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Nachrichten Jahrgang 2011

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Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2012 - Dezember 2011

Bartkauz © Rosl Rössner

Die Kommerzialisierung schreckt vor nichts zurück. Sie hat dem heiligen Bischof Nikolaus aus dem byzantinischen Myra einen langen Bart verpasst, ihn zu einem Weihnachtsmann gemacht, ins eisige Skandinavien verfrachtet und auf einen Rentierschlitten gesetzt. In Wahrheit hat der heilige Nikolaus die Menschenfreundlichkeit Gottes bezeugt, dessen Kommen in die Welt Christen nicht nur oder wenigstens an Weihnachten bezeugen sollten.

Ein echter Skandinavier ist hingegen der Bartkauz. Wer ihn beobachten will, muss nach Nordschweden, Finnland oder Nordrussland reisen. Mit dem zur Werbefigur verfremdeten Nikolaus mit Migrationshintergrund verbindet ihn die Stimme: Das Bartkauz-Männchen ruft tief und dumpf "ho-ho-ho-ho". Seinen Namen erhielt der Bartkauz wegen des schwarzen Streifens unter dem Schnabel. In den meisten europäischen Sprachen heißt dieser Vogel "Lapplandeule". Der Bartkauz ist eine der größten Eulen der Welt, nur Uhu und Schnee-Eule sind größer. Der Bestand in Schweden wird auf 250-500, in Finnland auf 300-1.500 und im europäischen Russland auf 1.500-4.500 Paare geschätzt. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie mehr über den Bartkauz erfahren möchten.

Die EGE verabschiedet sich für dieses Jahr von Ihnen und sagt allen Personen, Verbänden und Einrichtungen herzlichen Dank, die in ideeller oder auf finanzielle Weise die Anliegen der EGE unterstützt haben. Wenn Sie das alte Jahr mit einer guten Tat beenden oder das neue mit einer solchen beginnen möchten, bedenken Sie bitte die EGE mit Ihrer Spende. Die Mitarbeiter der EGE zahlen sich keine Gehälter, sondern jede Spende fließt unvermindert in die Projekte der EGE. Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2012!

Sendung verpasst? - Dezember 2011

Sollten Sie die Sendung auf WDR am letzten Sonntag "Mittelspannungsmasten: tödliche Gefahr für Vögel" versäumt haben - kein Problem. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Beitrag sehen möchten (der Link führt zum WDR-Mediathekbeitrag "Tierschutz unter dem Weihnachtsbaum", dort können sie den Direktlink "Strommasten: Tödliche Gefahr für Vögel [06:12 min]" auswählen).

Der "böse" Wolf - Dezember 2011

Wolf © Gordana und Ralf Kistowski

In Springe bei Hannover sind sich Uhu und Wolf letzthin buchstäblich ins Gehege gekommen. In einem Teil des als Wisentgehege bekannten Tierparks leben auch Wölfe. In eben diesem Areal hat sich ein Wolf über einen Uhu hergemacht. Der Uhu war am 18.05.1988 in der Nähe von Porta Westfalica als noch nicht voll flugfähiger Jungvogel der damals erst wieder neubegründeten Uhupopulation des Weserberglandes von der EGE beringt worden. Genau 8.599 Tage später und 46 km vom Beringungsort entfernt erwischte ihn der Gehegewolf. Dieser Uhu ist der zweitälteste wiedergefundene Uhu, der dem Uhuwiederansiedlungsprojekt der EGE entstammt. Erst kürzlich fand man im Saarland einen wenige Tage älteren Uhu aus demselben Projekt - auch diesen Uhu in Tierparknähe. Darüber berichtete die EGE im November 2011 unter der Überschrift "Methusalem".

Die beiden Fälle ähneln einander. Vielleicht haben die beiden alten - möglicherweise altersbedingt vermindert tüchtigen - Uhus die Nähe der Tierparks gesucht, weil sie in den Gehegen von den Futtertieren und Nahrungsresten beispielsweise der Wölfe und Füchse profitieren. Vielleicht erklären sich die Fundumstände aber auch so, dass die Uhus der wiederangesiedelten ersten Generation sich schon damals hier angesiedelt haben. Gewissermaßen in Rufweite zu den Gehegeuhus. Im alten Baumbestand des Wisentgeheges bei Springe brüten wild lebende Uhus. Übrigens hatte der Tierpark bei Springe in den 1980er Jahre seinen Uhunachwuchs aus dem Gehege dem Wiederansiedlungsprojekt der EGE zur Verfügung gestellt.

Zeitzeichen - Dezember 2011

Rothirsch © Gordana und Ralf Kistowski

Das Jahr 2011 sollte nicht ohne Erinnerung an ein Stück Fernsehgeschichte zu Ende gehen. Am Heiligen Abend vor genau 40 Jahren bescherte das deutsche Fernsehen seinem Publikum eine Tierdokumentation der besonderen Art. Ausgerechnet zur stillsten Nacht hatte der Stuttgarter Südfunk wie es eine TV-Zeitschrift formulierte "eine Bombe auf den Gabentisch geschmuggelt": Horst Sterns Bemerkungen über den Rothirsch. Stern rief darin zum Töten auf - zum massenhaften Abschuss des Edelwildes.

Schon in neun Abendsendungen zuvor hatte der Journalist Horst Stern das sentimental verkitschte Tierbild zurechtgerückt und mit schonungsloser Offenheit eine materiell orientierte Wohlstandsgesellschaft mit dem Leid der Nutztiere konfrontiert. Im Unterschied zu den großangelegten "Expeditionen ins Tierreich" dreht Stern "eigentlich immer Reportagen über den Menschen", schrieb damals "Die Zeit". Deshalb ging keine "Sterns Stunde" (Programmtitel) - es waren bis 1979 immerhin 26 - ohne Proteste über den Sender. Das Magazin "Der Spiegel" lag damals richtig: "Nach der Heiligabend-Sendung wird Stern wohl auch mit den deutschen Jägern Streit bekommen."

Sterns Bemerkungen über den Rothirsch empfand die Jagdlobby als ungeheuren Tabubruch; sie lösten eine hitzige forstpolitische Debatte aus. Stern führte vor, was ein aus ökologischem Unverstand und des Trophäenkults wegen gehätschelter Wildbestand aus dem deutschen Wald gemacht hatte. Sterns Kommentar: "Zuviel Boom, zu wenig Bum." Es sei an der Zeit, das Rothirschgeweih als Statussymbol der Renommierjäger zu entzaubern und auf diese Weise das Schussfeld frei zu bekommen für die biologische, umweltgerechte Jagd. Man rette den Wald ja nicht, indem man "Oh Tannenbaum" singt. Alles dies - heute unvorstellbar - zur besten Sendezeit. Der Bildungsanspruch, die Bereitschaft und die Fähigkeit zum Konflikt der öffentlich-rechtlichen Sender (andere gab es nicht) waren offenkundig größer und zumindest einzelne Programmverantwortliche von anderem Format als jetzige Ressortleiter und der ganz überwiegende Teil des Medienbetriebs.

Heute, 40 Jahre später, ist an Tierdokumentationen kein Mangel im TV-Programm. Die meisten kommen produktionskostensenkend gleich harmlos rührselig aus dem Zoologischen Garten, andere dramatisierter Effekte halber aus der lebensgefährlichen Wildnis, bisweilen dem Ansehen des Tierfilmers mehr verpflichtet als den Wesen vor der Kamera. Es sind so viele Tierdokus auf Sendung wie Kochshows: angepasst, lieblich, beliebig, exotisch, sentimental, sensationell, atemberaubend und wenn's passt, auch gern alarmistisch - Folge um Folge und stets garantiert folgenlos. Der Tierfilm ist um Quote bemüht, nicht um Aufklärung. Der Tierfilm hat trotz beeindruckender Aufnahmen seine Ausstrahlung verloren. Der Fernsehgemeinde geht nichts mehr auf und kein Stern voran. Journalisten wie Stern fehlen; gäbe es sie, mit Sendezeit dürften sie kaum rechnen. Der Anspruch der Sender ist so flach wie der Bildschirm. Deshalb hat die Vielzahl der Sender auch zum Internationalen Jahr der Wälder, das in ein paar Tagen endet, nichts beigetragen. Erst recht nichts, woran sich der Zuschauer nach Jahren noch erinnern könnte.

Zum Tode von Václav Havel - Dezember 2011

"Zivilisation ohne Gott". So überschrieb die Zeitung "Die Welt" in ihrer Ausgabe vom 04.12.2010 ein Essay von Václav Havel. Darin beklagt der frühere Präsident der Tschechischen Republik, mit dem Kult von messbarem Wachstum und Nützlichkeit verliere sich der Respekt vor dem Rätselhaften und damit die Ehrfurcht vor der Unendlichkeit: "Wir leben in der ersten atheistischen Zivilisation, d. h. in einer Zivilisation, die ihre Verbindung zur Unendlichkeit und zur Ewigkeit verloren hat. Aus diesem Grund setzt sie auf kurzfristigen Gewinn. Wie diese Haltung das Leben unserer Nachkommen in hundert Jahren beeinflussen wird, ist weniger wichtig. Der gefährlichste Aspekt dieser global atheistischen Zivilisation ist ihr Stolz. Es ist der Stolz, das Erbe der Natur und der Vorfahren nicht mehr zu respektieren." Deutschland hat keinen solchen Präsidenten. Der deutsche Bundespräsident hat derweil andere Probleme. In Europa wird auch nicht tschechisch gesprochen, sondern deutsch.

Eulenpatenschaft und das Mousepad der EGE - Dezember 2011

Patenschaftsurkunden © EGE

Sind Sie noch auf der Suche nach einem originellen Weihnachtsgeschenk für Freunde und Verwandte? Dann könnten Sie mit einer Patenschaft für einen Steinkauz oder Uhu genau das Richtige gefunden haben. Die EGE stellt Ihnen rechtzeitig zum Fest eine Patenschaftsurkunde für die auf diese Weise beschenkte Person aus. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie sich über diese Möglichkeit des Schenkens und Spendens informieren möchten.

Eulenmousepad © EGE

Vielleicht möchten Sie aber auch nur eine Kleinigkeit verschenken: Beispielsweise das im Bild gezeigte Mousepad der EGE. Das Mousepad hat die Maße 240 x 190 x 3 mm. Darauf zu sehen sind alle 13 Eulenarten Europas. Das Mousepad ist PVC-frei und gegen eine Spende bei der EGE erhältlich. Für ein Mousepad bittet die EGE um 5 €, für fünf um 20 €. Darin sind die Versandkosten eingerechnet.

Spendenkonto der EGE: Postbank Köln
BIC PBNKDEFF
IBAN DE66370100500041108501
Stichwort "Mousepad"

18.12.2011: EGE im WDR - Dezember 2011

Zwei Uhus © Gordana und Ralf Kistowski

Auf die Serie von Stromunfällen von Uhus an einem gefährlichen Mittelspannungsmast im Umfeld eines Steinbruches in der Eifel hat der örtliche Stromversorger endlich reagiert. Darüber haben nicht nur die Zeitungen berichtet, sondern dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) war dies ein Drehtermin an Ort und Stelle wert. Am 4. Adventssonntag (18.12.2011) sendet der WDR den Beitrag in der sonst eher der Vermittlung von Haustieren vorbehaltenen Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" in der Zeit zwischen 18:15 und 19:10 Uhr. Der Beitrag befasst sich auch mit den jahrzehntelangen Bemühungen der EGE, die Stromwirtschaft endlich zu der gesetzlich geschuldeten Entschärfung gefährlicher Mittelspannungsmasten zu drängen.

Der Sendetermin ist auch deswegen bemerkenswert, weil ein Jahr später - nämlich am 31.12.2012 - die in Deutschland den Netzbetreibern gesetzte Umrüstungsfrist endet und kaum ein Insider mehr mit der fristgerechten Einlösung dieser Verpflichtung rechnet. Dabei hatten sich die Netzbetreiber zu einer solchen Umrüstung bereits vor Jahrzehnten selbst verpflichtet. Das zeigt, was freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft tatsächlich wert sind. Die schleppende und verschleppte Umrüstung so vieler Masten in Deutschland belegt aber auch, dass sich Naturschutzvorschriften nicht schon von alleine durchsetzen. Im Gegenteil: Das Vollzugsdefizit bestehender Naturschutzvorschriften ist das ungelöste Problem des Naturschutzes. Dass nachdrücklicher Protest und beharrlicher Einsatz dann hier und dort doch etwas vermögen, zeigt der Fall, über den der WDR am 18.12.2011 berichtet. Was könnte nicht alles zum Schutz der wild lebenden Großvogelarten erreicht werden, würden sich nicht allein die EGE, sondern auch andere und vor allem die großen Naturschutzverbände dieses Konfliktes annehmen?

Der Umstand, dass immer noch einige Hunderttausend gefährliche Masten der Entschärfung harren und aller Voraussicht nach die gesetzliche Frist mit einem enormen Umrüstungsdefizit verstreicht, ist auch den Fernsehanstalten anzulasten. Alle Bemühungen der EGE, die politischen Fernsehmagazine für eine Berichterstattung zu diesem Thema zu interessieren, haben die Sender mit blankem Desinteresse quittiert. Dank gilt dem WDR, auch wenn das Thema nicht allein in eine Heimtiersendung gehört, sondern einen angemessen politisierten Platz in der ARD verdient hätte.

Glück im Unglück - Dezember 2011

Netzopfer Uhu kurz vor der Freilassung © Achim Schumacher

Das Uhuweibchen, das sich vor vier Wochen in einem über einem Fischteich gespannten Netz verfangen und verletzt hatte, ist nach einem Aufenthalt in der Vogelpflegestation Kirchwald in Rheinland-Pfalz wieder in die Freiheit entlassen worden. Der Uhu hatte sich von den Strapazen des Vorfalls dank der medizinischen Versorgung erholt. Ende November haben die EGE-Mitarbeiter Klaus Frankenberg und Achim Schumacher den Uhu der Natur zurückgegeben. Das Foto zeigt den Uhu kurz zuvor in der Hand von Klaus Frankenberg. Zwei Studenten aus dem Raum Bonn haben dankenswerterweise die Patenschaft für den Uhu übernommen und sich zudem der EGE als Fördermitglieder angeschlossen. Die EGE sagt "Dankeschön". Vielleicht möchten auch Sie die Arbeit der EGE mit einer Fördermitgliedschaft unterstützen. Über die Höhe des jährlichen Förderbetrages entscheiden Sie selbst. Auch ein kleiner Betrag kann eine große Hilfe sein.

Eulenkalender - Dezember 2011

Habichtskauz © Rosl Rößner

Rosl Rößner hat sich nicht nur einen Namen gemacht als Naturfotografin, sondern unterstützt honorarfrei auch die Website der EGE mit ihren wunderbaren Eulenaufnahmen. Nun hat Frau Rößner zwei beeindruckend schöne Kalender für das Jahr 2012 mit je zwölf brillanten Eulenfotos gestaltet. Je verkauftem Kalender fließen 3 Euro auf das Spendenkonto der EGE. Die EGE dankt allen Personen, die mit dem Erwerb dieser Eulenkalender die Anliegen der EGE unterstützen. Ein besonders herzliches Dankeschön gilt der Fotografin Rosl Rößner! Klicken Sie bitte hier, wenn Sie die Kalender ansehen und eine Bestellung erwägen möchten.

EGE erinnert an Wilhelm Bergerhausen - November 2011

Drei junge Uhus © Gordana und Ralf Kistowski, W. Bergerhausen um © Claus Mayr

Am 25. November 2011 jährte sich der Todestag von EGE-Gründer Wilhelm Bergerhausen zum fünften Mal. Aus diesem Anlass trafen sich die Mitarbeiter der EGE in Heimbach in der Eifel. Dort besuchten sie sein Grab und nahmen an der Hl. Messe teil, die für den Verstorbenen gefeiert wurde.

Die Begegnung war auch Anlass für einen Rückblick auf die letzten fünf Jahre der Verbandsgeschichte. Die EGE hat ihre Aktivitäten in diesem Zeitraum vertieft und verbreitert. So hat sie beispielsweise auch ihre beiden großen Projekte zum Schutz des Uhus und des Steinkauzes fortgesetzt.

In der Eifel schlüpften in diesem Zeitraum 844 Uhus, von denen 829 beringt wurden. In den Kreisen Düren und Euskirchen registrierte die EGE im selben Zeitraum 1.404 junge Steinkäuze, von denen 1.305 beringt wurden. Mittelspannungsmasten und Straßen stellen nach wie vor die größten Gefahren für Uhus dar. Im Zeitraum 2007 bis 2011 waren ungefähr 20 Prozent der Fundmeldungen beringter Uhus Stromopfer; weitere 22 Prozent kamen an Straßen ums Leben. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 912 KB), wenn Sie Details aus den beiden Artenschutzprojekten erfahren möchten.

Herbstwald - November 2011

Nistkästenanbringung der EGE und Rauhfußkauz

Eulen brauchen ein Dach über dem Kopf – ein Rauhfußkauz (im Bild) jedenfalls. Rauhfußkäuze beziehen unter natürlichen Bedingungen als Nachmieter die Höhlen des Schwarzspechtes. Der Schwarzspecht kann solche Höhlen nur in alte Bäume zimmern. Alte Bäume sind in den meisten Wirtschaftswäldern rar, und deshalb sind es Schwarzspechte und Rauhfußkäuze auch. Während die Schwarzspechte vielerorts geduldig auf eine entsprechend alte Baumgeneration warten müssen, kann den Rauhfußkäuzen bis zum geglückten ökologischen Umbau der Wirtschaftswälder immerhin geholfen werden: nämlich mit Nistkästen.

Die EGE hat gerade im Wald der Stadt Bad Münstereifel in der Umgebung der EGE-Geschäftsstelle solche Kästen aufgehängt (im Bild). Die Kosten hat dankenswerterweise die Naturschutzbehörde des Kreises Euskirchen übernommen. Eulenschützer und Forstleute hoffen nun auf die kauzigen Mieter, die bisher in diesem Teil der Eifel fehlen. Vielleicht fehlen sie nur deswegen, weil es bis jetzt an geeigneten Bruthöhlen mangelte. Die EGE gibt weitere von Schreinerin Rita Kühn gebaute Nistkästen gegen eine Spende von je 90 € (zuzüglich Versandkosten) gerne an Waldbesitzer ab.

Bitte richten Sie Ihre Bestellung an die EGE:
Breitestrasse 6
D-53902 Bad Münstereifel
Oder per Mail:  egeeulen@t-online.de
Telefon +49 [0] 22 57 - 95 88 66

Audiatur et altera pars - November 2011

Windenergieanlagen © Michael Papenberg

Die Windenergiewirtschaft boomt, sie ist gewinnbringend, Jobmotor, nationale Hoffnungsbranche und spätestens nach den Atomunfällen in Japan über jeden moralischen Zweifel erhaben. Die Branche verfügt über Einfluss, Medienpräsenz, Netzwerke und beschäftigt nicht nur Leiharbeiter, sondern auch Anwaltskanzleien. Allerdings scheitern auch die Anwälte der Anlagenbetreiber mitunter an den Vorschriften des Naturschutzrechts. So geschah es beispielsweise in diesem Jahr im niedersächsischen Landkreis Aurich. Die Anordnung des Landkreises, Windenergieanlagen im unmittelbaren Umfeld von Brutplätzen der Wiesenweihe für die Dauer der Brutzeit tagsüber abzuschalten (die EGE berichtete auf dieser Seite), hatte das Verwaltungsgericht ganz gegen den Geschmack der Branche und ihrer Anwälte als vorläufig rechtmäßig erkannt. Ein signifikantes Tötungsrisiko sei nicht auszuschließen, so das Gericht. Solche Entscheidungen könnten sich häufen, fänden die zuständigen Behörden überall den Mut, bei einer vergleichbaren Faktenlage richtig zu entscheiden. Das trauen sich schon wegen Anwaltsschreiben und darin angedrohter Entschädigungsforderungen nur die wenigsten. Übrigens wurden für den Zeitraum 2005 bis 2011 aus Spanien und Deutschland insgesamt 23 an Windenergieanlagen verunglückte Wiesenweihen registriert. Das ist eine besorgniserregende Zahl angesichts der Schwierigkeit, Totfunde in der Vegetation zu entdecken.

