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Nachrichten

Besendertes Uhu-Höhenflugmonitoring ist zweifelhaft - April 2017

Uhu im Flug © www.wunderbare-erde.de

Vor knapp zwei Jahren hörte man von der Studie "Besendertes Uhu-Höhenflugmonitoring im westfälischen Tiefland". Die Studie hatte zum Ziel, zur Aufklärung der Kollisionsrisiken von Uhus an Windenergieanlagen beizutragen.

Die in der Studie gezogenen Schlussfolgerungen stellen dieses Risiko in Abrede. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wären diese Schlussfolgerungen wissenschaftlich abgesichert und von der Studie her gedeckt. Daran aber bestehen seitens der EGE erhebliche Zweifel. Die Zweifel sind in dem beigefügten Dokument (pdf-Datei, ca. 376 KB) zusammengefasst.

Die EGE hat sich im Januar 2017 mit diesem Dokument an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gewandt, die diese Studie finanziert hatte. Die DBU hat das Dokument nach eigenen Angaben an die Verfasser der Studie O. Miosga, S. Gerdes, D. Krämer und R. Vohwinkel weitergeleitet. Eine Reaktion der Autoren ist bei der EGE bisher nicht eingegangen.

Unterdessen drängen diese und andere Auftragnehmer der Windenergiewirtschaft mit Berufung auf die Studie aus dem Münsterland auch anderenorts darauf, Uhus dort zu besendern, wo Uhuvorkommen die Zulassung von Windenergieanlagen behindern. Aus diesem Grunde hat sich die EGE entschlossen, die Kritik an der Studie an dieser Stelle jetzt zu veröffentlichen.

Übrigens ist eine wissenschaftlichen Anforderungen genügende Veröffentlichung der Studie aus dem westfälischen Tiefland bisher nicht erschienen. Veröffentlicht haben die Autoren lediglich einen 5-Seiten-Bericht in Heft 3/2015 der Zeitschrift "Natur in NRW".

Von Uhus, Kolkraben und Nilgänsen - April 2017

Kolkrabe © www.wunderbare-erde.de

Auch in diesem Frühjahr hat Stefan Brücher jeden der über einhundert Neststandorte der Uhus in der Eifel im Visier. Brüchers Visiten tragen dazu bei, dass menschengemachte Störungen an den Brutplätzen frühzeitig erkannt und möglichst abgewendet werden. Ruhe am Brutplatz ist gerade zu Brutbeginn oberstes Gebot. Brücher freut sich, dass für Ostern kein strahlend schönes Wetter vorhergesagt ist. Dann bleiben die Menschen eher zuhause und die Uhus haben weniger Stress, sagt Brücher. Dabei sind Menschen nicht schon an sich das Problem; wohl aber Menschen, die die Wege verlassen, in Felsen klettern oder in Brutplatznähe Geocaches oder Fossilien suchen.

Mit natürlichen Stressfaktoren haben Uhus weniger Probleme. Dazu zählen in der Eifel Kolkraben. Brücher traf letzthin auf etwa zehn der schwarzen Gesellen. Sie saßen laut rufend in einer Felswand um ein brütendes Uhuweibchen herum. Einige Tage später ist Brücher wieder dort. Er schaut durchs Spektiv: Ein vielleicht zwei Tage altes Uhuküken sitzt eine handbreitnah bei der Mutter. Kaum weniger weit entfernt hat sich ein Kolkrabe postiert. Er muss nur einen langen Hals machen, um das Küken zu erwischen. Die Uhumutter - unter ihr weitere Küken oder Eier - hat die Situation fest im Blick. Unbeweglich, aber mit gesträubtem Gefieder sitzt sie da. Kaum einen Meter daneben und darüber belauern weitere Raben gespannt die Szene. So geht es eine ganze Weile. Brücher ist einigermaßen nervös; die Uhumutter vermutlich ebenso. Dann endlich verschwindet das vorwitzige Uhuküken unter dem Gefieder der Mutter. Sie hat mit dem Schnabel etwas nachgeholfen. Bald danach fliegen die Raben davon.

