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Nachrichten

Neue Ausgabe von "Nationalpark" erschienen - Juni 2018

Wanderfalke © www.wunderbare-erde.de

Die neue Ausgabe der Zeitschrift "Nationalpark" ist da. Im 46 Seiten starken Heft 2/2018 finden Sie u.a. die Titelgeschichte von EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer "Mehr Natur wagen". Diese Überschrift hätte der Anspruch einer neuen Bundesregierung sein können. Stattdessen arbeitet die Große Koalition an einer Baulandoffensive , die neue Kollateralschäden für Natur und Landschaft befürchten lässt. Der Beitrag macht die Hintergründe und Mechanismen sichtbar, weshalb sich Bauabsichten so oft und hemmungslos zu Lasten des Naturschutzes durchsetzen. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 748 KB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten.

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes. Werden auch Sie Leser von "Nationalpark"!

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die der Gründer der Zeitschrift, der Journalist Horst Stern, für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Informationen für ein Probeabo finden Sie hier: Probeabo Nationalpark

Domuhus machen Fortschritte - Juni 2018

Die beiden jungen Domuhus © Joachim Achtzehn

Die Infanteristenphase der beiden um Ostern im Kreuzgang des Hildesheimer Domes geschlüpften Uhus ist bisher weitgehend problemlos verlaufen. Die zahlreichen Besucher des Kreuzganges verhalten sich überwiegend rücksichtsvoll. Dazu trägt auch das Team von Personen bei, das die jungen Uhus seit ihrer Landung im Kreuzgang im Blick hat. Die EGE sagt allen diesen Personen, insbesondere Angelika Krueger und Joachim Achtzehn, und nicht zuletzt den Domverantwortlichen herzlichen Dank. Inzwischen sind die beiden Jungvögel so erfahren, dass sie den Tag nicht mehr versteckt im Aufwuchs des Kreuzganges, sondern - wie im Bild - schon in der Höhe der Fenster der Domapsis verbringen. Das ist unmittelbar beim 1.000jährigen Rosenstock, der Teil des Gründungsmythos des Hildesheimer Domes ist. Nachts werden die jungen Uhus nach wie vor im Kreuzgang mit Nahrung versorgt. Davon zeugen morgens die Nahrungsreste. Sie zeigen auch, dass die Versorgungslage ausgesprochen gut ist.

Die Geschichte der Uhus am Hildesheimer Dom erzählt Wilhelm Breuer in dem Buch "Die Uhus vom Dom". Es erscheint Anfang Juli 2018 im oekom verlag. Die EGE weist gerne auf die Möglichkeit hin, dieses Buch bei der EGE zu bestellen. Nur in diesem Fall kommen vom Verkaufspreis 5 Euro den satzungsgemäßen Aufgaben der EGE zugute. Sehen Sie dazu bitte die nachstehende Nachricht.

Neues Kinderbuch über Uhus - Juni 2018

Buchcover © oekom verlag München

Freuen Sie sich auf ein neues Eulenbuch für die ganze Familie. Es erscheint am 05. Juli 2018 im oekom verlag München. Der Titel lautet: "Die Uhus vom Dom. Eine Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte" (ISBN-13: 978-3-96238-078-6). Es handelt von der wechselvollen Geschichte der Uhus an einem Dom im Laufe der Jahrhunderte. Es ist ein liebevoll illustriertes Lese-, Naturkunde- und Geschichtsbuch - spannend und anrührend zugleich. Das Buch (16,0 x 23,5 cm) von Wilhelm Breuer umfasst 128 Seiten, mehr als 50 Aquarellzeichnungen von Bärbel Pott-Dörfer und Gedichte von Herbert Zucchi. Der Preis: 17 Euro.

Natürlich können Sie das Buch beim Verlag oder im Buchhandel beziehen. Die EGE würde sich aber freuen, wenn Sie das Buch bei der EGE bestellen. Denn dann verbleiben vom Ladenpreis 5 Euro bei der EGE für die satzungsgemäßen Aufgaben des Vereins. Bitte bestellen Sie schon heute (telefonisch oder per E-Mail). Die EGE sendet Ihnen das Buch nach Erscheinen gegen Rechnung umgehend zu. Die Versandkosten trägt die EGE. Inhaltsverzeichnis, Vorwort und eine Leseprobe finden Sie hier.

Naturschutz für den Kauz, nicht für die Katz` - Mai 2018

Steinkauz © Achim Schumacher

Im Kreis Euskirchen bei Bonn erwarten die Müllers mit Spannung den Verlauf der diesjährigen Steinkauz-Saison. 140 Revierpaare haben die Müllers heuer registriert. Diese erfreulich und ungewöhnlich hohe Zahl ist dem Engagement der Müllers zu verdanken. Seit dem Jahr 2000 haben sie den Bestand von ungefähr 35 Paaren auf das heutige Niveau geführt. In diesem Zeittraum stieg also die Zahl der besetzten Reviere auf das Vierfache und die Zahl der jährlich geschlüpften Jungvögel auf fast 300!

Erreicht haben die Müllers von der EGE dies ganz gegen den Trend in großen Teilen der übrigen Kölner Bucht. Dort bewohnt der Steinkauz das mit alten Obstbäumen bestandene Grünland. In acht Kreisen dieser Region ist der Bestand von einem niedrigen Niveau im Jahr 2003 bis 2016 von 763 auf 481 Brutpaare gesunken. Das ist ein Rückgang um 40 Prozent in nur 13 Jahren; er geht großenteils auf das Konto der von den Städten und Gemeinden in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen beschlossenen Siedlungsentwicklung. Dank des Einsatzes der Müllers konnte dieser Rückgang im Kreis Euskirchen nicht nur gestoppt, sondern der Trend deutlich umgekehrt werden. Ähnliches gilt für den Nachbarkreis Düren. Dort wirkt Doris Siehoff von der EGE für den Steinkauz ähnlich segensreich wie die Müllers. Im Kreis Düren registrierte die EGE 2007 nur 26 erfolgreiche Bruten, im Jahr 2017 jedoch 87! Diese Zahlen zeigen, was mit beharrlichem Einsatz doch noch für den Steinkauz erreicht werden kann.