Der Fall aus Aurich hängt der Branche nach. Der Bundesverband Windenergie will den Fall am 17. November 2011 in Hannover als "Fallbeispiel naturschutzrechtlicher Entscheidungen interdisziplinär analysieren". Der Verband hat einige Sachverständige zum Vortrag eingeladen. Darunter auch einen Diplom-Ingenieur der Landschaftspflege, den die Szene schon aus anderen Lebenszusammenhängen kennt: Günter Ratzbor. Diesmal referiert er über die "Situation der Wiesenweihe - Naturschutzfachliche Bedenken und deren ökosystemare Einordnung unter Berücksichtigung der örtlichen Situation" als Mitinhaber eines Planungsbüros, das zu den Auftragnehmern der Branche zählt. Bei anderer Gelegenheit tritt er für den Deutschen Naturschutzring (DNR) in Erscheinung, dessen Kampagne für mehr gesellschaftliche Akzeptanz der Windenergiewirtschaft Ratzbor leitet. G. Ratzbor wurde als Mitverfasser der Verträglichkeitsstudie im Urteil des Verwaltungsgerichts Gera vom 18. März 2010 (Az: 5 K 1491/07 Ge) auf Seite 25 bescheinigt, dass er von seiner Ausbildung her nicht über biologische und spezifisch ornithologische Kenntnisse verfüge, dies die Brauchbarkeit vor allem seiner Stellungnahmen zur Bestandsentwicklung und zum Verhalten einer bestimmten Greifvogelart erheblich einschränke und es geboten sei, "sie mit Vorsicht zu bewerten". - Der Landkreis Aurich, der das Abschalten der Anlagen durchgesetzt hatte, steht nicht auf der Referentenliste.

Der Bundesverband Windenergie sucht nach wiederholtem naturschutzrechtlichem Scheitern vor deutschen Verwaltungsgerichten die Nähe zu den Ausbildungsstätten für Verwaltungsrecht. Dort werden die Verwaltungsrichter von morgen ausgebildet. So spricht zum Ende der Veranstaltung Prof. Dr. Edmund Brandt vom Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht an der TU Braunschweig über die Konsequenzen der "interdisziplinären Analyse des Fallbeispieles für die Rechtsprechung". Vielleicht würde sich der Referent besser des einfachen Grundsatzes des römischen Rechts annehmen: Audiatur et altera pars (lat. "man höre auch die andere Seite"). Der Grundsatz steht für den Anspruch auf rechtliches Gehör, der in allen modernen Rechtsordnungen ein zentrales Verfahrensgrundrecht ist.

Uhu ging ins Netz - November 2011

Uhu beim Tierarzt © Doris Siehoff

Anfang November 2011 ging einem Fischteichbetreiber im nordrhein-westfälischen Kreis Düren ein Uhu ins Netz. Das Uhuweibchen (im Bild) verfing sich in einem Netz, das zur Abwehr von Kormoranen über einem Forellenteich gespannt, erlitt ein Schädeltrauma, verletzte sich die Zunge und zog sich eine Verstauchung des Flügels zu. Klaus Frankenberg von der EGE (im Bild links) erfuhr von dem Drama und brachte den Vogel zum Tierarzt. Seitdem befindet sich der Uhu in stationärer Behandlung in der Vogelpflegestation von Frau Steffens in Kirchwald. Wie die Sache ausgeht, ist noch unklar.

Vielleicht möchten Sie, lieber Leser, Pate des Uhus werden, falls dieser durchkommt und wieder in die Freiheit entlassen werden kann. Für eine Spende von 100 € können Sie eine solche Patenschaft abschließen. Darüber erhalten Sie eine schöne Urkunde. Mit dem Betrag könnte die EGE einen Teil der Behandlungs- und Futterkosten bezahlen. Die Kosten für die Erstversorgung des Uhus hat dankenswerterweise die Kreisgruppe Düren des NABU übernommen. Für den Paten bestünde auch die Gelegenheit, bei einer hoffentlich baldigen Freilassung des Uhus dabei zu sein.

Der Uhu war von EGE-Mitarbeitern am 10.05.2008 nestjung im Kreis Mayen-Koblenz beringt worden. Es kommt immer wieder vor, dass sich Uhus in Netzen verfangen. In den Jahren 2007 und 2008 erfuhr die EGE von vier solchen Fällen allein im Gebiet der Eifel. Nachweislich verfing sich ein Uhu auch schon im Netz eines Fußballtores.

Methusalem - November 2011

Uhu © Rosl Rössner

Die EGE erhielt gerade Nachricht vom Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven. Das ist die "Vogelwarte Helgoland". Dorthin wurde ein Uhu-Männchen gemeldet, das am 26.06.2011 in Weiskirchen im Saarland tot aufgefunden worden ist. Der Vogel trug einen Ring der Vogelwarte Helgoland, den ihm Mitarbeiter der EGE angelegt hatten. Die Mitteilung ist so ungewöhnlich nicht, hätte der Uhu nicht ein erstaunlich hohes Alter erreicht. Beringt und in Freiheit gesetzt wurde der Uhu nämlich 8.680 Tage zuvor, also am 20.09.1987 im Alter von einigen Wochen. Dieser Uhu ist der bisher älteste Uhu, der dem Uhuwiederansiedlungsprojekt der EGE entstammt und wieder gefunden worden ist. Bemerkenswert ist auch der Umstand, dass Beringungs- und Fundort nur 35 km voneinander entfernt sind. Die Frage, wo sich der Uhu während der beinahe 24 Jahre herumgetrieben oder ob er sich überhaupt herumgetrieben hat, lässt sich allerdings nicht beantworten.

Geocaching und Naturschutz: Behörden müssen endlich handeln - November 2011

Zwei Uhus in einer Birke © Gordana und Ralf Kistowski

Was ist Geocaching? Was bedeutet Geocaching für Natur und Landschaft? Was sagt das Naturschutzrecht dazu? Wie lässt sich der Konflikt, den der Freizeitspaß für den Naturschutz aufwirft, lösen oder wenigstens mildern? Diese Fragen waren Gegenstand des Vortrages "Geocaching und Eulenartenschutz", den EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer bei der 27. Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Eulen e. V. (AG Eulen) am 22. Oktober 2011 in Marsberg im Sauerland gehalten hat.

Drei Strategien sind nach Breuers Auffassung unverzichtbar. Erstens: Es ist wichtig, Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit und nicht zuletzt die Gruppe der Geocacher über die von ihr verursachte neuartige Artenschutzproblematik aufzuklären. Zweitens: Die Geocacher müssen sich endlich selbst verpflichten, ihre Freizeitaktivität in sensiblen Bereichen auszuschließen. Drittens: Die Geocaching-Plattformen müssen im Falle von Hinweisen auf problematische Caches rasch reagieren, diese löschen und die kritischen Bereiche dauerhaft sperren. Die Strategien wurden in dem Vortrag eingehend aufgezeigt.

Das ständige Durchsuchen der Plattformen nach naturschutzkritischen Caches könne aber unmöglich die Aufgabe der Naturschutzverbände sein. Das Problem bedürfe einer durchgreifenden Lösung seitens der Naturschutzbehörden. Eine solche Lösung sei bisher nicht in Sicht. Die meisten Personen im Naturschutz hätten das Ausmaß des Problems noch nicht erfasst. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 100 KB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten.

Aus der Arbeit und von den Sorgen der EGE - Oktober 2011

Waldohreule © Rosl Rössner

Der Fernsehsender VOX strahlte am 22. Oktober 2011 einen Beitrag über das Uhuschutzprojekt der EGE aus. Wenn Sie die Sendung versäumt haben oder noch einmal ansehen möchten: Sie finden den zehnminütigen Beitrag unter Deutschlandexpedition - Uhus in der Eifel.

Der Beitrag dokumentiert einen ganz kleinen Ausschnitt der täglichen Arbeit der EGE; sie setzt sich ein für den Schutz aller dreizehn in Europa heimischen Eulenarten. Sie tut dies ausschließlich ehrenamtlich. Sie zahlt sich keine Gehälter aus. Dennoch hat die EGE beträchtliche Ausgaben. Ausgaben, die ausschließlich der Sache selbst zugute kommen. Während die großen Umweltorganisationen sich aus Mitgliederbeiträgen finanzieren, Personal beispielsweise für Fundraising oder bisweilen Agenturen für die Mitgliederwerbung an der Haustüre finanzieren, versieht die EGE ihren Dienst ausschließlich ehrenamtlich. Bescheiden, unabhängig von Regierungen und Konzernen, nicht immer beliebt, bisweilen gefürchtet, aber für die Sache vielleicht gerade deshalb nicht weniger wirkungsvoll.

Bitte unterstützen Sie die EGE mit Ihrer Spende. Die Website der EGE, die viel Anerkennung findet, täuscht ein wenig darüber hinweg, dass die EGE für ihre Arbeit auf Spenden angewiesen ist.

Investition für den Vogelschutz - Oktober 2011

Ein örtlicher Energieversorger in der Eifel investiert auf Betreiben der EGE in den Vogelschutz an Mittelspannungsmasten. Der letzthin an einem Mast des Versorgers tödlich verunglückte Uhu (die EGE berichtete auf dieser Seite) gab reichlich Anlass zum Handeln. Der Vorgang zeigt, dass - mit den Problemen konfrontiert - die Branche zu Lösungen bereit ist. Ein Beispiel dem andere - Netzbetreiber und Vogelschutzverbände - folgen sollten. Darüber berichtet ausführlich die "Eifeler Presse Agentur". Klicken Sie bitte auf den folgenden Link, wenn Sie den Bericht lesen möchten: Vogelschutzsicherungen an einem Strommast in Rinnen mit EGE-Fachleuten

Pino-Preis vergeben - Oktober 2011

Maisanbau © Michael Papenberg

Der Pino-Preis für Pseudowissenschaft in Politik und Publizistik wird der Agentur für Erneuerbare Energien e.V. für ihre Broschüre "Der volle Durchblick in Sachen Energiepflanzen" zuerkannt. Das hat das publizistische Netzwerk "Achse des Guten" am 18.10.2011 in Berlin bekannt gegeben. Der Preis ist nach der für professionelles Lügen bekannten literarischen Figur Pinocchio benannt.

Die Agentur für Erneuerbare Energien wird getragen von den Unternehmen und Verbänden der Erneuerbaren Energien und unterstützt von den Bundesministerien für Umwelt und für Landwirtschaft. Sie betreibt die bundesweite Informationskampagne "Deutschland hat unendlich viel Energie", die unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Klaus Töpfer steht. Auf Seite 12 der genannten Broschüre steht der Satz, der die durchgängige Tatsachenverdrehung dieser Schrift perfekt wiedergibt: "Die Vielfalt der Energiepflanzen schafft Artenvielfalt."

Tatsächlich ist der Anbau von Silomais zur Erzeugung von Bioenergie deutschlandweit auf dem Vormarsch, während der Anbau anderer Getreidesorten stagniert oder zurückgeht. Durch die zunehmenden Monokulturen von Bioenergiepflanzen geht Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten verloren. Dieser Trend wird noch durch die Reaktivierung von Stilllegungsflächen zum Zweck des subventionierten Energiepflanzenanbaus verstärkt.

Auch im globalen Maßstab ist die forcierte Förderung der Energiegewinnung aus Biomasse höchst problematisch. Zehn internationale Organisationen, darunter die Weltbank, der Internationale Währungsfonds und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) kommen in einer Studie zu dem Schluss, dass Subventionen für Biotreibstoffe schnellstens abgeschafft werden sollten. Sie warnen vor steigenden Lebensmittelpreisen durch den Ausbau der Energiepflanzenproduktion - was die Zahl der Hungernden steigen ließe.

Die Verleihung des Antipreises an die Agentur für erneuerbare Energien ist eine gute Entscheidung, meint die EGE. Die Negativauszeichnung sollte auch den Verbänden und Parteien zu denken geben, die unter dem Vorwand des Klimaschutzes keines der Umweltprobleme lösen, sondern nur neue herbeiführen. In Deutschland vollzieht sich seit Jahren eine grüne Revolution zu Lasten der letzten Reste landwirtschaftlicher Biodiversität. In großen Teilen Deutschlands wird bereits auf mehr als einem Viertel, gebietsweise sogar auf der Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche Mais angebaut mit fatalen Folgen für Boden, Grundwasser, Biotope, Arten und Landschaftsbild. Für den Mais gerät auch immer mehr Grünland unter den Pflug. Der Anbau kann sogar klimaschädliche Gase freisetzen. Profiteure der Entwicklung sind die Betreiber von Biogasanlagen, die für den Strom aus Energiepflanzen dank des Erneuerbare Energiengesetzes bei allen Stromkunden kräftig kassieren. Auf solchen Geschäftsmodellen beruht die viel beschworene Energiewende in Deutschland.

Thementag bei VOX - Oktober 2011

Uhu © Rosl Rössner

Am 22.10.2011 fragt der Fernsehsender VOX von 12 bis 24 Uhr "Ist die Welt noch zu retten?". Der mit einer Spendenaktion für den Naturschutzbund Deutschland (NABU) verknüpfte "große Thementag" dürfte dabei große und anrührende Bilder liefern - von Eisbären auf schmelzenden Eisschollen zum Beispiel. Eine Hauptrolle wird nämlich zeitgeistgemäß der Klimawandel spielen, dessen Ursache für den Sender gewiss ebenso unfehlbar feststeht wie für Umweltverbände und den Großteil der Medien. Insofern sollte der Zuschauer die Ansprüche an deutschen Fernsehjournalismus auch an diesem Thementag nicht zu hoch ansetzen.

Sehenswert sollten aber die Expeditionen in Deutschlands Wildnis sein. Das VOX-Magazin "Hundkatzemaus", das sich sonst eher Haustieren widmet, berichtet nämlich an diesem Tag zwischen 18 und 20:15 Uhr über ausgewählte Artenschutzprojekte - auch über das Uhuschutzprojekt der EGE. Die EGE ist eine von kommerziellen Fernsehsendern unabhängige Naturschutzorganisation, die sich einen eigenen Standpunkt erlaubt und deshalb umso mehr auf die Unterstützung einer kritischen Öffentlichkeit setzt.

Zeitzeugen ziehen Bilanz - Oktober 2011

Sperlingskauz © Rosl Rössner

Mit Verspätung begehen Akteure des europäischen Vogelschutzes den 30. Jahrestag der EG-Vogelschutzrichtlinie (das war der 02.04 2009) vom 04. bis 05.11.2011 mit einem Zeitzeugengespräch im niederrheinischen Wesel. Die Verspätung fügt sich zu den Verzögerungen, die für die Einlösung dieser gemeinschaftsrechtlichen Vorschrift kennzeichnend sind.

So haben die deutschen Bundesländer die für den Schutz bestimmter Vogelarten zahlen- und flächenmäßig geeignetsten Gebiete großenteils nur nach Mahnverfahren und Sanktionsandrohung der Europäischen Kommission und nicht selten erst nach gerichtlichen Entscheidungen unter einen ausreichend strengen Schutz gestellt. Bis heute sind diese Pflichten nicht überall vollständig erfüllt worden.

Insofern ist die EG-Vogelschutzrichtlinie nicht nur eine beispiellose Erfolgsgeschichte des Naturschutzes, sondern auch ein Beleg für jahrzehntelange und zum Teil bis heute anhaltende Vollzugsdefizite des Naturschutzes in Deutschland. Die Akteure des europäischen und nationalen Vogelschutzes haben allen Grund, mit Genugtuung auf die gegen massive Widerstände aus Politik und Wirtschaft ertrotzten Erfolge zurückzuschauen. Immerhin hat Deutschland bislang 738 Vogelschutzgebiete gemeldet. Dies entspricht einem Meldeumfang von 11,2 % bezogen auf die Landfläche. Dazu kommen 1.986.197 ha Bodensee sowie Meeres-, Bodden- und Wattflächen.

Genauso angemessen dürfte aber auch eine kritische Selbstbefragung sein, inwieweit die Möglichkeiten der EG-Vogelschutzrichtlinie ausgeschöpft und hierfür von Regierungs- wie Nichtregierungsseite frühzeitig und beherzt die richtigen Wege beschritten worden sind.

Angesichts der in den Gebieten fortbestehenden Missstände und der mit weniger oder kaum mehr als 20 % unzureichenden Abdeckung der Bestände so vieler Vogelarten in EG-Vogelschutzgebieten (beispielsweise des Sperlingskauzes, im Bild), kann man bei aller Freude über das Erreichte nicht schon zufrieden sein.

Beide Aspekte dürften Gegenstand des Zeitzeugengesprächs sein, auf welche die EGE an dieser Stelle gerne hinweist. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 828 KB), wenn Sie das Veranstaltungsprogramm lesen möchten. Anmeldeschluss ist der 21.10.2011

Serie von Todesfällen reißt nicht ab - Oktober 2011

Stromopfer Uhu am 30.09.2011 © Peter Josef Müller

Die EGE präsentiert auf ihrer Website ungern die Todesfälle, zu denen es nach wie vor an ungesicherten Mittelspannungsmasten überall in Deutschland kommt. An solche Nachrichten könnte man sich nur zu leicht gewöhnen oder sich entmutigen lassen. In jedem Fall legt die EGE aber die von ihr festgestellten Stromopfer den zuständigen Netzbetreibern vor und drängt auf Abhilfe. Ein solcher Fall ereignete sich erst vor wenigen Tagen:

In einem Kalksteinbruch in der Eifel erlitt ein Uhu einen tödlichen Stromschlag an einem Mittelspannungsmast (im Bild). Der Uhu war in diesem Steinbruch im Frühjahr 2011 auf die Welt gekommen. Schon 2007 hatte die EGE den Netzbetreiber auf dessen ausdrücklichen Wunsch hin über das langjährige Brutvorkommen in diesem Steinbruch informiert und auf eine prioritäre Entschärfung des brutplatznahen Masts gehofft. Tatsächlich hat der Netzbetreiber an diesem Mast auch Entschärfungsmaßnahmen durchgeführt, allerdings in unzureichender Weise. So wurden die zu isolierenden Kabel nicht isoliert, zu kurze Büschelabweiser installiert und auf den Mittelstab verzichtet. Und einer der 2010 angebrachten Büschelabweiser ist schon nicht mehr komplett.

Der Uhu ist mit dem Schnabel an das blanke Kabel geraten. Der Körper des toten Uhus weist entsprechende Brandmale auf. In Sichtweite des Todesmasts stehen weitere drei nicht oder nicht hinreichend umgerüstete Masten. An den insgesamt vier Masten starben seit 1995 nachweislich bereits vier Uhus und nun also ein fünfter.

Der Vorgang zeigt exemplarisch die Dramatik eines bundesweiten Problems. Nach wie vor warten nach sachverständigen Schätzungen 350.000 solcher Masten auf eine Entschärfung. Die Naturschutzbehörden in Deutschland bekommen von diesem Problem kaum etwas mit, vor allem unternehmen sie fast nichts, um die fristgerechte Entschärfung der Masten durchzusetzen. Mit diesem Problem befasst sich auch der Kommentar von EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Naturschutz und Landschaftsplanung". Bitte klicken Sie hier, wenn Sie den Beitrag "Neue VDE-Vorschrift zum Vogelschutz an Mittelspannungsmasten" lesen möchten.

Der Prophet im eigenen Land - Oktober 2011

Holzrelief Franz von Assisi predigt den Tieren © Wilhelm Breuer

Papst Benedikt XVI. hat am 22. September 2011 bedenkenswerte Worte an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages gerichtet. In seiner Rede würdigt der Papst die ökologische Bewegung in der deutschen Politik seit den 70er Jahren als Reaktion darauf, "dass irgend etwas in unserem Umgang mit der Natur nicht stimmt" und als einen im übertragenen Sinne "Schrei nach frischer Luft". Die EGE ist wie andere Umweltorganisationen Teil dieser ökologischen Bewegung.

Die Rede des Papstes ist eine tiefgehende Reflektion über die Quelle des Rechts, die Vernunft und letztlich über den Menschen selbst und die Maßstäbe seines Handelns. Aus dieser Rede könnte deshalb auch die ökologische Bewegung, würde sie nicht im Vordergründigen verhaftet bleiben, eine Orientierung beziehen. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie die Rede des Papstes lesen möchten.

Ein beträchtlicher Teil der Abgeordneten ist der Rede ferngeblieben, was einiges über diese Abgeordneten und wohl auch über die Gruppen und Gruppierungen sagt, die sie ins Amt gebracht haben. Dieselben Abgeordneten hätten hingegen vermutlich dem Dalai Lama im Bundestag einen begeisterten Empfang bereitet, würden sie nicht die Reaktionen der Volksrepublik China für die deutsche Exportwirtschaft fürchten.

