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Ältere Nachrichten des aktuellen Jahrgangs

Sumpfohreule kollidiert an Windenergieanlage - November 2017

Windenergieopfer Sumpfohreule © Günter Niehaus

Windenergieanlagen sollten von Brut- und Schlafplätzen der Sumpfohreule Abstand halten - 1.000 m mindestens, besser 3.000 m, so die Empfehlung der Länder-Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten. Die oben abgebildete Sumpfohreule fand Günter Niehaus; sie kollidierte offenkundig an einer Windenergieanlage - und zwar abseits eines Brutplatzes und außerhalb der Brutzeit, nämlich im November 2017 in der Grafschaft Bentheim in Niedersachsen. Damit erhöht sich die Zahl der in Deutschland an Windenergieanlagen getöteten Sumpfohreulen auf vier. Eine Zahl, die nicht ins Gewicht fallen sollte, möchte man meinen.

Die Eule war zur falschen Zeit am falschen Ort. Gefunden wurde sie - wie fast alle Opfer an Windenergieanlagen - zufällig. Natürlich beteuert die Windenergiewirtschaft, dass Sumpfohreulen eigentlich nur niedrig fliegen und gar nicht in die Reichweite der Rotoren gelangen. Aber, diese Branche behauptet auch, mit ihr könnte sich eine moderne Industriegesellschaft verlässlich mit Strom versorgen.

Ob es sich bei dem Opfer um ein Individuum der kleinen auf den ostfriesischen Inseln lebenden Population handelt oder um Gäste aus dem europäischen Ausland, ist unklar. Die Art zählt zu den seltensten Brutvogelarten Mitteleuropas. In Niedersachsen brüten nur noch 35 Paare.

Im Winter erscheinen (allerdings in abnehmender Zahl) Sumpfohreulen bisweilen invasionsartig auch im Binnenland in Gebieten mit hohem Wühlmausbestand - darunter Sumpfohreulen aus Nord- und Osteuropa. In Deutschland treffen sie auf eine wachsende Zahl - aktuell auf 30.000 - Windenergieanlagen.

Jamaika- und Große Koalitionen. Oder die Bedeutungslosigkeit des Naturschutzes - November 2017

Feldhase im Schnee www.wunderbare-erde.de

Man mag der an liberalem Übermut untergegangenen Aussicht auf eine deutsche Jamaika-Koalition nachtrauern. Vielleicht sogar oder einzig aus naturschutzpolitischen Gründen der Bündnisgrünen wegen. Doch war ihr Beitrag in Regierungsverantwortung zum Naturschutz nie besonders groß - weder im Bund noch in den Ländern, wo Bündnisgrüne derzeit in sieben von 16 Ländern die Ressortverantwortlichen für den Naturschutz stellen. Der in der Öffentlichkeit mit viel Häme bedachte Satz der Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Katrin Göring-Eckhart, "wir wollen, dass in diesen vier Jahren jede Biene und jeder Schmetterling und jeder Vogel in diesem Land weiß: Wir werden uns weiter für sie einsetzen!", hat deswegen nicht grundlos bei Insidern des Naturschutzes Kopfschütteln und Rätselraten ausgelöst: Wieso "weiter?" In Wahrheit hat diese Partei für den Naturschutz kaum etwas unternommen, sondern den Schutz der Biodiversität eher anderen Interessen untergeordnet: nämlich mit edlen Absichten verbrämten robusten Gewinninteressen der regenerativen Energiewirtschaft. Das bündnisgrüne Herz schlägt gewiss nicht für Glyphosat, für Biogas- und Windenergieanlagen aber allemal. Dass sich andere Parteien für diese Interessen kaum weniger und für den Naturschutz nicht mehr verwenden, macht die Sache nicht besser.

Der Stellenwert des Naturschutzes ist in allen Parteien denkbar gering. Im Bund und in den Ländern. Pars pro toto der Blick nach Niedersachsen in die dort soeben ins Amt gekommene Große Koalition: An der Spitze des Umweltministeriums rückt der bisherige Wirtschaftsminister. Der bisherige Staatssekretär aus dem Finanzministerium wechselt als Staatssekretär ins Umweltministerium. Man fragt sich, worin die Naturschutzkompetenz von Minister und Staatssekretär - beide SPD - bestehen könnte. Der Minister hatte sich mehr gegen den Naturschutz positioniert, als man es einem Wirtschaftsminister nachsehen kann. Selbst wenig naturschutzgeneigte Medien fragen sich, ob der Minister seine neue Rolle wohl finden wird.

Auch der Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU gibt keinen Anlass für positive Erwartungen: Weitere Waldflächen sollen nicht aus der Nutzung genommen, Fischerei und Angelei in Schutzgebieten als Beitrag zum Arten- und Biotopschutz gestärkt werden. Neue Kompensationsflächen sollen zugunsten wertvoller landwirtschaftlicher Nutzflächen beschränkt werden. Die Möglichkeit einer Bundesratsinitiative für eine Einschränkung der Eingriffsregelung bei Küsten- und Hochwasserschutz soll geprüft und die Landesnaturschutzverwaltung evaluiert werden. Der Verlust der Artenvielfalt soll erforscht werden, als wären die Ursachen des Desasters nicht offenkundig. Der Vertragsnaturschutz bei der Sicherung von Natura-2000-Gebieten soll gestärkt, die Ausweitung des Erschwernisausgleichs für Land- und Forstwirtschaft geprüft werden. Angesichts dieser Ankündigungen erscheint die sozial-christliche Vereinbarung, den Wolf nach Feststellung seines günstigen Erhaltungszustandes ins Jagdrecht zu geben, beinahe harmlos. Im Niedersächsischen Landtag ist die SPD die stärkste Fraktion, aber im Naturschutz ist sie so profil- und ideenlos wie nie zuvor.

Nach fraglos konkret Positivem für die Sache des Naturschutzes sucht man in dem 138seitigen Koalitionsvertrag lange vergeblich und tröstet sich: An Fließgewässern soll künftig ein Streifen von einem Meter Breite von Düngung und Pflanzenschutz ausgenommen werden. Gute Vorzeichen für eine Neuauflage der Großen Koalition im Bund sind das nicht.

Kreis Düren stellt Existenz von Uhus infrage - November 2017

Uhu in einer Sandgrube © www.wunderbare-erde.de

Nachdem die EGE im August 2017 in allernächster Nähe zu bestehenden Windenergieanlagen und einer geplanten weiteren Anlage im nordrhein-westfälischen Kreis Düren ein zuvor vom Gutachter unentdecktes Uhuvorkommen nachgewiesen und zur Sprache gebracht hatte, war die Aufregung groß. Die Aufregung veranlasste den Kreis Düren, einen anderen Gutachter mit einem neuen Gutachten zu beauftragen. Wochen nach Ende der Brutzeit. Dieses Gutachten liegt offenbar vor, der Kreis hat daraus auch schon Schlussfolgerungen gezogen und verbreitet - nur: der EGE wurde dieses Gutachten bisher nicht zugänglich gemacht. In den Medien heißt es aber bereits mit Berufung auf Aussagen der Kreisverwaltung: Es seien gar keine Uhus da oder es fehle jedenfalls an einer Brut. Offenkundig soll der Eindruck erweckt werden, das von der EGE nachgewiesene Uhuvorkommen sei fingiert. Hindernisse für den Weiterbetrieb der alten und die Zulassung einer weiteren Anlage sieht die Kreisverwaltung dem Vernehmen nach nicht. Rücksprache mit der EGE? Fehlanzeige. Die zuständigen Mitarbeiter der Naturschutzbehörde sind vermutlich zum Schweigen angehalten. So funktioniert die öffentliche Verwaltung aufs Beste.

Der Vorgang zeigt erneut, mit welchen Methoden immer mehr Windenergieanlagen durchgesetzt werden sollen und wie dabei nicht nur Uhus, sondern die Wahrheit unter die Windräder gerät. Die EGE hat sich deswegen in einem neuerlichen Schreiben an den Landrat des Kreises Düren gewandt und die Vorgehensweise des Kreises kritisiert. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 60 KB), wenn Sie das Schreiben lesen möchten.

Eulenbücher für die ganze Familie bei der EGE - November 2017

Schleiereulen-Paar © Manfred Ptak

Herbst und Winter sind eine gute Zeit zum Lesen und Vorlesen. Eulenbücher gibt es bei der EGE. Das EGE-Buch von Wilhelm Breuer "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz" wurde kürzlich von Stephan Kneitz im Ornithologischen Anzeiger (Bd. 55 Heft 2-3) rezensiert. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 432 KB), wenn Sie diese Rezension lesen möchten. Zwei von 104 Seiten des Buches hier auch als Leseprobe (pdf-Datei, ca. 1,69 MB). Zudem bei der EGE erhältlich: Das Buch von Dorothee Warnecke "Wer die Eule liebt". Die beiden Bücher sind gegen eine Spende von 30 Euro nur bei der EGE erhältlich. Sie sind ein Geschenktipp zum Nikolaus und zu Weihnachten. Ihre Spende kommt den Eulenschutzprojekten der EGE zugute. Wer bis zum 01. Dezember 2017 beide Bücher bestellt, erhält den Adventskalender der EGE (Motiv Steinkauz) gratis. Die Versandkosten trägt die EGE.

Die Naturschutzvereinigungen müssen mehr tun, um junge Menschen für den Naturschutz zu gewinnen. Das ist angesichts der Lebenswirklichkeit der Kinder von heute eine schwierige und angesichts der Nachwuchssorgen in den Naturschutzvereinigungen eine drängende Aufgabe. Bitte unterstützen Sie die EGE auch bei diesem Anliegen.

Steinkauz-Brutsaison 2017 - November 2017

Steinkauz vor Abendhimmel © Doris Siehoff

Die Kölner Bucht ist eines der Dichtezentren des Steinkauzes in Deutschland. Hier liegt das Projektgebiet der EGE zum Schutz des Steinkauzes. Es umfasst die nordrhein-westfälischen Kreise Düren und Euskirchen. Während im Kreis Euskirchen wie schon in den Vorjahren alle Reviere erfasst wurden, waren es im Kreis Düren die meisten. Die Hauptverantwortung für dieses Projekt tragen im Kreis Euskirchen Peter Josef Müller und Rita Edelburg-Müller sowie im Kreis Düren Doris Siehoff. Sie wurden von einer Reihe Personen unterstützt, so die Müllers von Monika May und Kurt Maus; Doris Siehoff besonders von Achim Schumacher. - Hier die Zahlen für 2017. Die Zahlen aus 2016 stehen in Klammern.

Im Kreis Euskirchen brüteten 95 (86), im Kreis Düren mindestens 87 (77) Paare erfolgreich. Das sind 182 (163) erfolgreiche Bruten (19 mehr als im Vorjahr). Beringt wurden 551 (443) Jungvögel: Im Kreis Düren 264 (226), im Kreis Euskirchen 287 (217) Jungvögel. Die Anzahl der Jungvögel je erfolgreicher Brut lag im Kreis Düren bei 3,0 (2,9) und im Kreis Euskirchen bei 3,14 (2,65).

Im Kreis Euskirchen sank die Anzahl der besetzten Reviere von 145 auf 135, im Kreis Düren wurden 188 (185) besetzte Reviere registriert und 123 (118) Bruten bekannt.

