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Ältere Nachrichten des aktuellen Jahrgangs

Die Eule ist los - November 2016

An der Donatusschule in Bonn-Plittersdorf war letzthin die Eule los. Eine ganze Woche lang standen Eulen und ihr Schutz im Mittelpunkt der Plittersdorfer Grundschule. Mit dabei: Stefan Brücher und das Kinderbuch der EGE "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz". Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Artikel lesen möchten, der darüber im Bonner Generalanzeiger erschienen ist. Die EGE dankt den Organisatoren, die zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben: Frau Wiltrud Friedenstab, der Weltmeistertrainerin der Deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft Frau Tina Theune, Herrn Markus Bretschneider und der Leitung der Donatusschule.

Vor 10 Jahren starb Wilhelm Bergerhausen - November 2016

Wilhelm Bergerhausen um 1977 © Claus Mayr

Am 25. November 2006 - also vor zehn Jahren - starb Wilhelm Bergerhausen. Bergerhausen war einer der profiliertesten Eulenschützer in Deutschland. Für die Wiederansiedlung des Uhus in Deutschland hatte er bereits seit Mitte der 1970er Jahre in der damaligen "Aktion zur Wiederansiedlung des Uhus" an herausragender Stelle gearbeitet.

Nach dem erfolgreichen Abschluss dieses Projektes gründete Bergerhausen 1990 die EGE, um einen vergleichbaren Erfolg auch für andere bedrohte Eulenarten zu ermöglichen. Nach unermüdlichem Einsatz für diese Sache starb Wilhelm Bergerhausen überraschend im November 2006 im Alter von 56 Jahren. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 248 KB), wenn Sie den in der Zeitschrift "Natur und Landschaft" erschienenen Beitrag lesen möchten, in dem Wilhelm Breuer den Verstorbenen gewürdigt hat.

Am 10. Todestag trafen sich Freunde und Weggefährten von Wilhelm Bergerhausen an seinem Grab in Heimbach in der Eifel, nur einen Steinwurf von den Uhubrutplätzen des Rurtals entfernt. In Hannover wurde an diesem Tag eine Heilige Messe für den Verstorbenen gefeiert. Die Stadt Heimbach präsentiert vom 02. Dezember 2016 bis zum 08. Januar 2017 im Wasserinfozentrum - in Erinnerung an Wilhelm Bergerhausen - die Ausstellung der EGE "Den Steinkauz im Dorf lassen!" Bis zu Bergerhausens Tod hatte die EGE ihren Sitz in Heimbach.

Die Hildesheimer Domuhus - November 2016

Uhubrutplatz im Hildesheimer Dom 2014-2016 © Wilhelm Breuer

Zwar ist die diesjährige Brut der Uhus am Hildesheimer Dom gescheitert. Gleichwohl trafen sich am 18. November 2016 wie schon in den beiden Vorjahren auf Einladung des Umweltbeauftragten des Bistum Hildesheim, Dipl.-Theol. Jürgen Selke-Witzel, Personen, die in diesem Jahr die Uhus am Dom im Blick hatten - so Dr. Bernd Brehm, Dieter Goy, Angelika Krüger, Josef Lange und der Leiter der Naturschutzbehörde der Stadt Hildesheim, Guido Madsack, sowie Edmund Deppe von der Kirchenzeitung des Bistums Hildesheim. Jürgen Selke-Witzel dankte allen für ihren Einsatz. In einem kurzen Beitrag hat Wilhelm Breuer von der EGE bei dem Treffen die Vorgänge des Jahres 2016 um die Domuhus zusammengefasst. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca 1,07 MB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten.

Am Hildesheimer Dom ist das Team von Uhuschützern auf eine kommende Brutzeit der Uhus gut vorbereitet. Dies ist dem Umweltbeauftragten des Bistums, Jürgen Selke-Witzel, zu verdanken, der dieses Netzwerk von Personen aus unterschiedlichen Institutionen geknüpft hat. Das Engagement des Bistums zeigt ganz im Sinne der Umweltenzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus, dass die Bewahrung der Schöpfung ein Anliegen der Kirche ist.

Steinkauz-Brutsaison 2016 - November 2016

Steinkauz © Achim Schumacher

Die Kölner Bucht ist eines der Dichtezentren des Steinkauzes in Deutschland. Hier liegt das Projektgebiet der EGE zum Schutz des Steinkauzes. Es umfasst die nordrhein-westfälischen Kreise Düren und Euskirchen. Während im Kreis Euskirchen wie schon in den Vorjahren alle Reviere erfasst wurden, waren es im Kreis Düren die meisten. Die Hauptverantwortung für dieses Projekt tragen im Kreis Euskirchen Peter Josef Müller und Rita Edelburg-Müller sowie im Kreis Düren Doris Siehoff. Sie wurden von einer Reihe Personen unterstützt, so die Müllers von Monika May; Doris Siehoff besonders von Achim Schumacher.

Im Kreis Euskirchen brüteten 86, im Kreis Düren mindestens 77 Paare erfolgreich. Das sind 163 erfolgreiche Bruten (12 weniger als im Vorjahr). Im Jahr 2013 waren es nur 111, im Jahr 2012 158 Paare. Beringt wurden 443 Jungvögel (in den Vorjahren 590, 508, 297 und 515). Im Kreis Düren wurden 226, im Kreis Euskirchen 217 Jungvögel beringt.

Die Anzahl der Jungvögel je erfolgreicher Brut lag im Kreis Düren bei 2,9 und im Kreis Euskirchen bei 2,65 (im Vorjahr bei 3,5 und 3,4).

Im Kreis Euskirchen stieg die Anzahl der besetzten Reviere von 122 auf 145, im Kreis Düren wurden 185 besetzte Reviere registriert und 118 Bruten bekannt.

Julia Krug-Ochmann, Ute Lomb und Michael Krug haben in diesem Jahr die Bemühungen der EGE zum Schutz des Steinkauzes im Rhein-Sieg-Kreis verstärkt. Ermittelt wurden dort 24 besetzte Reviere. In Steinkauzkästen der EGE kam es zu vier Bruten mit insgesamt 15 Jungvögeln, die beringt wurden.

Die EGE dankt allen Personen, die diesen Erfolg ermöglicht haben: den Aktiven, allen Helfern und den Spendern.

Die Teams der EGE haben ausführlich über die diesjährige Steinkauz-Brutsaison aus den Kreisen Düren, Euskirchen und dem Rhein-Sieg-Kreis berichtet. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 3,74 MB), wenn Sie diese Berichte lesen möchten.