Der Vorgang erinnert an einen großen Heiligen des Mittelalters: Giovanni Battista Bernardone, den die Welt als Franz von Assisi kennt. Als die Menschen ihn nicht hören wollten, hat er der Legende nach den Vögeln gepredigt: Die Aufnahme aus dem Franziskanerkloster im polnischen Klodzko zeigt diese Szene.

1980 hat Papst Johannes Paul II. Franz von Assisi zum Fürsprecher der Naturschützer bestimmt. Sein Gedenktag ist der 4. Oktober. Das Datum fällt nicht zufällig mit dem Welttierschutztag zusammen. Tatsächlich ist das Leben des Heiligen ein radikaler Gegenentwurf zur Vergötzung des Marktes, zum Eigentum ohne Sozialbindung und zur Freiheit ohne Verantwortung. Auch das verbindet die Rede des Papstes aus Deutschland mit dem Außenseiter aus Assisi.

Requiem für ein Maiglöckchen - Oktober 2011

Maiglöckchen © Gordana und Ralf Kistowski

Haben Sie es gewusst? Die Internationale Gemeinschaft begeht das Jahr 2011 als Jahr der Wälder. Wer denkt da nicht an den Niedergang der im Interesse einer Weltöffentlichkeit stehenden Urwälder beispielsweise am Amazonas oder auf Borneo? Anlässlich dieses Jahres hebt in einem Essay EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer hingegen einen Wald ins Blickfeld, der abseits jeder Aufmerksamkeit unter der Säge stirbt - und zwar in Deutschland. Der Beitrag ist in der aktuellen Ausgabe 3/2011 der Zeitschrift "Nationalpark" erschienen. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 764 KB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten. Wilhelm Breuer ist übrigens kürzlich in den Kreis der ständigen Mitarbeiter der Zeitschrift berufen worden.

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift versteht sich als Anwältin von Natur und Wildnis. Zur Förderung der Nationalparke in Deutschland, ihrer Akzeptanz und Achtung hat sie viel beigetragen. Bis heute begleitet sie die Entwicklung der großen Schutzgebiete in Deutschland kritisch, kompetent und konstruktiv. Aus diesem Grunde empfiehlt die EGE diese Zeitschrift mit den Worten, die Horst Stern für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen".

Die Zeitschrift eröffnet Ihnen auch Reisewege in die Natur - so beispielsweise in europäische Nationalparks. Herausgeber der Zeitschrift ist der Verein der Nationalpark-Freunde e.V. Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag, mit dessen freundlicher Genehmigung wir den Beitrag "Requiem für ein Maiglöckchen" an dieser Stelle veröffentlichen. Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Dann klicken Sie bitte hier.

Die weite Reise der Mauersegler - September 2011

Buchtitel 'Die weite Reise der Mauersegler'

Mauersegler sind keine Eulen und zurzeit auch gar nicht hier, sondern in Afrika. Dass die EGE trotzdem an dieser Stelle auf ein Kinderbuch über Mauersegler aufmerksam macht, hat einen einfachen Grund: Gute Kinderbücher über die Natur hierzulande haben Seltenheitswert. Der Autorin Anne Möller ist ein solches Buch geglückt:

Ein kleiner Mauersegler schlüpft aus dem Ei. Er lernt fliegen, gleiten - und während er fliegt, fängt er Insekten aus der Luft. Am Ende des Sommers macht sich der Mauersegler auf die lange Reise nach Afrika, um im nächsten Sommer zurückzukehren. Einmal mehr ist es Anne Möller gelungen, mit schönen Zeichnungen und kurzem Text verständlich und anschaulich von der erstaunlichen Lebensweise eines Vogels zu berichten.

Das Sachbilderbuch entstand in Zusammenarbeit mit Fachleuten der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. Das Buch im Format 29,2 x 20,5 cm mit 32 Seiten ist 2011 im Atlantis-Verlag Zürich erschienen (ISBN 978-3-7152-0622-6). Es kostet 14,90 €. Es ist geeignet für Kinder ab 5 Jahren.

Die Mauersegler kehren erst im nächsten Mai nach Europa zurück. Bis dahin sollte das Buch den Weg in die Hand vieler Eltern und Großeltern gefunden haben, die ihren Kindern und Enkeln dann endlich noch leichter eine Vogelart näher bringen können, die auch in der Stadt Teil der Alltagsnatur ist.

Von Anne Möller erschien bereits 2005 das Buch "Familie Steinkauz". Angaben zu diesem Buch finden Sie hier: Uhu Junior -> Buchtipps.

Das Recht der Straße - September 2011

Straßenschild mit Uhu © Michael Papenberg

Während in der Bundeshauptstadt nachts Autos angezündet werden, richtet sich in der beschaulichen Eifel die Zerstörungswut nicht gegen motorisiertes Blech, sondern - ganz im Gegenteil - gegen eine Geschwindigkeitsmessanlage. Sie erinnern sich?

In der Eifel dürfen in einem Europäischen Vogelschutzgebiet Autos zum Schutz der Uhus auf einem wenige hundert Meter langen Streckenabschnitt einer Landesstraße nur höchsten 50 km/h fahren. Eine Radaranlage kontrolliert dies und registrierte bereits zahlreiche Überschreitungen, obwohl ein Hinweisschild rechtzeitig auf das Tempolimit und den Grund der Beschränkung hinweist. Die EGE hat an dieser Stelle mehrfach über die Sache berichtet.

Nun gibt es Neues zu berichten: Anfang September ist die Radaranlage in der Nacht zerstört worden. Mit einem gestohlenen niet- und nagelneuen Ackerschlepper haben Unbekannte die Anlage buchstäblich niedergewalzt. Die Polizei geht von gezielter Zerstörung aus.

Auf eine Klage hin muss sich nun das Verwaltungsgericht Aachen mit der Frage befassen, ob der Kreis Düren die Messanlage zu Recht installiert hat. Auch vor dem Amtsgericht Düren sind mehrere Verfahren anhängig, weil sich Bürger gegen eingegangene Bußgeldbescheide wehren und die Rechtmäßigkeit der Anlage in Zweifel ziehen. Allein in der ersten Woche nach Aufstellung der Anlage waren 737 Verstöße registriert worden.

RWE Power will Tragmasten auf ganzer Linie korrigieren - September 2011

Fliegender Uhu © Gordana und Ralf Kistowski

Erinnern Sie sich? Im Januar 2011 hatte die EGE an dieser Stelle über ein Bahnprojekt des Energiekonzerns RWE Power informiert. Von diesem Unternehmen waren an der so genannten Hambachbahn westlich von Köln für die Oberleitungen auf einer 15 km langen Kohlebahnstrecke hunderte neue vogelgefährliche Tragmasten errichtet worden. Nach dem Inkrafttreten des neuen Bundesnaturschutzgesetzes am 01.03.2010 dürfen aber auch an Bahnanlagen nur noch solche Masten errichtet werden, an denen Vögel vor Stromschlag geschützt sind.

Die EGE hat im vorliegenden Fall mit Erfolg beim Unternehmen interveniert. "Diese Masten hätten nie in Betrieb gehen dürfen, weil solchermaßen gefährliche Masttypen aufgrund der Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes unzulässig sind", schrieb die EGE im Januar 2011 an das Unternehmen. RWE Power versicherte daraufhin gegenüber der EGE, die Mastbauform vor Inbetriebnahme der Strecke abzuändern. Dabei werde man die aktuellen Regelungen und Empfehlungen zum Vogelschutz auf der gesamten Neubaustrecke berücksichtigen. RWE Power hat die EGE eingeladen, sich nach Abschluss der Maßnahmen an Ort und Stelle von dem Ergebnis zu überzeugen.

Die Planung und die überwiegende Ausführung der Hambachbahn erfolgten nach Unternehmensangaben vor der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes. Tatsache ist aber, dass seit dem 01.03.2010 keine gefährlichen Masten mehr errichtet werden durften. Der Einsatz der EGE hat zweifelsfrei eine große Zahl Vögel vor dem Stromtod bewahrt. Der Vorgang zeigt, dass sich Naturschutzvorschriften nicht von alleine durchsetzen. Das Vollzugsdefizit ist vielmehr das große Problem des Naturschutzes. Keine der beteiligten Naturschutzbehörden hatte die Mängel bemerkt oder sich die Masten überhaupt einmal angesehen. Und die großen Umweltverbände? Sie sind als Helfershelfer einer für Natur und Landschaft keineswegs problemfreien nationalen Energiewende und Retter des Weltklimas offensichtlich ausgelastet.

Neue VDE Vorschrift zum Vogelschutz - August 2011

Uhus auf Stromleitung © Rosl Rößner

Am 01. August 2011 ist eine neue Vorschrift in Kraft getreten. Sie regelt endlich, welche Masten als vogelsicher gelten können und welche Umrüstungsmaßnahmen wirkungsvoll sind. Sie ist gerade auch mit Blick auf das Datum beachtlich, zu dem in Deutschland alle vogelgefährlichen Mittelspannungsmasten umgerüstet sein müssen: der 31.12.2012.

Die Beachtung des Regelwerkes des Verbandes der Elektrotechnik (VDE) könnte nicht zuletzt viele Eulen vor einem unnötigen Stromschlag retten. "Könnte", denn wie konsequent die Vorschrift angewandt wird, muss sich erst noch erweisen. Nach wie vor sind viele Umrüstungen unzureichend oder gar nicht erst in Erwägung gezogen worden. An der fristgerechten Umrüstung aller Masten zweifeln deshalb nicht nur Pessimisten.

Deshalb kommt es so sehr auf das Engagement der Personen in den Naturschutzbehörden und -verbänden an, sich mit der technischen Seite des Problems und seiner Lösung zu befassen, um mit dem notwendigen Fachwissen ausgerüstet die Netzbetreiber zur Verantwortung zu ziehen. Bundesweit ist nur eine verschwindend kleine Zahl von Naturschützern mit diesem Thema vertraut und vermag gefährliche von ungefährlichen Masten zu unterscheiden. Immerhin diese Fachleute haben an der neuen Vorschrift mitgewirkt.

Für einen durchgreifenden Erfolg muss die neue Vorschrift auch außerhalb des Netzmanagements verstanden werden. Sie gehört auch in die Hand der Vogelschützer, die sich einen Überblick über die Zahl der in ihrer Region umzurüstenden Masten verschaffen sollten. Das ist die erste Voraussetzung, um den Netzbetreibern die Einlösung der gesetzlichen Pflichten abzuverlangen. Nach Einschätzungen von Sachverständigen geht es nicht um einige Tausend, sondern bis zu 350.000 umzurüstende Masten. Was könnte auf diesem Feld für den Vogelschutz erreicht werden, würden sich Naturschutzbehörden und -verbände dieser Sache annehmen! Das Recht ist auf ihrer Seite. Nirgendwo sonst im Vogelschutz läge der Erfolg so nahe.

Die neue Vorschrift gibt es leider nur zum Preis von 54,73 € beim VDE käuflich zu erwerben. Die EGE hat zwar an dieser Vorschrift mitgewirkt, musste aber wie alle anderen Mitautoren alle Rechte daran abtreten und hat nicht einmal einen Sonderdruck, den sie Interessenten zur Verfügung stellen könnte. Kopien dürfen nicht angefertigt werden. Grund sind die Urheberrechte, die auch bei anderen Richtlinien und Normen eine Rolle spielen.

Die Vorschrift kann bezogen werden beim
VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik Verlag GmbH
Bismarckstr. 33
10625 Berlin

Die EGE empfiehlt allen unteren Naturschutzbehörden - ggf. in Kooperation mit den örtlichen Vogelschutzverbänden - dem Problem auf den Grund zu gehen. Sie sollten über Fachleute verfügen, welche das Mittelspannungsnetz auf gefährliche Masten hin zu prüfen vermögen. Mit diesen Informationen sollten die Naturschutzbehörden die Netzbetreiber zur fristgerechten Entschärfung der Masten drängen. Nun kommt es darauf an, dass Naturschutzbehörden und -verbände in der Region die hierfür erforderlichen arbeitsteiligen Aktionen vereinbaren. Das geschieht bisher so gut wie nirgends und zeigt, wie schwach und einfallslos die Behörden und Verbände im Naturschutz tatsächlich sind. Dabei hilft die EGE bei diesem Unterfangen gerne mit eigenen Erfahrungen und Fachleuten. Erst kürzlich hatte die EGE das Leitungsnetz in drei verschiedenen Regionen Deutschlands auf den Stand der Umrüstung hin überprüft und erschreckende Mängel festgestellt.

Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 28,0 KB), wenn Sie den Kommentar der EGE zu dieser neuen Vorschrift lesen möchten.

Todesmast - August 2011

Gefährlicher Strommast im Brohltal © Stefan Brücher

Die EGE wird nicht müde, auf die Versäumnisse der Energienetzbetreiber hinzuweisen. Zehntausende ihrer Mittelspannungsmasten trachten Eulen, Greifvögeln und Störchen nach dem Leben. In 500 Tagen endet die den Netzbetreibern in Deutschland 2002 gesetzte gesetzliche Frist, diese Masten endlich vogelsicher umzurüsten. Einen solchen hochgefährlichen Mast zeigt das Foto. Der Mast ist wegen der "Blitzhörner" gefährlich. Sie müssen entfernt, die vorhandenen Isolatoren durch deutlich längere Isolatoren ersetzt werden.

Das Ding steht im beschaulichen rheinland-pfälzischen Brohltal. Beim Durchfahren des Tales wurde die EGE darauf aufmerksam. Wie viele Bussarde, Uhus oder Schwarzstörche mögen auf diesem Mast schon zu Tode gekommen sein? Die Vögel, die darauf ein tödlicher Stromschlag trifft, fallen herunter, werden rasch vom Fuchs oder Marder gefunden, fortgetragen oder schon an Ort und Stelle aufgefressen. Dennoch fand die EGE unter dem Mast ohne langes Nachsuchen den Schädel eines Waldkauzes.

Waldkauz © Rosl Rößner

Viele Vögel nutzen Masten als Ansitzwarte bei der Nahrungssuche, als Platz fürs Rufen, fürs Beuteverzehren oder nur fürs Ausruhen. So landen auch Schwarzstörche auf Masten – manche wohl nur ein einziges Mal. Der abgebildete Mast, auf dem der Schwarzstorch steht, ist hingegen der hängenden Isolatoren wegen kaum gefährlich.

Schwarzstorch auf Strommast © Stefan Brücher

Steinkauz-Brutsaison 2011 - August 2011

Junger Steinkauz © Lars Porta

Die Kölner Bucht ist eines der Dichtezentren des Steinkauzes in Deutschland. Hier liegt das Projektgebiet der EGE zum Schutz des Steinkauzes. Es umfasst die nordrhein-westfälischen Kreise Düren und Euskirchen. Die Hauptverantwortung für dieses Projekt tragen im Kreis Euskirchen Peter Josef Müller und Rita Edelburg-Müller sowie im Kreis Düren Doris Siehoff. Personelle Unterstützung erhielt Doris Siehoff vor allem von Achim Schumacher und Mitarbeitern der Biologischen Station des Kreises Düren.

Während im Kreis Euskirchen wie schon in den Vorjahren alle Reviere erfasst wurden, war es im Kreis Düren nur eine Teilmenge. Im Kreis Euskirchen sank die Zahl der besetzten Reviere von 89 auf 88. Dabei standen 21 verwaisten Revieren 12 wieder sowie 8 neu besiedelte Reviere gegenüber.

Im Kreis Euskirchen verliefen 69 Bruten erfolgreich. Im Kreis Düren mindestens 51. Das sind zusammen 120 erfolgreiche Bruten (vier weniger als im Vorjahr). Beringt wurden die Jungen von 118 Bruten, nämlich 382 junge Steinkäuze. Zudem wurden 27 Altvögel, die bei den Kontrollen in den Brutröhren angetroffen wurden, beringt. Bei den Kontrollen wurden drei Käuze angetroffen, die Ringe belgischer und niederländischer Beringungszentralen trugen.

Im Durchschnitt lag die Zahl der Jungen je beringter Brut 2011 bei 3,24 und damit geringfügig unter dem Vorjahreswert von 3,28. 2009 hatte der Wert nur bei rund 2,5 gelegen. Dass es eine für Käuze überdurchschnittlich gute Brutzeit war, zeigen die Ergebnisse aus dem Kreis Euskirchen mit über den Jahren gleicher Bearbeitungstiefe: Dort wurden 231 Jungvögel beringt; im Vorjahr 204 und im Jahr 2009 nur 132. Die Anzahl der beringten Steinkäuze stieg im Kreis Euskirchen insofern in diesem Jahr um weitere 13,2 %.

Zumindest für den Kreis Euskirchen haben sich die anfänglichen Befürchtungen nicht bestätigt, der Steinkauzbestand könnte nach dem dritten harten Winter in Folge einen schweren Rückschlag erlitten haben. Anlass zu den Befürchtungen gab nicht zuletzt die geringe Rufaktivität der Steinkäuze im Frühjahr, welche auf verwaiste Reviere schließen ließ. Peter Josef Müller und Rita Edelburg-Müller entschieden sich deshalb im Kreis Euskirchen zu einer Frühjahrskontrolle der Steinkauzröhren.

Der Steinkauzbestand hat sich hier vielmehr trotz der langen Schneelage auf dem Vorjahresniveau halten können. Es kam es zu einer hohen Zahl von Wieder- und Neubesiedlungen, aber auch zu mehr als ebenso vielen Revieraufgaben. Dabei wurden insbesondere die Reviere aufgegeben, in denen die Bruten schon im letzten Jahr erfolglos geblieben waren. Ein Steinkauzweibchen brach schließlich die Brut ab und wechselte in ein zwei Kilometer entferntes Revier, konnte aber auch dort nicht erfolgreich brüten. Die Zahl der nur von Einzelvögeln besetzten Reviere stieg von 4 auf 8.

Aus dem Kreis Euskirchen liegen auch Informationen über den Altersaufbau der Population vor: Das Durchschnittsalter von in den Steinkauzröhren angetroffenen 64 Altkäuzen - das sind immerhin 38 % der Brutvögel - betrug 2,2 Jahre (zum Vergleich 2010: 2,9; 2009: 2,13 und 2008: 3,46 Jahre).

Im Kreis Euskirchen stieg die Anzahl der erfolgreichen Bruten von 65 auf 69; hier betrug die Anzahl der Jungen je beringter Brut sogar 3,4 (im Kreis Düren 2,96). Das trockene Frühjahr hatte das Gras nur langsam sprießen lassen; den Käuzen - die ja vor allem während der Jungenaufzucht auf kurzrasiges Grünland angewiesen sind - war das zugute gekommen.

Peter Josef Müller bei der Beringung eines Steinkauzes © Rita Edelburg-Müller

Im Kreis Euskirchen begannen die Käuze frühestens am 05.04. und spätestens am 07.05. mit der Brut. Zu einer erfolgreichen Nachbrut kam es hier am 26.05.2011. Aus diesem Fünfer-Gelege gingen vier Junge hervor. Die Erstbrut war aufgegebenen worden, weil das Grünland weder beweidet noch gemäht worden war und die Jungen insofern nicht ausreichend mit Nahrung versorgt werden konnten. Nahrungsmangel aufgrund unzureichend beweideten oder gemähten Grünlandes war auch heuer ein Hauptgrund für gescheiterte Bruten. Die im hohen Gras unmögliche Mäusejagd macht aus Steinkäuzen noch keine erfolgreichen Kleinvogeljäger, wenngleich an machen Brutplätzen bevorratete Kleinvögel dokumentierten, dass Steinkäuzen die Vogeljagd gelang.

Ein bemerkenswertes Beispiel regelrechter Überversorgung zeigte sich bei einer Brut mit fünf Jungen im Kreis Euskirchen: In der Bruthöhle waren zahlreiche Mäuse deponiert, die allerdings wegen des herrschenden Überflusses schon in Verwesung übergegangen waren. Zwei der Jungen befanden sich mit stark verfilzten Schnäbeln und Krallen in einem schlechten Allgemeinzustand und konnten keine Nahrung mehr aufnehmen. Die Vögel wurden schließlich gereinigt, die toten Mäuse bis auf frische entfernt.