Der Blick der Müllers auf die diesjährige Brutsaison ist gleichwohl nicht ohne Sorge. Der Mäusebestand ist nicht hoch. Dafür aber steht das Gras hoch auf den Wiesen und Weiden. Der Kauz aber braucht für eine erfolgreiche Jagd auf Kleinsäuger kurzrasiges, also gemähtes oder beweidetes Grünland. Vor dem dramatischen Verfall der Artenvielfalt im ländlichen Raum spielten große Insekten für den Steinkauz als Nahrung eine wichtige Rolle: Nachtfalter, Grillen und Heuschrecken. Diese Zeit ist vorbei. Die großen Insekten sind dem chemischen Overkill in der Landwirtschaft bereits vor Jahren zum Opfer gefallen, lange bevor die Medien das Insektensterben und die im Sommer saubere Windschutzscheibe des Autos als Indiz für das große Sterben entdeckt haben.

Uhus im Kreuzgang am Hildesheimer Dom - Mai 2018

Junger Uhu © Antje Sell

Die nach Ostern in der Höhe über dem Kreuzgang des Hildesheimer Domes geschlüpften jungen Uhus haben das Innere des Kreuzganges erreicht. Beide Jungvögel werden dort nachts von den Altvögeln mit Nahrung versorgt. Das Bistum Hildesheim appelliert an die Besucher, in der Vegetation des Kreuzganges nicht nach den Jungvögeln zu suchen, sie nicht zu bedrängen und die Würde des Ortes zu wahren. Der Kreuzgang ist nämlich nicht nur ein Uhukindergarten, sondern auch Friedhof. Die EGE schließt sich dieser Bitte an. Das Foto zeigt einen der beiden jungen Uhus auf dem Dach, bevor er als Infanterist im Kreuzgang gelandet ist.

Uhus um Brutplätze nicht verlegen - Mai 2018

Uhubrutplatz in einer Ruine © Stefan Brücher

In Stendal in Sachsen-Anhalt brüten Uhus in diesem Frühjahr in einem Weißstorchennest. Die Uhus haben das Nest bezogen, bevor die Störche aus dem Winterquartier eintrafen. Den verdrängten Störchen haben die Vogelschützer kurzerhand in der Nachbarschaft einen neuen Neststandort verschafft. Die ungewöhnliche Brutplatzwahl der Uhus ist eher nicht die Sensation, sondern der Umstand, dass der Uhu nach langer Zeit wieder in Stendal in der Altmark brütet, wo er verschwunden war. Wie variabel Uhus bei der Brutplatzwahl sind, weiß man seit langem. Stefan Brücher trifft auf brütende Uhus an den verschiedensten Orten - beispielsweise auf baumbrütende Uhus, auf Uhunester in Ruinen (im Bild) und technischen Anlagen, wie drei beigefügte Fotos belegen. Ein roter Pfeil markiert den Brutplatz.

Vor der erfolgreichen Wiederansiedlung des Uhus in Deutschland ab Mitte der 1970er Jahre dachte man, Uhus seien auf abseitsgelegene, unzugängliche Gegenden beschränkt. Tatsächlich war der Rückzug der Uhus in solche Gebiete nur das Ergebnis der massiven Verfolgung, der Uhus wie andere große Beutegreifer über Jahrhunderte ausgesetzt waren.

Uhu, Falter, Straße und der NDR - Mai 2018

Uhupaar © www.wunderbare-erde.de

Der Schutz der Nashörner in Afrika, der Eisbären in der Arktis und der Wale in den Weltmeeren. Mit diesen Anliegen machen sich die Medien gern gemein. Ein Teil derselben Medien hat sich hingegen offenbar die Verbreitung von Meldungen zum Ziel gesetzt, welche den Schutz einheimischer Arten der Verachtung und Lächerlichkeit preisgeben. Diese Form von Berichterstattung kennt zahllose Beispiele. Im Fadenkreuz der Journaille sind Arten wie Wachtelkönig, Schierlings-Wasserfenchel, Kammmolch, Eremit oder wie aktuell in Südniedersachsen der Uhu und ein seltener Schmetterling. Der Eule und dem Falter wird die drohende Sperrung einer Bundesstraße angelastet. Tatsächlich droht die Vollsperrung der Straße. Grund ist aber nicht die Existenz von Uhu und Falter, sondern der Umstand, dass der straßenseitige Hang nicht standsicher ist.

Neu ist diese Erkenntnis nicht. Der Hang ist schon seit Jahren ein neuralgischer Punkt für die Verkehrssicherheit. Verkehrssicherheit gewährleistende Maßnahmen wurden hier immer schon durchgeführt. Einem neuen Gutachten der Straßenbauverwaltung zufolge käme man nun aber mit geringinvasiven Maßnahmen nicht mehr aus. Für die Durchführung neuer Maßnahmen - auch von Sprengungen ist die Rede - müsse man die Straße sperren, heißt es. Für wie lange, stehe noch nicht fest.

Anstatt diesen Sachverhalt darzustellen, haben Medien die Sache zum Artenschutz-Skandal hochgeschrieben - nach bekanntem Muster: "Naturschutz gegen den Menschen" und "Briefträger beißt Hund". Für gewöhnlich brüten Uhus in dem Hang. Hier lebt auch der "Russische Bär", jener seltene Falter. Dieser beiden und weiterer Arten wegen hat Niedersachsen den Hang und dessen Umfeld nach den Vorschriften des Arten- und Habitatschutzrechts der Europäischen Union unter Schutz stellen müssen.