Wie die Uhus waren Kolkraben in der Eifel massiv verfolgt worden und schließlich ganz verschwunden. Heute sind Begegnungen von Uhus und Kolkraben keine Seltenheit mehr. Sie bewohnten Jahrtausende lang dieselben Felsen. Problematischer hingegen sind neue Nachbarn. Brücher stößt gelegentlich auf fremde Eier in Uhunestern: Auf die Eier der Nilgans. Schon mehrfach haben Nilgänse Uhus aus dem Nest gemobbt und sich darin breitgemacht. Die rasante Ausbreitung der ursprünglich in Deutschland nicht heimischen Nilgans geht auf aus Gefangenschaft geflohene Vögel zurück.

Wenn Sie - liebe Leserin, lieber Leser - die Bemühungen der EGE unterstützen möchten, ist Ihre Spende herzlich willkommen. Vielleicht mögen Sie der EGE zu Ostern ein kleines Ei ins Nest legen in Gestalt einer Spende. Die EGE wünscht Ihnen frohe Ostern.

Uhubrutsaison 2017 - April 2017

Junger Uhu © EGE

Am letzten Tag im März hat Stefan Brücher die ersten drei jungen Uhus der aktuellen Brutsaison beringt. Das Uhuweibchen hatte in der klimatisch begünstigten Lage am Rhein bereits am 28. Januar 2017 mit der Brut begonnen.

In der Eifel dürften die meisten Uhus jetzt wieder brüten. Im letzten Jahr hingegen ließen ungewöhnlich viele Paare die Brutzeit ungenutzt verstreichen. Damals hatten in einem Teilgebiet der Eifel beispielsweise von neun benachbarten Uhupaaren nur zwei eine Brut begonnen und diese später aufgegeben. Jetzt, im Frühjahr 2017, registrierte Stefan Brücher im selben Bereich acht Bruten, manche bereits mit Nachwuchs.

An der Mosel gibt es in diesem Jahr Bruten schon an etwa zwei Dritteln der bekannten Brutplätze. Vermutlich werden noch einige folgen.

In den höheren Lagen der Eifel scheint sich der Brutbeginn zu verzögern. "Einen Überblick über alle Uhupaare in der Eifel haben wir zwar jetzt noch nicht", sagt Stefan Brücher, "aber dem Gefühl nach rechnen wir mit einem guten Uhujahr."

Ökologische Reformen zum Reformationsjubiläum - 1. April 2017

Wanderfalke fliegt von Kirchturmspitze © www.wunderbare-erde.de

Dass 500 Jahre nach der Reformation die beiden christlichen Konfessionen in Deutschland zur vollen Einheit finden könnten, ist unwahrscheinlich. Immerhin haben sich katholische und evangelische Kirche aber zum bevorstehenden Reformationsjubiläum zu einem gleichermaßen ökumenischen wie ökologischen Schritt entschlossen:

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wollen bis zum 31. Oktober 2017 kirchliches Grundeigentum dauerhaft für den Naturschutz bereitstellen. "Wir sind unglaubwürdig, wenn wir Gottes Schöpfung nicht wenigsten dort bewahren, wo wir selbst Grundeigentümer sind", so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Bisher intensiv land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen im Eigentum der Kirchen sollen deswegen künftig naturnäher bewirtschaftet oder ganz aus der Nutzung genommen werden.

In den sieben Monaten bis zum Reformationsjubiläum sollen zudem an allen kirchlichen Gebäuden Fortpflanzungsstätten für Vögel und Fledermäuse eingerichtet werden, kündigte der EKD-Ratsvorsitzende Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm an. Künftig wollen die Kirchen bei baulichen Investitionen ein Prozent der Kosten für Artenschutzmaßnahmen an kirchlichen Gebäuden aufwenden. Pfarrgemeinden, die den Maßgaben nicht nachkommen, sind zu einer Geldzahlung zugunsten kirchlicher Naturschutzprojekte verpflichtet, so Prälat Johannes Tetzel, der Umweltbeauftragte von DBK und EKD.

Die Pressekonferenz der beiden Vorsitzenden war auch deshalb mit Spannung erwartet worden, weil erst kürzlich eine Studie der Katholischen Universität Eichstätt gezeigt hatte, dass Schleiereulen in Türmen und auf Dachböden katholischer Kirchen einen dreifach höheren Bruterfolg haben als ihre Schwestern in evangelischen Kirchen. Einen göttlichen Fingerzeig mochte Kardinal Marx in diesem signifikanten Unterschied nicht erkennen. Man wolle die Gräben zwischen den Konfessionen nicht vertiefen.