Steinkauz © Achim Schumacher

Novembergedanken - November 2016

Kopfweiden im Nebel © Gordana und Ralf Kistowski

Das Totenglöckchen läutet für immer mehr wildlebende Arten in Deutschland - übertönt von den Erfolgsmeldungen, die Umweltministerien und Umweltverbände im Artenschutz verbreiten. Tatsächlich verschwinden immer mehr Arten in die Roten Listen. Pars pro toto der Feldhamster: Früher gab es für jeden getöteten Hamster eine Prämie. Auf dem Acker von heute ist der Feldhamster chancenlos, ganz gleich in welchem Bundesland und wer dort die Regierung stellt. Die blitzschnelle und -saubere Ernte lässt dem Hamster weder Deckung noch Nahrung. Der Grund fürs Aussterben ist denkbar banal, passt aber nicht ins politische Konzept. Das Aussterben der Hamster lässt sich auch mit geringstem Wissen nicht dem Klimawandel zurechnen. Welche Art in Deutschland überhaupt ist Opfer des Klimawandels? Von der Volksrepublik China verlangen die Deutschen den Erhalt der Pandabären; dazu können die Strafen für Wilderer nicht drakonisch genug sein. In Deutschland rührt sich für den Schutz des hier inzwischen kaum häufigeren Feldhamsters so gut wie nichts und niemand.

An einer Naturschutzakademie fand in diesen Tagen eine Tagung statt zu dem Thema: "Warum Naturschutz?". Die Teilnehmer: Mitarbeiter einer Verwaltung, die zwar nicht selbst Naturschutzverwaltung, aber wie andere Behörden gesetzlich verpflichtet ist, die Sache des Naturschutzes zu unterstützen. Naturschutz ist seit hundert Jahren Staatsaufgabe. Seit etwa hundert Jahren bauen Menschen Automobile. Lässt sich eine Veranstaltung des ADAC oder des Bundesverkehrsministeriums denken zu der Frage "Warum Auto? Warum Straße?". Wohl kaum. Der Vergleich zeigt, wie es um die Staatsaufgabe Naturschutz nach hundert Jahren bestellt ist.

Unterdessen strengt sich der Naturschutz in Deutschland immer mehr an, sich ökonomisch zu begründen. Sauberes Wasser, fruchtbarer Boden, schöne Landschaft, Vogelgesang sind nun "Ökosystemdienstleistungen", das Netz naturnaher Biotope "Grüne Infrastruktur". Die Programme deutscher Naturschutztage sind angefüllt mit Bestrebungen dieser Art. Es ist die konsequente Fortsetzung der Ökonomisierung aller Lebensbereiche. Der Naturschutz ist auf der Höhe der Zeit oder wohl zutreffender in den Niederungen des Zeitgeistes angelangt. Vor 40 Jahren sagte der Journalist Horst Stern auf die Frage, was wichtiger sei, das Wollgras oder die Textilfabrik, es verdiene diese Frage keine Antwort, weil sie unmenschlich sei. Heute haben Menschen eine Antwort auf alles. Vor allem Naturschützer.

EGE bei Tagung der AG Eulen - November 2016

Uhu im Flug © Gordana und Ralf Kistowski

Am 28.-30. Oktober 2016 fand im nord-württembergischen Kloster Schöntal die 32. Fachtagung der AG Eulen statt. Es war zugleich die Jubiläumsveranstaltung der AG Eulen, die in diesem Jahr 40 Jahre alt wird. An der Fachtagung nahmen mehr als 130 Eulenfachleute aus Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz teil. Für die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE) sprach Wilhelm Breuer zu dem Thema "Windenergie und Uhu - Aktuelle Aspekte eines unterschätzten Konflikts". Breuer kritisierte den Einsatz von telemetrischen Untersuchungen an Uhus für ökonomisch dominierte Planungs- und Zulassungsverfahren. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 144 KB), wenn Sie den Beitrag der EGE lesen möchten.

Ab jetzt bestellbar: Adventskalender der EGE - Oktober 2016

Steinkauz-Adventskalender der EGE © EGE

Mit zwei Adventskalendern wirbt die EGE für den Schutz der Eulen: Die eine Ausgabe zeigt einen Steinkauz (im Bild oben), die andere einen Waldkauz (im Bild unten). Hinter den Türchen des einen Kalenders verbergen sich Tiere der Streuobstwiesen, hinter den Türchen des anderen, Tiere des Waldes. Die originellen Adventskalender mit den Maßen 34 x 24 cm sind nur bei der EGE erhältlich.

Vielleicht möchten Sie Freunden und Verwandten rechtzeitig zum 1. Dezember mit dem Kalender eine Freude machen. Die Kalender sind ein schönes Geschenk auch für Kinder und Enkel. Der Kalender passt in einen B 4-Umschlag und lässt sich für 1,45 Euro mit der Deutschen Post versenden.

Die EGE erbittet für einen Kalender eine Spende in Höhe von 7,50 Euro. Bei einer Abnahme von mindestens zehn Kalendern vermindert sich der Betrag auf 5 Euro je Kalender. Die Versandkosten trägt die EGE. Bei einer Bestellung ab 10 Kalendern erhalten Sie eine Spendenbescheinigung. Die Einnahmen fließen nach Abzug der Druck- und Portokosten in die Eulenschutzprojekte der EGE.

Bitte richten Sie Ihre Bestellung per E-Mail an:
  Egeeulen@t-online.de
oder an die Geschäftsstelle der EGE
Breitestrasse 6
D-53902 Bad Münstereifel

Die Spende erbittet die EGE auf ihr Spendenkonto
Postbank Köln
BIC PBNKDEFF
IBAN DE66370100500041108501
Stichwort Adventskalender

Waldkauz-Adventskalender der EGE © EGE

Uhus auf der Staffelei - Oktober 2016

Gruppenbild bei der Prämierung © Elke Gaudian

Den Uhu auf Papier zu bannen, dazu hatte in der Sommerausgabe die Familienzeitung "Pänz" gemeinsam mit der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) aufgerufen. Über 30 Kunstwerke gingen bei der Redaktion im Dekanat Ahr-Eifel des Bistums Trier ein. Anfang Oktober 2016 fand die Prämierung statt. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen erhielten aus der Hand der Redaktionsmitglieder Preise. Hauptpräsent ist das bei der EGE erschienene Eulenbuch "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz" von Wilhelm Breuer, das leicht und verständlich junge und erwachsene Leser in die Welt der Eulen einführt.

"Wir sind begeistert!", so Stefan Brücher, 1. Vorsitzender der EGE, der aus Bad Münstereifel angereist war. "Die Kinder haben sich wirklich alle gut mit der Thematik auseinandergesetzt." Tatsächlich gingen sehr ansprechende, wenngleich unterschiedliche Werke ein, vielfach richtig aufwendig gestaltet, bis hin zu einer ganzen Landschaft im Karton. "Es ist der Vielfalt und den unterschiedlichen Altersklassen geschuldet, dass wir allen einen Preis haben zukommen lassen", erklärt Markus Hartmann, Pastoralreferent im Dekanat.

"Gerade Kinder sind für die Natur sehr empfänglich", erklärt Brücher die Kooperation mit "Pänz". Die Zeitung favorisiert eine Erziehung, die der Natur viel Raum lässt. Hinter dieser Zeitung steckt das Dekanat Ahr-Eifel mit vielen Partnern. Sie liefert spannende Inhalte rund um das Familienleben, Termine und Kontakte.