Junger Steinkauz © Doris Siehoff

Bemerkenswert ist auch der Wiederfund eines Steinkauzes, der 2007 als Jungvogel von Peter Josef Müller und Rita Edelburg-Müller versorgt und im Frühjahr 2008 freigelassen worden war. Etwa zwei Kilometer vom Freilassungsort entfernt hat dieses vierjährige Weibchen 2011 vier Junge aufgezogen und zwar ausgerechnet an dem mit 430 m höchsten Steinkauzbrutplatz im Kreis Euskirchen.

In diesem Jahr erwiesen sich drei Jungvögel als so schwach, dass sie nun von den Müllers versorgt und in nächster Zeit auf ein Leben in Freiheit vorbereitet im Kreis Euskirchen freigelassen werden. Vielleicht möchten Sie, liebe Leserin/lieber Leser, eine Patenschaft für einen der drei Käuze abschließen. Die EGE würde sich sehr freuen und von der Spende einen Teil der Versorgungskosten bezahlen können. Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt mit der EGE auf.

In drei besetzten Revieren im Kreis Euskirchen kam vermutlich je einer der Brutpartner ums Leben; in einem Fall nachweislich in einem Schornstein. Im Kreis Düren erwiesen sich offene Viehtränken und Regenwassertonnen erneut als Kauzfallen. Mit einem schräg in die Tränke gestellten Kantholz lassen sich Verluste leicht vermeiden. Es bedarf des wiederholten Appells an die Tierhalter, diese Vorkehrungen zu treffen. Im Kreis Düren bestätigte sich das schon im letzten Jahr registrierte Ergebnis: Gemessen an den Anfang der 1990er Jahre registrierten Bestandszahlen hat sich die Zahl der Vorkommen halbiert.

Von li. nach re.: Peter Josef Müller, junger Steinkauz, Rita Edelburg-Müller; Foto © Hans-Jürgen Zimmermann

Selbstkontrolle - August 2011

Waldohreule © Rosl Rössner

Die EGE war in der letzten Zeit mehrfach mit Aktivitäten von Geocachern konfrontiert, welche - gewiss aus Unwissenheit und Unachtsamkeit - Caches an Stellen eingerichtet haben, an denen z. B. Uhus in Ruhe brüten sollten und nicht - weder von vielen noch von einzelnen Personen - nach Plastikdöschen und ähnlichen Sachen gesucht werden sollte. Der Fairness halber ist zu sagen, dass sich die Geocacher auf diese Missgriffe hingewiesen zumeist bereit finden, die Caches zu deaktivieren.

Das ist erfreulich, ändert aber nichts an dem Umstand, dass eine ausschließlich ehrenamtlich tätige Organisation wie die EGE unmöglich die Sisyphosarbeit verrichten kann, Zigtausende von Caches zu überprüfen und sich nötigenfalls um deren Deaktivierung zu bemühen. Das könnte vermutlich nicht einmal eine staatliche Einrichtung. Im Übrigen erstreckt sich das Uhumonitoring der EGE auch nur auf die Uhubrutplätze in der Eifel - also eine einzige Art in einem einzigen deutschen Mittelgebirge. Geocaching vermag aber eine Vielzahl Arten zu bedrohen. Und dies überall, wo diese Arten (noch) vorkommen. Daher ist mehr denn je die Selbstbeschränkung der Geocacher verlangt. Für sie sollte es das Selbstverständlichste der Welt sein, wenigstens die Natura 2000 Gebiete wie auch andere staatlich eingerichtete Schutzgebiete nicht für ihren Freizeitspaß in Anspruch zu nehmen. Die Lage dieser Gebiete sollte eine Gruppe, die modernste GPS-Technik verwendet, leicht im Internet auffinden können.

Zu einer solchen Selbstbeschränkung sollte auch zählen, dass Baumhöhlen und andere offensichtlich als Brutplätze geeignete Habitate keine Depotplätze darstellen können. Und wäre es zuviel verlangt, die Einrichtung von Caches etwa im Wald oder in anderen auch für den Laien erkennbar naturnahen Gebieten auf ein zu definierendes Umfeld von Wegen zu beschränken und Sonderbiotope wie Steinbrüche und Felsen generell als Aktivitätsplatz zu meiden? Die Internetseite des Bundesamtes für Naturschutz, die nach eigenem Bekunden den Geocachern einen naturschutzverträglichen Weg weisen will und der EGE vom Bundesumweltminister unlängst so sehr empfohlen wurde, lässt jedenfalls in dieser Hinsicht viel zu wünschen übrig.

Windenergieanlagen über Wald - Juli 2011

Buche © Ralf Kistowski

Nach von Erdbeben und Flutwelle ausgelösten Atomunfällen in Japan sind die überzeugten, entschiedenen und kompromisslosen Befürworter der Atomwirtschaft hierzulande buchstäblich über Nacht zu ebensolchen Befürwortern regenerativer Energien mutiert. Mit der gleichen Rücksichtslosigkeit, mit der sie zuvor den Bau von Atomkraftwerken und Zwischenlagern durchgesetzt haben, bahnen sie nun beispielsweise der Windenergiewirtschaft den Weg. Der Weg führt geradezu in den deutschen Wald. "Damit sich etwas dreht in Deutschland", plakatieren die Bündnisgrünen und irgendwie jede andere der im Bundestag vertretenen Parteien auch.

Das unter politischen Druck geratene Bundesamt für Naturschutz wartet bereits auf mit einem neuen Positionspapier "Windenergieanlagen über Wald" - so als könne der Wald darunter seine Identität behaupten. Zwar ist das Amt um Schadensbegrenzung und die Verteidigung des grünen Drittels vor dem neuen Vermarktungsinteresse bemüht. Aber, der Anfang ist gemacht. Die Windenergiebranche ist längst in allen politischen Lagern goldenes Kalb und heilige Kuh zugleich. Deshalb bemühen sich nun so viele Organisationen zu erklären, dass auch der deutsche Wald nicht länger abseits stehen dürfe, sondern wie alle und alles in diesem Land der Windenergiewirtschaft Referenz erweisen müsse.

Als eine regierungsunabhängige Organisation, die der friedlichen Nutzung der Atomenergie seit jeher misstraut hat, besteht für die EGE keine Veranlassung, anderen auf einem Holzweg zu folgen. Die "10 Gründe, warum der Wald vor Windenergieanlagen geschützt werden sollte" sind deshalb noch genauso wahr wie vor den Atomunfällen in Japan. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 80,0 KB), wenn Sie diese Gründe noch einmal lesen möchten.

Beiträge aus dem Eulen-Rundblick - Juli 2011

Uhu © Gordana und Ralf Kistowski

Die Beiträge der EGE in Heft 61 - April 2011 - der Zeitschrift Eulen-Rundblick liegen nun auch als PDF vor.

Klicken Sie die Beiträge bitte an, wenn Sie diese lesen möchten.

Wir veröffentlichen die Beiträge an dieser Stelle mit freundlicher Zustimmung der Schriftleitung des Eulen-Rundblicks.

Der Eulen-Rundblick erscheint einmal jährlich. Er enthält Originalbeiträge, Fachberichte und Informationen über Biologie und Schutz der Eulen. Das Jahresabonnement kostet 10 Euro einschließlich Porto und Versandkosten. Bestellungen richten Sie bitte an Herrn Klaus Hillerich, Röntgenstr. 7, 64823 Groß-Umstadt,  klaus.hillerich@t-online.de. Der Eulen-Rundblick ist keine Zeitschrift der EGE, sondern die Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz bedrohter Eulen (AG Eulen).

Freizeitpark Vogelschutzgebiet - Juli 2011

Im Vordergrund Reste eines ums Leben gekommenen Uhus © Stefan Brücher

Es ist richtig: Die EGE ist über das wachsende Ausmaß des Geocachings und die damit verbundenen Risiken für gefährdete Tierarten besorgt. Die EGE wird deswegen in den Foren der Geocacher heftig kritisiert. Die Anonymität der sich dort äußernden Personen verleitet offenkundig zu einer besonderen Polemik. Die EGE hat allerdings die Hoffnung, dass die teils aggressiven und fast immer wenig sachlichen Meinungsäußerungen für die große Zahl der Geocacher nicht repräsentativ sind und verzichtet hier auf Zitate.

Die EGE ist an einer Sensibilisierung der Geocacher, der Naturschutzbehörden und der breiten Öffentlichkeit interessiert, um die Kolateralschäden dieses Freizeitvergnügens zu begrenzen. Dazu gehört gewiss der Bericht über Beobachtungen der EGE beispielsweise an Uhubrutplätzen.

So machte die EGE erst vor wenigen Tagen die folgende Entdeckung: An einem Hang an der Ahr haben in diesem Jahr Uhus gebrütet. Der Hang weist mehrere Caches auf, nach dem in den letzten Wochen offenkundig viele Personen gesucht haben müssen. Der Hang ist von Trampelpfaden überzogen. Die Vegetation ist zertreten, das Erdreich erodiert. Die Felsen sind mit Hinweisen auf die Verstecke versehen, Baumhöhlen mit Dämmstoffen und anderen zivilisatorischen Errungenschaften gefüllt.

Von den Uhus fehlt jede Spur - bis auf eine (im Bild): Zwischen den Verstecken und etwas abseits des Brutplatzes liegen die Reste eines diesjährigen Uhus. Die Todesursache lässt sich nicht mehr aufklären. Es spricht einiges dafür, dass der noch nicht flügge Jungvogel aufgrund von Störungen aus dem Nest gestürzt und auf diese Weise ums Leben gekommen ist. Dabei sind die dort deponierten Caches gewissermaßen normale Caches, also ohne besondere Schwierigkeiten und ohne ein Abseilen zu erreichen. Dies belegt, dass auch die für Natur und Landschaft problemlos scheinenden Verstecke keineswegs problemlos sind. Übrigens: Diese Versteckspielerei spielt sich ab im Europäischen Vogelschutzgebiet "Ahrgebirge", welches Rheinland-Pfalz u. a. zum Schutz der Uhus eingerichtet hat.

Uhubrutsaison 2011 in der Eifel - Juli 2011

Stefan Brücher auf dem Weg zu einem Uhu © Thorsten Kühle

Im Jahr 2011 brüteten 107 Uhupaare in der Eifel, davon 84 erfolgreich. Aus den erfolgreichen Bruten gingen 169 Junge hervor. Das sind 2,01 Junge je erfolgreiche Brut. Der Wert liegt damit über dem Wert von 1,86 im Jahr 2009, aber unter dem Vorjahreswert von 2,23. Drei Paare hatten je vier, 14 Paare je drei Junge, 48 Paare zwei Junge und 19 Paare ein Junges.

Unerfreulich und ähnlich hoch wie in den Vorjahren war mit 23 die Zahl der Brutaufgaben. Davon betroffen war immerhin jede fünfte Brut. Ein Teil der Brutaufgaben geht auf von Menschen herbeigeführte Störungen an den Brutplätzen zurück. In anderen Fällen ließen sich die Ursachen nicht zweifelsfrei aufklären. Neben den 107 Habitaten, in denen es zu Bruten kam, waren weitere 33 Habitate von einzelnen Uhus oder Uhupaaren besiedelt, ohne dass es dort zu einer Brut kam. Auch dieses Ergebnis ist möglicherweise eine Folge von Störungen. 44 Habitate waren nicht besiedelt.

Mit Ringen der Vogelwarten Radolfzell und Helgoland wurden 159 der 169 Jungvögel zu wissenschaftlichen Zwecken gekennzeichnet. Das Team der EGE hat hierfür mehr als 12.000 Kilometer zurückgelegt und 800 Arbeitsstunden im Gelände aufgewandt. Das Foto oben zeigt, auf welchen Wegen und unter welchen Mühen sich die Mitarbeiter der EGE den Uhus nähern, um diesen Beitrag zur Erforschung und zum Schutz der Uhus einzulösen. Alle diese Arbeiten verrichtet die EGE ehrenamtlich.

Zwei junge Uhus © Rosl Rößner

Vier junge Uhus wurden geschwächt, verletzt oder verwaist aufgefunden, so dass sie in die Obhut der EGE gelangten und nun in der Pflegestation Kirchwald in Rheinland-Pfalz bis zu einer erfolgreichen Wiederauswilderung ärztlich versorgt und unter der umsichtigen Aufsicht von Helga Steffens gepflegt werden.

Wenn Sie eine Möglichkeit sehen, diese und andere Initiativen der EGE mit Ihrer Spende zu fördern, tun Sie es bitte. Ihre Unterstützung ist herzlich willkommen. Die Fahrtkosten und die Kosten für die Pflege der über längere Zeit zu versorgenden Pflegeuhus schlagen schwer zu Buche. Selbstverständlich erhalten Sie eine Spendenbescheinigung zur Vorlage bei Ihrem Finanzamt. Eulen brauchen mehr als den Schutz der Dunkelheit. Sie brauchen Ihr und unser Engagement.

Eine individuelle Form des Spendens ist die Übernahme einer Uhupatenschaft. Für 100 € hat kürzlich Frau Annette Assmus (unten im Bild) eine solche Patenschaft übernommen. Bei der Beringung des Jungvogels hat sie ihren Schützling getroffen, ihn kurz in die Arme und sicherlich für immer ins Herz geschlossen. Vielleicht mögen auch Sie sich für eine Uhupatenschaft entscheiden. Schreiben Sie einfach an die EGE.

Annette Assmus und ihr Patenuhu © Stefan Brücher

Republik der Raffkes - Juli 2011

Windenergieanlagen und Maisfelder © EGE

Der Landkreis Aurich hat inzwischen eine zweite Windenergieanlage vorübergehend stillgelegt. Die Stilllegung gilt bis zum 01. August 2011 für die Zeit, in denen die in der unmittelbaren Nähe der Anlagen brütenden Wiesenweihen im Luftraum unterwegs sind: zwischen 4 und 22 Uhr. Das Verwaltungsgericht Oldenburg hatte eine Entscheidung des Landkreises für rechtens befunden und den Antrag auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes abgelehnt, mit dem sich der Betreiber gegen diese zeitliche Beschränkung des Betriebs einer Anlage gewandt hatte.

Die beiden Verfügungen des Landkreises, auf dessen Gebiet mehr als 500 Windenergieanlagen stehen, haben eine Welle von Gewaltandrohungen ausgelöst. Nach Angaben des Kreissprechers seien Übergriffe auf Wiesenweihen sowie den Mitarbeitern der Naturschutzbehörde körperliche Gewalt angedroht worden. "Man werde die Tiere vom Himmel holen", heißt es in der Online-Ausgabe der "Ostfriesischen Nachrichten" vom 01. Juli 2011. "Windkraft-Rowdys drohen Wiesenweihe mit Ausrottung", schreibt die Emder Zeitung einen Tag später. Dazu passt die Meldung, dass drei Eier aus einem der beiden Wiesenweihengelegen und ein Männchen der beiden Paare spurlos verschwunden sind. Nun werden die Nester von zwei Landkreismitarbeitern kontinuierlich beobachtet.

Zuvor hatten sich Anlagenbetreiber zu der Aussage verstiegen, die Zahl der Wiesenweihen sei in den letzten Jahren immer größer geworden und die im letzten Jahr an einer Anlage getötete Wiesenweihe "kein großer Verlust". Die Vorgänge betreffen das Gebiet der Gemeinde Krummhörn. Dort ist der Wiesenweihenbestand in diesem Jahr mit drei Brutpaaren so niedrig wie zuletzt 2008. 2010 waren es noch fünf Paare, 2006 sogar neun. Im Gemeindegebiet hat hingegen die Zahl der Windenergieanlagen längst die 150 überstiegen.

Übrigens wird auch aus anderen Teilen Deutschlands von Nestern gefährdeter Greifvogelarten berichtet, die buchstäblich über Nacht verschwunden sind oder aus den Bäumen gesägt wurden und auch von Fällen unter den Nestern getötet aufgefundener Jungvögel. Alle Vorkommnisse betreffen Stellen, wo die Zulassung geplanter Windparks am Schutz dieser Vögel hätte scheitern können.

Die Vorgänge in Ostfriesland zeigen eindrücklich, welche Gesinnung die Windenergiewirtschaft bewegt. Auf die berühmten "schwarze Schafe" lassen sich diese Reaktionen jedenfalls nicht beschränken. Diese Branche gibt zwar immer wieder vor, aus einer Verantwortung für die Umwelt heraus tätig zu sein. Tatsächlich unterscheidet sie sich in nichts von jedem anderen rein egoistischen Geschäftsinteresse. "Bemerkenswert sind nur der missionarische Eifer und die Aggression, mit der diese Branche gegen Naturschutzbelange vorgeht. Mit den atomaren Unfällen in Japan, die in Deutschland zu einer beispiellosen Idealisierung regenerativer Energieerzeugung geführt haben, scheint der Schutz gefährdeter Vogelarten vor der Windenergiewirtschaft seltsam anachronistisch", klagt ein EGE-Sprecher. "Hier ist mit Gutmenschentum maskiert dieselbe Gier am Werke wie in jeder anderen Branche, nur ausgeprägter und unverhohlener."

Die EGE spricht dem Landkreis Aurich an dieser Stelle noch einmal Dank aus. Die EGE kann sich denken, welchen Anfeindungen und anonymen Anrufen die Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde bis hinein in ihre Privatsphäre ausgesetzt sind. Währenddessen hört man von den großen Naturschutzverbänden auf Länder- und Bundesebene nichts. Nur, dass sie unter bestimmten Umständen jetzt auch für Windenergieanlagen in Vogelschutzgebieten und in Wäldern sind.

Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 212 KB), wenn Sie einen Zeitungsbericht der Ostfriesischen Nachrichten aus Aurich vom 01. Juli 2011 zu den Vorkommnissen im Landkreis Aurich lesen möchten. Wir veröffentlichen den Bericht hier mit freundlicher Genehmigung des Zeitungsverlags "Ostfriesische Nachrichten GmbH".

Auf Abwegen - Juni 2011

Dose der Jugend des Deutschen Alpenvereins © Lutz Dalbeck

Im Rurtal im nordrhein-westfälischen Teil der Eifel gibt es nach Beobachtungen von Dr. Lutz Dalbeck von der EGE kaum einen Felsen ohne Caches. Das Gebiet ist ein Europäisches Vogelschutzgebiet zum Schutz der Uhus. Aber dies scheint die Geocachingszene nicht zu kümmern.

Einer der in diesem Naturschutzgebiet jetzt von der EGE zugfällig in nächster Nähe zu einem Uhubrutplatz entdeckten Caches (oben im Bild) stammt von der Jugend des Deutschen Alpenvereins, die das Versteck dort ausweislich des aufgefundenen Logbuches während eines Jugendleitertreffens eingerichtet hat. Der Deutsche Alpenverein wird nicht müde, seinen Einsatz für den Schutz der Natur herauszustellen. Jetzt wissen wir, wie man sich dieses Engagement vorstellen darf.

Die Einträge auf der Website der Geocachingszene zeigen, was in diesem Europäischen Vogelschutzgebiet buchstäblich abgeht. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie sich ein Bild von den Zuständen unmittelbar an den Uhubrutplätzen dieses Gebietes machen möchten, solange die Geocacher die Belegaufnahmen noch nicht haben verschwinden lassen. Die Geocacher selbst haben den Bildern den passenden Titel zugedacht: "Auf Abwegen".

Windenergieanlage befristet stillgelegt - Juni 2011

Erinnern Sie sich? Im letzten Jahr war es in einem Windpark in Ostfriesland für Wiesen- und Rohrweihen zu gefährlichen und tödlichen Zwischenfällen gekommen. In diesem Jahr hat der Landkreis Aurich auf die Gefahr reagiert und eine Windenergieanlage befristet stillgelegt, in deren Nähe Wiesenweihen brüten. Der von namhaften Rechtsanwälten und Gutachtern der Windenergiewirtschaft unterstützte Anlagenbetreiber hielt die Entscheidung des Kreises für nicht gerechtfertigt. Das Gericht hat die Kritik zurückgewiesen. Die befristete Stilllegung sei zu Recht verfügt worden. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 84,0 KB), wenn Sie die Presseinformation des Verwaltungsgerichts Oldenburg zu diesem Fall lesen möchten.

Übrigens hatten auch Vertreter der großen Naturschutzverbände wie manche für die Windenergiewirtschaft tätige Gutachterbüros des Naturschutzes zuvor ein Kollisionsrisiko für Wiesenweihen immer wieder für unwahrscheinlich gehalten. Der Naturschutzbehörde ist im vorliegenden Fall auch deshalb ausdrücklich zu danken, weil sie mit der Unterstützung der großen Naturschutzverbände nicht rechnen konnte. Die Verbände sind eher die Verbündeten der Windenergiewirtschaft.

