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Nachrichten

Zum vierten Mal: Die Windenergie und die Uhus bei Aldenhoven - Dezember 2017

Sie erinnern sich? Im August, September und November 2017 haben wir an dieser Stelle bereits über den Fall berichtet: In Aldenhoven im nordrhein-westfälischen Kreis Düren stellen Gutachter das Brutvorkommen von Uhus und die Beobachtungen der EGE infrage. Hintergrund ist der Plan, im Umfeld dieses Vorkommens eine weitere Windenergieanlage zuzulassen. Uhus könnten diesen Plan durchkreuzen. Nachdem die EGE ein früheres Gutachten in der Sache in Zweifel gezogen hatte, gab der Kreis Düren ein neues Gutachten in Auftrag. "So viele Gutachten bis das Ergebnis passt?", fragte in diesem Zusammenhang das Online-Magazin Eifelon.

Auch dem neuen Gutachten ist die EGE auf den Grund gegangen, die darin auf bemerkenswerte alte und neue Darstellungen gestoßen ist. Die EGE hat in einer Stellungnahme an den Kreis Düren auch dieses Gutachten kommentiert und entscheidende Aussagen des Gutachters zurückgewiesen.

Die Vorgänge werfen ein bezeichnendes Licht auf die Praxis von Gutachterbüros, geht es um Uhus und den Ausbau der Windenergiewirtschaft. Dabei ist gewiss jeder Fall anders, aber die von der EGE festgestellten Mängel dürften auch für andere Planungen keineswegs untypisch, sondern eher symptomatisch sein. Insofern mag die Stellungnahme der EGE, über den hier betrachteten Fall im äußersten Westen Deutschland hinaus, nützlich zu lesen sein. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 116 KB), wenn Sie diese Stellungnahme lesen möchten. Lassen Sie sich bitte von den Details nicht schrecken. Die Stellungnahme hält einige Überraschungen bereit.

Uhupatenschaft und EGE-Kinderbuch für Grundschulklasse - Dezember 2017

Junger Uhu © www.wunderbare-erde.de

Lehrerinnen, Schülerinnen und Schüler der Grundschule im niedersächsischen Algermissen haben ein besonderes Verhältnis zum Uhu. Die von Birgit und Gerhard Mayer aus Gemünden am Main für eine Schulklasse abgeschlossene Uhu-Patenschaft hat die EGE deshalb der Schulklasse 3 a der Grundschule Algermissen überreicht. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 1,39 MB), wenn Sie den Beitrag aus der aktuellen Ausgabe des "Algermissener Gemeindeboten" lesen möchten. Die EGE dankt allen beteiligten Personen, insbesondere den Sponsoren.

Kritik an Gutachten - Dezember 2017

Uhu vor Nachthimmel © www.wunderbare-erde.de

Schwere Kritik äußert die EGE am Vorgehen der in Oldenburg ansässigen Gutachterfirma ARSU. Die Firma hatte am 30.03. und 06.04.2017 in einem Wäldchen im Landkreis Nienburg/Weser in der störungssensibelsten Zeit im vermuteten Nestbereich eines Uhus nach Nest, Gelege und Jungvögeln gesucht, war aber nicht fündig geworden. Zwischen den Terminen kam es nachweislich zum Brutabbruch. Das Gutachterbüro brachte den Abbruch mit Spargelstechern in Verbindung, die in dem Wäldchen ihre Notdurft verrichtet hätten. Tatsächlich dürfte auf den angrenzenden Äckern Spargel erst später geerntet worden sein. Dass der Brutabbruch mit der Nestsuche zusammenhängen könnte, zieht das Gutachterbüro nicht in Erwägung.

Das Gutachterbüro war in dem vorliegenden Fall beauftragt, die Raumnutzung des Uhupaares im Umfeld des Wäldchens zu beobachten, weil dort Windenergieanlagen errichtet werden sollen. Die Nestsuche war vollkommen unnötig. Anzahl und Standort von Junguhus hätten im Verlaufe der weiteren Reproduktionszeit leicht anhand der Bettellaute der Jungvögel zu einem für sie gefahrlosen Zeitpunkt festgestellt werden können, hätte es zur Entscheidung über die Zulässigkeit des Windparks dieser Information bedurft.