Zeit zum Vorlesen und Lesen - Oktober 2016

Die Tage werden kürzer. Der Herbst ist da. Der Wert des Lesens und Vorlesens für die frühkindliche Entwicklung steht außer Frage. Wem Grimms Märchen zu grausam oder Harry Potters Abenteuer zu grell sind, dürfte sich umso mehr für das Kinder- und Familienbuch der EGE entscheiden: "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz". Das mehr als hundert Seiten umfassende und schön illustrierte Buch mit den Eulengeschichten für 6 bis 12jährige Kinder erobert Schulbibliotheken und Kinderzimmer. Rezensiert hat das Buch gerade auch das Umweltzentrum Braunschweig e. V. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie die Rezension lesen möchten.

Den Steinkauz im Dorf lassen - Oktober 2016

Bürgermeister Axel Fuchs und Doris Siehoff © Stadt Jülich/Stein

Die im letzten Jahr von der EGE entwickelte mobile Ausstellung "Den Steinkauz im Dorf lassen" kommt in der Kölner Bucht ganz schön herum. Mehrere Ausfertigungen der sieben Rollups umfassenden Präsentation sind gewissermaßen andauernd unterwegs, so zurzeit in der Gemeinde Niederzier und in der Stadt Jülich im Kreis Düren.

In Jülich eröffnete Bürgermeister Axel Fuchs zusammen mit Doris Siehoff von der EGE (im Bild) die Ausstellung im Foyer des Neuen Rathauses der Stadt. Die Ausstellung ist dort noch bis Ende Oktober 2016 zu sehen. Im Gebiet der Stadt Jülich waren in diesem Jahr 19 Reviere vom Steinkauz besetzt. 14 Käuze wurden von Doris Siehoff mit Ringen der Vogelwarte Helgoland gekennzeichnet.

Die mobile Ausstellung wendet sich insbesondere an Landwirte und andere Eigentümer von Streuobstwiesen sowie Kommunalpolitiker, auf deren Verständnis und Mitwirken es vor allem ankommt, sollen Steinkauzlebensräume besser geschützt werden. Aber auch für andere an der Natur interessierte Personen dürften die Rollups von Interesse sein. Die Ausstellung war bereits bei einer ganzen Reihe von Kreisen, Städten und Gemeinden zu Gast. Die Akzeptanz der Kommunen ist groß und die Resonanz auf die Aufstellung sehr positiv.

Windenergiewirtschaft will Deutungshoheit über Artenschutz - September 2016

Mäusebussard © Gordana und Ralf Kistowski

Am 17. November 2016 möchte die Fachagentur Windenergie an Land in Hannover über die "Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben Progress" diskutieren. Dominiert wird das Programm von Vertretern der Windenergiewirtschaft, was nicht verwundert. Hinter der klangvollen Bezeichnung "Fachagentur Windenergie an Land" stecken deutsche Wirtschafts- und Umweltministerien (aber auch der Deutsche Naturschutzring). Sie sind mit der Windenergiewirtschaft aufs Engste verbunden. Die Windenergiewirtschaft sucht die Deutungshoheit über den Artenschutz und das Artenschutzrecht zu gewinnen. Diesem Zweck soll die Veranstaltung dienen.

Die EGE hat die Ergebnisse der so genannten Progress-Studie bereits kurz nach Erscheinen im Juli 2016 kommentiert. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 124 KB), wenn Sie den Kommentar der EGE lesen möchten.

In der Zeitschrift "Naturschutz und Landschaftsplanung" (Heft 10/2016) ist gerade ein weiterer Kommentar zur Progress-Studie erschienen. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Kommentar mit dem Titel "Hoher Aufwand, vage Ergebnisse" lesen möchten.

So ist die EGE nicht die einzige kritische Stimme in der Sache. Von der Länder-Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten hat man zur Progress-Studie nichts gehört, was allerdings auch nicht verwundert. Seit der Veröffentlichung ihrer "Abstandsempfehlungen für Windenergieanlagen zu bedeutsamen Vogellebensräumen sowie Brutplätzen ausgewählter Vogelarten" dürfte diese Arbeitsgemeinschaft kaum mehr Kritisches zur Windenergiewirtschaft veröffentlichen dürfen, unterstehen die Vogelschutzwarten doch den aufs Engste mit der Windenergiewirtschaft verbundenen Umweltministerien. Als Preis, diese Empfehlungen überhaupt veröffentlichen zu dürfen, musste der Mäusebussard zuvor aus der Liste der an Windenergieanlagen kollisionsgefährdeten Vogelarten auf Betreiben der Ministerien gestrichen werden. Immerhin: Dank der Ergebnisse aus der Progress-Studie steht nun außer Frage: Der Mäusebussard zählt zu den Hauptbetroffenen. Jetzt will die Windenergiewirtschaft die Schäden begrenzen: Allerdings nicht die Opferzahlen, sondern die rechtlichen Konsequenzen für die Branche.

Man möge es der EGE nachsehen: für die Veranstaltung der Fachagentur Windenergie wirbt sie nicht.

Uhubrutsaison 2016 - September 2016

Uhubrut im Stahlsilo © Stefan Brücher

Nach dem Ausnahmejahr 2015 mit in der Eifel 145 erfolgreichen Uhubruten hat die EGE die Brutsaison 2016 mit Spannung erwartet. Ein so gutes Ergebnis würde sich wohl nicht wiederholen. Und so kam es auch: Erfolgreich waren in der Eifel heuer nur 90 Bruten. Die EGE registrierte so viele Brutaufgaben wie noch nie, nämlich 34. Bemerkenswert ist auch, dass immerhin 204 Reviere von Uhus besiedelt waren.

Viele Uhuweibchen wurden schon wären des Brütens so schlecht vom Männchen mit Nahrung versorgt, dass sie die Brut abbrachen. Ähnliches hatte die EGE 2013 beobachtet. Neu war 2016 aber, dass es zur Aufgabe auch dort kam, wo bereits Jungvögel geschlüpft waren (nämlich in neun der 34 Fälle). Überhaupt: viele Junguhus verhungerten aufgrund der schlechten Nahrungssituation. Und dies nicht nur während der ersten zehn Lebenstage, die üblicherweise besonders kritisch sind, sondern auch noch bis zum Flüggewerden. Aus den 90 erfolgreichen Bruten gingen deshalb nur 173 Jungvögel hervor (zum Vergleich 2015: 361). Das sind 1,92 Jungvögel je erfolgreiche Brut. Im letzten Jahr lag der Wert bei 2,49.

26 Paare hatten ein Junges, 45 Paare zwei, 19 Paare drei Junge. Bruten mit vier Jungvögel gab es dieses Jahr keine (letztes Jahr waren es 17 Paare). Beringt wurden von Stefan Brücher 163 der 173 Jungvögel. Es steht zu befürchten, dass auch später noch junge Uhus verhungert sind.

Grund für die Brutaufgaben war gewiss nicht in allen 34 Fällen Nahrungsmangel: In einem Fall kamen die Jungvögel beim Abbau der Steilwand, in der sich das Nest befand, ums Leben. In zwei Fällen haben sich Ornithologen zu früh an die Nester gewagt. In einem Fall wurde das Uhumännchen während der Bebrütungszeit überfahren. In einem anderen Fall kam das Uhuweibchen bei einer Auseinandersetzung mit einem anderen Weibchen zu Tode.