Erweist sich die Durchführung der Hangsicherungsmaßnahmen zum Schutz von Leib und Leben von Menschen als zwingend notwendig und alternativlos, besteht durchaus die Aussicht, die Maßnahmen rechtmäßig durchzuführen - selbst dann, wenn das Schutzgebiet Schaden nimmt. Die Medien waren nicht in der Lage, diesen einfachen rechtlichen Sachverhalt aufzuklären. Der Norddeutsche Rundfunk - kein Privat-, sondern ein öffentlich-rechtlicher Sender mit Bildungsauftrag - bot erneut ein verstörendes Bild recherchearmer und tendenziöser Berichterstattung. Die Frage ist, ob Medien über andere Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ähnlich verzerrend berichten. Statt Fakten zu liefern, wurden Stimmungen befördert mit NDR-Schlagzeilen wie dieser: "Bauverhinderer - Kleinvieh baut auch Mist." Das hätten wildlebende Tiere dann mit dem NDR gemeinsam, der sich dazu des Geldes der Bürger bedient.

Eulen-Symposium vom 18.-21.10.2018 in Halberstadt - Mai 2018

Drei Schleiereulen © Manfred Ptak

Der Herbst scheint noch in weiter Ferne. Gleichwohl macht die EGE Sie schon jetzt auf das 9. Internationale Symposium "Populationsökologie von Greifvogel- und Eulenarten" aufmerksam. Die Veranstaltung findet vom 18.-21. Oktober 2018 in Halberstadt statt. Bitte klicken Sie hier (pdf-Datei, ca. 468 KB), wenn Sie die Vorankündigung lesen und eine Teilnahme erwägen möchten.

Drei Steinkäuze im Bunde? - Mai 2018

Steinkauz © www.wunderbare-erde.de

Steinkäuze überraschen bisweilen selbst erfahrene Steinkauzschützer. So erging es jetzt auch dem Team um Peter Josef Müller von der EGE im Kreis Euskirchen. Mitte April 2018 hatten die Aktivisten an einem Brutplatz drei Käuze festgestellt. Ein Kauz flog davon, zwei saßen im Nistkasten. Vielleicht waren hier noch Revierkämpfe im Gange oder ein Partner sollte abgeworben werden. Am 26. April 2018 dann, bei einer erneuten Kontrolle, saßen drei Käuze einträglich beisammen in der Röhre: Das Steinkauzmännchen und zwei (!) Weibchen; beide mit Brutfleck und bei sieben Eiern. Ein ungewöhnliches Familienmodell - auch für Steinkäuze.

Erste Ergebnisse der Uhubrutsaison 2018 - Mai 2018

Stefan Brücher bei der Uhuberingung © André Diesel

In diesem Jahr lassen viele Uhus in der Eifel die Brut ausfallen. In der Eifel und in angrenzenden Gebieten stellte Stefan Brücher erst 94 Bruten fest. Brücher rechnet in diesem Jahr mit etwa 100, vielleicht 110 Bruten. Im Vorjahr waren es 152. Acht Bruten wurden bereits aufgegeben. Seit einigen Wochen ist Stefan Brücher täglich in der Eifel unterwegs, um die Bruten zu kontrollieren und junge Uhus mit Ringen der Vogelwarten Helgoland und Radolfzell zu kennzeichnen. Brüchers Präsenz vor Ort trägt wesentlich dazu bei, akute Gefahren zu erkennen und nach Möglichkeit abzustellen. Bitte unterstützen Sie Brüchers unermüdlichen Einsatz mit einer Spende an die EGE - gerne mit der Übernahme einer individuellen Patenschaft für einen der in diesem Jahr geschlüpften Uhus. Natürlich können Sie "Ihrem" Uhu auch einen Namen geben, den die EGE in der Patenschaftsurkunde vermerkt. Selbstverständlich erhalten Sie für Ihre Patenschaftspende in Höhe von 100 Euro eine Spendenbescheinigung. Vielleicht mögen Sie eine solche Patenschaft auch verschenken.

Was machen die Hildesheimer Domuhus? - April 2018

Uhu vor Nachthimmel © www.wunderbare-erde.de

Während die Ahrtal-Uhus Lotte und Leo am Webcam-Felsen in der Eifel verhalten balzen, aber nicht brüten, ist - allen Anzeichen nach - auf die Uhus im Kreuzgang des Hildesheimer Domes Verlass. Zum Ausgang des Winters wurde das Uhupaar regelmäßig am Dom gehört und gesehen. Aufmerksame Beobachter sahen später vom brütenden Uhuweibchen die Federohren aus dem Brutplatz ragen. Inzwischen gibt es Hinweise, dass mindestens zwei Küken geschlüpft sind, berichtet Angelika Krueger. Viel mehr weiß man allerdings nicht. Um Störungen zu vermeiden, sehen die verantwortlichen Personen bis auf Weiteres von Nachforschungen ab. Im letzten Jahr hatten die Uhus erstmals im Kreuzgang an der für Uhus eigens eingeplanten Stelle gebrütet - unbemerkt von Bistum und Öffentlichkeit. Dann aber tauchte ein erster junger Uhu als Infanterist im Inneren des Kreuzganges auf. Weitere zwei folgten - zur Freude vieler Besucher. Die jungen Uhus blieben im Kreuzgang bis zum Flüggewerden Mitte August 2017. Wie sich die Dinge in diesem Jahr entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Zur ersten bekannten Uhubrut am Hildesheimer Dom kam es 2014. Gut möglich, dass sie bereits im Mittelalter am Dom gebrütet haben.

Schleiereulenausstellung in Jülich - April 2018

Schleiereule © Achim Schumacher

Vom 10. bis 27. April 2018 ist bei der Sparkasse Düren im Beratungscenter Jülich Schwanenteich in 52428 Jülich (Bahnhofstr. 1) die Schleiereulen-Ausstellung der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE) zu sehen. Die Ausstellung wird am 10. April 2018 um 14 Uhr eröffnet. Besucher sind herzlich willkommen. In die Ausstellung führt Ulrich Bergrath von der EGE ein. Er koordiniert die Maßnahmen zum Schutz der Schleiereule im Kreis Düren.