Ein Blick in Nachbarkreise: Im Rhein-Sieg-Kreis hat Peter Josef Müller von der EGE die Anzahl der Nisthilfen auf 90 erhöht; dennoch zeichnet sich dort kein Bestandszuwachs beim Steinkauz ab. Es gab sogar einen Rückgang, nämlich von 23 besetzten Revieren im Jahr 2016 auf 19. Immerhin konnten aber 35 Jungvögel beringt werden. Im Rhein-Erft-Kreis sind noch 15 bis 20 Steinkauzvorkommen bekannt. An zehn dieser Brutplätze wurden in diesem Jahr 28 Jungvögel beringt. Die Anzahl der Nisthilfen im Rhein-Erft-Kreis schätzt Stefanie Taube auf etwa einhundert. Stefanie Taube betreut den Steinkauzschutz der EGE federführend im Rhein-Erft-Kreis.

Die EGE dankt allen Personen, die diesen Erfolg ermöglicht haben: den Aktiven, allen Helfern und den Spendern.

Die Teams der EGE haben ausführlich über die diesjährige Steinkauz-Brutsaison aus den vier nordrhein-westfälischen Kreisen Düren, Euskirchen, Rhein-Sieg-Kreis und dem Rhein-Erft-Kreis berichtet. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 276 KB), wenn Sie diese Berichte lesen möchten.

Beringungshelfer mit Steinkauz © Doris Siehoff

Uhubrutsaison 2017 - November 2017

Junger Uhu © Sonia Weinberger

Die Brutergebnisse der Eifeluhus waren 2017 durchschnittlich, aber deutlich besser als im für Uhus schwierigen Jahr 2016. Die EGE registrierte 215 besiedelte Habitate (11 mehr als im Vorjahr). In diesen kam es zu 121 erfolgreichen Bruten (im Vorjahr 90). Bis auf vier Bruten wurden alle Jungvögel registriert, nämlich 238 (im Vorjahr 173). Das sind 2,03 Jungvögel je erfolgreiche Brut (im Vorjahr 1,92). Es gab 27 Bruten mit einem, 63 Bruten mit zwei, 23 Bruten mit drei und 4 Bruten mit vier Jungvögel. 226 der 238 Jungvögel wurden beringt (natürlich alle von Stefan Brücher).

Noch Ende 2016 waren der EGE auffällig viele Straßenverkehrsopfer gemeldet worden. Diese Opfer deuteten auf ein geringes Nahrungsangebot hin. Vermutlich waren die Uhus gezwungen, häufiger an Straßen zu jagen, wo sich noch am ehesten jagen lässt, aber die Gefahr groß ist, dass Uhus mit Fahrzeugen kollidieren. Opfer des Verkehrs wurden jedenfalls nicht nur Jungvögel, sondern auch erfahrene mehrjährige Uhus.

Der relativ milde Winter sowie die Abschätzung der Beutetierbestände veranlasste im Frühjahr 2017 deutlich mehr Uhus zur Brut als im Vorjahr (ein Plus von 27 begonnenen Bruten im Vorjahresvergleich). Dass die Nahrungsverfügbarkeit 2017 deutlich besser war als 2016, zeigen die folgenden Zahlen: 2016 gab es zum Zeitpunkt der Beringung bei 17,3 % der Nester deponierte Nahrungsvorräte; 2017 war dies bei 30,4 % der Nester der Fall.

Dementsprechend hielt sich in Relation zu den Zahlen aus 2016 die Zahl der Brutabbrüche mit 31 (im Vorjahr 34) in Grenzen. Bei elf Abbrüchen waren bereits Uhus geschlüpft. Die Gründe für Abbrüche waren auch 2017 nur teilweise ersichtlich. In mindestens drei Fällen waren vermutlich anthropogene Ursachen verantwortlich, nämlich Abbaubetrieb, Rodungsarbeiten und Freizeitaktivitäten im Nestbereich. Fünfmal waren Fuchs, Dachs und Habicht verantwortlich, einmal Starkregen. Die Gründe für den Abbruch blieben in 22 Fällen im Dunkeln.

An Mosel und Ahr suchte die EGE wie in den Vorjahren besonders frühzeitig die Nistplätze auf, um diese vor vermeidbaren Störungen durch Hubschrauberspritzungen der Weinanbauflächen zu schützen. An zehn der bekannten Brutplätze an der Mosel blieb eine Brut aus.

Der Gesamtbestand der Eifeluhus ist auch 2017 gestiegen. Die Zahl der Bruten in Steilwänden hat zugenommen. Zudem wurden neue Bruthabitate ohne Steilwände erstmals besiedelt, ebenso Baumnester von Greifvögeln sowie Gebäude.

Stefan Brücher bei der Uhuberingung © Sonia Weinberger

Die unterschätzte Gefahr - November 2017

Tote Waldohreule © Wilhelm Hartmann

An eine Kollisionsgefahr für Waldohreulen an Windenergieanlagen mag kaum jemand denken - die Naturschutzbehörden und die Staatlichen Vogelschutzwarten nicht und die Windenergiewirtschaft schon gar nicht. In den Empfehlungen der Länder-Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten sucht man Abstandsempfehlungen zum Schutz der Waldohreule vergeblich. Zu häufig sei die Art, um ihr eine solche Bedeutung beizumessen, heißt es. Und dennoch: Wer das Flug- und Balzverhalten der Waldohreule kennt, weiß um die tödliche Gefahr am Rotor auch für Waldohreulen. Das Bild zeigt ein mutmaßliches Opfer unter einer Windenergieanlage in Norddeutschland. In der von der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg für Deutschland geführten Schlagopferdatei ist dieses Opfer der Windenergiewirtschaft noch nicht aufgeführt.

Die EGE appelliert an Vogelschützer, Opfer unter Windenergieanlagen an die Brandenburger Vogelschutzwarte zu melden. Zwar sind solche Funde ohne systematische Kontrollen immer nur Zufallsfunde. Sie sollten aber zumindest in die Statistik einfließen, auch wenn sie nur die Spitze des berühmten Eisberges darstellen. Die Masse der Opfer wird nämlich im Aufwuchs auf Acker- und Grünlandflächen nicht gefunden oder von Beutegreifern beseitigt, bevor Menschen die Opfer entdecken.

Natürlich sterben Waldohreulen nicht nur an Windenergieanlagen, sondern vermutlich in weit größerer Zahl an Verkehrswegen. Vielleicht sind sie am Straßenrand aber auch nur augenfälliger. Das macht die Opferzahlen an Windenergieanlagen allerdings nicht kleiner, sondern diese Anlagen treten zu den vielen anderen Verlustursachen hinzu.

Wie sehr die Verluste bei noch relativ häufigen Arten unterschätzt wurden, zeigt sich am Mäusebussard. Der kürzlich veröffentlichten, von Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium finanzierten Progress-Studie liegt eine systematische Schlagopfersuche an 46 Windparks in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zugrunde. Auf diese Funde gestützt rechnen die Autoren allein in diesen vier Bundesländern mit jährlich 7.800 an Windenergieanlagen getöteten Mäusebussarden. Das sind sieben Prozent des dortigen Brutbestandes der Art. Dabei beziehen sich die Prognosen auf das Jahr 2014. Seitdem hat sich die Zahl der Windenergieanlagen in Deutschland um 4.000 auf fast 29.000 Anlagen erhöht. Wer angesichts dieser Zahlen auf einen mahnenden Zwischenruf des Bundesamtes für Naturschutz gehofft hatte, ist enttäuscht. Das Bundesamt für Naturschutz steht in dieser Sache an der Seite der Windenergiewirtschaft. Es gebe keinen Anlass, dass Windenergieanlagen zu Mäusebussardnestern Abstand halten.

Innerhalb des professionellen Vogelschutzes gibt es kaum mehr einen Zweifel: Der Mäusebussard wird in der Roten Liste landen, wo er auf eine Vielzahl früher als Allerweltsarten bezeichneter Vogelarten trifft. Mäusebussard und Waldohreule sind dabei gleich in doppelter Hinsicht Opfer der Energiewende: Zum einen fallen mit dem Anbau von Mais für Biogasanlagen die Nahrungshabitat gerade in der Phase der Jungenaufzucht weg, weil sich dort nicht jagen lässt. Zum anderen kollidieren die Vögel am Rotor. Bald wird der Mäusebussard "Vogel des Jahres" sein. Wetten?

Noch scheint den Deutschen für die Energiewende kein Opfer an biologischer Vielfalt zu groß zu sein. Die Windenergiewirtschaft wird die Weltklimakonferenz in Bonn medial für sich zu nutzen wissen. Ein auf dem Gebiet von Naturwissenschaft und Naturschutz kenntnisloser Journalismus wird für die entsprechende Berichterstattung sorgen. Ganz aus sich heraus. Dabei ist der Beitrag der regenerativen Energiewirtschaft zur Energieversorgung gering, was schon der ungebrochen hohe Anteil der Kohle an der Stromproduktion belegt. Die Vorstellungen von Politik und Öffentlichkeit von der Energiewende basieren großenteils auf Lebenslügen und einer unbegründeten Heilserwartung. Gerade deswegen sind die hohen Tierverluste an Windenergieanlagen inakzeptabel. Wer mit Blick auf eine in Deutschland nicht ausgeschlossene Jamaikakoalition für Korrekturen auf die FDP setzt, schaue sich vorsichtshalber die Rolle der Liberalen in den Bundesländern an, in denen sie mitregieren.

Neues Papier zur Flughöhe von Uhus ohne Neuigkeiten - November 2017

Uhu vor Nachthimmel © www.wunderbare-erde.de

Das Gutachterbüro "Kieler Institut für Landschaftsökologie" hat sich in einem als "Fachliches Grundsatzgutachten" bezeichneten Papier im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft und Energie, Verkehr und Landesentwicklung "zur Flughöhe des Uhus insbesondere während der Balz" geäußert. Zu diesem Papier vom 28.02.2017 merkt die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE) folgendes an:

Die im Gutachten erwähnte Zahl von 15 Schlagopfern ist überholt. Mit Stand vom 01. August 2017 hat sich die Zahl auf 17 erhöht.

Dass Uhus zumeist außerhalb der Reichweite der Rotoren von Windenergieanlagen fliegen und insbesondere jagen, steht außer Zweifel. Auch kann erwartet werden, dass mit einem größeren Abstand zwischen Gelände und Rotorreichweite das Kollisionsrisiko bei Jagdflügen eher sinkt. Diesen Annahmen des Gutachtens kann durchaus gefolgt werden.

Ob die im Schrifttum enthaltenen Angaben zur Rotorreichweite bzw. Höhe der Anlagen, an denen nachweislich Uhus ums Leben gekommen sind, im Gutachten zurecht in Zweifel gezogen werden, ist fraglich und wäre von der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg zu klären, welche die Schlagopferdatei für Deutschland führt.

Beim Uhu wird man allerdings das Risiko in Betracht ziehen müssen, dass Uhus Windenergieanlagen gezielt ansteuern. Ein solches Verhalten ist jedenfalls von Uhus an hohen Bauwerken wie Hochspannungsmasten, Industriebauten, Kirch- und Fernmeldetürmen bekannt. Uhus nutzen diese als Rufwarte oder auch als Brutplatz (beispielsweise an solchen Bauwerken in großer Höhe für Wanderfalken angebrachte Nistkästen). Unter diesen Umständen ist die Höhe der Windenergieanlagen, an denen die Uhus zu Tode kamen, sekundär.

Gerade dieses Verhalten könnte erklären, weshalb die Anzahl der an Windenergieanlagen tot aufgefundenen Uhus entgegen der Erwartung zumeist niedriger Flüge vergleichsweise hoch ist. Die Frage, in welchen Flughöhen sich Uhus bewegen, spielt für eine Entscheidung über den Bau von Windenergieanlagen unter diesen Umständen eine untergeordnete Rolle.