Zwar haben beide Kirchen immer wieder ihre Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung betont, dem jedoch als Eigentümer eines beträchtlichen Immobilienbestandes zu selten Taten folgen lassen, kommentierte die EGE die gemeinsame Erklärung. Der jetzige Schritt gebe Anlass zur Hoffnung.

Rollups für den Schutz der Schleiereule - März 2017

Schleiereule schaut aus einer Scheune © Rosl Rößner

Für den Schutz der Schleiereule wirbt die EGE ab jetzt mit sieben Rollups in der Größe von je 85 x 220 cm. Die mobile Ausstellung wendet sich insbesondere an Landwirte und Kirchenleitungen, auf deren Haltung es vor allem ankommt, sollen Schleiereulen besser geschützt werden. Aber auch für andere Personen im ländlichen Raum dürften die Rollups von Interesse sein.

Die Rollups gehen auf Reisen. In landwirtschaftlichen und kirchlichen Einrichtungen, Rathäusern und Sparkassen sollen sie über die Schleiereule informieren und für ihren Schutz werben. Der Leitspruch lautet: Einflug frei für Schleiereulen. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 11,4 MB), wenn Sie die sieben Rollups ansehen möchten. Falls Sie die kleine Ausstellung für den angegebenen Zweck buchen möchten, setzen Sie sich bitte mit der EGE in Verbindung. Die grafische Gestaltung der Rollups oblag Sonia Marie Weinberger. Die EGE dankt den Bildautoren, die zur Gestaltung ihre Fotos kostenfrei bereitgestellt haben.

Junge Künstler malen Eulen - März 2017

Waldkauz schaut aus seiner Höhle © Lea Heuer

Hin und wieder treffen bei der EGE Eulenbilder ein, die junge Eulenfans aus aller Welt für die EGE gemalt haben. Darunter auch dieses Bild mit dem Titel "Waldkauz schaut aus seiner Höhle".

Gemalt hat es Lea Heuer aus Wietzendorf in der Lüneburger Heide. Lea ist sechs Jahre alt. Die EGE hätte sich gerne mit dem Kinderbuch der EGE "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz" bei Lea bedankt. Aber, wie wir von Leas Mutter wissen, kennt Lea das Buch bereits. Lea, sagt die Mutter, habe sich beim Malen des Bildes vom Buch inspirieren lassen, denn eine der Geschichten darin handelt vom Waldkauz. Auf dem Weg zu Lea ist nun als kleines Dankeschön ein anderes Kinderbuch: "Lasst den Uhu leben!" von Nina Rauprich.

Natura 2000 in Deutschland - März 2017

Blaukehlchen © www.wunderbare-erde.de

Die neue Ausgabe der Zeitschrift "Nationalpark" richtet den Blick auf Natura 2000 in Deutschland. "Versäumnisse, Mahnschreiben, Vertragsverletzungen und kein Ende!" lautet die Unterüberschrift des Beitrages von Wilhelm Breuer in Heft 1/2017 der Zeitschrift. Der Beitrag erscheint passend zum 25. Geburtstag der FFH-Richtlinie. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 1 MB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten.

Außerdem finden Sie in dem 46 Seiten umfassenden Heft eine Vielzahl von Informationen und Beiträgen, u. a. einen Kommentar von Wilhelm Breuer zu den von der Bundesregierung beabsichtigten Änderungen des Artenschutzrechts (pdf-Datei, ca. 2,19 MB).

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes.

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die der Gründer der Zeitschrift, der Journalist Horst Stern, für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Informationen für ein Probeabo finden Sie hier: Probeabo Nationalpark.

Auf der Strecke - Februar 2017

Uhu © www.wunderbare-erde.de

Die ersten Uhus brüten. Wie erfolgreich die Brutsaison 2017 verlaufen wird, hängt von vielen Faktoren und oft vom Zufall ab, nicht zuletzt von der Rücksichtnahme der Menschen.