Erste Uhuberingung 2018 - April 2018

Stefan Brücher beringt Uhu © André Diesel

Mit der ersten Uhuberingung bei Bonn am 06. April 2018 hat für die EGE die heiße Phase der diesjährigen Uhubrutsaison begonnen. Die Schutzbrille, die Stefan Brücher (im Bild) aufgesetzt hat, soll ihn nicht vor Angriffen der Eulen schützen, sondern für klaren Durchblick sorgen. Am Brutplatz der Aufnahme blasen nämlich heftige Aufwinde feinen Staub und Sand wie ein Sandstrahlgebläse durch die Luft, was eine sichere Beringung erschwert.

Witterungsbedingt hat sich in diesem Frühjahr der Brutbeginn verzögert. Deshalb wird Stefan Brücher in den nächsten Wochen viele der potentiellen Brutplätze erneut kontrollieren müssen. Wie viele Uhus in diesem Jahr in der Eifel brüten werden, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Glücklicherweise werden aber wohl mehr Uhus brüten als zunächst befürchtet worden war. Auch die Hoffnung auf eine Brut am Webcam-Felsen im Ahrtal hat Stefan Brücher noch nicht aufgegeben.

Seehofer will Artenschutz stärken - April 2018

Straßenschild 'Beim Steinkauz' © Peter G. Schader

Die Natur im Städtebau soll gestärkt werden. In der letzten Legislaturperiode, ausgerechnet als unter Barbara Hendricks (SPD) Naturschutz und Städtebau im Bundesumweltministerium erstmals gemeinsam ressortiert waren, sei dies versäumt worden, heißt es in einer Presseinformation des Bundesinnenministeriums. Darin betont Horst Seehofer, Bundesminister des Inneren, für Bau und Heimat, dass in der neuen Großen Koalition eben nicht alles beim Alten bliebe. Es genüge nicht, allein für eine Obergrenze bei Mietpreisen zu sorgen, sondern man müsse den Siedlungsraum zugleich zum Hotspot der Artenvielfalt entwickeln.

Straßen mit Bezeichnungen wie Schwalbengasse, Kauzenwinkel, Stieglitzweg und Uhupfad dürften nicht länger nur Ausdruck von Heimatverbundenheit und einer Sehnsucht nach Artenvielfalt sein, sondern müssten zum Daheim der Arten werden, die auf den Straßenschildern genannt seien. Mit dem Sofortprogramm "Do bin i dahoam" werde die Ansiedlung der genannten Arten dort aktiv unterstützt. "Es müssen die drin sein, die drauf stehen", sagte Seehofer, der eine Offensive für mehr Artenvielfalt im Städtebau ankündigte. Überdies sollen künftig Straßenschilder deutschlandweit einheitlich auf blauem Grund weiß beschriftet sein. Der Einfluss des Freistaats solle auch farblich zur Geltung gebracht werden.

Die AfD signalisierte bereits Zustimmung, vorausgesetzt von dem Programm profitierten heimische und nützliche Arten und nicht etwa solche mit Migrationshintergrund oder gar invasive Arten. Der BUND Deutschland begrüßte Seehofers Initiative als einen längst überfälligen Schritt für mehr Natur im Städtebau. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zeigte sich von der Initiative überrascht und war zu einer Stellungnahme nicht bereit. Bisher ist die Ministerin im Naturschutz nicht in Erscheinung getreten, was sie nach Angaben der SPD für die Leitung des Umweltressorts besonders auszeichne.

Dass Horst Seehofer mit dieser Initiative tatsächlich den Naturschutz stärken möchte, wird allerdings von Insidern bezweifelt. Wahrscheinlicher sei, dass der Vorstoß des CSU-Parteivorsitzenden seinem Widersacher, dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, gelte. Söder bewohnt dem Vernehmen nach in Franken ein Ferienhaus in der Gemarkung "In der Wolfsgrube". Gerätselt wird noch darüber, ob sich Seehofers Vorstoß auch gegen Edmund Stoiber richtet, der bekanntlich in Wolfratshausen daheim ist.

Die Windenergie und die Uhus bei Aldenhoven - März 2018

Sie erinnern sich? Im letzten Jahr haben wir an dieser Stelle mehrfach über den Fall berichtet: In Aldenhoven im nordrhein-westfälischen Kreis Düren stellten Gutachter das Brutvorkommen von Uhus und die Beobachtungen der EGE infrage. Hintergrund ist der Plan, im Umfeld dieses Vorkommens zu den bereits vorhandenen eine weitere Windenergieanlage zuzulassen. Uhus könnten diesen Plan durchkreuzen.

Gutachter hatten 2017 ein Brutvorkommen in Zweifel gezogen. Das Gebiet sei für eine Uhubrut ungeeignet. Vor wenigen Tagen hat Stefan Brücher in genau diesem Gebiet ein brütendes Uhuweibchen angetroffen - exakt an der Stelle, an der er den letztjährigen Brutplatz eingekreist und mit einer diesjährigem Brut gerechnet hatte. Jetzt müssen die Naturschutzbehörde, die Gemeinde, die Bergbehörde und der Grubenbetreiber dem Faktum ins Auge sehen. Erste Schutzmaßnahmen sind veranlasst. Aber, das ist die bange Frage der EGE, wird die Brut ungestört verlaufen? Im Umfeld des Brutplatzes wurden tote Greifvögel gefunden. Sind dies Fälle illegaler Greifvogelverfolgung? Und wenn ja, galten die Übergriffe vielleicht auch den Uhus? Die EGE recherchiert.

Angler stören Uhubrut - März 2018

Uhu © www.wunderbare-erde.de

Seit einigen Jahren unternehmen Uhus den Versuch, auf einer Brücke im Landkreis Märkisch-Oderland im Osten des Landes Brandenburg zu brüten. Am 18.03.2018 ist die Brut vermutlich gescheitert. Angler haben auf der Brücke illegal geangelt. Infolgedessen verließ das Uhuweibchen das Gelege für mehrere Stunden. Bei zu diesem Zeitpunkt herrschenden minus sieben Grad dürften die Eier abgestorben sein. Der Bund Brandenburg hat Strafanzeige erstattet. Aus Brandenburg sind nur wenige Uhuvorkommen bekannt.