Dosenpfand - Juni 2011

Steinkauz © Rosl Rößner

Es gibt offenbar kaum noch Habitate, die vor dem sich ausweitenden Geocaching sicher sind. In das Visier der Versteckspieler sind nun auch die Brutplätze der Steinkäuze geraten. Aus Mainz wurden der EGE gleich zwei Fälle mitgeteilt. In diesen Fällen wurden die Cache-Dosen in die tatsächlichen oder geeigneten Bruthöhlen von Steinkäuzen gesteckt und binnen weniger Monate 118- und 270-mal gesucht und gefunden. Nun sind die Vögel verschwunden. Die Cache-Dosen verstopfen nicht nur die Brutplätze. In jedem Fall führen sie eine Vielzahl von Personen an die sensibelsten Standorte. Um die Caches herum bilden sich regelrechte Trampelpfade.

In Rheinland-Pfalz sind zurzeit 10.440, in Hessen 18.172, in Bayern 26.071 und in Nordrhein-Westfalen 32.433 Caches versteckt. Allein in Rheinland-Pfalz sind seit Beginn dieses Jahres rund 2.200 neue Dosen versteckt worden.

Die Beobachtungen aus dem Raum Mainz zeigen, wie riskant das scheinbar harmlose Versteckspiel für bedrohte Arten und wie wenig hilfreich die Haltung des Bundesumweltministers zum beschriebenen Problem ist. Der Spaß- und Freizeitgesellschaft genügt es schon lange nicht mehr, nur zu wandern, mit dem Rad zu fahren, zu joggen, spazieren zu gehen oder sich einfach auszuruhen. Die Natur findet jedenfalls auch abseits der Wege und Straßen keine Ruhe. Dabei könnte es so einfach sein: Baumhöhlen sind kein Platz für Einmachgläser, Filmdosen und Plastikbehälter. Einen solchermaßen schlichten Appell sucht man auf der vom Bundesumweltminister zur Problemlösung empfohlenen Natursport-Internetseite des Bundesamtes für Naturschutz vergeblich. Vielleicht sollten die Deutschen das Dosenpfand auf Cache-Dosen ausdehnen.

BMU und BfN bieten keine Hilfe an - Juni 2011

Geocaching gefährdet Uhus und viele andere Wildtiere. Das ist keine neue Erkenntnis. Im Januar 2011 hatte sich deswegen die EGE mit einem Appell an den Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen gewandt, er möge sich für die Lösung der wachsenden Konflikte zwischen Geocaching und Naturschutz einsetzen. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 48,0 KB), wenn Sie den Brief noch einmal lesen möchten. Nun hat das Ministerium der EGE geantwortet. Das Ministerium zeigt Verständnis für die Sorge der EGE, bietet aber keine annähernd durchgreifende Lösung an. Zwar heißt es in dem Schreiben, das Bundesumweltministerium setze sich gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) für ein naturverträgliches Geocaching ein. Tatsächlich bleibt dieser Einsatz vage.

Das Ministerium verweist stattdessen auf das Natursportinformationssystem des BfN. Dort wird der Geocachingszene lediglich empfohlen, Schutzgebiete zu meiden. "Da nicht zu betretende Gebiete in Deutschland aber gerade einmal etwas über 2% der Landesfläche ausmachen, lassen sich trotzdem noch genügend Versteckmöglichkeiten finden", so das BfN eilfertig nicht um Beruhigung beispielsweise der Uhubrutplätze, sondern der Anhänger des Geocachings bemüht.

Von den 1.500 Uhupaaren in Deutschland dürften mehr als 90 Prozent außerhalb solcher Schutzgebiete brüten. Die Antwort aus dem Ministerium und der Beitrag des BfN zum Geocaching gehen daher an den tatsächlichen Problemen vorbei. Wir fragen beide Behörden an dieser Stelle ganz konkret: "Was tun Sie für den Schutz der Uhus vor Geocaching?" Die Überprüfung der aktuell bereits rund 176.000 Caches in Deutschland kann doch unmöglich die Aufgabe einer ehrenamtlichen Naturschutzorganisation sein. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 744 KB), wenn Sie die Antwort aus dem Bundesumweltministerium lesen möchten. Mit der Antwort hatte sich das Ministerium mehr als hundert Tage Zeit gelassen.

Kohleuhus - Juni 2011

Uhus in einem Braunkohleflöz © Franz-Josef Göddertz

Um die ökologische Bilanz der Braunkohle, die im Städtedreieck Aachen-Düsseldorf-Köln im Tagebau gewonnen und in Kraftwerken für Strom verheizt wird, steht es nicht zum Besten. Uhus scheinen den Abbaurändern allerdings ganz ungewöhnliche Brutplätze abzugewinnen. Das belegt das Foto, welches uns Franz-Josef Göddertz von RWE Power zur Verfügung gestellt hat. Es zeigt einen jungen Uhu und einen Altvogel in der Wand eines Kohleflözes im rheinischen Revier. Die Tagebauränder sind für Uhus wegen der dort lebenden Kaninchen attraktive Nahrungshabitate.

Fotoalbum - Juni 2011

Stefan Brücher bei der Uhuberingung 2011 © Rosl Rößner

Die EGE hat nahezu alle jungen Uhus der diesjährigen Brutzeit zu wissenschaftlichen Zwecken mit Ringen der Vogelwarten Helgoland und Radolfzell gekennzeichnet. In diesem Jahr hat Tierfotografin Rosl Rößner mit ihrem Objektiv den EGE-Mitarbeitern bei der Beringung über die Schulter gesehen. Einige der dabei entstandenen Aufnahmen hat sie freundlicherweise für das Fotoalbum der EGE zur Verfügung gestellt. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie die Fotografien anschauen möchten. Die EGE sagt Frau Rößner auch auf diesem Wege herzlich Danke.

Drama um Uhu - Juni 2011

Von den Webcam-Uhus in der Eifel gibt es schlechte Nachrichten. Das stärkere der beiden Uhugeschwister hat dem schwächeren im Laufe eines Gerangels tödliche Verletzungen zugefügt. Dies geschah vermutlich infolge des Stresses, den Hunger ausgelöst haben dürfte. In den letzten Tagen gab es nämlich zu wenig Nahrung für die Jungen. Die Uhumutter wurde eine zeitlang nicht im Nestbereich gesehen. Der Vater konnte die Jungen offenbar nicht ausreichend versorgen, zumal die Väter die Beute zumeist nicht für die Jungen zerteilen, sondern einfach nur zum Nest bringen.

Die Mitarbeiter der EGE haben sich dann zu einer Rettungsaktion entschlossen. Sie hatten zuvor Laborratten in der Nähe des Nestes deponiert, welche der Vater schließlich auch den Jungen gebracht hat. Ein Kaninchen hat er selbst erbeutet und ebenfalls den Jungen vorgelegt. Nachdem der Zustand für den schwächeren Jungvogel aber immer bedrohlicher wurde, wollte die EGE das Junge in menschliche Obhut bringen.

Dieser Versuch musste aber aufgegeben werden, denn in der hereingebrochenen Dunkelheit bestand die Gefahr, dass das Uhumännchen einen am Felsen kletternden Menschen heftig attackiert hätte. Dieses Risiko konnte die EGE nicht eingehen. So ist nun - gerade nach dieser Entscheidung - in der Nacht zum 09. Juni eines der beiden Uhujungen ums Leben gekommen.

Die EGE ist darüber ebenso traurig wie die vielen Tausend Webcam-Zuschauer, die Zeuge der Tiertragödie geworden sind. Natürliche Abläufe können solche nach menschlichen Maßstäben traurigen und grausamen Ereignisse mit sich bringen. Wenn solche Abläufe natürlich sind, sollte man ihnen ihren Lauf lassen. Ist aber die Uhumutter etwa infolge einer Kollision mit einem Kraftfahrzeug oder einer Windenergieanlage oder einfach im Stacheldraht eines Weidezaunes um Leben gekommen ist, wie es so oft geschieht, liegen die Dinge doch anders und rechtfertigen eher ein Eingreifen.

Auf diesem Wege möchte die EGE allen Zuschauern danken, die sich in ihrer Sorge an die EGE gewandt, Ratschläge gegeben und ihr Engagement gezeigt haben. Nun wird es darauf ankommen, dass wenigstens das eine Uhujunge überlebt. Anzeichen sprechen dafür, dass die Uhumutter wieder aufgetaucht ist und die Chancen für den zweiten Jungvogel gut stehen.

"Wir machen den Weg frei" - Juni 2011

Ballonfahrt über dem Uhunest © Rolf Thiemann

Ballonfahrer fahren so ziemlich über alles. Sanft natürlich und schön anzusehen. Vielleicht nicht gerade über Kuckucksnester, weil Kuckucke ja keine eigenen Nester haben. Bei Uhus ist das schon anders, wie der folgende Fall gewissermaßen pars pro toto eindrücklich belegt:

Am 23.05.2011 beobachtete Rolf Thiemann gegen 20.40 Uhr wie ein Heißluftballon über einer Kiesgrube im Regierungsbezirk Köln immer mehr an Höhe verlor und schließlich der Fahrkorb unter die Böschungskante der Grube geriet - wohl weniger aus Unvermögen oder eines Schadens, sondern wohl mehr eines Kicks der Passagiere wegen. Was sagt man dazu?

Zu sagen ist, dass bis zu diesem Vorfall in dieser Grube drei Uhuküken heranwuchsen, im Verlaufe ihrer unfreiwilligen Begegnung mit dem Ballon eines der Küken aus dem Nest gerissen wurde, dieses Küken später völlig unterkühlt nur mehr mit schwachen Lebenszeichen von Herrn Thiemann aufgefunden und in sachkundige Hände gegeben worden ist. Nun ermittelt die Naturschutzbehörde gegen die Ballonfahrer.

Die Firma, die in vier Bundesländern nach eigenen Angaben "grandiose" Ballontouren anbietet, startet von mehr als 100 Plätzen aus. Und falls kein regulärer Starplatz in der Nähe ist, weiß die Firma Rat: "Vereinbaren Sie doch einfach einen Sonderstart auf einer geeigneten Wiese vor Ihrer Haustüre. Wir kommen gerne."

Mit von der Partie am 23.05.2011: Die Volksbank. Jedenfalls auf der Ballonwerbung (im Bild). Nicht unpassend. Wirbt sie doch schon länger mit dem Slogan "Wir machen den Weg frei". Jetzt wissen wir auch wohin.

Die zwei Seiten der griechischen Ein-Euro-Münze - Mai 2011

Alle sprechen von Griechenland. Wir auch: In der griechischen Mythologie gilt der Steinkauz als Sinnbild der Göttin Athene. Münzen mit dem Abbild des Steinkauzes waren schon im antiken Griechenland im Umlauf. Die Hellenische Republik hat sich beim Eintritt in die Währungsunion des antiken Vorbildes erinnert. Deshalb ziert „Athene noctua“ - die nächtliche Athene - die griechische Ein-Euro-Münze (im Bild).

Dieser Umstand verleiht einer Organisation zum Schutz europäischer Eulenarten wie der EGE gewiss keine geldwirtschaftliche Kompetenz. Die EGE bekennt sich aber als eine in Deutschland beheimatete Naturschutzorganisation zu den ideellen, geistigen und kulturellen Werten Europas. Deshalb beobachtet sie mit Sorge wie aus populistischen Motiven und nationalen Egoismen heraus Deutsche auf ein ganzes Volk in der Schuldenkrise herabsehen, es zu maßregeln suchen und maßlos kritisieren.

Dass es gerade die Deutschen sind, die an der Schuldenkrise Griechenlands verdienen, wird gerne übersehen. Tatsächlich haben die Deutschen nach wie vor nichts bezahlt. Dem deutschen Finanzminister brachten die Kredite der letzten 12 Monate vielmehr Zinsgewinne in Höhe von knapp 500 Mio. Euro ein. "Peanuts für den Finanzminister Wolfgang Schäuble, klar", so der Kolumnist Thomas Fricke am 20.05.2011 in der Financial Times Deutschland. "Nicht aber für den - sagen wir - "Bild"-Leser, der sich vor lauter Griechenland-Berichten ohnehin schon ganz arm fühlt. Vielleicht wäre es fürs allgemeine deutsche Bauchgefühl hilfreich, wenn der Finanzminister seinen Griechengewinn da einfach mal ans Volk ausschüttet, sagen wir, an jeden "Bild"-Leser einzeln. Und die FDP."

Bei "Bild"-Lesern sorgt möglicherweise EHEC vorübergehend für ein ganz neues Bauchgefühl. Die EGE hegt hingegen weiterhin freundschaftliche Gefühle für die griechische Nation. Gewiss nicht schon eines pekuniären Steinkauzes wegen. Die internationale Geldwirtschaft ist ein Markt freier Radikale. Die Griechenland aus der Schuldenkrise erwachsenen Folgen zeigen, dass die Geldwirtschaft nicht nur einer durchgreifenden Ökologisierung, sondern ebenso der Humanisierung bedarf. Von einer solchen Ordnung der Finanzmärkte und Kapitalströme ist die Welt weit entfernt, die EGE aber den Bürgern Griechenlands nahe, die zur Überwindung der Schuldenkrise große Opfer bringen und darüber zwischen Ionischem Meer und Ägäis den Schutz des Steinkauzes nicht vergessen.

Lottes Junge in Japan - Mai 2011

Die Webcam-Uhus in der Eifel begeistern nicht nur die deutschen Zuseher, sondern Menschen in aller Welt. In Japan sind sich die Zuschauer sicher: Die beiden jungen Uhus sind ein Weibchen und ein Männchen. Das Weibchen trägt dort den Namen Hina-chan, d. h. die Schöne. Das Männchen heißt Kei - wie der Spieler der japanischen Fußballnationalmannschaft Keisuke Honda. Kei habe ähnlich kräftige Beine wie der populäre Fußballspieler, hört man aus Japan. Die japanischen Zuschauer empfinden die beiden Uhus aus Deutschland als kleine Aufheiterung in der schwierigen Situation, in welche das Land nach Erdbeben, Tsunami und Atomunfall im März geraten ist. Die EGE kann sich nur freuen, sollten die Uhus auf diese Weise den guten Beziehungen zwischen Japan und Deutschland dienen. Völkerverbindende Uhus sind jedenfalls der Hysterie und Herablassung vorzuziehen, mit welcher Medien, Politik und Öffentlichkeit gerade in Deutschland die schwierige Lage in Japan über Wochen so unangemessen kommentiert haben.

Lottes Junge werden beringt - Mai 2011

Die beiden Jungvögel vom Uhubrutplatz in der Eifel, den SWR und EGE mit einer Webcam ausgestattet haben, werden am kommenden Sonntag, das ist der 22. Mai 2011, beringt. Die EGE beginnt mit der Aktion am Vormittag gegen 11 Uhr. Die Kamera wird zu der Zeit eigens einen größeren Ausschnitt in den Blick nehmen, so dass Sie bei der Kennzeichnung live dabei sein können. Die wissenschaftliche Uhuberingung soll nicht nur bio-ökologisches Wissen vermehren, sondern vor allem zu mehr Erkenntnissen führen über Risiken und Gefahren im Leben der Uhus, um sie immer besser schützen zu können. Bitte vergessen Sie nicht, am Sonntag zuzusehen. Zu den von der Webcam gesendeten Bildern gelangen Sie hier oder über den Button "Uhu-Webcam" in der Navigation auf der linken Seite.

Vielleicht mögen Sie auch eine Patenschaft für einen der jungen Uhus übernehmen. Für 100 € können Sie eine solche Patenschaft abschließen. Schreiben Sie einfach an die EGE, falls Sie Interesse an einer Patenschaft haben. Über die Patenschaft stellt Ihnen die EGE eine dekorative Urkunde aus. Einzelheiten erfahren Sie auf unserer Seite EGE - Patenschaften.

Leider gibt es auch etwas Trauriges mitzuteilen: Einer der vorjährigen Jungvögel vom Webcam-Brutplatz ist am 07. März 2011 tot im Westerwald von einem Spaziergänger aufgefunden worden. Der Uhu wies keine äußerlich sichtbaren Verletzungen auf. Die EGE bemüht sich gerade um eine Obduktion. Über das Ergebnis wird die EGE Sie an dieser Stelle informieren.

Grünlandumbruch und kein Ende - Mai 2011

Dauergrünland ist für den Schutz von Boden, Wasser, Klima, Landschaftsbild und Biodiversität außerordentlich wichtig. Es hat nicht zuletzt eine große Bedeutung für die im Offenland jagenden Eulenarten Uhu, Sumpfohreule, Schleiereule und Steinkauz, denn die Kleinsäugerdichte ist auf Grünland höher als auf Ackerland. Zudem sind Kleinsäuger auf kurzrasigem Grünland viel leichter zu erbeuten. Ein Charaktervogel des Grünlandes ist das Braunkehlchen (im Bild), das deshalb auch den Namen Wiesenschmätzer trägt und zu den gefährdeten Brutvogelarten in Deutschland zählt.

Die Nutzung des Dauergrünlandes ist nicht nur erheblich intensiviert worden, sondern die Dauergrünlandfläche ist in allen Bundesländern auch weiterhin rückläufig. Gründe sind die Aufgabe der Weidewirtschaft und der ungebremste Energiepflanzenanbau. Für dieses Ziel gerät immer mehr Grünland unter den Pflug.

So verringerte sich die Dauergrünlandfläche beispielsweise in Niedersachsen von 1,1 Mio. ha im Jahr 1984 auf 704.798 ha im Jahr 2009. Das ist ein Rückgang um 36 % in 25 Jahren. Allein zwischen 2003 und 2009 verringerte sich die Fläche um 9,8 %. Der größte Teil ist zu Ackerland umgewandelt worden.

In mehreren Bundesländern ist der Dauergrünlandanteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche so dramatisch zurückgegangen, dass die Landesregierungen aufgrund der Vorschriften des Gemeinschaftsrechts ein Umbruchverbot verhängen mussten. Das betrifft die Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und seit Anfang 2011 auch Nordrhein-Westfalen.

Landwirten kann in diesen Bundesländern auf Antrag eine Ausnahme von dem Verbot gewährt werden, wenn der Antragsteller eine gleichgroße Ackerfläche neu als Dauergrünland anlegt oder widmet. Die Entscheidung über die Zulässigkeit des Umbruchs trifft die Landwirtschaftsverwaltung. Beschränkungen aufgrund anderer Rechtsvorschriften in Bezug auf den Umbruch von Dauergrünland (z. B. des Naturschutz- und Wasserrechts) bleiben unberührt. An der Entscheidung über die Zulässigkeit des Umbruchs ist die untere Naturschutzbehörde zu beteiligen.

Die EGE hat erhebliche Zweifel, ob diese Vorschriften in der Praxis beachtet werden. Das gilt insbesondere für § 5 Abs. 2 Nr. 5 BNatSchG. Danach ist ein Umbruch von Grünland auf erosionsgefährdeten Hängen, in Überschwemmungsgebieten, auf Standorten mit hohem Grundwasserstand sowie auf Moorstandorten zu unterlassen. Dort widerspricht der Umbruch der guten fachlichen Praxis.

Sofern die Bestimmung des § 5 Abs. 2 Nr. 5 BNatSchG nicht schlichtweg ignoriert wird, setzt die Landwirtschaft viel daran, die im Gesetz genannten vier Standorte nach ihren Vorstellungen zu definieren, um auf diese Weise die Bestimmung zu unterlaufen. Aus aktuellem Anlass macht die EGE die Naturschutzbehörden und -verbände auf diese Lage aufmerksam. Diese Behörden und Verbände sollten keinerlei Verstöße gegen diese Vorschrift dulden.

Ist Grünland rechtswidrig umgebrochen worden, kann die Naturschutzbehörde die Wiederherstellung des früheren Zustandes anordnen. Verstößt der Umbruch gegen Cross-Compliance-Regelungen, können von dem betreffenden Landwirt Direktzahlungen zurückgefordert werden. Kommt es infolge des Umbruchs von Dauergrünland zu Schäden an bestimmten gemeinschaftsrechtlich geschützten Arten und Lebensraumtypen, können nach dem Umweltschadensrecht Haftungspflichten ausgelöst werden.

