Windenergiewirtschaft gegenüber dem Süden Deutschlands und die Innenansichten aus dem komplexen Zusammenspiel von Staat und regenerativer Energiewirtschaft nur unzureichend ins Buch eingeflossen sind. Das Buch bestreitet nicht den anthropogenen Einfluss auf das Klima; es kritisiert faktenbasiert die Energiewende als ein teils auf Lebenslügen gestütztes Unterfangen, als eine postfaktische Heilserwartung zugunsten weniger Profiteure. Es ist ein Plädoyer für die dringend notwendige Integration der Anforderungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in eine, auch im Falle der regenerativen, nicht per se umweltverträgliche Energieerzeugung. Das Buch ist ein Stachel im Fleisch der Anhänger der "erneuerbaren Energien", zumal in den Umweltverbänden, die sich in eine bedenkliche Nähe zu diesem Teil der Wirtschaft gebracht haben. Das Buch nährt die berechtigten Zweifel an einer vordergründig guten Sache.

EGE-Rollups zu Gast in der Stadt Heimbach- Dezember 2016

Für den Schutz des Steinkauzes wirbt noch bis zum 27. Januar 2017 die EGE mit ihrer kleinen Ausstellung "Den Steinkauz im Dorf lassen" in der Stadt Heimbach in der Eifel. Über die Eröffnung der Präsentation und über Innenansichten der EGE berichtet das Online-Magazin "Eifelon". Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Bericht lesen möchten.

Beim Schenken an Eulen denken - Dezember 2016

Waldkauz im Flug © Gordana und Ralf Kistowski

Sie sind noch auf der Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk für Freunde und Verwandte? Vielleicht finden Sie bei der EGE genau das Richtige.

Besuch aus der Taiga - Dezember 2016

Sperbereule © Gordana und Ralf Kistowski

Die neue Ausgabe der Zeitschrift "Nationalpark" ist da. In dem 46 Seiten starken Heft finden Sie u. a. einen Beitrag von Wilhelm Breuer über die Sperbereule. Wussten Sie, dass in den letzten 225 Jahren 179 dieser nordischen Gäste in Deutschland nachgewiesen wurden und 102 von ihnen ein tödlicher Schuss traf? Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 220 KB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten.

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift versteht sich als Anwältin von Natur und Wildnis. Zur Förderung der Nationalparke in Deutschland, ihrer Akzeptanz und Achtung hat sie viel beigetragen. Bis heute begleitet sie die Entwicklung der großen Schutzgebiete in Deutschland kritisch, kompetent und konstruktiv.

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die Horst Stern für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Informationen für ein Probeabo finden Sie hier: Probeabo Nationalpark.

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