Die EGE sieht mit Sorge den bevorstehenden Osterfeiertagen entgegen. Das Schicksal der früh im Jahr begonnenen Uhubruten entscheidet sich oft an diesen Tagen, weshalb die EGE an Ostern traditionell auf schlechtes Wetter hofft. Mountainbiker, Klettersportler, Fossiliensammler und Geocacher sind nämlich insbesondere zu dieser Zeit in der Nähe von Uhubrutplätzen eine ernste Gefahr. Dabei bleibt den störenden Personen das fatale Ergebnis ihrer Störung zumeist verborgen. Das brütende Uhuweibchen verlässt das Nest zumeist vom Betrachter unbemerkt. Gelege oder Jungvögel kühlen aus oder werden Opfer weniger störungssensibler Wildtiere. Deswegen sollte man auch außerhalb von Naturschutzgebieten die Wege nicht verlassen und insbesondere keine aufgelassenen Steinbrüche oder Felsen aufsuchen. "Die Welt ist groß genug. Man muss nicht querfeldein laufen und nicht in den letzten Winkel vorstoßen", appelliert Stefan Brücher von der EGE an Outdoor-Sportler und unentwegte Outdoor-Fans. Eine ganze Reihe von Brutabbrüchen geht auf das Konto der Spezies Mensch, gerade auch solcher Zeitgenossen, die sich ahnungslos ihre Naturverbundenheit zugutehalten.

Auf die Plätze, fertig, los - März 2018

Peter Josef Müller mit Steinkauz © Sonia Weinberger

Die Müllers aus dem Kreis Euskirchen können es kaum erwarten: Das Frühjahr und eine neue Steinkauz-Saison. Haben die Käuze den Winter überlebt? Wie viele Paare werden dieses Jahr brüten? Stehen genügend Brutplätze bereit? Der Kauz braucht kurzrasiges Grünland - am besten mit Weidevieh darauf. Und Bäume mit komfortablen Höhlen - ganzgleich, ob natürlichen oder künstlichen Ursprung.

Die Herbst- und Winterstürme haben manche der altersschwachen Obstbäume umgehauen. Andere stehen zwar noch, werden in diesem Jahr aber nicht mehr austreiben. Sie sind abgestorben. Wind, Wetter und der Zahn der Zeit haben die Bäume getroffen - solche mit Naturhöhlen, aber auch solche, in denen die Müllers seit vielen Jahren mit Steinkauzkästen für Brutplätze gesorgt haben. Tot ist beispielsweise auch ein Obstbaum, in dem die Käuze 18 Jahre gebrütet haben. Fehlt im Sommer das schattenspendende Laub, wird die Bruthöhle zum Backofen. Die Käuze scheinen das bereits im zeitigen Frühjahr zu ahnen und ziehen nicht mehr ein.

Wie gut, dass die EGE für junge nachwachsende Obstbäume sorgt. Erst kürzlich sind im Kreis Euskirchen noch einmal 22 Bäume hinzugekommen. Peter Josef Müller kann es kaum abwarten bis die jungen Bäume so robust sind, dass man einen Steinkauzkasten darin platzieren kann. Zehn Jahre nach dem Pflanzen ist das möglich. "Wir müssen mehr Bäume anpflanzen als sturm- und altersbedingt zugrunde gehen. Damit die Käuze überleben", sagt Peter Josef Müller.

Bitte unterstützen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, diese Initiative der EGE. Mit einer Spende von 100 Euro kann die EGE einen neuen robusten Obstbaum pflanzen und ihn vor dem Verbiss des Weideviehs schützen. Früher, als die Menschen noch heimisches Obst von eigenen Bäumen aßen, sorgten die Grundbesitzer selbst dafür. Doch heute ist das eher die Ausnahme. Die EGE ist froh, mit Zustimmung der Grundeigentümer überhaupt Bäume pflanzen zu dürfen und auf die Bereitschaft zu treffen, dass die Bäume alt werden dürfen.

Wie sehr würde sich die EGE freuen, nach Ostern noch einmal eine stattliche Anzahl junger Obstbäume pflanzen zu können. Vielleicht mögen Sie der EGE dazu ein Spendenei ins Nest legen. Für eine Spende in Höhe von 100 Euro stellt Ihnen die EGE gerne eine Patenschaftsurkunde über einen jungen Steinkauz aus. Und natürlich erhalten Sie eine Spendenbescheinigung.

Uhus beginnen später mit der Brut - März 2018

Feldhase im Schnee © www.wunderbare-erde.de

Zwar ist 2018 Ostern recht früh, die Uhus lassen sich davon allerdings ebenso wie das Wetter nicht beeindrucken. Mit Dauerfrost im Februar und neuerlichem heftigen Wintereinbruch Mitte März haben sich Balz und Brutbeginn bei vielen Uhus verzögert. Immerhin im Rheintal bei Bonn brütet ein Uhuweibchen spätestens seit dem 5. Februar, vielleicht sogar seit dem 28. Januar. Das hier ansässige Uhupaar brütet traditionell stets besonders früh. In der Eifel registrierte die EGE am 12. März 2018 erst an sieben von 35 kontrollierten Stellen brütende Uhus. Weitere sieben Paare brüten zur selben Zeit in der Voreifel. Wie die Brutzeit 2018 verlaufen wird, lässt sich derzeit nicht sagen.

Familie Uhu vom Kasseler Lutherturm - März 2018

Uhu © www.wunderbare-erde.de

Mit 76 m ist der Turm der Lutherkirche das höchste Gebäude in der Stadt Kassel. Jahrelang haben Wanderfalken in einem eigens für sie geschaffenen Nistkasten in diesem Turm gebrütet. Im Reformationsjahr 2017 war alles anders: Im Lutherturm nisteten Uhus. EGE-Mitarbeiter Raymund Brunner, Sabine Löwer und Hermann Ohnheiser haben in einem Büchlein die Ereignisse um diese Uhus in Wort und Bild eindrucksstark dokumentiert. Das 48 Seiten starke Büchlein kann bei der EGE gegen eine Spende von 5 Euro versandkostenfrei bestellt werden.