In der Brutsaison 2016 kamen viele für Uhus negative Effekte zusammen: In einem "normalen" Frühjahr steigen die Temperaturen stetig an, und das Leben kommt gewissermaßen in Schwung. Es explodiert geradezu, so dass für Uhus ausreichend Nahrungstiere zur Verfügung stehen, wenn Junge zu versorgen sind. Im Frühjahr 2016 gab es jedoch immer wieder Kälteeinbrüche. Es war ein Auf und Ab. Vögel begannen mit der Brut, brachen sie ab, um es später nochmal zu versuchen. Später gab es viele Niederschläge in der Eifel. Mancherorts ertranken die Mäuse, das Gras auf den Wiesen wuchs rasch, konnte aber wegen der Nässe nicht gemäht werden und bot den Nahrungstieren der Uhus gute Verstecke, was den Uhus das Jagen erschwerte. Zudem regnete es während vieler Nächte, so dass die Uhus die Beutetiere wegen des prasselnden Regens schlecht akustisch orten konnten. Auch ist das Eulengefieder nicht so recht für das Fliegen bei Regen gemacht.

In den vergangenen 20 Jahren verschlechterte sich die Nahrungsverfügbarkeit bei steigenden Uhubeständen: Nachteilig dürfte sich auswirken, dass es in der Eifel kaum mehr Igel gibt. Igel sind eine für Uhus ergiebige, wenngleich wegen des Stachelkleides schwierige Nahrung. Die Igelbestände haben nach den strengen Wintern 2010-2012 stark abgenommen und sich bisher nicht erholen können. Vielleicht ist dies auch eine Folge der vielen Verkehrsopfer oder des Biozideinsatzes in der Landwirtschaft. Die Kaninchenbestände sind dramatisch gesunken, und auch sie holen nur langsam auf. Die wenigen Kaninchen, die es noch gibt, sind auf der Hut. Ringeltauben und Krähen dürften sich inzwischen das Übernachten auf Stromleitungen abgewöhnt haben; zu groß ist die Gefahr, dass Uhus sie des nachts buchstäblich von der Leitung pflücken. Die Verknappung der Nahrung ist aber vor allem eine Folge der Landwirtschaft. Das Leben wird rar auf dem Feld. Es hat sich mit dem massiven Einsatz von Bioziden und dem Vervielfachen der mit Mais bestellten Fläche buchstäblich vom Acker gemacht. Im dichten Maisfeld, in dem Uhus ohnehin nicht jagen können, lebt außer Wildschweinen nichts. Uhus müssen um die verbliebene Nahrung konkurrieren; in schwierigen Jahren sind nur die fittesten erfolgreich.

Wie gewöhnlich brüteten auch 2016 die meisten Uhus in Steinbrüchen, Felsen und Kiesgruben. Zu je einer Brut kam es in einer Burgruine und in einem Kunstnest in einem Baum. Zwei Bruten fanden auf Vorsprüngen von Stahlsilos in Kiesgruben statt. Das Foto oben zeigt einen der beiden Brutplätze und das brütende Weibchen.

Junger Uhu © Gordana und Ralf Kistowski

Deutsche Bahn in die Schranken weisen - September 2016

Baumfällungen an Bahnstrecke © EGE-Archiv

Müssen wir uns mit Bildern wie diesem an Bahnstrecken abfinden? Die Deutsche Bahn (DB) will künftig an vielen, zunächst an mindestens 111 ihrer Strecken Bäume beseitigen. Zwar tat sie dies schon immer, allerdings zumeist erst, wenn es konkrete Anhaltspunkte für Sicherheitsrisiken durch Bäume an Bahnstrecken gab. Jetzt aber sollen präventiv alle Bäume gefällt werden, die bei Sturm theoretisch jemals auf Gleise fallen könnten. Die Bahn begründet diesen fern der Öffentlichkeit verfolgten Plan ganz zeitgeistgemäß mit dem Klimawandel, konkret: der Zunahme von Starkwindereignissen. Tatsächlich dürften Kostenargumente der Grund für die Absichten der Bahn sein.

Die EGE kritisiert die Pläne der DB. Zwar sei die bestimmungsgemäße Nutzung öffentlicher Verkehrswege zu gewährleisten, dies begründe aber weder einen naturschutzrechtsfreien Raum noch so weitreichende "präventive" Maßnahmen, wie sie die Bahn durchzuführen beabsichtigt. Ein präventives Fällen von Bäumen unabhängig von ihrer tatsächlichen Standfestigkeit sei unverhältnismäßig. Vielmehr könne die regelmäßige Inaugenscheinnahme von Bäumen an Verkehrswegen sicherstellen, dass es zu keinen sicherheitsrelevanten Baumstürzen kommt. Werden dabei Bäume identifiziert, von denen ein Risiko ausgeht, erfordert dies ggf. entsprechende Sicherungsmaßnahmen und u. U. das Fällen der betreffenden Bäume unter Anwendung der Vorschriften des besonderen Gebiets- und Artenschutzes sowie der Eingriffsregelung.

Eine prognostizierte oder erwartete Zunahme extremer Witterungsereignisse, auf welche sich die Bahn beruft, sei überdies keine belastbare Begründung, auf bestimmten Streckenabschnitten präventiv Bäume zu entfernen, so die EGE. Extreme Witterungsereignisse könnten - wie schon in der Vergangenheit - überall auftreten, so dass aus der Lokalisierung solcher Ereignisse in den Vorjahren nicht ohne weiteres auf eine Wiederholung an denselben oder ein Auftreten an anderen Strecken geschlossen werden könne. Anderenfalls müssten für die Unterhaltung auch an Straßen in einem bisher ungekannten Maße Bäume gefällt werden. Im Übrigen sei der Zusammenhang zwischen Klimawandel und steigenden Schäden durch Unwetter nicht gesichert. Für die Entwicklung der Häufigkeit und Intensität von Stürmen ließe sich derzeit in Deutschland - wie auch das Umweltbundesamt festgestellt hat - kein klarer Trend erkennen.

Ob die Naturschutzbehörden die Pläne der Deutschen Bahn in die Schranken weisen, bleibt abzuwarten. Der Vorgang zeigt, was in Deutschland mit Berufung auf den Klimawandel angerichtet wird. Den für Naturschutz zuständigen Umweltministerien dürfte es schwer fallen, die Begründung der Bahn in Zweifel zu ziehen. Schließlich sind vor allem sie es, die fast überall den Klimawandel am Werk sehen und Unternehmen wie der Bahn den Vorwand liefern.

Uhus im Bistum Trier - September 2016

Zwei Uhus im Geäst © Gordana und Ralf Kistowski

"Uhuland Eifel. Schöpfung bewahren", darüber berichtet die aktuelle Ausgabe 2/2016 der Familienzeitschrift "Pänz" des Dekanates Ahr-Eifel des Bistums Trier. Verbunden ist der Bericht mit einem Malwettbewerb für Kinder. Zu gewinnen gibt es dreimal das Kinder- und Familienbuch "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz" und fünf Mousepads der EGE. Einsendeschluss ist der 01.10.2016. Einsendungen richten Sie bitte an: Dekanat Ahr-Eifel, Weststraße 4, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Der Beitrag zeigt: Naturschutz ist ein Thema für die ganze Familie und nicht zuletzt das Anliegen der Kirche. In der Eifel leben mehr als einhundert Uhupaare. Der größte Teil der Eifel gehört zum Bistum Trier. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 636 KB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten.