Kurzum: ein neues interessengeleitetes Gutachten, aber keine neue Faktenlage.

EGE gratuliert Dr. h.c. Horst Stern - Oktober 2017

Sperlingskauz © Gunther Zieger

Ende Oktober wird der Mann 95 Jahre alt, der in den 1970er und 80er Jahren Fernsehgeschichte schrieb: Horst Stern. Am Heiligen Abend 1971 präsentierte Stern der Fernsehnation eine schonungslose Reportage über den von Rothirschen ruinierten Wald. Stern führte vor, was ein aus ökologischem Unverstand und des Trophäenkults wegen gehätschelter Wildbestand aus dem deutschen Wald gemacht hatte. Stern verlangte ein Ende des Trophäenkultes, statt den "Boom" ums prestigeträchtige Geweih mehr "Bumm", wie Stern es formulierte. Man rette den deutschen Wald ja nicht, indem man "O Tannenbaum" singt.

Es war eine Reportage, welche die Jagdlobby als ungeheuren Tabubruch empfand und eine hitzige forstpolitische Debatte auslöste. Alles dies - heute unvorstellbar - zur besten Sendezeit. Der Bildschirm war weniger flach, der Bildungsanspruch öffentlich-rechtlicher Sender größer und die Programmverantwortlichen von anderem Format. In bis 1979 ausgestrahlten 26 Folgen "Sterns Stunde" konfrontierte der Journalist Stern eine materiell orientierte Wohlstandsgesellschaft auf eine neuartige und unsentimentale Weise mit des Menschen Verhältnis zu Tier und Natur.

Während sich zur selben Zeit Bernhard Grzimek und Heinz Sielmann auf ihre Weise mit unterhaltsam schönen Bildern aus entlegenen Teilen der Erde an sich derselben Sache verpflichtet fühlten, ging es Stern um die Aufdeckung der ungeschönten Wirklichkeit hierzulande. Sein Konzept brach mit den paradiesischen Aufnahmen aus der Tierwelt der Kollegen. Sterns Stärken: die scharfe Recherche, die unbestechliche gesellschaftskritische Analyse, die präzise, pointierte Sprache und der provokative, politisierende, bisweilen polemische Stil.

Noch zum Ende der 90er Jahre griff Stern als Kolumnist der Wochenzeitungen "Die Woche" und "Die Zeit" Missstände an, so etwa in deutschen Nationalparks, die ob ihres unzureichenden Schutzes wegen das Etikett nicht verdienen, das ihnen die Länderregierungen angehängt haben.

Seit Stern hat niemand mehr die Vermarktung der Landschaft und das Elend der Tiere so öffentlich wirksam angeklagt. Sterns Schlussfolgerungen ließen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Sie waren für Politiker, Unternehmer und Konsumenten gleichermaßen unbequem. Seine Kritik galt nicht allein der bloßen Ahnungslosigkeit, sondern zielte auf die hemmungslose Profitgier und damit einen Eckpfeiler der kapitalistischen Gesellschaft - noch bevor das Motiv für die Ausbeutung des Tieres und der Natur mit dem Schlagwort der Globalisierung verschleiert war. Sterns Kritik der Zustände ist aktueller denn je.

Stern ist unvergessen - jedenfalls in der EGE. Die meisten der dort tätigen Personen kamen während der Zeit (und wohl auch durch Stern) zum Naturschutz, als Stern ihm Stimme, Gesicht und Gewicht verlieh. Horst Sterns Widerspruchsgeist und Unbestechlichkeit pausen bis heute in der Zeitschrift durch, die er vor mehr als 40 Jahren ins Leben rief: "Nationalpark". Klicken Sie hier, wenn Sie sich über ein Probeabonnement der Zeitschrift informieren möchten. Der Abonnent bleibt einem Mann verbunden, der mit dem Mut zur Emotion und dem Gewicht einer Feder für die Sache des Naturschutzes mehr erreicht hat als die Vielzahl der heutigen Naturschutzvereinigungen mit beeindruckend hohen Mitgliederzahlen, Personal, Gehältern und Einfluss, die Sterns Wirken ihnen verschafft hat.

Ab jetzt bestellbar: Adventskalender der EGE - Oktober 2017

Steinkauz-Adventskalender der EGE © EGE

Mit zwei Adventskalendern wirbt die EGE für den Schutz der Eulen: Die eine Ausgabe zeigt einen Steinkauz (im Bild oben), die andere einen Waldkauz (im Bild unten). Hinter den Türchen des einen Kalenders verbergen sich Tiere der Streuobstwiesen, hinter den Türchen des anderen, Tiere des Waldes. Die originellen Adventskalender mit den Maßen 34 x 24 cm sind nur bei der EGE erhältlich.

Vielleicht möchten Sie Freunden und Verwandten rechtzeitig zum 1. Dezember mit dem Kalender eine Freude machen. Die Kalender sind ein schönes Geschenk auch für Kinder und Enkel. Der Kalender passt in einen B 4-Umschlag und lässt sich für 1,45 Euro mit der Deutschen Post versenden.

Die EGE erbittet für einen Kalender eine Spende in Höhe von 7,50 Euro. Bei einer Abnahme von mindestens zehn Kalendern vermindert sich der Betrag auf 5 Euro je Kalender. Die Versandkosten trägt die EGE. Bei einer Bestellung ab 10 Kalendern erhalten Sie eine Spendenbescheinigung. Die Einnahmen fließen nach Abzug der Druck- und Portokosten in die Eulenschutzprojekte der EGE.

Bitte richten Sie Ihre Bestellung per E-Mail an:
  Egeeulen@t-online.de
oder an die Geschäftsstelle der EGE
Breitestrasse 6
D-53902 Bad Münstereifel

Die Spende erbittet die EGE auf ihr Spendenkonto
Postbank Köln
BIC PBNKDEFF
IBAN DE66370100500041108501
Stichwort Adventskalender

Waldkauz-Adventskalender der EGE © EGE

Artensterben ist geplant, banal und oft subventioniert - Oktober 2017

Straßenverkehrsopfer Waldohreule © Eberhard Giese

Bei der öffentlichen Jahreshauptversammlung des Landesnaturschutzverbandes Schleswig-Holstein (LNV) am 06. Oktober 2017 sprach EGE-Geschäftsführer und Autor der Zeitschrift "Nationalpark", Wilhelm Breuer, zu der Frage "Artenschutz - öffentliche Aufgabe oder offensichtliches Versagen?" Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 100 KB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten. Einen Bericht der "Kieler Nachrichten" über die Veranstaltung, auf der auch der Landesumweltminister Dr. Robert Habeck (Grüne) zu den 150 Teilnehmern sprach, finden Sie hier (pdf-Datei, ca. 680 KB).

Uhuvorkommen übersehen II - September 2017

Uhu in der Dämmerung © www.wunderbare-erde.de

Sie erinnern sich? Ende August berichteten wir an dieser Stelle von einem denkwürdigen Vorgang: Ein Gutachter hatte einen Uhu übersehen und schließlich mit einem darauf gegründeten "Artenschutzgutachten" die Zulassung eines Windparks ermöglicht. Die EGE forderte daraufhin vom Kreis Düren, im Bereich dieses Windparks keine weiteren Anlagen zuzulassen und für die bestehenden nachträgliche Abschaltzeiten festzulegen. Jetzt hat der Kreis Düren der EGE geantwortet, man habe ein artenschutzrechtliches Gutachten in Auftrag gegeben, das diesen Aspekten nachgehen werde und sich weitere Schritte vorbehalten. Die EGE hofft, dass in und mit einem neuerlichen Gutachten nicht erneut Sachverhalte des Artenschutzes unter den Tisch fallen. Aus diesem Grund hat sich die EGE nochmals an den Kreis Düren gewandt und vorsorglich auf Ungereimtheiten (diesmal allerdings in der Antwort des Kreises) hingewiesen. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 76 KB), wenn Sie das Schreiben der EGE lesen möchten.

Übrigens: Die EGE hatte sich am 23. August 2017 auch an den damaligen Gutachter gewandt und ihn gefragt, wie das Uhuvorkommen hatte übersehen werden können. Eine Antwort hat die EGE nicht erhalten.

Obstbaumschnitt für den Kauz - September 2017

Obstbäume in der Voreifel © Sonia Weinberger

Wer freut sich jetzt nicht über erntefrische Äpfel und Birnen? Allerdings stammt nur ein verschwindend geringer Teil des Obstes von Bäumen, wie sie der Steinkauz liebt. Die Obstplantagen - beispielsweise im Alten Land oder bei Bonn - bieten dem Kauz keinen Lebensraum. Die Bäume sind zu klein und die Bewirtschaftung ist zu intensiv. Wie anders die alten Obstbäume am Rande der Dörfer in der Kölner Bucht. Doch das wirtschaftliche Interesse an diesen Bäumen ist erloschen. Niemand pflegt die Bäume, die einer regelmäßigen Pflege bedürfen, sollen sie nicht vorzeitig sterben. Als wäre das noch nicht Problem genug, breitet sich in den Ästen dieser Bäume die Mistel aus. Sie raubt den geschwächten Bäumen die letzte Kraft.

Es ist Zeit fürs Auslichten der vergreisten Kronen, um den kraftlosen Bäumen neues Leben einzuhauchen. "Weil die Bäume schön sind, ihr Obst gesund ist und der Steinkauz diese Bäume braucht", sagt Stefan Brücher von der EGE. Zusammen mit Peter Josef Müller hat er im letzten Winter mehr als hundert der alten Bäume in der Voreifel einen beherzten Rückschnitt verpasst. Alles für den Kauz und hoffentlich nicht für die Katz`. Vielleicht mögen Sie diese Arbeit der EGE finanziell unterstützen. Ihre Spende ist hochwillkommen.

Drei junge Steinkäuze © Achim Schumacher

Das leise Sterben der Insekten - September 2017

Silbergrüner Bläuling © www.wunderbare-erde.de

Die neue Ausgabe der Zeitschrift "Nationalpark" ist da. In dem 46 Seiten starken Heft 3/2017 finden Sie u.a. die Titelgeschichte "Das leise Sterben der Insekten" (pdf-Datei, ca. 360 KB). Prof. Herbert Zucchi legt darin die Gründe für den nach Arten und Individuen gemessen dramatischen Schwund dar. Weitere der zahlreichen Beiträge befassen sich mit der "Nationalpark-Posse aus Bayern" sowie "Mini-Saurier im Gartenteich".

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes. Werden auch Sie Leser von "Nationalpark"!

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die der Gründer der Zeitschrift, der Journalist Horst Stern, für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Informationen für ein Probeabo finden Sie hier: Probeabo Nationalpark.

Uhuvorkommen übersehen? - August 2017

Drei junge Uhus © www.wunderbare-erde.de

Die Windenergiewirtschaft macht häufig Negativschlagzeilen im Vogelschutz. So auch aktuell zwischen Aachen und Düsseldorf, genaugenommen in der Gemeinde Aldenhoven im Kreis Düren. Dort sind in einem Sonderbaugebiet für Windenergie fünf Windenergieanlagen errichtet worden. Nun sollte eine sechste Anlage hinzukommen. Keine 500 m vom Standort dieser Anlage entfernt brüten nachweislich seit 2013 Uhus. Das hat Gemeinde und Behörden nicht gehindert, hier Windenergieanlagen zuzulassen. Dazu dürften maßgeblich artenschutzfachliche Gutachten beigetragen haben. Bei den Bestandsaufnahmen für diese Gutachten wurden nämlich damals wie heute angeblich keine Uhus gefunden. Jetzt fordert die EGE, der sechsten Anlage die Zulassung zu versagen und für die bestehenden fünf Anlagen Abschaltzeiten zur Nacht durchzusetzen.

Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 80 KB), wenn Sie das Schreiben der EGE an den Landrat des Kreises Düren lesen möchten. Dass die Vorkommen entscheidungserheblicher Arten bei der Planung und Zulassung von Windenergieanlagen übersehen werden, unter den Tisch fallen oder die Lebensstätten solcher Arten zielgerichtet zerstört werden, ist kein Einzelfall. Erst vor wenigen Wochen hatte das Verwaltungsgericht Aachen die Zulassung von Windenergieanlagen für rechtswidrig erklärt, weil ein Schwarzstorchnest in nächster Nähe zu geplanten Windenergieanlagen nicht berücksichtigt worden war. Gutachter des Investors war derselbe wie in Aldenhoven.

Kinderbücher der EGE für die Schultüte - August 2017

Sperlingskauz © Gunther Zieger

Die Schulferien enden. Das neue Schuljahr beginnt. Für die Schultüte der Erstklässler empfiehlt die EGE die beiden von ihr herausgegebenen Kinderbücher "Wo die Eule schläft" und "Wer die Eule liebt". Die Bücher eröffnen Kindern einen emotionalen Zugang zur Natur. Einzelheiten lesen Sie bitte hier.

EGE trauert um Dr. Theodor Mebs - August 2017

Junge Uhus © www.wunderbare-erde.de

Am 24. Juli 2017 verstarb Dr. Theodor Mebs im Alter von 87 Jahren. Von 1970 bis 1995 arbeitete er an der Staatlichen Vogelschutzwarte des Landes Nordrhein-Westfalen; seit 1978 war er ihr Leiter. Theodor Mebs war einer der besten Kenner europäischer Greifvogel- und Eulenarten. Einem breiten Publikum ist er als Autor zahlreicher Bücher über diese Artengruppen bekannt geworden, so auch als Mitautor des Standardwerks "Die Eulen Europas", das er zusammen mit Dr. Wolfgang Scherzinger 2008 komplett überarbeitet und aktualisiert hatte. Bis zuletzt galt seine ganze Aufmerksamkeit dem Vogelschutz.

EGE und Dr. Theodor Mebs waren mehr als 40 Jahre freundschaftlich verbunden. Die EGE verdankt ihm fachlichen Rat, zahlreiche Anregungen und vielfältige Unterstützung. An der EGE hat Dr. Theodor Mebs auch insofern Anteil, weil er den 2006 verstorbenen Gründer der EGE, Wilhelm Bergerhausen, Ende der 1970er Jahre zur Aktion zur Wiedereinbürgerung des Uhus (AzWU) führte.

Die EGE hat einen Freund und Förderer, die Eulen Europas einen ihrer profiliertesten Fürsprecher verloren.

Hildesheimer Domuhus - Juli 2017

Die drei jungen Domuhus © Angelika Krüger

Hildesheim am Rand des Harzes ist aktuell arg vom Hochwasser betroffen; der auf einem Hügel gelegene Dom allerdings nicht. Die drei jungen Uhus, die in diesem Jahr im Kreuzgang des Domes geschlüpft sind, sind dem Dom immer noch eng verbunden. In den Abendstunden sitzen sie im Scheinwerferlicht des Vierungsturmes (im Bild), unternehmen von dort aus kurze Flüge auf die Dächer des Domes und die Nachbargebäude, aber auch in den Kreuzgang. Denn darin finden zumeist die Fütterungen statt. Die Nahrung dürfte allerdings in den letzten Tagen knapp geworden sein. Bei Dauerregen fliegt es sich auch für Uhus schlecht, der prasselnde Regen behindert das akustische Orten der Nahrungstiere, wenn sich diese denn bei diesem Wetter überhaupt zeigen. Die Paten der Domuhus, Angelika Krüger und Joachim Achtzehn, schauen jeden Abend und jeden Morgen nach den Uhus und berichten der EGE über die aktuelle Situation am Dom.

Die drei jungen Domuhus © Antje Sell

Die diesjährige Brut der Hildesheimer Domuhus war erst am 01. Juni 2017 bemerkt geworden als einer der Jungvögel überraschend im Kreuzgang auftauchte. Übrigens war erstmals Mitte der 1980er Jahre ein Uhupaar am Dom beobachtet worden. Es hielt sich dort längere Zeit auf; zu einer Brut kam es aber nicht. Schon damals zeigte sich das Bistum Hildesheim für den Schutz der Uhus aufgeschlossen. Vielleicht fehlte es damals nur an einem attraktiven Brutplatz. Davon gibt es heute am Dom mindestens zwei. Zu einer Brut kam es erst 2014 - 30 Jahre später. Dass Uhus lange zuvor, etwa im Mittelalter, am Dom gebrütet haben, weiß man nicht; es wäre aber keineswegs unwahrscheinlich.

Waldkauz und Schleiereule in der Stadtbibliothek Salzgitter - Juli 2017

Schleiereule im Flug © Achim Schumacher

Noch bis zum 21. September 2017 sind in der Stadtbibliothek Salzgitter Präsentationen zu gleich zwei Eulenarten zu sehen: die Ausstellung des NABU Salzgitter über den Waldkauz und der EGE über die Schleiereule. Eröffnet wurde die Präsentation am 25. Juli 2017 mit einem Vortrag von Walter Wimmer "Waldkauz - Lautlos durch die Nacht". Die Kreisgruppe Salzgitter des NABU setzt sich seit vielen Jahrzehnten insbesondere für den Schutz der Schleiereule ein.

Ehren-Uhupatenschaft für Eva Pongratz - Juli 2017

Eva Pongratz (l.) mit Patenschaftsurkunde, Wilhelm Breuer, EGE (r.) © Hans Kiener

Für journalistische Verdienste um den Naturschutz hat die EGE die Redaktionsleiterin der Zeitschrift "Nationalpark", Eva Pongratz, mit einer Ehren-Uhupatenschaft ausgezeichnet. Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes. Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e. V.".

In der Begründung heißt es: Frau Eva Pongratz

Natur Natur sein lassen. Ein Buchtipp der EGE - Juli 2017

Buchcover: Hans Bibelriether 'Natur Natur sein lassen'

Hans Bibelriether ist der profilierteste Kenner des ersten Nationalparks in Deutschland: des 1970 gegründeten Nationalparks "Bayerischer Wald". Im gerade erschienenen Buch "Natur Natur sein lassen" schildert Bibelriether die Entstehungsgeschichte dieses Nationalparks - aus der Perspektive des Insiders. Bibelriether hat die Geschicke des Nationalparks 30 Jahre an führender Stelle mitgeformt und die Nationalparkidee vor wirtschaftlicher und touristischer Vereinnahmung verteidigt. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie die Rezension lesen möchten.

Hildesheimer Domuhus verlassen Kreuzgang - Juli 2017

Zwei der drei Domuhus im Kreuzgang © Joachim Achtzehn

Der älteste der drei jungen Hildesheimer Domuhus, die seit Anfang Juni als Infanteristen den Kreuzgang am Dom bewohnt haben, hat am 01. Juli selbständig das ummauerte Geviert verlassen und ist tags darauf in der Umgebung des Domes gesehen worden. Die beiden Geschwister befanden sich am 09. Juli noch im Kreuzgang; einer der beiden hält sich tagsüber in der Gaube in einer Dachschräge über dem Kreuzgang auf. Genau dort waren die drei Uhus um Ostern herum geschlüpft. Diesen Brutplatz hatten Bistum und EGE 2014 eigens für Uhus eingerichtet. Bisher hatten die Uhus aber stets im Westwerk des Domes gebrütet.

Während ihrer Infanteristenphase versteckten sich die drei Uhus in der Vegetation des Kreuzganges oder für Besucher zwar sichtbar, aber unerreichbar an der Apsis des Domes hinter dem Wurzelstock des legendären 1.000jährigen Rosenstocks. Dort waren die drei auch aus dem Inneren der Domkrypta heraus zu sehen. Am 17. Juni hat Armin Kreusel die Uhus mit Ringen der Vogelwarte Helgoland gekennzeichnet. Es ist damit zu rechnen, dass auch die beiden verbliebenen jungen Uhus den Kreuzgang in den nächsten Tagen verlassen und das außerhalb gelegene Revierzentrum des Uhupaares ansteuern werden. Wenn alles gut geht, werden die Jungvögel noch ungefähr bis September von den Altvögeln betreut. Anschließend werden die Jungvögel versuchen, eigene Reviere im Umland von Hildesheim zu besetzen. Allerdings sind die noch unerfahrenen Jungvögel mehr noch als die Altvögel enormen Gefahren ausgesetzt. Dazu zählen beispielsweise in der Stadt Glasfassaden, der Auto- und Schienenverkehr, Drähte im Luftraum und Schornsteine.

Die drei Hildesheimer Domuhus haben Paten gefunden: Joachim Achtzehn, Angelika Krüger und Tarek Abu Ajamieh. Sie haben sich in besonderer Weise für den Schutz der Uhus eingesetzt. Die EGE dankt diesen Personen deshalb mit einer Ehrenpatenschaft. Die EGE dankt zudem allen Menschen am Dom, insbesondere dem Domdechanten Weihbischof Heinz-Günter Bongartz, dem Umweltbeauftragten des Bistums Jürgen Selke-Witzel, Herrn Edmund Deppe von der Kirchenzeitung sowie den Domküstern Herrn Körner, Herrn Musiol und Herrn Raulfs, den Hausmeistern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Dommuseums.

Domuhu im Kreuzgang © Joachim Achtzehn

Habichtskäuze im Fichtelgebirge - Juli 2017

Habichtskauz © www.wunderbare-erde.de

Im Nationalpark Bayerischer Wald gibt es eine kleine Habichtskauz-Population. Es ist bisher das einzige Vorkommen dieser Eulenart in Deutschland. Das könnte sich ändern, denn jetzt werden sechs kleine in Tiergärten geschlüpfte Habichtskäuze im Steinwald auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. Der Steinwald ist Teil des oberpfälzischen Fichtelgebirges. Der Träger des Projektes, der "Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern", erhofft sich von der späteren Freilassung der Vögel eine dauerhafte Etablierung der waldbewohnenden Eulenart im Steinwald. Zur Pressemitteilung zu diesem Projekt gelangen Sie hier (pdf-Datei, ca. 152 KB).

Der Habichtskauz starb in Deutschland vor etwa 100 Jahren aus. Im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes im Nationalpark Bayerischer Wald wurden von 1975 bis 2005 über 200 Habichtskäuze freigelassen. Die erste Brut frei lebender Habichtskäuze wurde dort 1989 nachgewiesen. Derzeit lebt im Bayerischen Wald eine kleine, vermutlich sich selbst tragende Population. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie mehr über den Habichtskauz erfahren möchten.

Eulen-Rundblick Nr. 67/2017 erschienen - Juni 2017

Titelseite Eulen-Rundblick 67

Die neue Ausgabe des Eulen-Rundblicks ist da. Der Eulen-Rundblick ist keine Zeitschrift der EGE, sondern die Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz bedrohter Eulen (AG Eulen). Das 112 Seiten umfassende Heft erscheint im 41. Jahr des Bestehens der AG Eulen.