Nebenbei bemerkt: Der Brutplatz belegt, was die EGE in Auseinandersetzungen mit der Windenergiewirtschaft immer wieder anführt: Uhus fliegen höher, als es geneigte Gutachter der Branche für möglich halten.

Neue Ausgabe von "Nationalpark" - März 2018

Bartkauz © www.wunderbare-erde.de

Die neue Ausgabe der Zeitschrift "Nationalpark" ist da. Im 46 Seiten starken Heft 1/2018 finden Sie u.a. die Titelgeschichte "Auf dem Boden bleiben - Eine begrenzte Ressource wird zur begehrten Ware", "Einblicke in das Leben des Dachses" und viele weitere Beiträge zum Motto der Zeitschrift "Wo Mensch und Wildnis sich begegnen". In der Reihe "Menschen im Naturschutz" stellt EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer im neuen Heft den Hochschullehrer Herbert Zucchi vor. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 172 KB), wenn Sie diesen Beitrag lesen möchten.

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes. Werden auch Sie Leser von "Nationalpark"!

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die der Gründer der Zeitschrift, der Journalist Horst Stern, für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Informationen für ein Probeabo finden Sie hier: Probeabo Nationalpark.

Abschuss löst Abscheu aus - Februar 2018

Uhu © www.wunderbare-erde.de

Der Abschuss eines Uhus im Landkreis Nienburg (die EGE berichtete darüber an dieser Stelle) hat bei vielen Lesern Abscheu ausgelöst, so auch bei der Uhupatin und Autorin des EGE-Eulenbuches "Wer die Eule liebt", Dorothee Warnecke. Ihren Kummer über diese Tat hat Frau Warnecke in folgende Verse gefasst. Sie spricht damit vermutlich vielen Menschen aus dem Herzen.

Und irgendwann

Und irgendwann
Gevatter Tod
Nach tagelanger Qual
Kam kalt ersehnt
Dein Abschiedskuss

In Täters Seele
Wohnt das Blei
Hinfort du Wesen
War dein Tun
Der Schuss löscht aus
Was keinen Argwohn lebt
Ein Pilz mit Stacheldraht umhüllt
In deiner Seele wachsen wird
Fäulnisgestank aus deinem Haus
Die Fenster blind verschlossen
Gleich Dante im Inferno
Im Eissee eingefroren
Die Augen von Kristallen starr

Und irgendwann
Klopft deine Hand
An eine letzte Tür
Lautlos um Einlass bittend
Was sagst du
Diesen toten Augen
Nach tagelanger Qual?

Dorothee Warnecke

Koalitionsvertrag: Für Sie gelesen Februar 2018

Rotkehlchen © www.wunderbareerde.de

Ob es in Deutschland zu einer neuen Großen Koalition kommt, ist ungewiss. Das Ergebnis der laufenden Abstimmung der SPD-Mitglieder bleibt abzuwarten. Die EGE hat für Sie den 177 Seiten umfassenden Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vom 07. Februar 2018 gelesen. Darin finden sich die Begriffe Biodiversität, biologische Vielfalt und Naturschutz 14mal in folgenden Zusammenhängen. 46 (0,5 Prozent) von 8.305 Zeilen gelten dem "Schutz der biologischen Vielfalt".

Der frühere SPD-Vorsitzende Martin Schulz sagte von diesem Vertrag, er trage die Handschrift der SPD. Andrea Nahles hatte zuvor angekündigt, man werde "verhandeln bis es quietscht".

Mit Schrot auf Uhu - Februar 2018

Toter Uhu, Röntgenbild © Tierärztliche Hochschule Hannover

Im Landkreis Nienburg an der Weser scheitert die Realisierung eines Windparks an einem Uhuvorkommen in kritischer Nähe zu den geplanten Anlagen. Die EGE hatte darüber im Dezember 2017 an dieser Stelle berichtet. Anlass des Berichts waren die Brutaufgabe sowie die Aktivitäten, die das Gutachterbüro des Investors am vermuteten Uhubrutplatz im letzten Jahr entfaltet hatte. Jetzt ist dieser Windenergiestandort erneut in die Schlagzeilen geraten:

Am 13. Februar 2018 ist in der Nähe des Brutplatzes und etwa 1.000 m vom nächstgelegenen projektierten Anlagenstandort entfernt ein Uhumännchen tot aufgefunden worden. Im Körper des Uhus steckten sechs Schrotkugeln aus einer Jagdwaffe. Zwar waren diese nicht tödlich, sondern eine Infektion des Rachens. Die bleihaltige Munition aus dem schon länger zurückliegenden Beschuss könnte das Auftreten der Infektion begünstigt haben, so der Obduktionsbericht der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der der EGE vorliegt. Vermutlich traf eine Schrotkugel auch den Rachen des Vogels. Verletzungen im Rachenraum können zu der Infektion geführt haben. Der Uhu muss sich über Tage fürchterlich gequält haben, bevor er zugrunde ging.

Der Umstand, dass der Uhu gezielt mit Schrot beschossen wurde, wirft Fragen nach dem Motiv auf und ist skandalös. Der Landkreis Nienburg hat Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Die EGE setzt eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise aus, die zum Ergreifen des Täters führen.

Profiteure der Windenergiewirtschaft stehen bundesweit im Verdacht, die Nester und andere Lebensstätten streng geschützter Wildtiere zu zerstören oder diese Tiere zu töten, um wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. In Einzelfällen ist es gelungen, die Täter zu ermitteln und zu verurteilen. Das Magazin "Der Spiegel" berichtet in der Ausgabe 7/2018 unter der Überschrift "Das KettensägenMassaker: Unbekannte zerstören in großer Zahl die Horste von Rotmilanen und Schreiadlern. Naturschützer vermuten: Die Täter wollen damit den Bau von Windrädern beschleunigen". An der Zulassung von Windenergieanlagen verdienen nicht nur die Investoren, sondern auch Grundeigentümer, auf deren Flächen die Anlagen errichtet werden. An windenergiestarken Standorten sind jährliche Pachteinnahmen von bis zu 100.000 Euro möglich. Das sind Gewinne wie bei einem Sechser im Lotto und dies Jahr für Jahr.