Kommunalwahl in Niedersachsen - September 2016

Weißstorch © Gordana und Ralf Kistowski

Im September 2016 sind in Niedersachsen Kommunalwahlen. Ein Ortsverband der CDU wirbt dort mit einer ganz besonderen Situationsbeschreibung um Wählerstimmen - nämlich mit dieser:

"Die Angst vor Rechtsradikalismus, zunehmende Wohnungseinbrüchen, organisierten Banden mit uns teilweise fremdem Aggressionspotential, Umweltkatastrophen wie Überschwemmungen durch zunehmende Klimaveränderung bis hin zur Rückkehr von Wölfen in unmittelbarer Umgebung, überdüngte Böden durch Kraniche am Dümmer, den Flugverkehr störende Störche an Flughäfen..." Die CDU verspricht Abhilfe.

Wie krank ist dieser Ortsverband? Wie krank ist diese Gesellschaft, dass mit einer solchen Verknüpfung offenbar Menschen gewonnen werden können? Wir wissen es nicht und sind einigermaßen ratlos.

Bündnis90/Die Grünen plakatieren stattdessen "Naturschutz: Ja.", was beinahe nostalgisch anmutet und Respekt verdienen könnte, aber mit dem Zusatz "Klima!" hinterm "Ja" nichts anderes ist als die naive, wenn nicht dreiste Vereinnahmung des Naturschutzes für den Ausbau regenerativer Energien auf Kosten des Naturschutzes.

Das große Sterben - September 2016

Sechsfleck-Widderchen © Gordana und Ralf Kistowski

Die neue Ausgabe der Zeitschrift "Nationalpark" ist da. Der Schwerpunkt der Ausgabe 3/2016 ist das Sterben der Arten. Die Titelgeschichte "Viele Arten stehen unter Naturschutz. Wirklich? Wie viele? Wie wirksam ist ihr Schutz?" schrieb EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 300 KB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten.

In diesem Heft finden Sie auch einen Kommentar der EGE (pdf-Datei, ca. 64 KB) zum 30. Geburtstag des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Es ist ein Kommentar, der sich der Feierlaune der offiziellen staatlichen Stellen und der Tourismuswirtschaft in diesem Nationalpark nicht so recht anschließen mag.

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift versteht sich als Anwältin von Natur und Wildnis. Zur Förderung der Nationalparke in Deutschland, ihrer Akzeptanz und Achtung hat sie viel beigetragen. Bis heute begleitet sie die Entwicklung der großen Schutzgebiete in Deutschland kritisch, kompetent und konstruktiv.

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die Horst Stern für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Informationen für ein Probeabo finden Sie hier: Probeabo "Nationalpark".

EGE-Kinderbuch im Journal "Der Falke" rezensiert - August 2016

In der Ausgabe 9/2016 ist das Kinderbuch der EGE "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz" besprochen. Der Rezensent Thomas Brandt schreibt:

"Eulen begeistern selbst Mitmenschen, die nicht unbedingt als vogelaffin gelten, und manch einer hat den Einstieg in die Ornithologie oder in den Naturschutz über diese Vogelgruppe gefunden. Um Begeisterung für Eulen bei der jungen Generation der 6- bis 12-Jährigen zu schaffen, hat die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. ein Kinderbuch veröffentlicht. Die spannenden und realitätsnahen Texte der insgesamt sechs Geschichten schrieb der bekannte Eulenkenner und Naturschützer Wilhelm Breuer, die vierzig hübschen, liebevoll angefertigten Aquarellzeichnungen zu den Geschichten stammen von Bärbel Pott-Dörfer. Am Ende des Buches befindet sich ein Sachteil mit Steckbriefen zu den dreizehn in Europa heimischen Eulenarten, illustriert von Michael Papenberg. Ein kleines, gut gemachtes und sehr schönes Poster im DIN-A3-Format zeigt alle Eulenarten, teilweise in mehrfachen Abbildungen, und liegt dem Buch bei. Das Buch ist der Erinnerung an Wilhelm Bergerhausen gewidmet, mit dessen viel zu frühem Tod vor zehn Jahren wir alle einen äußerst engagierten Eulenschützer und viele von uns einen guten Freund verloren haben. Das Buch ist ein tolles Geschenk für Kinder und über die EGE sehr preiswert zu beziehen."

Skandalöse Rabatte für Windenergiebetreiber - August 2016

Windenergieanlagen © EGE

Windenergieanlagen sind technische Bauwerke, die nicht nur in einem beträchtlichen Umfang Flächen beanspruchen, sondern es gehen von diesen Bauwerken wegen ihrer Größe, Gestalt, Rotorbewegung und -reflexe auch großräumige Wirkungen aus, die das Erscheinungsbild einer Landschaft verändern und ihr bei großer Anzahl und Verdichtung den Charakter einer Industrielandschaft geben können. Die bauhöhenbedingte Dominanz wird aufgrund der Bevorzugung von Offenlandschaften und exponierten Standorten noch verstärkt.

Dieser schweren Landschaftsbildfolgen wegen, scheitert die Wiederherstellung und auch eine landschaftsgerechte Neugestaltung des Landschaftsbildes. Die Folgen für das Landschaftsbild sind schlichtweg irreparabel, wie auch die Rechtsprechung herausgestellt hat. Unter diesen Umständen ist der Verursacher des Eingriffs zu einer Naturschutzabgabe verpflichtet. Die Höhe dieser Zahlung richtet sich nach Schwere und Dauer des Eingriffs unter Berücksichtigung der dem Verursacher daraus erwachsenden Vorteile. Mit den Zahlungen sind Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu finanzieren. Einzelheiten werden von den Bundesländern geregelt. Fällig wird diese Abgabe keineswegs nur bei Windenergieanlagen. Zur Kompensation von Eingriffsfolgen ist vielmehr seit 40 Jahren jeder Verursacher von Eingriffen verpflichtet.

In nicht wenigen Bundesländern führen die dort von den Umweltministerien für Windenergieanlagen eingeführten Berechnungsverfahren zu Ersatzzahlungen in geradezu lächerlich geringer Höhe. Die Zahlungen stehen dort in einem eklatanten Missverhältnis zur Schwere der Eingriffsfolgen und zu den finanziellen Vorteilen, die den Betreibern von Windenergieanlagen aus dem Anlagenbetrieb erwachsen. Während etwa bei vielen Straßenbauvorhaben wie selbstverständlich fünf und mehr Prozent der Investitionskosten für schadensausgleichende Maßnahmen ausgegeben werden, liegen die Aufwendungen bei Windparks oftmals im Promillebereich. Ein unhaltbarer Zustand. In Bundesländern mit höheren Ersatzzahlungen drängt die Windenergiewirtschaft auf eine Absenkung und verlangt eine Änderung der Berechnungsverfahren.

Damit nicht genug. Report aus Mainz deckte soeben auf, dass die eigentlich fälligen Beträge in Rheinland-Pfalz um 90 Prozent reduziert wurden und auf diese Weise die Betreiber in den letzten Jahren geschätzte 54 Mio. Euro gespart haben, die für Maßnahmen des Naturschutzes hätten aufgewandt werden müssen. In Bayern gibt es ähnliche Vergünstigungen mit millionenschweren Verlusten für den Naturschutz.