Auch in Süddeutschland schwindet das Grünland. Die Grünen im Bayerischen Landtag haben gerade vor diesem Verlust gewarnt. Im vergangenen Jahr seien im Freistaat fast 5.000 ha Grünland unter den Pflug gekommen, um dort Mais anzubauen. In 18 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten betrage der Grünlandverlust im Vergleich zum Jahr 2005 mehr als 5 %. Das ist die Schwelle, ab der - wird sie landesweit erreicht - das Bundesland ein Umbruchverbot erlassen muss.

Dass ausgerechnet die Grünen diese Entwicklung bedauern, ist bemerkenswert, denn es ist die von ihnen favorisierte vermeintlich umweltfreundliche Energieerzeugung auf dem Acker, die den Grünlandverlust forciert. Insofern sollten die Grünen nicht für das Melden eins Brandes Anerkennung erwarten, den sie selbst mit entfacht haben.

Erste Uhus beringt - Mai 2011

Die EGE hat in der diesjährigen Brutzeit bereits die Jungen aus 16 Bruten - insgesamt 36 Vögel - zu wissenschaftlichen Zwecken mit Ringen der Vogelwarten Radolfzell und Helgoland versehen. Einen der 36 zeigt das Foto. Zwar lässt sich noch keine abschließende Bilanz ziehen, aber in der Eifel scheinen dieses Jahr weniger Uhus zu brüten als im Vorjahr. Im Weserbergland ist die Lage noch deutlich ungünstiger, wie uns EGE-Mitarbeiter Albrecht Jacobs aus Stadtoldendorf mitteilte.

Auch in diesem Jahr sind Brutaufgaben nicht ausgeblieben. Diese wurden zumeist von Personen verursacht, die wissentlich oder unwissentlich den Brutplätzen zu nahe kamen. Die Verluste sind möglicherweise deshalb besonders hoch, weil das Wetter an Ostern besonders schön war und dementsprechend viele Menschen in die Natur drängten. So entscheidet über das Schicksal der Uhus nicht selten indirekt das Wetter an Ostern, am Maifeiertag, an Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Um Ostern herum gab ein Uhupaar in dem eigens zu ihrem Schutz eingerichteten Europäischen Vogelschutzgebiet im nordrhein-westfälischen Rurtal die Brut auf. Die letzte Brutaufgabe registrierte die EGE an diesem Brutplatz 2006. Die EGE hatte gehofft, dass die Uhus in diesem Gebiet endlich vor Störungen sicher sind.

Buchtipp: Seltene Vögel - Mai 2011

Auf der Erde leben ungefähr 200 Eulenarten. Einige dieser Arten sind extrem selten oder beinahe ausgestorben. Dazu zählen beispielsweise der 1997 in Indien wiederentdeckte Blewittkauz und in Südamerika der Peruanerkauz, dessen Schicksal wie das so vieler anderer seltener Vogelarten ungewiss ist. Das Buch "Seltene Vögel" von Dominic Couzens stellt 50 Vogelarten der Erde vor - darunter auch die beiden genannten Eulenarten sowie den in Nordamerika lebenden Fleckenkauz.

Jedes Einzelschicksal der auf unterhaltsam-anschauliche Weise portraitierten symbolträchtigen Arten ist eine Geschichte für sich - anrührend, spannend oder kurios, oft beschämend für die menschliche Rasse, mitunter aber auch ermutigend. Ermutigend im Falle der Arten, die unerwartet entdeckt, trotz widriger Umstände aus höchster Not gerettet oder verloren geglaubt und wiederentdeckt wurden. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Buchtipp der EGE lesen möchten.

Barrierefreiheit für Sumpfohreulen - Mai 2011

Rechtzeitig zum Beginn der Brutzeit hat die Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer den Umbau der Weidezäune auf dem Wester- und Ostergroen der Insel Spiekeroog abgeschlossen. Die Ostfriesischen Inseln sind das deutschlandweit wichtigste Rückzugs- und Brutgebiet für Kornweihe und Sumpfohreule. Stacheldrahtzäune sind für die im Tiefflug jagenden Vögel eine große Gefahr: Wenn sie sich im Draht verfangen, erleiden sie einen qualvollen Tod. 2010 wurden nur noch drei Brutpaare der Kornweihe und neun Paare Sumpfohreulen auf Spiekeroog gezählt.

Nach dem Abbau der alten Zäune auf zehn Kilometer Länge wurden tausend neue Pfosten aus FSC-zertifiziertem und geschältem Robinienholz fest in den Boden gerammt, die auf dem Inselheller auch Überflutungen standhalten müssen. "Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist es selbstverständlich, Gefahrenquellen für geschützte Vogelarten zu beseitigen", erklärte Claus Schulz von der Nationalparkverwaltung. Finanziert wurde die Maßnahme mit einem Umfang von 90.000 Euro aus dem Naturschutzhaushalt des Landes.

Der Abbau oder Umbau aller Stacheldrahtzäune im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer dürfte bei einer jährlichen Umbauleistung von zehn Kilometer allerdings noch viele Jahre in Anspruch nehmen. Die EGE wirbt in ihrem Faltblatt "In Norddeutschland Sumpfohreulen schützen" für eine rasche Beseitigung aller Stacheldrahtzäune. Die Sumpfohreule ist vom Aussterben bedroht.

Die Sache mit der Jagd - Mai 2011

Als die EGE im März auf dieser Website die unsensible Standortwahl einer Jagdkanzel in Text und Bild dokumentierte, mochte man die fehlende Rücksichtnahme des Jägers auf Natur und Landschaft für einen Einzelfall halten. Allerdings gingen in kurzer Zeit bei der EGE eine Reihe weiterer solcher Dokumente ein, die uns am Naturschutzbewusstsein in den Kreisen der Jagd zweifeln lassen.

Ein solcher Fall zeigt die Aufnahme, die uns Franz Rolf aus dem Kreis Coesfeld vorlegte. Der Waldkauz hatte in dem Nistkasten in der alten Buche selbst dann noch gebrütet, als die Jagdkanzel daneben gestellt wurde. Das war im Jahr 2010. Bis Anfang 2011 sah alles nach einer glücklichen Fortsetzung aus. Die Waldkäuze gaben den Brutplatz aber schließlich auf, als vor dem Kasten auch noch eine Schnur mit einer Feder angebracht wurde (s. Bild).

Die Manipulationen am Brutplatz sind nicht nur grober Unfug, sondern auch ein Verstoß gegen § 44 Abs. 1 Nr. 3 des Bundesnaturschutzgesetzes. Was der Jagdpächter mit der Sache zu tun hat, wissen wir (noch) nicht. Sollte er für den Unfug verantwortlich sein, könnte man über die Ausgabe von Waffenscheinen ins Nachdenken geraten.

Eulen-Rundblick Nr.61/2011 erschienen - Mai 2011

Die neue Ausgabe des Eulen-Rundblicks ist da. Das 160 Seiten (!) umfassende Heft enthält u. a. Beiträge der Jahrestagung 2010 in Halberstadt, zahlreiche Beiträge aus der Erforschung der europäischen Eulenarten, Literaturbesprechungen und aktuelle Nachrichten aus der Deutschen Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Eulen sowie den Jahresbericht 2010 der EGE.

Der Eulen-Rundblick erscheint einmal jährlich. Er enthält Originalbeiträge, Fachberichte und Informationen über Biologie und Schutz der Eulen. Das Jahresabonnement kostet 10 Euro einschließlich Porto und Versandkosten. Bestellungen richten Sie bitte an Herrn Klaus Hillerich, Röntgenstr. 7, 64823 Groß-Umstadt, klaus.hillerich@t-online.de. Der Eulen-Rundblick ist keine Zeitschrift der EGE, sondern die Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz bedrohter Eulen (AG Eulen).

Frohe Ostern - April 2011

Frühling in Deutschland - auch in der Eifel. Dort blühen jetzt die Kuhschellen (im Bild). Und nicht nur Webcam-Uhu "Lotte" hat Nachwuchs. Wer Ostern im Wald oder im Stadtpark unterwegs ist, sollte mitunter den Blick in die Höhe richten. Junge Waldkäuze haben mancherorts bereits die Nisthöhle verlassen und im Geäst Platz genommen. Falls Ihnen Waldkäuze im deutschen Wald zu provinziell sind und es sie eher in die Ferne drängt, halten wir für Sie einen Buchtipp bereit: "Vögel beobachten in Europa. Die besten Plätze vom Mittelmeer bis zum Nordkap." Die EGE wünscht allen Besuchern der Website frohe Ostern.

Protestaktion: Stoppt den Stromtod in Deutschland! - April 2011

An deutschen Mittelspannungsmasten sterben jedes Jahr ungezählte Eulen, Greifvögel und Störche. Trotz eindeutiger gesetzlicher Vorgaben verläuft die vogelfreundliche "Entschärfung" gefährlicher Masten durch die Netzbetreiber nur langsam. Eine vollständige Umrüstung dieser Masten in der vom Gesetzgeber festgelegten Frist bis Ende 2012 ist schon jetzt kaum noch zu schaffen. Das Komitee gegen den Vogelmord hat deswegen im April 2011 eine Protestaktion gestartet. Machen Sie mit, damit der Stromtod in Deutschland endlich gestoppt wird!

Nähere Informationen - z. B. zu den Protestpostkarten und Protestmails an den Vorsitzenden der Umweltministerkonferenz - finden Sie hier:

Bitte nehmen Sie sich die Zeit. Geben Sie Ihrem Protest Ausdruck und zeigen Sie, das Ihnen der Schutz der Vögel ein Anliegen ist.

Wutbürger - April 2011

Die Geschwindigkeitsbeschränkung auf einem 900 m kurzen Abschnitt der Landesstraße 249 zwischen Blens und Hausen erhitzt die Gemüter. Wir berichteten darüber auf dieser Seite zuletzt im März 2011 unter der Überschrift "Vom Blitz getroffen". Die Diskussion in der örtlichen Presse reißt nicht ab. Darin wird immer wieder behauptet, die Straße hätte vor dem Ausbau schneller befahren werden können als heute, Uhus seien bestenfalls nachts gefährdet und schließlich sei die Straße kein Tierpark.

Die EGE hat nun noch einmal zur Sache Stellung genommen:

Zwar ist es wahr, dass die Straße vor dem Ausbau mit 70 km/h befahren werden durfte. Wegen der zuvor schlechten und verengten Wegstrecke konnte aber kaum schneller als 50 km/h gefahren werden.

Das Kollisionsrisiko besteht für Uhus nicht nur in der Nacht. Die noch nicht flugfähigen jungen Uhus verlassen das Nest und wandern umher. Schon in der Vergangenheit sind deswegen Uhus auf die Fahrbahn und unter die Räder geraten - und zwar tagsüber. Zwar handelt es sich bei der L 249 tatsächlich nicht um einen Tierpark. Aber immerhin verläuft die Straße zwischen Blens und Hausen durch ein zum Schutz des Uhus eingerichtetes Europäisches Vogelschutzgebiet.

Übrigens geht es in der Sache um 18,6 Sekunden. Das ist nämlich die Zeitersparnis, würde man die Strecke nicht mit den zulässigen 50, sondern 70 km/h befahren dürfen.

Der Vorgang zeigt, auf welche Akzeptanzprobleme der Naturschutz immer dann trifft, wenn er einer Gruppe oder auch nur dem Einzelnen Beschränkungen abverlangt - ganz gleich, wie geringfügig sie sein mögen. Ob die gerade von den Vereinten Nationen ausgerufene Dekade zum Schutz der Biodiversität daran etwas zu ändern vermag, darf bezweifelt werden. Hierzulande denken die Menschen eher an die Gorillas im Bergwald als an Uhus in der Eifel. Das ist ja auch viel bequemer so.

Das Bundesnaturschutzgesetz verstehen und anwenden - April 2011

2010 ist ein neues, nunmehr in den Ländern unmittelbar geltendes Bundesnaturschutzgesetz in Kraft getreten. Es eröffnet den Ländern nur einen begrenzten Abweichungsspielraum. Der Schutz der in Deutschland lebenden Eulenarten erfordert nicht allein Kenntnisse über Biologie und Ökologie dieser Arten, sondern um nichts weniger Kenntnisse über das Naturschutzrecht. Gerade hieran fehlt es bei vielen Personen in den Naturschutzbehörden als den bestellten Pflichtverteidigern und insbesondere in den Naturschutzverbänden, die ihrerseits Anwälte für die öffentliche Sache des Naturschutzes und der Landschaftspflege sein sollen. Für alle diese Personen dürfte sich der von Jochen Schumacher und Peter Fischer-Hüftle herausgegebene Kommentar zum neuen Bundesnaturschutzgesetz als verlässliche Arbeitshilfe erweisen. Die EGE sagt über diesen Kommentar: "Die Autoren haben dem in mancher Hinsicht schwachen Bundesnaturschutzgesetz einen in jeder Hinsicht starken Kommentar zur Seite gestellt." Klicken Sie bitte hier, wenn Sie sich für unseren Buchtipp interessieren, das Naturschutzrecht verstehen und der Sache des Naturschutzes zum Recht verhelfen möchten.

Notizen aus der Provinz - April 2011

Die Uhus brüten an vielen Stellen unter erschwerten Bedingungen. Ein besonders krasses Beispiel möchte ihnen die EGE nicht vorenthalten:

In einem vom Land Rheinland-Pfalz eigens zum Schutz der Uhus eingerichteten Vogelschutzgebiet hat der Steinbruchbetreiber zwei für Uhus nutzbare Brutplätze zerstört. Der artenschutzrechtlichen Auflage der Naturschutzbehörde aus dem Jahre 2008, an anderer Stelle einen alternativen Brutplatz anzulegen, ist er nicht nachgekommen. Jetzt brüten die Uhus aus lauter Verlegenheit an einer anderen Stelle. Genau diese Stelle strahlt die Gemeinde des Nachts aus touristischen Gründen und ganz gegen die Bedenken der oberen Naturschutzbehörde mit grellen Scheinwerfern an. Der Strom kommt immer noch zu billig aus der Steckdose. Der Brutplatz ist in nächster Nähe mit drei Windenergieanlagen umstellt. Weitere werden folgen. Schließlich wollen alle raus aus der Atomenergie und rein in das Zeitalter der regenerativen Energie. Exakt am Uhubrutplatz haben Geocacher einen Geocache eingerichtet. Man erreicht ihn mit einem Abseilakt.

Nun hat der Bürgermeister der EGE zugesagt, einige der Scheinwerfer auszuschalten. Und die Geocacher ließen sich dafür gewinnen, den Geocache aufzugeben. Die deutschlandweite Überprüfung dieser Caches kann aber kaum die Aufgabe einer ehrenamtlichen Naturschutzorganisation sein. Deshalb hat sich die EGE bereits im Januar mit einem Appell an den Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen gewandt, er möge sich für die Lösung der wachsenden Konflikte zwischen Geocaching und Naturschutz einsetzen. Eine Antwort hat die EGE bis heute nicht erhalten. Der Umweltminister hat im Augenblick wohl andere Sorgen. Er möchte Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen werden.

Vom Beitrag der Jagd zum Artenschutz - März 2011

Jagdkanzel neben Steinkauzniströhre © Alfred Schulte

"Wo Gott eine Kirche baut, stellt der Teufel eine Kapelle daneben." Die EGE ist natürlich nicht der liebe Gott, auch möchte sie die Jäger nicht verteufeln. Aber ein bisschen fühlt sich die EGE bei dem oben gezeigten Foto doch an dieses Sprichwort erinnert. Doris Siehoff und Alfred Schulte haben erst im letzten Jahr den Nistkasten für Steinkäuze in den Kirschbaum gehängt. Nun steht eine Jagdkanzel daneben. Von einer sensiblen Standortwahl kann kaum gesprochen werden, was den selbstgefälligen Slogan, Jagd sei angewandter Artenschutz, eher widerlegt. Das Bauwerk ist an dieser Stelle gewiss kein Beleg für die Umsicht des Waidwerks, sondern in jeder Hinsicht daneben.

Tod im Nussbaum- März 2011

Strangulierter Steinkauz © Ordnungsamt der Gemeinde Weilerswist

Die Zivilisation gefährdet Eulen auf tausendfache Weise. Die Gefahren sind oft ebenso banal wie tödlich. So wurde gerade einem Steinkauz eine Drachenschnur zum Verhängnis. Sie hing als Überbleibsel harmlosen Herbstvergnügens in einem Walnussbaum. In der Schnur hatte sich der Kauz unglücklich verfangen und schließlich stranguliert. Im letzten Jahr war er von Doris Siehoff nestjung in der Eifel beringt worden. Den Tod an der Schnur fand er jetzt 25 km nordöstlich des Beringungsortes in Weilerswist.

Mittelspannungsmasten. Diesmal Mecklenburg-Vorpommern - März 2011

Anfang des Jahres hatte die EGE die Umweltminister von Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit den Ergebnissen einer Flächenstichprobe über den Stand der Umrüstung gefährlicher Mittelspannungsmasten in ihren Ländern konfrontiert. Die Studie hatte gezeigt, dass der Anteil solcher Masten in bedeutenden Vogellebensräumen nach wie vor dramatisch hoch ist und die bisherigen Umrüstungsbemühungen unzureichend sind. Die Untersuchung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Stiftung "The Stork Foundation" und mit finanzieller Förderung des Komitees gegen Vogelmord e. V.

Nun hat auch das Umweltministerium in Schwerin der EGE geantwortet - und zwar Umweltminister Dr. Till Backhaus persönlich.

In seinem Schreiben kündigt der Minister an, in der Sache "mit den Netzbetreibern in Kontakt zu treten". Bemerkenswert ist das Ministerschreiben auch deswegen, weil es die von der EGE in allen Bundesländern vermuteten Informationslücken auch für Mecklenburg-Vorpommern bestätigt: "Gegenwärtig liegt den Naturschutzbehörden des Landes Mecklenburg-Vorpommern kein landesweiter Überblick zum tatsächlichen Stand der bereits erfolgten sowie der noch erforderlichen Umrüstungsarbeiten vor". Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 592 KB), wenn Sie das Schreiben des Ministers lesen möchten.

Das niedersächsische Umweltministerium hatte der EGE zuvor ähnlich geantwortet. Die EGE wird sich zu einem späteren Zeitpunkt erneut an beide Ministerien wenden, um von den Ergebnissen der zugesagten Bemühungen zu erfahren.

Vom Blitz getroffen - März 2011

Schilder an der L 249 in der Eifel © Achim Schumacher

Zum Schutz von Uhus hat der Landrat des nordrhein-westfälischen Kreises Düren eine Geschwindigkeits-Messanlage installieren lassen. Die moderne Anlage - kein altmodischer Starenkasten - registriert aus beiden Fahrtrichtungen Kraftfahrzeuge, die schneller fahren als erlaubt. Auf einer Strecke von 900 m darf nur höchsten Tempo 50 gefahren werden. Zwei große Schilder mit der Aufschrift "Vogelflug" und dem Aufdruck einer Uhu-Silhouette machen am Straßenrand auf die Situation aufmerksam. Die Geschwindigkeitsbeschränkung war der Preis für die Zulassung des Ausbaus der Stecke, die zwar zuvor schneller befahren werden durfte, wegen des schlechten Ausbauzustandes aber nicht schneller befahren werden konnte. Direkt über dem Straßenabschnitt brüten Uhus. Das Foto zeigt diese Situation. Das Tempolimit soll die Uhus vor einer Kollision mit Kraftfahrzeugen schützen. Eine ausbaubedingte Gefährdung der Uhus war von der EGE nicht unbegründet befürchtet worden, wie die Zahl der Kollisionsopfer an vergleichbaren Straßen in der Eifel zeigt.

Vor drei Wochen wurde die Messanlage installiert. Seitdem seien bereits 737 Verkehrsteilnehmer erwischt worden, der schnellste 109 km/h gefahren, die Bürger wütend, Anwohner fühlten sich beeinträchtigt und abgezockt. Das berichtet die örtliche Presse. Die EGE hat für diese Haltung wenig Verständnis. Gerade die Anwohner können von dem Tempolimit nicht überrascht sein. Sie können vielleicht sogar zufrieden sein, weil die ausgebaute Straße nun entgegen ihren Befürchtungen nicht zur Rennstrecke wird, sie und ihre Kinder weniger durch "Raser" gefährdet werden und das schöne Rurtal weniger verlärmt wird. Auch für nicht Ortskundige ist die Situation klar, denn nur wenige Meter hinter den Schildern "Tempo 50" und "Vogelflug" informiert unübersehbar ein weiteres Schild "Achtung Geschwindigkeitsmessungen".