Lesetipp und Blickfang - Februar 2018

Uhu © Andreas Schüring

Die EGE weist auf die aktuelle Ausgabe 1/2018 des Magazins für Natur und Naturfotografie "Naturblick" hin. Darin finden Sie einen Beitrag von Dr. Andreas Schüring über Natur vor der Haustür: "Der Uhu in Niedersachsen eine Erfolgsgeschichte". Der Beitrag umfasst eindrucksvolle Aufnahmen aus dem Leben der Uhus. Das Heft ist im Zeitschriftenhandel erhältlich.

Wolkenkuckucksheim - Februar 2018

Starenschwarm © www.wunderbareerde.de

Mit 240 Teilnehmern war die Tagung der Region Hannover und ihrer Klimaschutzagentur am 14. Februar 2018 gut besucht. Der Tagungsgegenstand: "Technische Systeme zur Vogelerkennung und vergrämung in Kopplung mit bedarfsgerechter Anlagenabschaltung für Windenergieanlagen". Auf solche Systeme setzen Politik und Wirtschaft, um Windenergieanlagen dort leichter durchzusetzen, wo sie derzeit an den Schranken des Artenschutzrechts scheitern oder mit generellen Abschaltauflagen konfrontiert sind.

Das Fazit der Tagung: Diese technischen Systeme sind nicht verfügbar, unzuverlässig, unausgereift und nicht Stand der Technik. Damit bestätigten die Referenten aus Windenergiewirtschaft und Naturschutz (darunter das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende und das Bundesamt für Naturschutz), was zuvor die Rechtsprechung konstatierte. An diesem Befund ändern auch "Studien zu technischen Systemen aus einer schweizerischen Perspektive" nichts. Für den Vertreter der Schweizerischen Vogelwarte gab es dennoch Lob aus den Reihen der Windenergiewirtschaft. In der Schweiz stünde der Vogelschutz innovativen Lösungen offener gegenüber als in Deutschland, so das gepflegte Vorurteil. Tatsächlich stehen in der Schweiz ganze 34 (in Deutschland hingegen fast 30.000) Windenergieanlagen.

Einige Teilnehmer brachten es am Rande der Tagung auf den Punkt: "Viel Wind, aber nichts Neues unter der Sonne." Das Resümee der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen fällt positiver aus: Dank der Tagung dürfte es schwerfallen, bei diesem Thema sich und anderen etwas vorzumachen. Technische Systeme, die die Kollisionsopferzahlen an Windenergieanlagen in signifikantem Maße senken können, sind bis auf weiteres ein nicht eingelöstes Versprechen und eher eine Fern als Naherwartung. Ein ernüchterndes Ergebnis, das sich zum Tag der Veranstaltung Aschermittwoch fügte.

Darüber hinaus bot die Tagung einen Tag nach Karneval allerdings doch noch allerlei Albernheiten: Der an Sonnenschein arme Winter 2017/18 sei fraglos Beleg für den Klimawandel (so der Veranstalter einführend). Der Vertreter des Bundesamtes für Naturschutz (!) sprach sich für mehr Windenergieanlagen aus. Und der Windenergieanlagenhersteller Enercon präsentierte unwidersprochen eine neue Glaubenswahrheit: "Klimaschutz gleich Windenergie gleich Artenschutz"! Die Branche folgt damit den Vereinnahmungsbestrebungen, die schon aus anderen Zusammenhängen bekannt sind: Landwirtschaft ist angewandter Naturschutz, Beton ist Leben, Pelz ist Artenschutz, ohne Jagd kein Wild.

Ausstellungseröffnung "Faszination Eulen" - Februar 2018

Zehn europäische Eulenarten © Rosl Rößner

Am 11. Februar 2018 eröffnet die NABUKreisgruppe MindenLübbecke in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen die Ausstellung "Faszination Eulen" im NABUBesucherzentrum Moorhus. Klicken Sie bitte hier (pdfDatei, ca. 232 KB), wenn Sie das Programm lesen möchten. Mit dabei sind die Steinkauz und SchleiereulenPräsentationen der EGE. Dr. Andreas Schüring zeigt eindrucksvolle Fotos von Schleiereulen. Der Geschäftsführer der EGE, Wilhelm Breuer, spricht zum Thema "Eulen brauchen mehr als den Schutz der Dunkelheit". Die Ausstellung wird über zwei Monate zu sehen sein.

Steinkauz übersehen - Februar 2018

Steinkauz © Achim Schumacher

Klappern gehört zum Handwerk. Das weiß man. Zum Handwerk mancher Gutachter gehört offenbar auch, bei geplanten Eingriffen ob neue Windparks, Abbaufelder oder Baugebiete die Vorkommen entscheidungserheblicher Pflanzen und Tierarten einfach nicht festzustellen. Neuerliches Beispiel: Ein Fall im nordrheinwestfälischen RheinErftKreis. Der Gutachter, der letzthin im Nachbarkreis eine von der EGE festgestellte Uhubrut in Zweifel gezogen hatte, stellte nach einer nur einmaligen Begehung fest, das Vorkommen des Steinkauzes im Plangebiet könne ausgeschlossen werden. Das stimmt zwar, aber nur wenige Meter von der Plangebietsgrenze entfernt brütete zum Zeitpunkt der Begehung wie schon in den letzten 25 Jahren der Steinkauz in einem hohlen Nussbaum. Der nicht gerade um Naturschutz bemühte Leitfaden des nordrheinwestfälischen Umweltministeriums "Methodenhandbuch zur Artenschutzprüfung" erwartet in solchen Fällen immerhin die Einbeziehung eines 300 Meter weiten Umkreises in das Untersuchungsgebiet. Der Gutachter hat vorsorglich sogar einen 500 m weiten Umkreis betrachtet, schreibt er, hat den Steinkauz aber offenbar auch dort ausgeschlossen. Nachzulesen ist dies im Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag für die Aufstellung des Bebauungsplans "An der Spring" in Bedburg. Die Grenze des Bebauungsplanes reicht wenige Meter an den Brutbaum heran. Das Plangebiet ist essentielles Nahrungshabitat des Steinkauzes. Folglich kommt der Kauz auch im Plangebiet vor. Wird die Fläche bebaut, dürfte der Brutplatz schon der massiven Störungen wegen aufgegeben werden.