Die Windenergiewirtschaft verursacht also nicht nur enorme Schäden an Natur und Landschaft; die der Branche verbundenen staatlichen Stellen verzichten auf den gesetzlich geschuldeten Schadensausgleich. So hat der Naturschutz in gleich doppelter Hinsicht das Nachsehen. Ein übles Lehrstück für Klientelpolitik. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Beitrag ansehen möchten.

Eulen in der Scheune - August 2016

EGE-Mitarbeiter und Schleiereulen © Sonia Weinberger

Die Steinkauz- und Uhubrutsaison 2016 ist zu Ende. Die EGE-Mitarbeiter haben alle oder jedenfalls fast alle in diesem Jahr in der Eifel aufgewachsenen Uhus und die jungen Steinkäuze in einem großen Teil der Kölner Bucht zu wissenschaftlichen Zwecken gekennzeichnet. Übrigens mehr als 700 Eulen! Darüber berichten wir zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich.

Schleiereulen indessen haben auch jetzt noch Saison. Bei der gerade durchgeführten Kontrolle von Nistkästen zeigte sich zwar schon wie in den Vorjahren, wie rar Schleiereulen sind. Aber immerhin: in zwei Nistkästen traf das Beringerteam auf Jungvögel und in einem Kasten auf einen Altvogel. Alle zehn Eulen machten einen munteren Eindruck und wurden mit Ringen der Vogelwarte Helgoland beringt. Das Bild oben zeigt (von l. nach r.) Peter Josef Müller, Stefan Brücher und Gabi Gronewald; das Bild unten Stefan Brücher. Die Hauptdarsteller auf beiden Fotos aber sind Schleiereulen.

Stefan Brücher und Schleiereule © Sonia Weinberger

Naturschutz mit dem Herzen - August 2016

Mauersegler in der Luft © Gordana und Ralf Kistowski

Klar, bei der EGE dreht sich alles um Eulen. Wer sich für den Schutz der geheimnisvollen Nachtvögel einsetzt, hat aber zumeist eine Schwäche für die Natur im Ganzen und auch für andere Vogelarten.

Peter Josef Müller und Rita Edelburg-Müller von der EGE beispielsweise haben in diesem unbeständigen Sommer nicht nur eine stattliche Anzahl verwaister Mehl- und Rauchschwalben bei sich aufgenommen und bis zum Flüggewerden gefüttert, sondern in dieser munteren Vogelschar fand auch ein Hausrotschwänzchen Platz. Die Müllers haben es als spärlich befiederten Nestling auf der Straße aufgelesen. Inzwischen ist es auf eigenen Flügeln unterwegs. An die Schale mit Insektennahrung, die die Müllers unterm Dach bereithalten, erinnert es sich immer noch. Sind die Insekten draußen knapp, schlüpft es durch einen Spalt ins Innere des Hauses an den gedeckten Tisch.

EGE-Mitarbeiter Albrecht Jacobs in Stadtoldendorf im Solling hat die Fassaden seines Wohnhauses und der Anbauten aufgerüstet - mit Nistkästen für Mauersegler. Darin brüteten in diesem Sommer 42 Paare der rasend schnellen Flieger. Weitere 30 Paare brüteten in der nächsten Nachbarschaft; auch diese Mauersegler in von Albrecht Jacobs gezimmerten Kästen.

Gewiss, vor dem Hintergrund der dramatischen Verluste biologischer Vielfalt betrachtet, sind solche Aktionen nicht einmal der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, aber nicht weniger wichtig. Naturschutz ist nämlich nicht nur eine Frage der Vernunft, sondern auch des Herzens, um nicht zu sagen: der Liebe. In einer vom Hass erfüllten Welt ist die Liebe zur Natur nicht das Schlechteste.

Die Mauersegler haben Deutschland bereits verlassen. Sie sind auf dem Weg ins Winterquartier zwischen Äquatorial- und Südafrika. Ihr Weg führt sie über und in die Krisengebiete dieser Welt. Die Schwalben folgen Mitte September. Übrigens: So rasant Mauersegler und Schwalben auch im Luftraum unterwegs sind: sie kollidieren mit Windenergieanalgen. Wenn Bruten dieser Vögel plötzlich nicht mehr versorgt werden, wird man als Ursache auch an Windenergieanlagen denken müssen.

Das Buch für die Schultüte - August 2016

Junge Waldohreule © Gordana und Ralf Kistowski

Die Schulferien enden bald. Das neue Schuljahr beginnt. Für die Schultüte der Erstklässler empfiehlt die EGE das Kinderbuch "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz". Richten Sie Ihre Bestellung bitte an die EGE. Ihre Spende fürs Buch von 12,50 Euro ist dreifach gut investiert: erstens in die Bildung, zweitens für den emotionalen Zugang von Kindern und Jugendlichen zu Natur, Naturerlebnis und Naturschutz, drittens in die Bemühungen der EGE.

ARD-Magazin liefert verstörende Fakten - August 2016

Report aus Mainz hat am 01.08.2016 in der ARD einen kritischen Blick auf die Windenergiewirtschaft gerichtet. Wer verdient an dieser Industrie? Geht es beim Ausbau dieser Branche rechtstaatlich zu? Wie edel sind ihre Motive? Welche Rolle spielt darin der BUND? Gibt es Verknüpfungen zwischen BUND und Bundesverband Windenergie? Wie brutal ist die Lobbyarbeit für noch mehr Windenergieanlagen? Die Ergebnisse der Spurensuche des Magazins verblüffen Insider nicht, dürften aber für viele Zuschauer verstörend sein. Nach der Ausstrahlung dürfte in einigen Geschäftsstellen und Firmenzentralen Nervosität aufgekommen sein. Wir wissen nicht, wie lange der Beitrag bei der ARD noch verfügbar ist. Die Branche streicht satte Gewinne ein und kann sich jeden Rechtsstreit leisten. Hier der Link zur Sendung, falls er nicht bereits gesperrt ist.

Realitätsverlust - Juli 2016

In Naturschutzbehörden arbeiten Menschen mit großer Kenntnis von der Sache und mit außergewöhnlichem Engagement für die Sache. Sie tun dies vermutlich motivierter, frustrationstoleranter und mit weniger Fehlzeiten als Mitarbeiter in anderen Behörden und überdies mit weniger Aufstiegschancen, mehr Stress, weniger gut bezahlt und ohne Hang zu Brückentagen. Für viele Menschen in Naturschutzberufen ist der Beruf Berufung. Wie sehr diese Haltung ausgeprägt ist, ist nicht zuletzt eine Frage der Ausbildung an Hochschulen und Universitäten. Allerdings fragt man sich bisweilen, was dort gelehrt und gelernt wird. So etwa, wenn man aus Naturschutzbehörden vom Verlauf aktueller Bewerbungsgespräche erfährt, in denen die Bewerber nach den ihrer Ansicht nach größten Bedrohungen von Natur und Landschaft in Deutschland gefragt nur oder vor allem eine Antwort geben: der Klimawandel. Ein verstörendes Ergebnis. Die Realitätsferne der Berufseinsteiger dürfte für den Naturschutz der Zukunft mindestens so beunruhigend sein wie der Klimawandel.