Die Beiträge der EGE in Heft 67 liegen als PDF-Dateien vor. Klicken Sie die Beiträge bitte an, wenn Sie diese lesen möchten. Wir veröffentlichen die Beiträge an dieser Stelle mit freundlicher Zustimmung der Schriftleitung des Eulen-Rundblicks.

Der Eulen-Rundblick erscheint einmal jährlich. Er enthält Originalbeiträge, Fachberichte und Informationen über Biologie und Schutz der Eulen. Das Jahresabonnement kostet 15 Euro einschließlich Porto und Versandkosten. Bestellungen richten Sie bitte an Herrn Klaus Hillerich, Röntgenstr. 7, 64823 Groß-Umstadt,  klaus.hillerich@t-online.de.

Domuhus sind Publikumsmagnet - Juni 2017

Uhuweibchen am Brutplatz © Edmund Deppe

Am 01. Juni 2017 ist der erste der drei diesjährigen Hildesheimer Domuhus im Kreuzgang des Domes gelandet. Inzwischen sind auch die beiden Geschwister dort angekommen - zur Freude vieler Besucher. Tagsüber verstecken sich die Uhus in der Vegetation (manchmal auch am Fuß des legendären 1.000jährigen Rosenstocks an der Apsis des Domes) oder sie vertrauen regungslos verharrend auf ihre Tarnung. Zumeist lässt sich aber mit etwas Geduld einer der Jungvögel gut beobachten.

Natürlich sind die Besucher aufgefordert, die Uhus nur aus der gebotenen Distanz heraus zu betrachten. Die allermeisten Besucher verhalten sich sehr verständnisvoll. Dazu trägt ein Flyer des Bistums Hildesheim bei (pdf-Datei, ca. 1,82 MB), der auf vorbildliche Weise über die Domuhus informiert.

Nach der allabendlichen Schließung des Kreuzganges erwarten die jungen Uhus die Altvögel mit Nahrung. Das Uhuweibchen zeigt sich bald darauf in der Dachgaube (wie im Bild oben), wo es den Tag verbringt und vermutlich immer wieder einen kritischen Blick auf das Geschehen im Kreuzgang hat. Der Hildesheimer Dom ist Weltkulturerbe, enthält bedeutende Kunstschätze und ist mit den Uhus um eine Attraktion reicher. In den nächsten ein, zwei Wochen dürften die jungen Uhus erste Flugversuche unternehmen und sich über die Dächer einen Weg aus dem sicheren Geviert des Kreuzganges ins Weite suchen.

Schleiereulen-Ausstellung in Sögel - Juni 2017

Grafik mit Schleiereulen © Andreas Schüring

Bis Ende August 2017 ist im Rathaus in Sögel im Emsland eine Ausstellung beeindruckender Schleiereulenfotos des Naturfotografen Dr. Andreas Schüring zu sehen: "Schleiereulen im Emsland - eine Fotodokumentation". Die Schleiereulen-Rollups der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. komplettieren die Ausstellung. Bei der Ausstellungseröffnung am 01. Juni begrüßte Dr. Andreas Schüring mehr als 50 Gäste, darunter auch den Geschäftsführer der EGE, Wilhelm Breuer, der ein Grußwort sprach und auf die allgegenwärtigen Gefährdungen der Schleiereule hinwies. Dr. Andreas Schüring erläuterte anhand der präsentierten Aufnahmen Besonderheiten aus Biologie, Lebensweise und Verhalten der Schleiereule und eröffnete den Zuhörern subtile Einblicke in die Technik der Naturfotografie.

Die Ausstellung ist während der Rathaus-Öffnungszeiten zu sehen. Bis zum 25. August können in Absprache mit Ingrid Cloppenburg von der Gemeinde Sögel (Tel.: 05952 - 206 215) Führungen für größere und kleinere Gruppen angeboten werden.

Dr. Andreas Schürings Fotos setzen die Schleiereule auf wunderbare Weise ins Bild und werben eindrücklich für den Schutz der anmutigen Eule, die früher in beinahe in jedem Dorf in Kirchturm oder Scheunen brütete.

Was ist mit den Hildesheimer Domuhus? - Juni 2017

Zwei der drei jungen Domuhus 2017 © Fabian Ossenkopp/Bistum Hildesheim

In diesem Jahr blieb es weitgehend still um die Uhus am Hildesheimer Dom. Sie schienen erstmals seit 2014 verschwunden zu sein. Jedenfalls gab es keine Anzeichen für eine Brut im Westwerk, wo 2014, 2015 und 2016 Uhus gebrütet hatten.

Dann aber fand der Hausmeister des Domes, Herr Ossenkopp, am Morgen des 01.06.2017 einen etwa sechs Wochen alten Jungvogel im Kreuzgang des Domes. Rasch stellte sich heraus: Die Uhus haben doch gebrütet, allerdings nicht im Westwerk, sondern im Ende 2014 über dem Kreuzgang eingerichteten Uhunistkasten, den die Uhus die Jahre zuvor beständig ignoriert hatten.

Der Umweltbeauftragte des Bistums Hildesheim, Jürgen Selke-Witzel, und Wilhelm Breuer von der EGE staunten nach dem Fund bei der Inspektion des Kastens nicht schlecht: Darin saßen die Uhumutter und zwei weitere junge Uhus (ein jüngeres und das jüngste der drei Geschwister). "Wir waren im Frühjahr bei der Suche nach den Uhus wie die Uhus die Jahre zuvor auf das Westwerk des Doms fixiert", kommentierte Wilhelm Breuer die neue Lage. Die Dachgaube hatte eigentlich geschlossen werden sollen, weil sie Tauben anlockte, die sich aber seit einiger Zeit rarmachen im Kreuzgang. Jetzt ist klar, warum. Uhus fressen Tauben.

Die drei Uhus müssen ungefähr zu Ostern geschlüpft sein. Am Pfingstsonntag ist auch der mittlere der drei Jungvögel in den Kreuzgang gesprungen. Der jüngste der drei wird vermutlich auch bald unten landen. Noch sitzt er im Kasten; das Uhuweibchen ist an seiner Seite. Bis auf Weiteres ist der Kreuzgang des Domes also auch ein Uhukindergarten. Die jungen Uhus werden demnächst erste Flugversuche im Kreuzgang unternehmen und später hoffentlich den Weg aus dem Kreuzgang heraus in das Umland des Domes finden.

Die Verantwortlichen des Bistums Hildesheim freuen sich über den unverhofften Uhunachwuchs. Nun kommt es auf das Verständnis der Besucher des Kreuzganges an: Natürlich kann man die Uhus im Kreuzgang beobachten; die Besucher sind aber gebeten, Distanz zu halten und die Uhus nicht zu stören. Von 18 bis 10 Uhr ist der Kreuzgang für Besucher geschlossen. In der Zeit gehört der Kreuzgang allein den Uhus. In den Nachtstunden werden die Jungvögeln von den Eltern mit Nahrung versorgt.

Die EGE bedankt sich schon heute für die Rücksichtnahme der Besucher und das große Verständnis der Mitarbeiter des Bistums Hildesheim!

Das überraschende Ergebnis einer Studie - Juni 2017

Windenergieopfer Mäusebussard © Manfred Knake

"Der Preis des Fortschritts. Der Mäusebussard und das überraschende Fazit einer Studie". So ist ein Beitrag von EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Nationalpark“ überschrieben. Der Autor befasst sich darin mit der sogenannten Progress-Studie, welche Vogelverluste an Windenergieanlagen untersucht hat. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 196 KB), wenn Sie den Beitrag in Heft 2/2017 der Zeitschrift lesen möchten. Außerdem finden Sie in dem 46 Seiten umfassenden Heft eine Vielzahl von Informationen und Beiträgen.

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes.

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die der Gründer der Zeitschrift, der Journalist Horst Stern, für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Informationen für ein Probeabo finden Sie hier: Probeabo Nationalpark.

Leben auf dem Friedhof - Mai 2017

Schleiereule im Flug © Achim Schumacher

Eine Friedhofskapelle kann manchmal auch etwas anderes sein als ein Ort der Trauer, nämlich wie naturnahe Friedhöfe ein sehr lebendiger Ort. Das haben die Kreisgruppe Stade des Naturschutzbundes Deutschland, die Volkshochschule Stade und die Friedhofsverwaltung kürzlich in Buxtehude unter Beweis gestellt. Mehr als 80 Besucher informierten sich dort in einer Abendveranstaltung über Eulen und ihren Schutz. Eine gelungene Aktion zur Umweltbildung, bei der auch die Schleiereulen-Rollups der EGE zum Einsatz kamen. Die EGE arbeitet selbstverständlich mit anderen Vereinen wie dem NABU zusammen und unterstützt diese bei Veranstaltungen zum Eulenschutz.

Schwalben schützen leicht gemacht - Mai 2017

Künstliche Schwalbennester © Bernd Bäumer

Die Mitarbeiter der EGE sind mit dem Schutz der Eulen mehr als ausgelastet. Dennoch gelten die Bemühungen der EGE-Aktiven auch anderen Vogelarten. So versteht es sich von selbst, dass beispielsweise Bernd Bäumer, Ferdinand Thelen, Ulli Bergrath und Achim Schumacher auch im Einsatz sind, um künstliche Schwalbennester unter Dachvorsprüngen zu montieren, so wie hier im Bild. Mindestens so wichtig wie der Einsatz des EGE-Bauteams ist die Bereitschaft der Hauseigentümer und -bewohner, die Schwalben an der Fassade zu tolerieren.

Die EGE dankt allen Personen, die sich die Freude an den Schwalben bewahrt haben. Wie oft werden Schwalben am Nestbau gehindert. Fehlt nicht fast überall in den Dörfern den Schwalben der Lehm für den Nestbau. Und mit wie wenig Aufwand könnte den Schwalben geholfen werden.

Falls Sie an Ihrem Haus Schwalben beim Nestbau beobachten, das Nest aber aus Lehmmangel einfach nicht fertigwerden will, zögern Sie bitte nicht, künstliche Nisthilfen anzubringen oder eine Lehmpfütze in für Schwalben erreichbarer Nähe anzulegen. Wenn es noch eines äußeren Anstoßes dazu bedarf, lesen Sie bitte den kurzen Essay von Wilhelm Breuer "Schwalben - Erinnerungen an die Dorfstraße" (pdf-Datei, ca. 292 KB).

Schwalbe im Anflug © Onno K. Gent

Steinkauz-Ausstellung in der Gemeinde Aldenhoven - Mai 2017

Steinkauz © Achim Schumacher

Die Steinkauz-Ausstellung der EGE "Den Steinkauz im Dorf lassen" ist noch bis zum 06. Juni 2017 im Rathaus in der Gemeinde Aldenhoven (Nordrhein-Westfalen) zu sehen. Die Ausstellung eröffneten Anfang Mai der Bürgermeister der Gemeinde Aldenhoven Ralf Claßen und EGE-Mitarbeiter Achim Schumacher. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie Einzelheiten erfahren möchten.

EGE stellt Uhu-Höhenflugmonitoring infrage - Mai 2017

Uhupaar im Flug © www.wunderbare-erde.de

Die EGE stellt ein Höhenflugmonitoring bei Uhus im Zusammenhang mit Windenergievorhaben grundsätzlich infrage. Die EGE bezweifelt, dass die aus solchen Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse überhaupt belastbare Schlüsse auf die Raumnutzung von Uhus nach Errichtung von Windenergieanlagen erlauben. Es sei nämlich bekannt, dass Uhus hohe Bauwerke wie Hochspannungsmasten, Industriebauten und Fernmeldetürme gezielt ansteuern, von dort aus rufen oder dort brüten (beispielsweise in an solchen Bauwerken in großer Höhe für Wanderfalken angebrachten Nistkästen). Gerade dieses Verhalten könne erklären, weshalb die Anzahl der an Windenergieanlagen tot aufgefundenen Uhus entgegen der Erwartung zumeist niedriger Flüge vergleichsweise hoch sei. Die Frage, in welchen Flughöhen Uhus sich bewegten, spiele für eine Entscheidung über den Bau von Windenergieanlagen unter diesen Umstände keine entscheidende Rolle.