Die EGE sorgt sich aktuell um Uhubruten in den Naturfelsen von Flusstälern entlang von Bahnstrecken beispielsweise an Rhein und Mosel. An einigen Stellen kommt dort zum ständigen Kollisionsrisiko für Uhus mit dem Bahnverkehr eine akute Gefahr hinzu: Jetzt - in der Brutzeit - durchgeführte Bauarbeiten, die Hangrutschungen abwenden und die Verkehrssicherheit gewährleisten sollen, können zum Brutabbruch führen. Sind solche Arbeiten zur Sicherheit des Bahnverkehrs unumgänglich und unaufschiebbar, können sie artenschutzrechtlich verständlicherweise kaum infrage gestellt werden. An der Mosel steht den Uhus in den nächsten Jahren in Nestnähe eine ganze Reihe riskanter Baumaßnahmen, manchmal sogar mit Einsatz von Hubschraubern, bevor.

Die EGE appelliert an die Deutsche Bahn und die zuständigen Naturschutzbehörden, die Belange des Uhuschutzes frühzeitig zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass die Bauarbeiten nur in den Monaten August bis Ende Januar durchgeführt werden. Wo die Arbeiten nachweislich nicht auf diesen Zeitraum begrenzt werden können, müssen sie zum Schutz vor Störungen von Uhubruten auf das unvermeidliche Maß beschränkt und die Beachtung der hierfür erforderlichen Auflagen gewährleistet werden.

A und O eines solchen Managements ist, dass die Deutsche Bahn, die beteiligten Behörden und Firmen prüfen, ob Uhus in den betreffenden Streckenabschnitten brüten. Aber nirgendwo sind die Brutplätze von Uhus derart schwierig zu finden wie in den zerklüfteten Felsen des Rheinischen Schiefergebirges. Die Behörden sind mindestens im Bereich der Eifel gut beraten, die EGE mit diesen Prüfungen zu beauftragen, denn in der Eifel verfügt die EGE meist über die nötigen Vorkenntnisse, um die Situation an Ort und Stelle zuverlässig zu begutachten. Im Rheintal südlich von Koblenz und in anderen Flusstälern mit Bahnstrecken und Felsen ist dies nicht der Fall. Dort ist fraglich, ob die betroffenen Uhubrutplätze überhaupt erkannt werden. Die allerwenigsten Gutachterbüros verfügen über die speziellen Kenntnisse, um die Brutplätze zu identifizieren und Bruten festzustellen.

Für ein an einer Bahnstrecke an der Mosel brütendes Uhuweibchen wird es in den nächsten Tagen eng. Jedenfalls ist fraglich, ob es gelingen wird, den Ablauf der Arbeiten, inklusive der Hubschrauberflüge zur Materialanlieferung, ausreichend uhufreundlich zu gestalten. Bei einem Ortstermin Mitte Februar mit allen Beteiligten erteilte Stefan Brücher eine Unterrichtstunde in "Uhu-Psychologie". "Ich bin angenehm überrascht über die Bereitschaft der beteiligten Stellen und Personen, den Baustellenbetrieb so schonend wie möglich zu organisieren", sagt der EGE-Vorsitzende. "Dennoch schätze ich die Chancen für einen Bruterfolg des Uhus auf weniger als fifty-fifty." Die Sache ist riskant, aber wohl nicht mehr abzuwenden.

EGE stiftet "Wilhelm-Bergerhausen-Förderpreis" - Februar 2017

Wilhelm Bergerhausen im Jahr 1978 © Wilhelm Breuer

Vor zehn Jahren starb Wilhelm Bergerhausen. In Erinnerung an ihn stiftet die EGE einen Studienpreis. Ausgezeichnet werden mit dem nach dem EGE-Gründer benannten Preis Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten, die zum Schutz europäischer Eulenarten beitragen. Der Preis soll erstmals 2017 und künftig alle zwei Jahre verliehen werden. Das Gesamtpreisgeld beträgt 1.500 Euro. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 404 KB), wenn Sie sich über die Teilnahmebedingungen informieren möchten.

Agrardebatte: Von Glashäusern und Steinen - Februar 2017

Rinder © www.wunderbare-erde.de

Um das Image der Landwirtschaft in Deutschland steht es nicht zum Besten. Dabei sind ihre Umweltfolgen dramatischer als es in der Öffentlichkeit gewusst oder wahrgenommen wird. In den letzten Wochen haben gleich zwei Institutionen die gravierenden Missstände thematisiert: das Bundesumweltministerium mit abgewandelten Bauernregeln und die Katholische Kirche in der Rede des Berliner Erzbischofs Koch, der zum Auftakt der Grünen Woche bestimmte Formen der modernen Tierhaltung scharf verurteilt hat. Beide - die Bundesumweltministerin und der Erzbischof - kritisieren mit Fug und Recht agrarwirtschaftliche Entwicklungen, die in ökologischer und ethischer Hinsicht inakzeptabel sind.