Zündeln am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer - Juli 2016

Sumpfohreule im Flug © Gordana und Ralf Kistowski

Fast könnte man denken, das auf der Insel Langeoog für den 24.Juli 2016 geplante Höhenfeuerwerk der Kategorie 4 wenige Meter von der Grenze des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer entfernt, sei ein Geschenk für diesen Nationalpark, der heuer 30 Jahre alt wird. Dass Ende Juli im Wattenmeer noch Vögel brüten, vor allem aber Vögel in großer Zahl dort rasten und auf Ruhe angewiesen sind, scheint die Verantwortlichen der Inselgemeinde nicht zu stören - allen naturschutzrechtlichen Bedenken zum Trotz. Das Großfeuerwerk erreicht Höhen von hundert Meter und mehr und wirkt kilometerweit ins Schutzgebiet hinein. Was dies für Vögel bedeutet, lässt sich auch ohne ornithologisches Spezialwissen ermessen. Die Naturschutzbehörde des hier zuständigen Landkreises Wittmund hält das Feuerwerk für ein "falsches Signal für Region und Insel, die mit ihrer Lage im Weltnaturerbe wirbt".

Langeoog ist passenderweise von der Nationalparkverwaltung als "Nationalparkpartner" ausgezeichnet worden. Der Bürgermeister der Inselgemeinde Langeoog hält bei der Feier "30 Jahre Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer" im August 2016 den Festvortrag "Vom Feind zum Freund - Rückblick auf die Nationalparkgeschichte aus der Sicht von 'vor Ort'"

Vom Hassobjekt zu Everybody´s Darling mutierte der Nationalpark nicht der klugen Vermittlung oder Einsicht in naturschutzpolitische Erfordernisse oder eines tiefgreifenden Bewusstseinswandels wegen. Jedenfalls nicht nur und wohl am allerwenigstens deswegen. Die Akzeptanz ist erkauft mit einer Vielzahl von Zugeständnissen zugunsten harter Wirtschafts- und alles andere als sanfter Spaßinteressen zulasten des "einmaligen Naturraumes".

Ersatzzahlung für Windenergieanlagen im Bebauungsplan? - Juli 2016

Windpark © Wattenrat Ostfriesland

Die Fachagentur Windenergie an Land hat gerade ein 20seitiges "Hintergrundpapier" (pdf-Datei, ca. 312 KB) zur "Kompensation von Eingriffen in das Landschaftsbild durch Windenergieanlagen im Genehmigungsverfahren und in der Bauleitplanung" veröffentlicht. Darin geht es u. a. um die Frage, ob für Windenergieanlagen, die in einem Bebauungsplan festgesetzt werden, eine Ersatzzahlung für Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes festgelegt werden kann. Die Fachagentur sieht hierfür durchaus eine Perspektive und macht Vorschläge, wie verbleibende rechtliche Risiken vermindert werden können.

Diese Haltung ist insofern bemerkenswert, weil ein Teil der Windenergiewirtschaft gerade dies bezweifelt und eine ganz andere Strategie verfolgt. Dort wird die Möglichkeit der Festlegung einer Ersatzzahlung auf Bebauungsplanebene nämlich bestritten. Die Eingriffsfolgen seien so schwerwiegend, dass eine landschaftsgerechte Neugestaltung des Landschaftsbildes regelmäßig nicht möglich sei (was unbestritten ist), folglich nur die Ersatzzahlung bliebe, diese aber nach dem Baugesetzbuch auf Bebauungsplanebene nicht in Frage käme und folglich zum Schadensausgleich gar nichts zu unternehmen sei. Deshalb drängen Investoren der Branche die Gemeinden, für Windenergieanlagen Bebauungspläne aufzustellen.

Die EGE hat sich seit März 2015 beim Bundesministerium für Umwelt und Bauen um eine Klärung bemüht, wie die Sache rechtlich zu bewerten ist. Trotz mehrfacher Erinnerungen antwortet das Ministerium nicht. Umso interessanter ist das Hintergrundpapier der Fachagentur Windenergie an Land. Das Bundesministerium hat die Erarbeitung dieses Papiers finanziert, wie überhaupt Bundes- und Länderministerien Mitglieder dieser Fachagentur sind. Die Fachagentur ist Teil der Branchenlobby. Immerhin: Das jetzt vorgelegte "Hintergrundpapier" hebt sich in dieser einen Frage positiv von Hardlinern der Branche ab.

Auch deswegen mag man über eine Reihe Detailfehler in diesem Papier leichter hinwegsehen: In Niedersachsen regelt entgegen der Aussage auf S. 6 gerade nicht ein ministerieller Erlass die Berechnung des Ersatzgeldes, sondern nach wie vor eine (von der Branche abgelehnte) Arbeitshilfe des Niedersächsischen Landkreistages. Anders als auf S. 6 dargestellt (und von der Branche vermutlich gewünscht), zieht die Praxis in Ersatzgeldfragen nicht regelmäßig den Entwurf der Bundeskompensationsverordnung heran (dieser führt zu einer besonders niedrigen Ersatzzahlung). Und natürlich geht die Ersatzzahlung nicht an die Gemeinde, sondern an die Naturschutzbehörde. Falsch ist auch, wenn auf S. 13 die Definition naturschutzrechtlicher Ausgleichsmaßnahmen an den Eingriffsort geknüpft wird.

Neues vom Uhu in Rheinland-Pfalz - Juli 2016

Seit ihrer Gründung im Jahr 1977 arbeitet die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e. V. (GNOR) an einer Publikation über die Vogelwelt des Landes. Nach den bereits veröffentlichten Bänden 1 und 2 ist nun auch der dritte der als vier Bände angelegten Avifauna erschienen. Mit 896 Seiten ist dies der bisher umfangreichste und für viele Leser möglicherweise interessanteste Band, enthält er doch die Kapitel über die Greifvögel bis Spechtvögel, also auch die Eulen. Band 3 schließt die Gruppe der Nicht-Singvögel ab.

94 der 896 Seiten gelten den zehn in Rheinland-Pfalz nachgewiesenen Eulenarten sowie der Schneeeule; auf den Uhu entfallen allein 28 Seiten. Das Kapital über den Uhu stammt von Dr. Christian Dietzen und den beiden EGE-Mitarbeitern Stefan Brücher und Dr. Lutz Dalbeck. Es enthält u. a. eine Darstellung der ehemaligen Brutverbreitung der Art bis 1973 sowie Angaben zu Zahl und Herkunft der im Rahmen der Wiederansiedlung freigesetzten Uhus. In das Kapitel sind die Daten eingeflossen, die die EGE bis heute über den Uhu in Rheinland-Pfalz gewonnen hat. Damit ist erstmals ein großer Teil der Daten des 40jährigen Uhu-Monitorings der EGE wissenschaftlich ausgewertet und veröffentlicht. Ebenfalls Eingang in das Kapitel fanden die per Webcam protokollierten Beuteeinträge und Beobachtungen des Fütterungsverhaltens an einem Uhubrutplatz in der Ahreifel.