Telemetrische Untersuchungen sind mit beträchtlichen Gefahren für Uhus verbunden und deshalb artenschutzrechtlich nicht ohne weiteres möglich. Der Fang von Uhus, und sei es "nur" zum Zweck der Besenderung, erfordert eine artenschutzrechtliche Ausnahme von dem Verbot des § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG. Diese kann nur bei Vorliegen zwingender Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses (s. § 45 Abs. 7 BNatSchG) gewährt werden. Diese Voraussetzung mag bei Forschungsvorhaben zur Gewinnung generalisierbarer Erkenntnisse vorliegen, nicht aber für ökonomisch dominierte Planungs- oder Zulassungsverfahren.

Die Telemetrierung von Uhus als Voraussetzung für eine Entscheidung über die Zulassung von Windenergieanlagen ist kein "anerkannter Standard". Zu diesem Ergebnis ist das Verwaltungsgericht Ansbach in seinem Urteil vom 02.11.2015 (11 K 15.00639) gelangt. Die zuständige Behörde überschreite ihren Entscheidungsspielraum nicht schon deswegen, weil sie die Errichtung von Windenergieanlagen ohne eine Telemetrierung von Uhus untersagt habe. Das Urteil bezieht sich auf eine Anlage mit einem Abstand zwischen Grund und unterer Rotorspitze von 85 m. Insofern ist auch nicht davon auszugehen, dass die Voraussetzungen einer Legalausnahme nach § 44 Abs. 6 BNatSchG gegeben sind.

Die Bedenken werden möglicherweise durch den Fund eines im März 2017 im nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt frisch tot aufgefundenen Uhus unterstützt, der einen Sender trug. Es spricht einiges dafür, dass es sich dabei um einen Uhu aus dem 2014 im Münsterland abgeschlossenen Besenderungsprojekt handelt, sich der Sender also auch nach dieser langen Zeit nicht vom Vogel gelöst und ausweislich vorliegender Fotos möglicherweise den Mauservorgang behindert hat. Die EGE bemüht sich zurzeit unter Beteiligung der örtlichen Naturschutzbehörde um die Aufklärung der Umstände. Handelt es sich um einen aus dem Projekt besenderten Uhu, stützt dies die Zweifel an der Vertretbarkeit der vorgenommenen Besenderung.

Im April 2017 hatte die EGE auch in wissenschaftlicher Hinsicht auf Zweifel an der im Münsterland durchgeführten Untersuchung (pdf-Datei, ca. 376 KB) hingewiesen. Die EGE appelliert an die zuständigen öffentlichen Stellen, solche Untersuchungen mindestens solange abzulehnen, wie die Zweifel nicht ausgeräumt sind.

Das Wetter im Mai - Mai 2017

Feldlerche im Acker © www.wunderbare-erde.de

Der April war zu kalt und der Mai bisher kaum wärmer. Immerhin hat diese Seite des Wetters auch ein Gutes. Jedenfalls für Uhus. Über das Schicksal vieler Uhubruten entscheidet nämlich oft das Wetter. Konkret: Das Wetter an Ostern, am 1. Mai, an Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Das sind Tage, an denen es bei angenehmer Witterung die Menschen in die Natur drängt, wo sie zwar unwillentlich, aber doch bisweilen auf gründliche Weise Uhus bei der Brut stören, Uhus zum Verlassen der Gelege oder Küken zwingen und diese Opfer von Prädatoren werden. Klettersportler, Mountainbiker, Fossiliensammler, Geocacher und andere naturaffine Zeitgenossen abseits der Wege haben ihren Anteil an der Misere. Das Missfallen der EGE an eher nicht frühlingshaften Temperaturen hält sich deswegen in Grenzen.

Allerdings brauchen Schwalben dringend besseres Wetter. Der Insekten wegen. Für einen vollen Schwalbenmagen reichen aber inzwischen ein Bilderbuchfrühling und frühsommerliche Temperaturen nicht mehr aus. Dem stummen Frühling ist ein Insektensterben gigantischen Ausmaßes vorausgegangen. Der beste Beweis entfaltet die Windschutzscheibe jedes Kraftfahrzeuges. War sie in früheren Jahrzehnten nach kurzer Fahrt übersäht von toten Insekten, bleibt sie heute rein. Und der Umstand, dass heute keine Igel mehr überfahren werden, liegt nicht daran, dass sie die Gefahren des rasenden Verkehrs erkannt hätten. Nein, es gibt kaum noch Igel. Das Leben hat sich rar gemacht - überall. Vor allem auf dem Acker. Das EU-weite Leitbild vom sauberen Acker hat erst alle konkurrierenden Wildpflanzen vernichtet, in der Folge Bienen, Hummeln, Heuschrecken, Tagfalter und das ganze Heer der Insekten und nun folgerichtig die Vögel. Es ist der Preis für einen zweifelhaften Fortschritt. Der Frühling ist nirgends so stumm wie auf dem Lande.

Besendertes Uhu-Höhenflugmonitoring ist zweifelhaft - April 2017

Uhu im Flug © www.wunderbare-erde.de

Vor knapp zwei Jahren hörte man von der Studie "Besendertes Uhu-Höhenflugmonitoring im westfälischen Tiefland". Die Studie hatte zum Ziel, zur Aufklärung der Kollisionsrisiken von Uhus an Windenergieanlagen beizutragen.

Die in der Studie gezogenen Schlussfolgerungen stellen dieses Risiko in Abrede. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wären diese Schlussfolgerungen wissenschaftlich abgesichert und von der Studie her gedeckt. Daran aber bestehen seitens der EGE erhebliche Zweifel. Die Zweifel sind in dem beigefügten Dokument (pdf-Datei, ca. 376 KB) zusammengefasst.

Die EGE hat sich im Januar 2017 mit diesem Dokument an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gewandt, die diese Studie finanziert hatte. Die DBU hat das Dokument nach eigenen Angaben an die Verfasser der Studie O. Miosga, S. Gerdes, D. Krämer und R. Vohwinkel weitergeleitet. Eine Reaktion der Autoren ist bei der EGE bisher nicht eingegangen.

Unterdessen drängen diese und andere Auftragnehmer der Windenergiewirtschaft mit Berufung auf die Studie aus dem Münsterland auch anderenorts darauf, Uhus dort zu besendern, wo Uhuvorkommen die Zulassung von Windenergieanlagen behindern. Aus diesem Grunde hat sich die EGE entschlossen, die Kritik an der Studie an dieser Stelle jetzt zu veröffentlichen.

Übrigens ist eine wissenschaftlichen Anforderungen genügende Veröffentlichung der Studie aus dem westfälischen Tiefland bisher nicht erschienen. Veröffentlicht haben die Autoren lediglich einen 5-Seiten-Bericht in Heft 3/2015 der Zeitschrift "Natur in NRW".

Von Uhus, Kolkraben und Nilgänsen - April 2017

Kolkrabe © www.wunderbare-erde.de

Auch in diesem Frühjahr hat Stefan Brücher jeden der über einhundert Neststandorte der Uhus in der Eifel im Visier. Brüchers Visiten tragen dazu bei, dass menschengemachte Störungen an den Brutplätzen frühzeitig erkannt und möglichst abgewendet werden. Ruhe am Brutplatz ist gerade zu Brutbeginn oberstes Gebot. Brücher freut sich, dass für Ostern kein strahlend schönes Wetter vorhergesagt ist. Dann bleiben die Menschen eher zuhause und die Uhus haben weniger Stress, sagt Brücher. Dabei sind Menschen nicht schon an sich das Problem; wohl aber Menschen, die die Wege verlassen, in Felsen klettern oder in Brutplatznähe Geocaches oder Fossilien suchen.

Mit natürlichen Stressfaktoren haben Uhus weniger Probleme. Dazu zählen in der Eifel Kolkraben. Brücher traf letzthin auf etwa zehn der schwarzen Gesellen. Sie saßen laut rufend in einer Felswand um ein brütendes Uhuweibchen herum. Einige Tage später ist Brücher wieder dort. Er schaut durchs Spektiv: Ein vielleicht zwei Tage altes Uhuküken sitzt eine handbreitnah bei der Mutter. Kaum weniger weit entfernt hat sich ein Kolkrabe postiert. Er muss nur einen langen Hals machen, um das Küken zu erwischen. Die Uhumutter - unter ihr weitere Küken oder Eier - hat die Situation fest im Blick. Unbeweglich, aber mit gesträubtem Gefieder sitzt sie da. Kaum einen Meter daneben und darüber belauern weitere Raben gespannt die Szene. So geht es eine ganze Weile. Brücher ist einigermaßen nervös; die Uhumutter vermutlich ebenso. Dann endlich verschwindet das vorwitzige Uhuküken unter dem Gefieder der Mutter. Sie hat mit dem Schnabel etwas nachgeholfen. Bald danach fliegen die Raben davon.

Wie die Uhus waren Kolkraben in der Eifel massiv verfolgt worden und schließlich ganz verschwunden. Heute sind Begegnungen von Uhus und Kolkraben keine Seltenheit mehr. Sie bewohnten Jahrtausende lang dieselben Felsen. Problematischer hingegen sind neue Nachbarn. Brücher stößt gelegentlich auf fremde Eier in Uhunestern: Auf die Eier der Nilgans. Schon mehrfach haben Nilgänse Uhus aus dem Nest gemobbt und sich darin breitgemacht. Die rasante Ausbreitung der ursprünglich in Deutschland nicht heimischen Nilgans geht auf aus Gefangenschaft geflohene Vögel zurück.

Wenn Sie - liebe Leserin, lieber Leser - die Bemühungen der EGE unterstützen möchten, ist Ihre Spende herzlich willkommen. Vielleicht mögen Sie der EGE zu Ostern ein kleines Ei ins Nest legen in Gestalt einer Spende. Die EGE wünscht Ihnen frohe Ostern.

Uhubrutsaison 2017 - April 2017

Junger Uhu © EGE

Am letzten Tag im März hat Stefan Brücher die ersten drei jungen Uhus der aktuellen Brutsaison beringt. Das Uhuweibchen hatte in der klimatisch begünstigten Lage am Rhein bereits am 28. Januar 2017 mit der Brut begonnen.

In der Eifel dürften die meisten Uhus jetzt wieder brüten. Im letzten Jahr hingegen ließen ungewöhnlich viele Paare die Brutzeit ungenutzt verstreichen. Damals hatten in einem Teilgebiet der Eifel beispielsweise von neun benachbarten Uhupaaren nur zwei eine Brut begonnen und diese später aufgegeben. Jetzt, im Frühjahr 2017, registrierte Stefan Brücher im selben Bereich acht Bruten, manche bereits mit Nachwuchs.

An der Mosel gibt es in diesem Jahr Bruten schon an etwa zwei Dritteln der bekannten Brutplätze. Vermutlich werden noch einige folgen.

In den höheren Lagen der Eifel scheint sich der Brutbeginn zu verzögern. "Einen Überblick über alle Uhupaare in der Eifel haben wir zwar jetzt noch nicht", sagt Stefan Brücher, "aber dem Gefühl nach rechnen wir mit einem guten Uhujahr."