Die Agrarwirtschaft hat auf die Kritik gewohnt reflexhaft mit Empörung reagiert, die Kritik nicht widerlegt, sondern nur bestätigt, dass die Funktionäre der Branche die Zustände nicht ändern wollen und den Herausforderungen der Zeit nicht gewachsen sind. Sowohl die Bundesumweltministerin als auch Erzbischof Koch haben Mut bewiesen, der sie angesichts der lautstarken Empörung des agrarwirtschaftlichen Establishments allzu schnell wieder verlassen könnte und die Ministerin im Wahljahr 2017 wohl auch schon verlassen hat.

Allerdings gehört zur Wahrheit auch dies: Während die Ministerin die Missstände in der Tierproduktion und in der Landbewirtschaftung anprangert, hat sie als Bundesnaturschutzministerin gerade die Abschwächung des Schutzes wildlebender Pflanzen- und Tiere ins Werk gesetzt und als Bundesbauministerin, die sie auch ist, arbeitet sie an einer Schwächung des Naturschutzes auch im Baugesetzbuch. Subtil, aber durchaus mit System und Wirkung. Und die Kirchen in Deutschland müssen sich die Frage gefallen lassen, weshalb sie als Grundeigentümer die Bewirtschaftung ihrer landwirtschaftlichen Flächen nicht strikt an die Einhaltung ökologischer Standards knüpfen - notfalls gegen geringere Pachteinnahmen.

Das Elend der Nutztiere ist ein Skandal, der Acker so artenarm wie nie zuvor, das Grundwasser darunter ein Endlager für Nitrat. Die Art der modernen Landwirtschaft ist ein ökologisches und ethisches Desaster. Nicht erst seit heute und gestern und nicht einmal zum Nutzen der Mehrzahl der landwirtschaftlichen Betriebe. Die Kritik ist berechtigt. Sie wäre überzeugender, würden ihre Kritiker dort umkehren, wo sie selbst Herr im Hause sind - die Bundesumweltministerin, die Kirchen und die Verbraucher, die mit ihrem Verhalten eine Agrarwende auszulösen vermögen, die manche Landwirtschaftsfunktionäre buchstäblich vom Hof jagen könnte.

Steinkauz als Schulprojekt - Februar 2017

Steinkauz © Achim Schumacher

Den Steinkauz im Dorf lassen. Das ist der Leitspruch der EGE. In Nideggen in der Eifel haben sich die Schüler der Adolf-Kolping-Hauptschule dieses Motto zu eigengemacht. Gemeinsam mit ihrer Mathe-, Bio- und Werklehrerin Gerda Engel zimmerten die Zehntklässler fünf Steinkauz-Nistkästen für die Streuobstwiesen der Region. Doris Siehoff von der EGE hatte den Start des Projektes unterstützt.

Bei der Aktion im Werkraum ist es nicht geblieben. Der Unterricht fand wenig später eine Fortsetzung im Steinkauzbiotop: In den dort bereits installierten Nistkästen entdeckten die Schüler zwei Steinkäuze, die mit geübtem Griff von Doris Siehoff aus ihrer Behausung gehoben, gewogen und registriert werden konnten. Für die Schüler ein Erlebnis der besonderen Art. Anschließend wurde auf einer anderen Obstwiese der erste, von den Schülern selbst gebaute Nistkasten installiert. Lesen Sie bitte hier den Bericht von eifellon.de

2016 nur wenige Schleiereulen - Januar 2017

EGE-Mitarbeiter und Schleiereulen © Sonia Weinberger

2016 war für Schleiereulen kein gutes Jahr. Dieses Ergebnis meldet die EGE für die beiden nordrhein-westfälischen Kreise Euskirchen und den Rhein-Erft-Kreis. 2016 kontrollierte die EGE in den beiden Kreisen 78 potentielle Brutplätze. Nur an 32 dieser Plätze wurden Schleiereulen oder frische Spuren von Schleiereulen festgestellt.