Die Straße gehört nicht gerade zu den viel befahrenen Landesstraßen. Umso mehr überrascht die hohe Zahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen. Die hohe Zahl zeigt an, was solche Beschränkungen ohne Kontrolle wert sind. Die EGE hat dem Landrat des Kreises Düren Wolfgang Spelthahn für sein entschlossenes Handeln ausdrücklich gedankt. Zuvor war bereits der Bürgermeister der Stadt Heimbach im Rat beschimpft worden. Er hatte in seiner Bürgerschaft für Verständnis für die gefundene Lösung geworben. Die Straße verläuft durch eines der wenigen Europäischen Vogelschutzgebiete, welche Nordrhein-Westfalen zum Schutz des Uhus eingerichtet hat.

Uhu. Bitte nicht stören - März 2011

Uhu © Gordana und Ralf Kistowski

Von dreizehn Uhupaaren in der Eifel, die normalerweise Mitte März bereits mit der Brut begonnen haben, brüten derzeit erst sechs. Insofern sind die Uhus in diesem Jahr offensichtlich nicht ganz so schnell wie in anderen Jahren. Das zeigt eine aktuelle Stichprobe der EGE. Solche Unterschiede sind aber ganz natürlich.

Gar nicht natürlich sind hingegen viele Gefahren, die den Uhus drohen. Die EGE beobachtet insbesondere die wachsende Zahl von Geocaches in Uhulebensräumen mit Sorge. In der Nähe von Uhubrutplätzen können Geocacher leicht Bruten vereiteln. Über das Ausmaß dieser Gefährdung berichtet die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Der Falke" 58/2011. Der Beitrag veranschaulicht das Problem anhand realer Fälle besonders eindrücklich am Beispiel von Uhu und Wanderfalke. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Beitrag lesen möchten (pdf-Datei, ca. 1,69 MB). Wir veröffentlichen den Beitrag an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung des Aula-Verlags.

Das Fazit der Autoren: "Die rasant zunehmende Zahl von Caches in Steinbrüchen und Felsen wird die Lebensbedingungen der Uhus, aber auch die der Wanderfalken, verschlechtern. Die Zahl der Brutabbrüche wird zunehmen, die jahrzehntelange, intensive Arbeit der Wiedereinbürgerung der Uhus in Deutschland in Frage gestellt. Und dies nur für ein Spiel."

Die EGE hatte in einem Schreiben vom 19.01.2011 den Bundesumweltminister mit den mit dem Geocaching verbundenen Problemen konfrontiert und ihn um die Entwicklung durchgreifender Lösungsstrategien gebeten. Eine Antwort hat die EGE bisher nicht erhalten. Vom Geocaching sind nicht allein Uhus betroffen, sondern eine Vielzahl von Arten. Daher genügt es nicht, allein auf eine Löschung der Uhu kritischen Caches zu drängen. Erforderlich ist vielmehr eine Vorgehensweise, die dem Schutz der Gesamtheit der betroffenen Arten gerecht wird und die Handlungsfähigkeit der wenigen Personen in den Naturschutzbehörden und -verbänden nicht übersteigt.

Reisegesellschaft mit Federohren - März 2011

Waldohreulen in einer Birke © Dietmar Nill/linnea images

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift versteht sich als Anwältin von Natur und Wildnis. Zur Förderung der Nationalparke in Deutschland, ihrer Akzeptanz und Achtung hat sie viel beigetragen. Bis heute begleitet sie die Entwicklung der Nationalparke und Großschutzgebiete in Deutschland kritisch, kompetent und stets konstruktiv. Aus diesem Grunde empfiehlt die EGE diese Zeitschrift mit den Worten, die Horst Stern für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Zudem eröffnet Ihnen die Zeitschrift neue Reisewege in die Natur - so beispielsweise in die großen Schutzgebiete im In- und Ausland. Herausgeber der Zeitschrift ist der Verein der Nationalpark-Freunde e.V. Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag.

In der aktuellen Ausgabe 1/2011 finden Sie u. a. einen Beitrag von EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer über Wald- und Sumpfohreulen mit dem Titel "Reisegesellschaft mit Federohren". Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Beitrag gewissermaßen als Leseprobe lesen möchten (pdf-Datei, ca. 484 KB).

Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Dann klicken Sie bitte hier www.oekom.de/zeitschriften/nationalpark/probeabo.html.

Eulen erforschen und schützen – März 2011

Zeichnung Waldohreule © Michel Bludau

Im Oktober 2006 fand das 6. Internationale Symposium "Populationsökologie von Greifvogel- und Eulenarten" in Meisdorf/Harz statt. Der gerade erschienene 485 Seiten umfassende Tagungsband 6/2009 ist zum Preis von 34,50 (inkl. Versandkosten) erhältlich beim Förderverein für Ökologie und Monitoring von Greifvogel- und Eulenarten e. V., c/o Ubbo Mammen, Buchenweg 14, D-06132 Halle (Saale). Dieser Band kann allen Personen, die an der Erforschung einheimischer Eulen und Greifvögel arbeiten, empfohlen werden.

Acht der 37 Beiträge befassen sich mit Eulen – so mit der Bestandszunahme und Wiederausbreitung des Steinkauzes in Hessen, dem Vergleich der Überlebensraten von Nachzuchten und Freilandbruten von Schleiereulen und Steinkäuzen in Ost-Österreich aufgrund von Beringungsdaten, dem Uhu als Bauwerksbrüter, der telemetrischen Untersuchung zur Raum- und Habitatnutzung des Uhus in Nordbayern im Zusammenhang mit einem Windpark, dem Waldkauz in Leipzig, der Waldohreulen-Schlafplatzerfassung in Sachsen-Anhalt sowie der Erfassung von Eulenbeständen im Wald.

Einer der Beiträge gilt den artenschutzrechtlichen Schädigungs- und Störungsverboten am Beispiel einheimischer Eulenarten. Dieser Beitrag bietet einen allgemein verständlichen Überblick über die Bestimmungen des Naturschutzrechts, die für den Schutz einheimischer Eulenarten beachtlich sein können. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 3,87 MB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten. Er ist insbesondere den Personen zu empfehlen, die nicht nur europäische Greifvogel- und Eulenarten erforschen, sondern diese Arten auch schützen möchten.

EGE erinnert an Annette von Aretin – März 2011

© dpa Annette von Aretin

Vor fünf Jahren starb im Alter von 85 Jahren Annette von Aretin. Seit den fünfziger Jahren gehörte sie zu Robert Lembkes Team im unvergessenen Ratespiel des Bayerischen Fernsehens "Was bin ich?". An die engagierte Eulenschützerin erinnert die EGE.

Als "grand dame" der guten Fernsehunterhaltung warb sie nach ihrer Pensionierung mit ihrer großen Popularität, viel Herz und Verstand bei Banken, Industriellen und einfachen Leuten charmant und überaus wirkungsvoll für die Anliegen der EGE. Über die Gründe ihres Engagements gab sie selbst Auskunft:

"Die EGE ist mit der Bitte an mich herangetreten, in der Öffentlichkeit für den Uhu und die Eulen um Verständnis, Überleben und Unterstützung zu werben. Ich tue das gerne, weil Naturschutz für das Überleben der Menschheit notwendig ist und die Eulen mich schon seit meiner Jugendzeit fasziniert und mein Leben lang begleitet haben. Mein Herz schlägt im Besonderen auch für Eulen. Ich habe mich entschlossen bei der EGE mitzumachen, weil die EGE nicht nur ein Naturschutzverband wie viele andere ist, sondern darüber hinaus wesentliche Erfolge erzielt hat - gerade im Schutz des Uhus. Ich will die EGE unterstützen, diesen Erfolg für alle Eulen auszuweiten."

Nach ihrem Tod am 01. März 2006 ist ihr Platz in der EGE leer geblieben.

Parallelen - Februar 2011

Boot auf dem Trockenen © Eberhard Giese

Eine angemessen kritische Haltung gegenüber der Windenergiewirtschaft nimmt nur eine Minderzahl der Naturschutzverbände in Deutschland ein. Auffälligerweise sind es kleine Organisationen wie die EGE, der Wattenrat oder auch die Arbeitsgemeinschaft biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e. V. (ABU). Auf den Beitrag der ABU "Kollision von Greifvögeln mit Windenergieanlagen" verweisen wir deshalb gerne an dieser Stelle.

Die großen Naturschutzorganisationen zeigen hingegen eine enge Verbundenheit mit der Windenergiewirtschaft – so etwa der Dachverband der deutschen Naturschutzverbände – der Deutsche Naturschutzring – oder auch einige Landesverbände des NABU, welche Windenergieanlagen selbst in Natura 2000 Gebieten das Wort reden. Unabhängigkeit ist eben oft eine Sache der Minderheit so wie die Wahrheit nicht immer eine Mehrheit findet. Den Geschichtskundigen mag die Lage an die innerkirchliche Situation am Ende des Mittelalters erinnern. Als sich Papst und Bischöfe satt von ihrem Auftrag entfernt hatten, waren es die kleinen Reform- und Bettelorden, die das Schiff Petri wieder flott machten.

Dabei nimmt die Debatte um den Einfluss von CO2 und den Beitrag der Windenergiewirtschaft zum Klimaschutz selbst ersatzreligiöse Züge an. Verlangt wird ein Bekenntnis für die Windenergiewirtschaft. Wer die Dogmen der selbstsicheren Klimaschützer in Frage stellt, gilt rasch als Häretiker. Die Parallelen sind allerdings nicht endlos: Denn während die segensreichen Wirkungen der Windenergiewirtschaft bisweilen Glaubenssache sind, sind die Kolateralschäden in Gestalt toter Vögel unter den Rotoren mit Händen zu greifen. Die EGE verlangt daher nicht grundlos Aufklärung statt Verklärung der Windenergie.

Aus der ABU (nicht aus dem NABU) kommt verdienstvoller Weise auch die Kritik an dem im Oktober 2010 von der EU-Kommission vorgelegten Leitlinien-Dokument mit dem Titel "Windenergieentwicklung und NATURA 2000". Bestandteil dieser Leitlinie ist die Einschätzung des Kollisionsrisikos sowie des Meideverhaltens europäischer Vogelarten gegenüber Windenergieanlagen. Diese Leitlinie hat das bis 2010 verfügbare Wissen nur unzureichend berücksichtigt. Aufgrund der Informationen aus der deutschen Schlagopferkartei erweisen sich 33 Brutvogelarten wie z. B. Sumpfohreule, Fischadler, Baumfalke und Wespenbussard als kollisionsgefährdet, die aber in den EU-Leitlinien bemerkenswerter Weise fehlen. Bei weiteren 19 Brutvogelarten ist das Kollisionsrisiko größer als es im EU-Papier dargestellt wird. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Beitrag der ABU lesen möchten.

Praxisfall: Uhus versus Windpark - Februar 2011

Uhu © Gordana und Ralf Kistowski

In Deutschland werden immer mehr Windenergieanlagen errichtet. Zu den heute 22.000 Anlagen kommen jährlich etwa 800 hinzu. Die Naturschutzbehörden sind kaum in der Lage, bedeutende Vogellebensräume vor diesem Teil der Energiewirtschaft zu schützen. Zu mächtig sind die Investoren und zu groß die finanziellen Interessen. Die Verteidigung bedeutender Vogellebensräume fällt auch deshalb schwer, weil ein großer Teil der Naturschutzverbände den von der Windenergiewirtschaft vorgeschobenen Klimaschutzambitionen tendenziell näher steht als ihren satzungsgemäßen Aufgaben des Naturschutzes und der Landschaftspflege.

Die EGE streitet hingegen in einer ganzen Reihe von Fällen für den Schutz bedeutender Vogellebensräume vor dem Gewinnstreben der einflussreichen Windenergiewirtschaft. So beispielsweise in einem Fall in Nordrhein-Westfalen. Dort brüten in einer Kiesgrube Uhus und im Umfeld dieser Grube in den Getreidefeldern Rohrweihen. Die Planung unterschreitet die Abstandsempfehlungen der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten so sehr, dass sich mit einem Windpark das Tötungsrisiko für Uhus und Rohrweihen signifikant erhöht. Um die Windparkpläne dennoch zu verwirklichen, wird sogar das Unbrauchbarmachen der Brutplätze erwogen. Mit den Plänen hat auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV NRW) zu tun. Die EGE hatte bereits vor Jahren von einem Windpark an dieser Stelle dringend abgeraten.

Die EGE hat nun in einer ausführlichen Stellungnahme die beachtlichen Sachverhalte noch einmal dargelegt und den Verantwortlichen ins Gewissen gesprochen. Wir veröffentlichen dieses Schreiben an dieser Stelle aus zwei Gründen: Erstens zeigt es exemplarisch, mit welchen Mitteln die Windenergiewirtschaft ihre Interessen durchzusetzen versucht. Zweitens liefert es Argumente, die für den Schutz der Uhus vor der Windenergiewirtschaft auch anderenorts hilfreich sein könnten und deshalb insbesondere von den Naturschutzbehörden beachtet werden sollten. - Ob im vorliegenden Fall der zuständige Kreis dem Windpark die gebotene Absage erteilt, ist noch fraglich. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 56,0 KB), wenn Sie die Stellungnahme der EGE lesen möchten.

Steinkauz hofft auf EuGH - Februar 2011

Gordana und Ralf Kistowski © Steinkauz

Die Generalanwältin beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) Juliane Kokott hat sich in einem weit reichenden Schlussantrag für eine Stärkung des Artenschutzes in Europa ausgesprochen. Ausgangspunkt ist eine Klage gegen Frankreich in der Rechtssache C-383-09 wegen einer unstreitigen deutlichen Verschlechterung des Erhaltungszustandes des Feldhamsters im Elsass als Folge der landwirtschaftlichen Praxis und städtebaulicher Entwicklungen. Die Generalanwältin gelangt in ihrem Schlussantrag für Arten mit einem engen Aktionsradius und schlechten Erhaltungszustand zu dem Ergebnis, dass ein großräumiger Schutz der Lebensstätten geboten sei, der neben der unmittelbaren Fortpflanzungs- und Ruhestätte auch die diese umgebenden Lebensräume einschließen müsse. Gegenstand des Schlussantrages ist die an einem effektiven Artenschutzrecht orientierte Auslegung des Artikels 12 der FFH-Richtlinie.

Sollte der EuGH dem Schlussantrag folgen, ergäbe sich hieraus ein Gegengewicht zu der zuletzt eher zurückhaltenden deutschen Rechtsprechung. Möglicherweise bedürften dann auch die Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes der Nachbesserung. Deutschland hat nämlich die artenschutzrechtlichen Schädigungsverbote des § 44 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG auf den Schutz der Fortpflanzungs- und Ruhestätten verengt. Beispielsweise darf deshalb der Baum, in dem der Steinkauz brütet, nicht gefällt werden. Die den Baum umgebende Wiese ist in diesen Schutz aber nicht ohne weiteres eingeschlossen, obgleich der Steinkauz ohne die Unversehrtheit des Grünlandes gar nicht erfolgreich brüten kann.

Die deutsche Naturschutzpolitik hat sich stets durch einen besonders halbherzigen Artenschutz ausgezeichnet. Deswegen werden die von Bund, Ländern und Kommunen verbal so oft bekräftigen Artenschutzziele so gründlich verfehlt. Der EuGH hat sich in der Vergangenheit mehrfach den Schlussanträgen der Generalanwältin angeschlossen. Wenn auch in diesem Fall, dürften sich die Perspektiven nicht zuletzt für den Schutz der in Europa lebenden Eulenarten verbessern.

Von deutschen Regierungs- wie auch Nichtregierungsorganisationen gehen schon seit längerer Zeit keine Impulse mehr für den Artenschutz aus. Verbesserungen werden Deutschland zumeist nur von der Europäischen Union und dem EuGH abgerungen. Auf Ankündigungen deutscher Parteien, Natur und Landschaft nur noch in dem Umfang schützen zu wollen, wie es das europäische Naturschutzrecht zwingend verlange ("eins zu eins", wie man sagt), lässt sich insoweit gelassen antworten: "Ja, bitte. Wenigstens das."

Wir geben ihrer Zukunft ein Zuhause - Februar 2011

Winterlandschaft © Michael Papenberg

Während der Wintermonate zimmerten die Mitarbeiter der EGE Schleiereulenkästen. Die ersten zehn von insgesamt dreißig Kästen haben bereits einen Platz insbesondere in landwirtschaftlichen Gebäuden im Kreis Euskirchen gefunden. Sie warten nun auf Schleiereulen als Mieter. Auf Bauernhöfen sind Schleiereulen immer noch gern gesehen. Allerdings bieten die modernen landwirtschaftlichen Zweckbauten den anmutigen Mäusejägern zumeist keine geeigneten Brutplätze mehr. Die HIT Umwelt- und Naturschutz-Stiftungs-GmbH unterstützt deshalb das Schleiereulen-Projekt der EGE mit einem Zuschuss in Höhe von 3.000 €. Die EGE hofft, dass die freien Plätze bald besetzt sind und in den Kästen - nach einem verlustreichen Winter - eine neue Generation Schleiereulen schlüpft. Die EGE sagt der HIT Stiftung "Danke"! Für die Fortsetzung des Projektes ist die EGE dringend auf Spenden angewiesen. Bitte prüfen Sie, ob nicht auch Sie einen kleinen Betrag für dieses Vorhaben erübrigen können. Die Kästen plaziert die EGE dort, wo den Schleiereulen genügend Grünland für die Jagd auf Mäuse zur Verfügung steht und vielbefahrene Straßen fern sind. Zugleich bemüht sich die EGE, die Landwirte von einem Verzicht auf Mäusebekämpfungsmittel und das Entschärfen von Gefahrenstellen zu gewinnen. Solche Gefahrenstellen sind nicht nur Viehtränken und Güllelager, sondern auch Getreidetrocknungsanlagen, in welche Schleiereulen leicht herein- und nicht mehr herausfinden.

Gefährliche Masten an der Elbe - Februar 2011

Waldohreule © Roland Breidenbach

Im Biosphärenreservat Elbtalaue stehen zahlreiche für Vögel hochgefährliche Mittelspannungsmasten - nach einer Hochrechnung der EGE 1.700 Masten. Darüber berichtete u. a. die Zeitschrift "Naturschutz und Landschaftsplanung" im Heft 2/2011. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 756 KB), wenn Sie den Bericht lesen möchten. Ende 2010 hatte die EGE das niedersächsische Umweltministerium über die dramatisch hohe Zahl vogelgefährlicher Mittelspannungsmasten im Biosphärenreservat Elbtalaue im Landkreis Lüneburg informiert und an das Ministerium den dringenden Appell gerichtet, die Netzbetreiber zum Einlösen der gesetzlichen Umrüstungspflichten anzuhalten. Nun hat das niedersächsische Umweltministerium der EGE geantwortet und Konsequenzen angekündigt. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 540 KB), wenn Sie die Stellungnahme des Ministeriums lesen möchten.

Die Stellungnahme aus Niedersachsen belegt, dass die staatlichen Stellen über den Stand der Umrüstung gefährlicher Masten nicht hinreichend informiert sind, was auch für die Lage der Naturschutzverwaltung in anderen Bundesländern zutreffen dürfte. Wie einige andere Bundesländer hatte Niedersachsen 2007 eine Karte prioritärer Umrüstungsbereiche erarbeitet. Das von der EGE untersuchte Gebiet an der Elbe zählt sogar zu den Gebieten, in denen die Umrüstung dieser Karte zufolge von höchster Priorität ist. Dies zeigt nur, wie wenig solche Prioritätensetzungen in der Praxis wert sind. In den Naturschutzverwaltungen von Ländern und Kommunen fehlen Personen, die gefährliche Masten von ungefährlichen Masten unterscheiden können. Auch in den Vogelschutzverbänden ist dazu fast niemand fähig oder bereit. Schon deshalb findet eine Kontrolle nicht statt. Die Länder haben zwar schöne Prioritätenkarten herstellen lassen - allerdings zumeist folgenlos. Das ist auch das Versäumnis der Naturschutzverbände. Anstatt sich dieses drängenden naturschutzpolitischen Vollzugsproblems auf dem Gebiet der Energiewirtschaft anzunehmen, betreibt der Deutsche Naturschutzring (DNR) eine in jeder Hinsicht fragwürdige Kampagne Pro-Windenergie. Der DNR ist der Dachverband der im Natur- und Umweltschutz tätigen Verbände in Deutschland.