Ökologische Reformen zum Reformationsjubiläum - 1. April 2017

Wanderfalke fliegt von Kirchturmspitze © www.wunderbare-erde.de

Dass 500 Jahre nach der Reformation die beiden christlichen Konfessionen in Deutschland zur vollen Einheit finden könnten, ist unwahrscheinlich. Immerhin haben sich katholische und evangelische Kirche aber zum bevorstehenden Reformationsjubiläum zu einem gleichermaßen ökumenischen wie ökologischen Schritt entschlossen:

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wollen bis zum 31. Oktober 2017 kirchliches Grundeigentum dauerhaft für den Naturschutz bereitstellen. "Wir sind unglaubwürdig, wenn wir Gottes Schöpfung nicht wenigsten dort bewahren, wo wir selbst Grundeigentümer sind", so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Bisher intensiv land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen im Eigentum der Kirchen sollen deswegen künftig naturnäher bewirtschaftet oder ganz aus der Nutzung genommen werden.

In den sieben Monaten bis zum Reformationsjubiläum sollen zudem an allen kirchlichen Gebäuden Fortpflanzungsstätten für Vögel und Fledermäuse eingerichtet werden, kündigte der EKD-Ratsvorsitzende Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm an. Künftig wollen die Kirchen bei baulichen Investitionen ein Prozent der Kosten für Artenschutzmaßnahmen an kirchlichen Gebäuden aufwenden. Pfarrgemeinden, die den Maßgaben nicht nachkommen, sind zu einer Geldzahlung zugunsten kirchlicher Naturschutzprojekte verpflichtet, so Prälat Johannes Tetzel, der Umweltbeauftragte von DBK und EKD.

Die Pressekonferenz der beiden Vorsitzenden war auch deshalb mit Spannung erwartet worden, weil erst kürzlich eine Studie der Katholischen Universität Eichstätt gezeigt hatte, dass Schleiereulen in Türmen und auf Dachböden katholischer Kirchen einen dreifach höheren Bruterfolg haben als ihre Schwestern in evangelischen Kirchen. Einen göttlichen Fingerzeig mochte Kardinal Marx in diesem signifikanten Unterschied nicht erkennen. Man wolle die Gräben zwischen den Konfessionen nicht vertiefen.

Zwar haben beide Kirchen immer wieder ihre Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung betont, dem jedoch als Eigentümer eines beträchtlichen Immobilienbestandes zu selten Taten folgen lassen, kommentierte die EGE die gemeinsame Erklärung. Der jetzige Schritt gebe Anlass zur Hoffnung.

Rollups für den Schutz der Schleiereule - März 2017

Schleiereule schaut aus einer Scheune © Rosl Rößner

Für den Schutz der Schleiereule wirbt die EGE ab jetzt mit sieben Rollups in der Größe von je 85 x 220 cm. Die mobile Ausstellung wendet sich insbesondere an Landwirte und Kirchenleitungen, auf deren Haltung es vor allem ankommt, sollen Schleiereulen besser geschützt werden. Aber auch für andere Personen im ländlichen Raum dürften die Rollups von Interesse sein.

Die Rollups gehen auf Reisen. In landwirtschaftlichen und kirchlichen Einrichtungen, Rathäusern und Sparkassen sollen sie über die Schleiereule informieren und für ihren Schutz werben. Der Leitspruch lautet: Einflug frei für Schleiereulen. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 11,4 MB), wenn Sie die sieben Rollups ansehen möchten. Falls Sie die kleine Ausstellung für den angegebenen Zweck buchen möchten, setzen Sie sich bitte mit der EGE in Verbindung. Die grafische Gestaltung der Rollups oblag Sonia Marie Weinberger. Die EGE dankt den Bildautoren, die zur Gestaltung ihre Fotos kostenfrei bereitgestellt haben.

Junge Künstler malen Eulen - März 2017

Waldkauz schaut aus seiner Höhle © Lea Heuer

Hin und wieder treffen bei der EGE Eulenbilder ein, die junge Eulenfans aus aller Welt für die EGE gemalt haben. Darunter auch dieses Bild mit dem Titel "Waldkauz schaut aus seiner Höhle".

Gemalt hat es Lea Heuer aus Wietzendorf in der Lüneburger Heide. Lea ist sechs Jahre alt. Die EGE hätte sich gerne mit dem Kinderbuch der EGE "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz" bei Lea bedankt. Aber, wie wir von Leas Mutter wissen, kennt Lea das Buch bereits. Lea, sagt die Mutter, habe sich beim Malen des Bildes vom Buch inspirieren lassen, denn eine der Geschichten darin handelt vom Waldkauz. Auf dem Weg zu Lea ist nun als kleines Dankeschön ein anderes Kinderbuch: "Lasst den Uhu leben!" von Nina Rauprich.

Natura 2000 in Deutschland - März 2017

Blaukehlchen © www.wunderbare-erde.de

Die neue Ausgabe der Zeitschrift "Nationalpark" richtet den Blick auf Natura 2000 in Deutschland. "Versäumnisse, Mahnschreiben, Vertragsverletzungen und kein Ende!" lautet die Unterüberschrift des Beitrages von Wilhelm Breuer in Heft 1/2017 der Zeitschrift. Der Beitrag erscheint passend zum 25. Geburtstag der FFH-Richtlinie. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 1 MB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten.

Außerdem finden Sie in dem 46 Seiten umfassenden Heft eine Vielzahl von Informationen und Beiträgen, u. a. einen Kommentar von Wilhelm Breuer zu den von der Bundesregierung beabsichtigten Änderungen des Artenschutzrechts (pdf-Datei, ca. 2,19 MB).

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes.

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die der Gründer der Zeitschrift, der Journalist Horst Stern, für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Informationen für ein Probeabo finden Sie hier: Probeabo Nationalpark.

Auf der Strecke - Februar 2017

Uhu © www.wunderbare-erde.de

Die ersten Uhus brüten. Wie erfolgreich die Brutsaison 2017 verlaufen wird, hängt von vielen Faktoren und oft vom Zufall ab, nicht zuletzt von der Rücksichtnahme der Menschen.

Die EGE sorgt sich aktuell um Uhubruten in den Naturfelsen von Flusstälern entlang von Bahnstrecken beispielsweise an Rhein und Mosel. An einigen Stellen kommt dort zum ständigen Kollisionsrisiko für Uhus mit dem Bahnverkehr eine akute Gefahr hinzu: Jetzt - in der Brutzeit - durchgeführte Bauarbeiten, die Hangrutschungen abwenden und die Verkehrssicherheit gewährleisten sollen, können zum Brutabbruch führen. Sind solche Arbeiten zur Sicherheit des Bahnverkehrs unumgänglich und unaufschiebbar, können sie artenschutzrechtlich verständlicherweise kaum infrage gestellt werden. An der Mosel steht den Uhus in den nächsten Jahren in Nestnähe eine ganze Reihe riskanter Baumaßnahmen, manchmal sogar mit Einsatz von Hubschraubern, bevor.

Die EGE appelliert an die Deutsche Bahn und die zuständigen Naturschutzbehörden, die Belange des Uhuschutzes frühzeitig zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass die Bauarbeiten nur in den Monaten August bis Ende Januar durchgeführt werden. Wo die Arbeiten nachweislich nicht auf diesen Zeitraum begrenzt werden können, müssen sie zum Schutz vor Störungen von Uhubruten auf das unvermeidliche Maß beschränkt und die Beachtung der hierfür erforderlichen Auflagen gewährleistet werden.

A und O eines solchen Managements ist, dass die Deutsche Bahn, die beteiligten Behörden und Firmen prüfen, ob Uhus in den betreffenden Streckenabschnitten brüten. Aber nirgendwo sind die Brutplätze von Uhus derart schwierig zu finden wie in den zerklüfteten Felsen des Rheinischen Schiefergebirges. Die Behörden sind mindestens im Bereich der Eifel gut beraten, die EGE mit diesen Prüfungen zu beauftragen, denn in der Eifel verfügt die EGE meist über die nötigen Vorkenntnisse, um die Situation an Ort und Stelle zuverlässig zu begutachten. Im Rheintal südlich von Koblenz und in anderen Flusstälern mit Bahnstrecken und Felsen ist dies nicht der Fall. Dort ist fraglich, ob die betroffenen Uhubrutplätze überhaupt erkannt werden. Die allerwenigsten Gutachterbüros verfügen über die speziellen Kenntnisse, um die Brutplätze zu identifizieren und Bruten festzustellen.

Für ein an einer Bahnstrecke an der Mosel brütendes Uhuweibchen wird es in den nächsten Tagen eng. Jedenfalls ist fraglich, ob es gelingen wird, den Ablauf der Arbeiten, inklusive der Hubschrauberflüge zur Materialanlieferung, ausreichend uhufreundlich zu gestalten. Bei einem Ortstermin Mitte Februar mit allen Beteiligten erteilte Stefan Brücher eine Unterrichtstunde in "Uhu-Psychologie". "Ich bin angenehm überrascht über die Bereitschaft der beteiligten Stellen und Personen, den Baustellenbetrieb so schonend wie möglich zu organisieren", sagt der EGE-Vorsitzende. "Dennoch schätze ich die Chancen für einen Bruterfolg des Uhus auf weniger als fifty-fifty." Die Sache ist riskant, aber wohl nicht mehr abzuwenden.

EGE stiftet "Wilhelm-Bergerhausen-Förderpreis" - Februar 2017

Wilhelm Bergerhausen im Jahr 1978 © Wilhelm Breuer

Vor zehn Jahren starb Wilhelm Bergerhausen. In Erinnerung an ihn stiftet die EGE einen Studienpreis. Ausgezeichnet werden mit dem nach dem EGE-Gründer benannten Preis Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten, die zum Schutz europäischer Eulenarten beitragen. Der Preis soll erstmals 2017 und künftig alle zwei Jahre verliehen werden. Das Gesamtpreisgeld beträgt 1.500 Euro. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 404 KB), wenn Sie sich über die Teilnahmebedingungen informieren möchten.

Agrardebatte: Von Glashäusern und Steinen - Februar 2017

Rinder © www.wunderbare-erde.de

Um das Image der Landwirtschaft in Deutschland steht es nicht zum Besten. Dabei sind ihre Umweltfolgen dramatischer als es in der Öffentlichkeit gewusst oder wahrgenommen wird. In den letzten Wochen haben gleich zwei Institutionen die gravierenden Missstände thematisiert: das Bundesumweltministerium mit abgewandelten Bauernregeln und die Katholische Kirche in der Rede des Berliner Erzbischofs Koch, der zum Auftakt der Grünen Woche bestimmte Formen der modernen Tierhaltung scharf verurteilt hat. Beide - die Bundesumweltministerin und der Erzbischof - kritisieren mit Fug und Recht agrarwirtschaftliche Entwicklungen, die in ökologischer und ethischer Hinsicht inakzeptabel sind.

Die Agrarwirtschaft hat auf die Kritik gewohnt reflexhaft mit Empörung reagiert, die Kritik nicht widerlegt, sondern nur bestätigt, dass die Funktionäre der Branche die Zustände nicht ändern wollen und den Herausforderungen der Zeit nicht gewachsen sind. Sowohl die Bundesumweltministerin als auch Erzbischof Koch haben Mut bewiesen, der sie angesichts der lautstarken Empörung des agrarwirtschaftlichen Establishments allzu schnell wieder verlassen könnte und die Ministerin im Wahljahr 2017 wohl auch schon verlassen hat.