Gerade wurde bekannt, dass der Steinkauzbestand in NordrheinWestfalen zwischen 2003 und 2016 auf 5.200 bis 4.800 Brutpaare gesunken ist. Das ist ein Minus von 800 Paaren in zwölf Jahren. Gutachter für "Umweltplanung und Umweltberatung" sollten sich fragen, welchen Anteil sie an dieser Entwicklung haben.

Was Naumann heutigen Gutachtern voraus hat - Januar 2018

Uhu mit ersten Sonnenstrahlen © www.wunderbareerde.de

Manche Gutachter, die vielleicht Biologie studiert haben mögen und für die Windenergiewirtschaft tätig sind, sind bemüht, die Kollisionsgefahr für Uhus an Windenergieanlagen zu verharmlosen. Uhus flögen doch gar nicht so hoch, heißt es. Dabei wusste schon Johann Friedrich Naumann (17801857): "Des Abends (...) schwingt (er) sich dann auch zuweilen sehr hoch in die Luft." Naumann gilt als Begründer der Vogelkunde in Mitteleuropa.

Mitarbeiter der EGE, die wie keine zweite Organisation mit der Biologie des Uhus vertraut ist, haben mehrfach in großer Höhe fliegende Uhus beobachtet. Auch zu Zeiten, als es noch keine Windenergieanlagen gab. Dass die EGE diese Beobachtungen nicht mit Ort, Datum und Uhrzeit publiziert hat, spricht nicht gegen diese Beobachtungen, sondern rührt daher, dass die EGE wichtigere Aufgaben verfolgt, als in wissenschaftlichen Journalen Erkenntnisse zu publizieren, die für Johann Friedrich Naumann vor zweihundert Jahren nicht ungewöhnlich waren. Wem das Studium historischer Quellen nicht liegt: In der Nähe von Bad Oldesloe brüten seit 2008 in einem Fernmeldeturm in ca. 50 m Höhe Uhus. Uhukot und Uhugewölle liegen auf allen oberen Plattformen des Fernmeldeturms bis in ca. 97 m Höhe. Der Turm steht auf einem 78 m hohen Hügel, der die Landschaft deutlich überragt.

Die EGE hat immer wieder auf den Umstand hingewiesen, dass Uhus Windenergieanlagen möglicherweise gezielt ansteuern. Ein solches Verhalten ist jedenfalls von Uhus an hohen Bauwerken wie Hochspannungsmasten, Industriebauten, Kirch und Fernmeldetürmen bekannt. Uhus nutzen diese als Rufwarte oder auch als Brutplatz wie das Beispiel von Oldesloe zeigt. Gerade dieses Verhalten könnte erklären, weshalb die Anzahl der an Windenergieanlagen tot aufgefundenen Uhus entgegen der Erwartung zumeist niedriger Flügen vergleichsweise hoch ist. Die Frage, in welchen Flughöhen sich Uhus bewegen, spielt für eine Entscheidung über den Bau von Windenergieanlagen unter diesen Umständen eine untergeordnete Rolle, was die Fragwürdigkeit höhentelemetrischer Untersuchungen vor Errichtung von Windenergieanlagen unterstreicht. Für Uhus endet das Interesse am Mast ebenso wie jede Begegnung mit dem Rotor nur zu rasch tödlich.

EGEFörderpreis geht an Hans Tolksdorf - Januar 2018

Hans Tolksdorf beim Anbringen von Steinkauzkästen © Privat

Hans Tolksdorf (im Bild) hat den "WilhelmBergerhausenFörderpreis" erhalten. Die EGE zeichnet damit die Bacherlorarbeit des 26jährigen "Der Steinkauz in Leverkusen Bestandsentwicklung und Perspektiven" aus. Tolksdorf hat hierfür die Bestandsentwicklung des Steinkauzes in Leverkusen dokumentiert, die Eignung des Gebietes für den Steinkauz untersucht, in für die Art geeigneten Habitaten eine Vielzahl von Nistkästen angebracht, Vorschläge für den Schutz des Steinkauzes entwickelt und diese teilweise realisieren können. In diese Sache hat er nicht nur viel Zeit, sondern auch eigenes Geld investiert. Tatsächlich erhöhte sich mit den Maßnahmen der Steinkauzbestand auf fünf Brutpaare.

Hans Tolksdorf freut sich über die mit 1.500 Euro dotierte Auszeichnung. Tolksdorf bleibt dem Schutz des Steinkauzes verbunden. "Ich habe bereits mit der Vogelwarte Helgoland Kontakt aufgenommen und werde mich zu einem Beringerkurs anmelden", sagte Tolksdorf nach der Preisvergabe. Er möchte die in Leverkusen künftig hoffentlich wachsende Zahl Steinkäuze kennzeichnen und die Bestandsentwicklung weiterhin beobachten.

Hans Tolksdorf hatte die Bacherlorarbeit im Sommer 2016 an der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur der Hochschule Osnabrück vorgelegt. Zurzeit absolviert er ein Masterstudium an der Technischen Hochschule Bingen im Bereich Landwirtschaft und Umwelt. Die EGE wünscht dem Preisträger weiterhin Erfolg im beruflichen Naturschutz.

Der Förderpreis ist nach dem Gründer der EGE, Wilhelm Bergerhausen, benannt. Wilhelm Bergerhausen hatte für die Wiederansiedlung des Uhus in Deutschland ab Mitte der 1970er Jahre gearbeitet. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieses Projektes gründete Wilhelm Bergerhausen 1990 die EGE. Bergerhausen verstand es, junge Menschen für den Naturschutz zu gewinnen. Wilhelm Bergerhausen starb 2006 im Alter von 56 Jahren.


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