Zu diesem Ergebnis ist auch die Landesnaturschutzbehörde gelangt, welche die Vorgehensweise des Büros in einer Stellungnahme als "unangemessen" und "unverantwortlich" bezeichnet hat. Das Gutachterbüro hatte überdies ein Aufzeichnungsgerät zum Aufzeichnen von Uhurufen ausgelegt und das Uhupaar nach eigenen Angaben "aufgescheucht". Anfang Juni 2017 hatte der Gutachter den vermuteten Brutplatz auch noch mit einer Drohne überflogen. Der EGE liegt sowohl das "Gutachten" der Fa. ARSU als auch die Stellungnahme der Landesnaturschutzbehörde vor.

Die Vorgehensweise des Gutachterbüros dürfte sich für den Windenergieinvestor - jedenfalls vorerst - nicht auszahlen. Denn geht es mit rechten Dingen zu, bedarf es einer neuen Sachverhaltsermittlung. Eine solche ist erst in der nächsten Brutzeit möglich. Wenn denn die Uhus dann auf eine ungestörte Brutzeit hoffen dürfen.

Die Hildesheimer Domuhus - Dezember 2017

Beringung eines Domuhus

Am 30. November 2017 trafen sich auf Einladung des Umweltbeauftragten des Bistums Hildesheim, Dipl.-Theol. Jürgen Selke-Witzel, Personen, die in diesem Jahr die Uhus am Hildesheimer Dom im Blick hatten. Jürgen Selke-Witzel dankte allen für ihren Einsatz. Wilhelm Breuer von der EGE fasste bei dem Treffen die Vorgänge des Jahres 2017 um die Domuhus zusammen. Klicken Sie bitte hier, (pdf-Datei, ca. 88 KB) wenn Sie den Beitrag lesen möchten.

Insbesondere Joachim Achtzehn und Angelika Krueger bereicherten das Treffen mit eindrucksvollen Fotos und Berichten. Jürgen Selke-Witzel hob den außerordentlichen Einsatz der Uhupaten Angelika Krueger und Joachim Achtzehn hervor. Beide hatten über Wochen die Uhus im Kreuzgang des Domes "überwacht" und zum glücklichen Verlauf der Infanteristenphase der Uhus beigetragen.

Am Hildesheimer Dom ist das Team von Uhuschützern auf eine kommende Brutzeit der Uhus gut vorbereitet. Dies ist dem Umweltbeauftragten des Bistums, Jürgen Selke-Witzel, zu verdanken, der dieses Netzwerk seit der ersten Uhubrut am Dom im Jahr 2014 mit Umsicht und Beharrlichkeit geknüpft hat. Das Engagement des Bistums zeigt ganz im Sinne der Umweltenzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus, dass die Bewahrung der Schöpfung ein Anliegen der Kirche ist.

Wilhelm Breuer danke am Ende der Begegnung namens der EGE und des ganzen Teams Herrn Selke-Witzel für die tatkräftigen Bemühungen um den Schutz der Uhus am Dom: "Lieber Jürgen, dank Deines Einsatzes waren die Uhus am Dom gut aufgehoben und fanden wir Uhuschützer in Dir immer einen verlässlichen und engagierten Ansprechpartner. Umso mehr bedauern wir, dass Deine Zeit als Umweltbeauftragter endet." Zum Dank überreichte Breuer dem scheidenden Umweltbeauftragten die Urkunde über eine Ehrenpatenschaft - zwar nicht für einen Uhu, so doch für einen, wie Breuer betonte, "katholischen" Steinkauz aus der Kölner Bucht, der allerdings erst noch schlüpfen müsse, womit aber im nächsten Jahr so sicher zu rechnen sei wie mit dem Amen in der Kirche. Zwar solle man Eier erst begackern, wenn sie gelegt sind, aber, zur Beringung "seines" Steinkauzes sei Herr Selke-Witzel schon jetzt herzlich eingeladen.

Neue Ausgabe von "Nationalpark" - Dezember 2017

Sperlingskauz © Gunther Zieger

Die neue Ausgabe der Zeitschrift "Nationalpark" ist da. Im 46 Seiten starken Heft 4/2017 finden Sie u.a. die Titelgeschichte "Die letzten Paradieswälder Europas - Rumäniens Urwälder zwischen Welterbe und Kettensäge" sowie zwei Beiträge von EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer: Einen Rückblick auf 40 Jahre Bundesnaturschutzgesetz "Kein großer Wurf, aber ein neuer Anfang" (pdf-Datei, ca. 300 KB) und das Portrait des verdienten Naturschützers Eilert Voß "Angefeindet und ausgezeichnet" (pdf-Datei, ca. 280 KB).

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes. Werden auch Sie Leser von "Nationalpark"!

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die der Gründer der Zeitschrift, der Journalist Horst Stern, für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Informationen für ein Probeabo finden Sie hier: Probeabo Nationalpark.

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