Uhupopulation im Rurtal - Februar 2011

Uhu aus dem Rurtal 2010 © Achim Schumacher

Der Bruterfolg der Uhupopulation im Naturschutzgebiet "Buntsandsteinfelsen im Rurtal von Untermaubach bis Abenden" im nordrhein-westfälischen Kreis Düren ist gestiegen. Während die mittlere Jungenzahl der dort vorkommenden fünf Uhuvorkommen in den 1990er Jahren bei 0,51 und in den Jahren 1985-89 sogar bei nur 0,4 lag, wurde 2008 und 2009 eine mittlere Jungenzahl von 1,2 und 2010 mit 9 flüggen Jungvögeln sogar eine mittlere Jungenzahl von 1,8 erreicht. Das Foto zeigt einen der Jungvögel. Der positive Trend verdankt sich den ab 1999 getroffenen Beschränkungen des Klettersports und anderer störender Freizeitnutzungen. Für eine durchgreifende Beruhigung des Gebietes setzt sich nicht zuletzt der Kreis Düren ein.

In den letzten zehn Jahren lag die mittlere Jungenzahl bei 1,08. Für eine sich selbst tragende Uhupopulation muss die mittlere Jungenzahl über 1,0 liegen. Für eine günstige Entwicklung der Population, welche Rückschläge in z. B. witterungsbedingt ungünstigen Jahren ausgleichen kann, muss der Wert 1,2 übersteigen. Das Naturschutzgebiet in der Rureifel ist eines der wenigen Vogelschutzgebiete zum Schutz des Uhus in Nordrhein-Westfalen. Erstmals ist das Gebiet seit drei Jahren in Folge nicht mehr auf eine Zuwanderung von Uhus aus dem Umland angewiesen. Allerdings: Selbst in Abbau befindlichen Steinbrüchen liegt die mittlere Jungenzahl häufig deutlich höher. Dort kann es zwar in Einzelfällen zu betriebsbedingten Verlusten kommen; freizeitbedingte Störungen scheiden aber deshalb aus, weil in Betrieb befindliche Steinbrüche für Klettersportler, Spaziergänger, Fossiliensammler, Geocacher und andere Personen gesperrt sind.

Uhubrutplatz Online - Februar 2011

Uhuauge © Stefan Brücher

Ob die Uhus in der Eifel auch in diesem Jahr wieder vor der Kamera brüten und Junge aufziehen? Wir wissen es nicht. Aber für eine Übertragung ist alles bereit. Die Uhus rufen ganz in der Nähe des mit einer Kamera ausgerüsteten Brutplatzes. Manchmal sogar am Tage. Das Männchen hat den Brutplatz nachweislich auch schon angeflogen und unter Einsatz von Schnabel und Gefieder einen möglichen Platz für die Eiablage vertieft. Auf spannende Bilder vom Brutplatz wilder Uhus wartet die Webcam jedenfalls auch 2011. Es dürfte sich bald lohnen, die aktuellen Bilder der Webcam unter http://webcam.pixtura.de/SWR_UHU/ wieder häufiger abzurufen.

Der Windenergiewirtschaft Grenzen setzen - Februar 2011

Uhu im Flug © Gordana und Ralf Kistowski

Schon 2005 hatte der Niedersächsische Landkreistag (NLT) "Hinweise zur Berücksichtigung des Naturschutzes und der Landschaftspflege bei Standortplanung und Zulassung von Windenergieanlagen" herausgegeben. Diese Hinweise liegen nun in einer 3. Auflage vor. Das Ergebnis kann sich in allen Teilen sehen lassen. Es hat auch Bedeutung für den Schutz der in Deutschland heimischen Eulenarten. Die Berücksichtigung dieser Hinweise könnte auch in anderen Bundesländern hilfreich sein. Der NLT ist gewissermaßen der Dachverband der Naturschutzbehörden der niedersächsischen Landkreise.

Der NLT benennt Gebietskategorien des Naturschutzes und der Landschaftspflege, die auf der Ebene der Regional- und Bauleitplanung einschließlich gebotener Abstände generell nicht für die Windenergiewirtschaft zur Verfügung stehen sollen. Darunter sind auch bisher nicht besonders geschützte Lebensräume bestimmter Vogelarten. Die neue Auflage hat dazu die von der Länder-Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten 2007 veröffentlichten Abstandsregelungen für Windenergieanlagen zum Schutz bestimmter Vogellebensräume und der Brutplätze bestimmter Vogelarten vollständig übernommen. Zudem lehnt der NLT den Bau von Windenergieanlagen im Wald ab.

Neben der Vorlage des Kataloges allgemeiner und artbezogener Ausschlussgebiete und Abstände ist es ein Verdienst des NLT, die Anforderungen an die Untersuchungen aufzuzeigen, die als Voraussetzung für die Entscheidung über neue Windenergiestandorte von Investoren oder Kommunen absolviert werden müssen. Die Veröffentlichung hält auch die landesweit einheitlichen Maßstäbe bereit, welche für die Abschätzung und Bewältigung der von Windenergieanlagen ausgelösten Eingriffsfolgen benötigt werden. Heraushebenswert sind die Empfehlungen auch deshalb, weil sie Fakten herausstellen und sich gegen eine Verharmlosung der Auswirkungen von Windenergieanlagen wenden.

Wie in der Vergangenheit kommt es nun darauf an, dass die Naturschutzbehörden von Politik und Windenergiewirtschaft nicht gehindert werden, diese Anforderungen durchzusetzen. Die Windenergiewirtschaft ist gegen die Anwendung der Empfehlungen des NLT immer wieder vor Gericht gezogen, im Kern aber stets gescheitert. Die Verwaltungsgerichte sehen z. B. auch in den Abstandsempfehlungen zum Schutz bedeutender Vogellebensräume eine verlässliche Orientierung für die Entscheidung über die Zulässigkeit weiterer Windfarmen sowohl in der Regional- und Bauleitplanung als auch im immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahren.

Falls sich die großen Naturschutzverbände in Deutschland doch noch um eine ihnen gemäße und gemäßigte Position gegenüber der Windenergiewirtschaft in den einzelnen Bundesländern bemühen sollten - die Empfehlungen aus Niedersachsen können ihnen helfen, genau diese Position zu finden. Dabei wäre es bereits ein Gewinn, wenn sich die Naturschutzverbände für die Anwendung der von der Länder-Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten herausgegebenen Abstandsregelungen einsetzten. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 316 KB), wenn Sie die Empfehlungen des Niedersächsischen Landkreistages lesen möchten.

Geocaching gefährdet Uhus - Januar 2011

Uhu © Gordana und Ralf Kistowski

Geocaching ist eine neue Freizeitbeschäftigung mit rasch steigender Anhängerzahl - und eine Gefahr für störungsempfindliche Tierarten wie den Uhu. Die EGE hat sich dieses Problems wegen an den Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen gewandt und ihn gebeten, sich gemeinsam mit den Länderumweltministern um eine Lösung des Problems zu bemühen. "Vielleicht gelingt es ja unter der Federführung Ihres Hauses", so die EGE an den Minister, "dieses Problem in der laufenden zum Schutz der Biodiversität ausgerufenen Dekade zu lösen." Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 48,0 KB), wenn Sie diesen Brief lesen möchten.

Der Steinkauz in Deutschland - Januar 2011

Nordrhein-Westfalen trägt für den Schutz des Steinkauzes nationale Verantwortung, denn hier leben dreiviertel der etwa 8.000 Steinkauzpaare in Deutschland. Deshalb sollte das nordrhein-westfälische Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) über die notwendige Kompetenz verfügen, um eine Tagung über "Gefährdung und Schutz des Steinkauzes in Deutschland" auszurichten. Eine Tagung mit diesem Anspruch findet vom 25.-27.03.2011 im Artenschutzzentrum Metelen (Kreis Steinfurt) statt. Ausrichter der Tagung sind neben der Vogelschutzwarte im LANUV die Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW, die AG zum Schutz bedrohter Eulen (AG Eulen), der Naturschutzbund Deutschland (NABU NRW) und die Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft (NWO).

Die Tagung soll einen Überblick über die aktuelle Bestandssituation, -entwicklung und Verbreitung der Art in Deutschland geben. Gegenstand der Veranstaltung sind auch ausgewählte Schutzprojekte in einigen Bundesländern.

Gebotenerweise sollen nicht zuletzt die Gefahrenursachen thematisiert werden, die dem Steinkauz aus der fortschreitenden Industrialisierung der Agrarwirtschaft - beispielsweise dem Anbau von Energiepflanzen und dem Rückgang des Grünlandes - erwachsen. Auch die spätestens seit 2007 geltenden (im Programm bemerkenswerter Weise als "neu" deklarierten) artenschutzrechtlichen Vorschriften, die zum Schutz des Steinkauzes beitragen könnten, würden sie denn von den Personen in Politik, Verwaltung und Verbänden verstanden und in rechter Weise angewandt, sind Gegenstand des Tagungsprogramms.

Insofern haben sich die Veranstalter viel vorgenommen, was nun die Referenten, Moderatoren und Teilnehmer hoffentlich auch einlösen. Die EGE wird ihr Augenmerk gerade auf die Vermittlung der rechtlichen Aspekte richten, die in der Praxis allzu oft ignoriert, marginalisiert, banalisiert, fehlinterpretiert oder nach Jahren noch als Novum empfunden werden - oft bereits innerhalb des Vogelschutzes selbst.

Die Tagung beschließt eine Exkursion in ein Naturschutzgebiet mit Bilderbuchbiotopen in der "charakteristischen münsterländischen Kulturlandschaft". Steinkauzbeobachtungen dürften garantiert sein. Die Besichtigung der von der fortschreitenden Bebauung bedrohten Steinkauzlebensräume etwa in der Kölner Bucht bleibt den Tagungsteilnehmern erspart. Die harten Konflikte zwischen Bauleitplanung, Kommunalpolitik und Artenschutz sind nicht jedermanns Sache. In der Kölner Bucht besiedelt der Steinkauz - anders als im Münsterland und am Niederrhein - vor allem die mit alten Obstbäumen bestandene Peripherie der Ortschaften. Dort hat der Steinkauzbestand in den letzten zwanzig Jahren gebietsweise um fast die Hälfte abgenommen. Das schöne Exkursionsziel dürfte allerdings nicht nur der Imagepflege des Landes, sondern auch den Erwartungen der Teilnehmer geschuldet sein.

Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 464 KB), wenn Sie das Programm sehen möchten.

RWE Power errichtet verbotswidrige Masttypen - Januar 2011

RWE Power gräbt für Kohle westlich des Rheins im Städtedreieck Köln - Aachen - Düsseldorf nicht nur mit schweren Folgeschäden die Natur und Landschaft einer ganzen Region um. Das Unternehmen verlegt hier auch die Autobahn A 4, eine Bundesstraße und die so genannte Hambachbahn, um an noch mehr Kohle zu gelangen. Auf der Hambachbahn transportiert RWE die geförderte Braunkohle aus dem Tagebau Hambach zu den Kraftwerken. Diese Eisenbahn wird nun am Rande des Tagebaus zweigleisig, elektrifiziert und mit neuester Signal- und Stellwerkstechnik neu errichtet. Wie schön.

RWE investiert hier allerdings nicht nur wie es in der Unternehmensinformation heißt "120 Mio. Euro in die Zukunft der Region", sondern sorgt zugleich für den massenhaften Tod zahlreicher Stromschlag gefährdeter Vogelarten. RWE hat für die neue Hambachbahn nämlich jüngst hunderte neue Tragmasten der Oberleitungen in einer für Vögel hochgefährlichen Bauweise errichtet. Die EGE hat dies gerade bestürzt festgestellt. Diese Masten werden nie in Betrieb gehen dürfen, weil solchermaßen gefährliche Masttypen aufgrund der Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes unzulässig sind. Das Bild oben zeigt einen kleinen Ausschnitt der 15 km langen Strecke.

Die EGE hat sich deswegen in einem Brief am 10. Januar 2011 an RWE gewandt. Darin heißt es: "Zwar mag Ihr Unternehmen hier tatsächlich "VORWEG GEHEN", wie Sie es in Ihrem Unternehmensslogan herausstellen. Die Richtung dürfte aber mit dem geltenden Bundesnaturschutzgesetz kaum vereinbar sein."

Der Vorgang ist auch deshalb bemerkenswert, weil RWE bereits vor Jahren verbotswidrig gefährliche Mittelspannungsmasten errichtet hatte, hieran nachweislich 2008 ein Uhu zu Tode kam und die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen RWE mit der Begründung einstellte, die Beschuldigten bedauerten ihr Verhalten offensichtlich und es könne erwartet werden, dass RWE durch das bisherige Ermittlungsverfahren hinreichend beeindruckt und gewarnt sei. Wie wenig das Verfahren das Unternehmen tatsächlich beeindruckt hat, zeigt der von der EGE dokumentierte neue Fall.

Die EGE hat sich mit ihrer Beobachtung auch an das nordrhein-westfälische Umweltministerium gewandt und den Minister aufgefordert, in dieser Sache tätig zu werden. Auf den Ausgang der Sache darf man gespannt sein.

Uhutorte zum neuen Jahr - Januar 2011

Eine ungewöhnliche Spende traf in der EGE-Geschäftsstelle zum Jahreswechsel ein. Die EGE sagt der Konditorin aus der Nähe von Bonn für das Naschwerk herzlichen Dank. Am visuellen Genuss des Backwerks lässt die EGE die Besucher dieser Website gerne teilhaben. Das Kunstwerk ist allerdings bereits aufgegessen.

Bundesregierung ist ahnungslos - Januar 2011

In einer an sich verdienstvollen Kleinen Anfrage haben sich Abgeordnete und die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestag im November 2010 an die Bundesregierung gewandt und diese nach dem Stand der Umrüstung gefährlicher Mittelspannungsmasten gefragt. So beispielsweise nach der Anzahl der in den letzten zehn Jahren durch Stromschlag an diesen Masten getöteten Vögel. So beispielsweise nach der Anzahl der seit 2002 entschärften Masten. So beispielsweise nach der Kontrolle der Umrüstung. Immerhin schätzen Fachleute die Anzahl gefährlicher Masten auf 350.000.

Zu allen diesen Fragen blieb die Bundesregierung in ihrer Antwort vom 14.12.2010 Zahlen und Fakten schuldig. Die Bundesregierung weiß es schlichtweg nicht. Die Bundesregierung muss es allerdings auch nicht wissen, denn für die Kontrolle der fristgerechten Umrüstung der gefährlichen Masten ist nicht der Bund, sondern sind die Länder verantwortlich. Das betont die Bundesregierung in ihrer Antwort völlig zu recht. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 56 KB), wenn Sie die Antwort der Bundesregierung lesen möchten.

Allerdings - und das ist das Verstörende - wissen auch die Landesregierungen zur Sache nichts oder fast nichts. Diese Erfahrung hatte die EGE bereits 2006 bei einer entsprechenden Anfrage an die Landesregierungen gemacht. Die länderspezifischen Ergebnisse sind in der Zeitschrift "Naturschutz und Landschaftsplanung" 39, (3), 2007: 94-95 veröffentlicht worden und für nahezu alle Länder geradezu beschämend.

Auch heute, weniger als zwei Jahre vor Ablauf der den Netzbetreibern gesetzten Umrüstungsfrist, ist die Faktenlage beinahe dieselbe. Kaum eine Landesregierung ist über die Anzahl der gefährlichen Masten im Bilde und folglich auch nicht in der Lage, die Umrüstung zu kontrollieren.

Die verehrten Abgeordneten und die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestag wären gut beraten, ihre gut gemeinte Anfrage zuständigkeitshalber an die Landesregierungen zu richten und dort auf Aufklärung zu drängen. Darum bemüht sich die EGE seit einem halben Jahrzehnt!

Dabei sollten die Bündnisgrünen die Landesregierungen nicht vergessen, in denen sie selbst - so wie in Nordrhein-Westfalen - für die Beantwortung dieser Fragen die Verantwortung tragen. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN müsste dazu ihre Anfrage kaum umschreiben, nur die Adressaten ändern. Ob sie es tun wird? Eine solche Anfrage könnte für die Länder sehr unangenehm sein und sie endlich zum Handeln bewegen. Die Kleine Anfrage hat dem staunenden Leser insofern nicht allein die Ahnungslosigkeit der Bundesregierung vor Augen geführt, sondern zugleich die mangelnde Kenntnis der wohlmeinenden Bundestagsabgeordneten von den Zuständigkeiten im deutschen Naturschutz. Mit einer Anfrage in den Länderparlamenten ließe sich dies wettmachen.

Sumpfohreulen schützen - Januar 2011

Ab sofort wirbt die EGE mit einem Faltblatt für den Schutz der Sumpfohreule. Nach Jahrzehnten der Zerstörung der Feuchtgebiete zählt die Sumpfohreule zu den seltensten Brutvogelarten Mitteleuropas. In Mitteleuropa ist der Brutbestand mit 70 bis 130 Paaren lediglich auf den west- und ostfriesischen Inseln im Wattenmeer noch stabil und mit Abstand das wichtigste Brutvorkommen der Art in Mitteleuropa. In ganz Deutschland brüten selbst in guten Wühlmausjahren höchstens 175 Paare. Auch als Durchzügler und Wintergast ist sie viel seltener zu beobachten als in früheren Jahrzehnten.

Das Faltblatt vervollständigt die Reihe der EGE-Artenschutz-Informationen und soll insbesondere dort eingesetzt werden, wo Sumpfohreulen noch beobachtet werden können: In Norddeutschland. Gedruckt wurde die EGE-Artenschutz-Information Nr. 7 "In Norddeutschland Sumpfohreulen schützen" mit finanzieller Unterstützung der Region Hannover sowie der Familie Schopplich aus Brahmenau. Die EGE sagt allen Sponsoren und den Bildautoren herzlich danke.

Bitte fordern Sie das achtseitige Faltblatt an bei der EGE:
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.
Breitestrasse 6
D-53902 Bad Münstereifel
Oder per Mail:  egeeulen@t-online.de

Alle lieferbaren EGE-Faltblätter finden Sie unter der Rubrik Infomaterial. Die Faltblätter der EGE lassen sich auch sinnvoll einsetzen in der Naturschutzarbeit unterer Naturschutzbehörden. Bei Anforderung einer größeren Stückzahl erbittet die EGE eine Spende.

Untaugliche Vogelschutzmaßnahmen an Mittelspannungsmasten - Januar 2011

2012 müssen die Netzbetreiber die Umrüstung der gefährlicher Mittelspannungsmasten abschließen. Dann endet die den Unternehmen gesetzte Zehnjahresfrist. Die Länder-Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten hat 2010 im Auftrag des Bundesumweltministeriums eine Übersicht solcher Maßnahmen erstellt, die keinen ausreichenden Vogelschutz an Mittelspannungsmasten entfalten und folglich nicht den gesetzlichen Anforderungen des § 41 des Bundesnaturschutzgesetzes genügen. Diese Übersicht ist im Heft 10/2010 der Zeitschrift "Netzpraxis" Jg. 49 veröffentlicht worden. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 2,56 MB), wenn Sie die Übersicht sehen und die Erläuterungen zu dieser Übersicht lesen möchten.

Die Übersicht der untauglichen Vogelschutzmaßnahmen soll sicherstellen, dass solche Maßnahmen künftig unterbleiben und stattdessen Mittelspannungsmasten wirkungsvoll entschärft werden.

In einer Fotodokumentation hat die EGE ergänzende Bildbeispiele unzureichender Nachrüstungsmaßnahmen und Neubauten zusammengestellt. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 843 KB), wenn Sie diese Beispiele anschauen möchten. Die Beispiele können in der Praxis helfen, unzureichende Maßnahmen zu erkennen, Fehlinvestitionen zu vermeiden und Korrekturen durchzusetzen.

Die von der Länder-Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten erstellte Übersicht soll Anfang 2011 von einem umfassenden Regelwerk abgelöst werden. Dieses Regelwerk ist 2010 von einer Projektgruppe aus Vertretern der Netzbetreiber und des Vogelschutzes vorbereitet worden. Dieser Entwurf, an dem auch die EGE beim Bundesumweltministerium mitgewirkt hat, befindet sich zurzeit in der Abstimmung.

Erst kürzlich hatte die EGE bei einer Stichprobe an der Elbe in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche unzureichend umgerüstete Mittelspannungsmasten entdeckt. Solche Masten werden immer wieder auch der Waldohreule (im Bild oben) zum Verhängnis.

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