An 20 der 32 Plätze kam es zu erfolgreichen Bruten. Die Jungvögel von neun dieser Bruten waren beim Kontrolltermin bereits ausgeflogen. Vier Bruten wurden aufgegeben (drei verlassene Gelege, im vierten Fall zwei tote Jungvögel).

Beringt wurden zwischen dem 05.08. und dem 14.09.2016 die Jungvögel von zehn Bruten; insgesamt 41 Individuen. Die meisten im Alter von ca. 45, 50 und 60 Tagen. Die höchste Zahl beringter Jungeulen einer Brut betrug sieben. Beringt wurden außerdem je fünf Junge bei zwei Bruten, je vier Junge bei vier Bruten, je drei Junge bei zwei Bruten und zwei Junge einer Brut.

Tatsächlich waren die Gelege oder die Anzahl der Jungvögel einiger dieser Bruten zunächst größer. So waren bei einem zweiten Kontrollbesuch die beiden jüngsten von sieben Jungvögeln einer Brut verschwunden. Bei einer anderen Brut waren aus sieben Eiern nur fünf Küken geschlüpft und eines der fünf Küken gestorben. Ein Jungvogel einer Brut mit acht Jungvögeln auf dem Dachboden einer Kirche war bereits ausgeflogen als die Beringer eintrafen. Den ausgeflogenen Jungvogel fanden sie ertrunken im Wasserbecken auf dem Kirchhof.

Bis auf die Jungvögel einer Brut mit vier Jungvögeln war der Ernährungszustand der Jungvögel gut. An einem anderen Brutplatz wurde ein Altvogel im Juni tot, vermutlich verhungert, aufgefunden. In vier Nistkästen brüteten Turmfalken.

Die EGE sorgt sich mehr und mehr um die Zukunft der Schleiereulen. Die Intensivierung der Landwirtschaft führt zu einem dramatischen Mangel an Mäusen. Die für die Jagd auf Kleinsäuger wichtige Grünlandfläche hat dramatisch abgenommen. Der Anbau von Getreide und Mais führt zu rasch hochgeschlossenem Aufwuchs, in dem die Eulen nicht jagen können. Und nach der Ernte werden die Stoppelfelder so rasch umgebrochen, dass dort die Jagdmöglichkeiten nur von kurzer Dauer sind. Dramatisch hoch sind die Kollisionsverluste von Schleiereulen an Straßen und Bahnstrecken.

Wintergäste der besonderen Art - Januar 2017

Sumpfohreule an der Nordseeküste © Onno K. Gent

Kaltfront und Winterstürme führen die Sumpfohreulen aus Nordosteuropa ins Wattenmeer vor der deutschen Nordseeküste. Eine Ansammlung von mehr als einem Dutzend der anmutigen Vögel haben Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung in den letzten Tagen am Spülsaum des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer beobachtet. Am Boden bestens getarnt nehmen die Wintergäste bei der Jagd auf Wasserpieper und andere Kleinvögel im winterlichen Wattenmeer kaum Notiz vom Betrachter. Allerdings übersehen die Eulen nur zu oft Stacheldrähte, die zighundert Kilometer lang im Sommer in Watten und Marschen das Weidevieh eingrenzen. Auch wenn bereits Umrüstungen erfolgt sind, die Zäune stellen für die nicht einmal 500 Gramm schweren Eulen zumal bei Starkwind und Sturm im Flug ein lebensgefährliches Risiko dar. Die Lebensräume der Eulen sind auch in Nationalparken nicht "barrierefrei".

Sumpfohreule an der Nordseeküste © Onno K. Gent Sumpfohreulen an der Nordseeküste © Onno K. Gent

Vogelschutz in der Stadt - Januar 2017

EGE-Aktivist Albrecht Jacobs aus Stadtoldendorf in Niedersachsen ist nicht nur Uhuschützer der ersten Stunde, sondern sorgt sich auch um den Schutz der Mauersegler in seiner Heimatstadt. Der Tägliche Anzeiger Holzminden hat in seiner Ausgabe vom 09. Januar 2017 dieses Engagement ausführlich beschrieben. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Beitrag lesen möchten (Beitrag aus S. 13 des Täglichen Anzeiger Holzminden vom 09.Januar 2017; pdf-Datei, ca. 1,21 MB). Vielleicht ermutigt Sie der Beitrag zum Start eines ähnlichen Wohnungsbauprogramms für Mauersegler in Ihrer Stadt an Ihrem Haus. Noch sind die Langstreckenflieger im afrikanischen Winterquartier. Ende April/Anfang Mai kehren sie nach Mitteleuropa zurück und finden hoffentlich alte und neue Brutplätze.