Allerdings gehört zur Wahrheit auch dies: Während die Ministerin die Missstände in der Tierproduktion und in der Landbewirtschaftung anprangert, hat sie als Bundesnaturschutzministerin gerade die Abschwächung des Schutzes wildlebender Pflanzen- und Tiere ins Werk gesetzt und als Bundesbauministerin, die sie auch ist, arbeitet sie an einer Schwächung des Naturschutzes auch im Baugesetzbuch. Subtil, aber durchaus mit System und Wirkung. Und die Kirchen in Deutschland müssen sich die Frage gefallen lassen, weshalb sie als Grundeigentümer die Bewirtschaftung ihrer landwirtschaftlichen Flächen nicht strikt an die Einhaltung ökologischer Standards knüpfen - notfalls gegen geringere Pachteinnahmen.

Das Elend der Nutztiere ist ein Skandal, der Acker so artenarm wie nie zuvor, das Grundwasser darunter ein Endlager für Nitrat. Die Art der modernen Landwirtschaft ist ein ökologisches und ethisches Desaster. Nicht erst seit heute und gestern und nicht einmal zum Nutzen der Mehrzahl der landwirtschaftlichen Betriebe. Die Kritik ist berechtigt. Sie wäre überzeugender, würden ihre Kritiker dort umkehren, wo sie selbst Herr im Hause sind - die Bundesumweltministerin, die Kirchen und die Verbraucher, die mit ihrem Verhalten eine Agrarwende auszulösen vermögen, die manche Landwirtschaftsfunktionäre buchstäblich vom Hof jagen könnte.

Steinkauz als Schulprojekt - Februar 2017

Steinkauz © Achim Schumacher

Den Steinkauz im Dorf lassen. Das ist der Leitspruch der EGE. In Nideggen in der Eifel haben sich die Schüler der Adolf-Kolping-Hauptschule dieses Motto zu eigengemacht. Gemeinsam mit ihrer Mathe-, Bio- und Werklehrerin Gerda Engel zimmerten die Zehntklässler fünf Steinkauz-Nistkästen für die Streuobstwiesen der Region. Doris Siehoff von der EGE hatte den Start des Projektes unterstützt.

Bei der Aktion im Werkraum ist es nicht geblieben. Der Unterricht fand wenig später eine Fortsetzung im Steinkauzbiotop: In den dort bereits installierten Nistkästen entdeckten die Schüler zwei Steinkäuze, die mit geübtem Griff von Doris Siehoff aus ihrer Behausung gehoben, gewogen und registriert werden konnten. Für die Schüler ein Erlebnis der besonderen Art. Anschließend wurde auf einer anderen Obstwiese der erste, von den Schülern selbst gebaute Nistkasten installiert. Lesen Sie bitte hier den Bericht von eifellon.de

2016 nur wenige Schleiereulen - Januar 2017

EGE-Mitarbeiter und Schleiereulen © Sonia Weinberger

2016 war für Schleiereulen kein gutes Jahr. Dieses Ergebnis meldet die EGE für die beiden nordrhein-westfälischen Kreise Euskirchen und den Rhein-Erft-Kreis. 2016 kontrollierte die EGE in den beiden Kreisen 78 potentielle Brutplätze. Nur an 32 dieser Plätze wurden Schleiereulen oder frische Spuren von Schleiereulen festgestellt.

An 20 der 32 Plätze kam es zu erfolgreichen Bruten. Die Jungvögel von neun dieser Bruten waren beim Kontrolltermin bereits ausgeflogen. Vier Bruten wurden aufgegeben (drei verlassene Gelege, im vierten Fall zwei tote Jungvögel).

Beringt wurden zwischen dem 05.08. und dem 14.09.2016 die Jungvögel von zehn Bruten; insgesamt 41 Individuen. Die meisten im Alter von ca. 45, 50 und 60 Tagen. Die höchste Zahl beringter Jungeulen einer Brut betrug sieben. Beringt wurden außerdem je fünf Junge bei zwei Bruten, je vier Junge bei vier Bruten, je drei Junge bei zwei Bruten und zwei Junge einer Brut.

Tatsächlich waren die Gelege oder die Anzahl der Jungvögel einiger dieser Bruten zunächst größer. So waren bei einem zweiten Kontrollbesuch die beiden jüngsten von sieben Jungvögeln einer Brut verschwunden. Bei einer anderen Brut waren aus sieben Eiern nur fünf Küken geschlüpft und eines der fünf Küken gestorben. Ein Jungvogel einer Brut mit acht Jungvögeln auf dem Dachboden einer Kirche war bereits ausgeflogen als die Beringer eintrafen. Den ausgeflogenen Jungvogel fanden sie ertrunken im Wasserbecken auf dem Kirchhof.

Bis auf die Jungvögel einer Brut mit vier Jungvögeln war der Ernährungszustand der Jungvögel gut. An einem anderen Brutplatz wurde ein Altvogel im Juni tot, vermutlich verhungert, aufgefunden. In vier Nistkästen brüteten Turmfalken.

Die EGE sorgt sich mehr und mehr um die Zukunft der Schleiereulen. Die Intensivierung der Landwirtschaft führt zu einem dramatischen Mangel an Mäusen. Die für die Jagd auf Kleinsäuger wichtige Grünlandfläche hat dramatisch abgenommen. Der Anbau von Getreide und Mais führt zu rasch hochgeschlossenem Aufwuchs, in dem die Eulen nicht jagen können. Und nach der Ernte werden die Stoppelfelder so rasch umgebrochen, dass dort die Jagdmöglichkeiten nur von kurzer Dauer sind. Dramatisch hoch sind die Kollisionsverluste von Schleiereulen an Straßen und Bahnstrecken.

Wintergäste der besonderen Art - Januar 2017

Sumpfohreule an der Nordseeküste © Onno K. Gent

Kaltfront und Winterstürme führen die Sumpfohreulen aus Nordosteuropa ins Wattenmeer vor der deutschen Nordseeküste. Eine Ansammlung von mehr als einem Dutzend der anmutigen Vögel haben Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung in den letzten Tagen am Spülsaum des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer beobachtet. Am Boden bestens getarnt nehmen die Wintergäste bei der Jagd auf Wasserpieper und andere Kleinvögel im winterlichen Wattenmeer kaum Notiz vom Betrachter. Allerdings übersehen die Eulen nur zu oft Stacheldrähte, die zighundert Kilometer lang im Sommer in Watten und Marschen das Weidevieh eingrenzen. Auch wenn bereits Umrüstungen erfolgt sind, die Zäune stellen für die nicht einmal 500 Gramm schweren Eulen zumal bei Starkwind und Sturm im Flug ein lebensgefährliches Risiko dar. Die Lebensräume der Eulen sind auch in Nationalparken nicht "barrierefrei".

Sumpfohreule an der Nordseeküste © Onno K. Gent Sumpfohreulen an der Nordseeküste © Onno K. Gent

Vogelschutz in der Stadt - Januar 2017

EGE-Aktivist Albrecht Jacobs aus Stadtoldendorf in Niedersachsen ist nicht nur Uhuschützer der ersten Stunde, sondern sorgt sich auch um den Schutz der Mauersegler in seiner Heimatstadt. Der Tägliche Anzeiger Holzminden hat in seiner Ausgabe vom 09. Januar 2017 dieses Engagement ausführlich beschrieben. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Beitrag lesen möchten (Beitrag aus S. 13 des Täglichen Anzeiger Holzminden vom 09.Januar 2017; pdf-Datei, ca. 1,21 MB). Vielleicht ermutigt Sie der Beitrag zum Start eines ähnlichen Wohnungsbauprogramms für Mauersegler in Ihrer Stadt an Ihrem Haus. Noch sind die Langstreckenflieger im afrikanischen Winterquartier. Ende April/Anfang Mai kehren sie nach Mitteleuropa zurück und finden hoffentlich alte und neue Brutplätze.

Rheinische Käuze für Brandenburg - Januar 2016

Rita Edelburg-Müller, Ammenkauz und Jungvogel © Peter Josef Müller

Ein Steinkauz-Gelege umfasst zumeist drei bis sechs Eier. Das Weibchen beginnt zu brüten, bevor das letzte Ei gelegt ist. Deswegen schlüpft das letzte Küken einige Tage später und ist kleiner und schwächer als die Geschwister. Schaffen die Altvögel genügend Nahrung herbei, hat auch das jüngste Küken gute Aussichten, groß zu werden. Schwierig wird es, wenn die Nahrung knapp ist. Schwache Küken sind dann die "stille Reserve" für die anderen. Steinkäuze sind nicht zimperlich.

Wenn die Müllers im Frühjahr nach den Steinkäuzen sehen, um sie zu beringen, treffen sie mitunter auf solche schwachen Jungvögel. Was tun? Der Natur ihren Lauf lassen oder doch eingreifen? Nun, die Müllers entscheiden sich regelmäßig für einen Rettungsversuch. Fast immer mit Erfolg. Bereits an Ort und Stelle versorgen sie die dehydrierten Küken mit Wasser und bringen sie anschließend zu sich nach Hause. Dort gibt es kleine Stückchen Mäusefleisch und immer wieder Wasser. Überstehen die Küken die nächsten beiden Tage, sind sie zumeist über den Berg und mit drei- bis viermal täglich verabreichten Mäusehäppchen bald wieder so stabil, dass sie den Ammenpaaren untergeschoben werden können, die die Müllers eigens hierfür in Volieren halten.

So wachsen die Kleinen aus verschiedenen Wildbruten mit den eigenen Jungvögeln der Ammenpaare in einer Art Patchwork-Familie zu stattlichen Jungkäuzen heran, um später - auf ein Leben in Freiheit vorbereitet - in die Natur entlassen zu werden.

Einige dieser Käuze stellen die Müllers für ein Wiederansiedlungsprojekt im brandenburgischen Naturpark Nuthe-Nieplitz zur Verfügung. Im letzten Jahr traten zehn dieser Käuze den behüteten Weg dorthin an. Den südwestlich von Berlin gelegenen Naturpark prägen die feuchten Niederungen der Flüsse Nuthe und Nieplitz sowie Wald und Ackerland mit kleinen märkischen Dörfern. In diesem Gebiet soll der dort verbreitete, aber heute seltene Steinkauz wieder häufiger werden. Weitere Informationen über dieses Projekt finden Sie hier auf den Seiten des "Naturpark Nuthe-Nieplitz".

Waldkauz jedes Jahr Vogel des Jahres - Januar 2017

Waldkauz © Gordana und Ralf Kistowski

Der Naturschutzbund Deutschland hat den Waldkauz zum Vogel des Jahres 2017 gewählt. Eine gute Wahl, meint die EGE. Bei der EGE steht der Schutz des Waldkauzes wie auch der Schutz aller dreizehn europäischen Eulenarten nicht nur 2017, sondern Jahr für Jahr im Fokus. Die EGE setzt sich unter dem Slogan "Wald für Eulen - natürlich" ein für mehr Naturschutz im Wirtschaftswald, für Wald ohne jede forstwirtschaftliche Nutzung und für einen Verzicht auf Windenergieanlagen im Wald. Wenigstens der Wald sollte vor Windenergieanlagen geschützt werden. In vielen Regionen Deutschland entstehen jedoch immer mehr Windenergieanlagen ausgerechnet im Wald.

Weitere Informationen der EGE über den Waldkauz finden Sie hier und Informationen über Windenergieanlagen im Wald hier (pdf-Datei, ca. 1,01 MB). Bei der EGE können Sie außerdem kostenfrei das Faltblatt "Wald für Eulen - natürlich" anfordern.

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