Rheinische Käuze für Brandenburg - Januar 2016

Rita Edelburg-Müller, Ammenkauz und Jungvogel © Peter Josef Müller

Ein Steinkauz-Gelege umfasst zumeist drei bis sechs Eier. Das Weibchen beginnt zu brüten, bevor das letzte Ei gelegt ist. Deswegen schlüpft das letzte Küken einige Tage später und ist kleiner und schwächer als die Geschwister. Schaffen die Altvögel genügend Nahrung herbei, hat auch das jüngste Küken gute Aussichten, groß zu werden. Schwierig wird es, wenn die Nahrung knapp ist. Schwache Küken sind dann die "stille Reserve" für die anderen. Steinkäuze sind nicht zimperlich.

Wenn die Müllers im Frühjahr nach den Steinkäuzen sehen, um sie zu beringen, treffen sie mitunter auf solche schwachen Jungvögel. Was tun? Der Natur ihren Lauf lassen oder doch eingreifen? Nun, die Müllers entscheiden sich regelmäßig für einen Rettungsversuch. Fast immer mit Erfolg. Bereits an Ort und Stelle versorgen sie die dehydrierten Küken mit Wasser und bringen sie anschließend zu sich nach Hause. Dort gibt es kleine Stückchen Mäusefleisch und immer wieder Wasser. Überstehen die Küken die nächsten beiden Tage, sind sie zumeist über den Berg und mit drei- bis viermal täglich verabreichten Mäusehäppchen bald wieder so stabil, dass sie den Ammenpaaren untergeschoben werden können, die die Müllers eigens hierfür in Volieren halten.

So wachsen die Kleinen aus verschiedenen Wildbruten mit den eigenen Jungvögeln der Ammenpaare in einer Art Patchwork-Familie zu stattlichen Jungkäuzen heran, um später - auf ein Leben in Freiheit vorbereitet - in die Natur entlassen zu werden.

Einige dieser Käuze stellen die Müllers für ein Wiederansiedlungsprojekt im brandenburgischen Naturpark Nuthe-Nieplitz zur Verfügung. Im letzten Jahr traten zehn dieser Käuze den behüteten Weg dorthin an. Den südwestlich von Berlin gelegenen Naturpark prägen die feuchten Niederungen der Flüsse Nuthe und Nieplitz sowie Wald und Ackerland mit kleinen märkischen Dörfern. In diesem Gebiet soll der dort verbreitete, aber heute seltene Steinkauz wieder häufiger werden. Weitere Informationen über dieses Projekt finden Sie hier auf den Seiten des "Naturpark Nuthe-Nieplitz".

Waldkauz jedes Jahr Vogel des Jahres - Januar 2017

Waldkauz © Gordana und Ralf Kistowski

Der Naturschutzbund Deutschland hat den Waldkauz zum Vogel des Jahres 2017 gewählt. Eine gute Wahl, meint die EGE. Bei der EGE steht der Schutz des Waldkauzes wie auch der Schutz aller dreizehn europäischen Eulenarten nicht nur 2017, sondern Jahr für Jahr im Fokus. Die EGE setzt sich unter dem Slogan "Wald für Eulen - natürlich" ein für mehr Naturschutz im Wirtschaftswald, für Wald ohne jede forstwirtschaftliche Nutzung und für einen Verzicht auf Windenergieanlagen im Wald. Wenigstens der Wald sollte vor Windenergieanlagen geschützt werden. In vielen Regionen Deutschland entstehen jedoch immer mehr Windenergieanlagen ausgerechnet im Wald.

Weitere Informationen der EGE über den Waldkauz finden Sie hier und Informationen über Windenergieanlagen im Wald hier (pdf-Datei, ca. 1,01 MB). Bei der EGE können Sie außerdem kostenfrei das Faltblatt "Wald für Eulen - natürlich" anfordern.

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