Das Kapitel präsentiert das aktuell verfügbare Wissen über den Uhu in Rheinland-Pfalz, wo die Art nach dem dramatischen Rückgang nach 1850 und dem Erlöschen in der frühen 1970er Jahren heute wieder mit 290 bis 400 Brutpaaren vertreten ist. So positiv die Bestandentwicklung bisher verlaufen ist, die Autoren weisen zu Recht auf zahlreiche Gefährdungsursachen hin: Mittelspannungsmasten, Straßenverkehr, Hubschraubereinsätze im Weinbau, Klettersport, Geocaching und Windenergieanlagen beispielsweise - Gefährdungsursachen, die die EGE immer wieder thematisiert und einzugrenzen bemüht ist.

Die bisher erschienenen drei Bände finden in der Fachwelt ein uneingeschränkt positives Echo. Und natürlich ist das Werk nicht nur der Darstellungen zu Eulen und Uhu wegen beachtlich. Mit Band 4, der noch in diesem Jahr erscheinen soll, werden alle verfügbaren Daten zu den ca. 370 in Rheinland-Pfalz nachgewiesenen Vogelarten mit Informationen zu Verbreitung, Lebensraum, Häufigkeit, Bestandsentwicklungen, jahreszeitlichem Auftreten und Biologie übersichtlich und mit farbigen Karten, Grafiken und Diagrammen präsentiert sein. In das ca. 3.000 Seiten und ca. 1.200 Fotos umfassende Werk eingeflossen sind neben einer halben Million Zufallsbeobachtungen die systematisch erhobenen Daten verschiedener Monitoringprojekte schwerpunktmäßig für den Zeitraum 1950 bis 2010. Die Auswertung von über 4.000 Literaturquellen inklusive historischer Arbeiten ab dem 19. Jahrhundert vervollständigt das Bild.

Ob das gewichtige Werk seinen Zweck erreicht, zum Schutz der Vögel und ihrer Lebensräume beizutragen, liegt in der Hand von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit und nicht zuletzt der Naturschutzvereinigungen, denen die Ornithologen des Landes dafür die notwendigen avifaunistischen Informationen bereitgestellt haben.

Klicken Sie bitte hier, wenn Sie sich über das Werk informieren möchten.

Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 11,1 MB), wenn Sie das Artkapitel Uhu lesen möchten.

Grüne Gewissheiten - Juli 2016

Junge Waldohreule © Gordana und Ralf Kistowski

Der Sommer ist heuer - eigentlich wie immer - nämlich nicht so wie im Bilderbuch. Zu wenig Sonne. Zu viel Regen. Schaut man sich Datenreihen seit Beginn der Wetteraufzeichnung an, ist es ein ganz normaler Sommer. Die letzten Unwetter und Überschwemmungen schlagen statistisch nicht über die Stränge. Gleichwohl wird niemand den Einfluss menschlicher Aktivitäten auf das Klima (zumal der in historischer Zeit begonnenen und anhaltenden dramatischen Entwaldung vieler Gegenden der Erde) bestreiten. Die in Deutschland örtlichen Überschwemmungen mit katastrophalen Folgen sind allerdings nicht selten auch ein Resultat fehlgeplanter Neubaugebiete im Überschwemmungsraum der Fließgewässer sowie eine Landnutzung in ihren Oberläufen, die Niederschlagswasser nicht aufhält, sondern ungebremst und in kürzester Zeit in den nächsten Vorfluter jagt.

Gefühlt liegen die Dinge jedoch vollkommen anders. Jedenfalls für die Osnabrücker Kreistagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen. "Immer wieder Blitze, Donner und Starkregen. So manches Mal drohte `Land unter` auf der Terrasse direkt vor dem Büro der Grünen-Kreistagsfraktion", schreibt deren Geschäftsführerin. "Seit vielen Jahren bin ich hier tätig, aber an solche Starkregen kann ich mich nicht erinnern. Es macht mir Angst." Natürlich ohne jeden meteorologischen Beleg.

Mit der gleichen unfehlbaren Logik, mit der Jahrhunderte zuvor weiblicher Schadenszauber für Unwetter verantwortlich gemacht wurde, schlussfolgert die Dame: "Wir haben ihn, den Klimawandel." Das ist die Steilvorlage für den "umwelt- und klimaschutzpolitischen Sprecher" der Fraktion und für eine weitere grüne Gewissheit: "In bin mir absolut sicher, dass der Klimawandel ein Vielfaches an Rotmilanen, Uhus und Fledermäusen tötet als alle Windkraftanlagen zusammen." So steht es im Newsletter dieser Fraktion.

Diese verstörende argumentative Schlichtheit könnte man für belanglos halten, würde sie nicht von einem großen Teil der Deutschen in allen politischen Parteien geteilt. Es sind solche unfehlbaren "grünen" Überzeugungen, derentwegen immer mehr Landschaften unter die Räder kommen und die Deutschen in diesem Jahr etwa 23 Milliarden Euro für die Subventionierung erneuerbarer Energien aufbringen und dabei - ganz gegen ihr gefühltes Dafürhalten - nichts bis wenig für die Umwelt erreichen. "Der Hauruck-Ausbau der Windkraft nutzt Landbesitzern und Ökostromerzeugern, aber nicht einmal der Energiewende", titelte kürzlich das Magazin "Der Spiegel". Und das beispiellose Sterben der Arten vollzieht sich aufgrund viel banalerer Ursachen. Tatsächlich sind die wenigsten Arten in Deutschland oder in anderen Teilen der Erde wegen eines akuten Klimawandels in Gefahr.

Die Tage, an denen sich die Grünen ernsthaft mit dem Naturschutz aufgehalten haben, sollten sie dies jemals getan haben, liegen lange zurück. Für den vorgeblichen Schutz der Atmosphäre ist ihnen kaum ein Teil der Biosphäre zu schade. Die Zerstörung von Natur und Landschaft im Namen der Windenergiewirtschaft ist jedenfalls weder Natur- noch Klimaschutz. Dieser Grad an Differenziertheit überfordert offenbar. Wie zum Beweis plakatieren Bündnis90/Die Grünen zur niedersächsischen Kommunalwahl gerade diesen Slogan: "Naturschutz: Ja, Klima!"

Kommentar zum Abschlussbericht der PROGRESS-Studie - Juli 2016

Windenergieopfer Mäusebussard © Wattenrat Ostfriesland

Der Bericht zum Abschluss der so genannten "PROGRESS-Studie" ist mit Spannung erwartet worden. Fast vier Jahre lang war in 46 Windparks in vier norddeutschen Bundesländern systematisch nach an den Anlagen ums Leben gekommenen Vögeln gesucht worden. Jetzt liegt der Bericht vor. Im März hatten die im Rahmen der Studie festgestellten hohen Verluste von Mäusebussarden bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die EGE hat den Bericht kommentiert. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 124 KB), wenn Sie den Kommentar lesen möchten.

Eulen im Unterricht - Juli 2016

Stefan Brücher und Schüler © Alfons Thelen-Brücher

Eulen sind ein Evolutionsphänomen und mit ihren Supersinnen und einem mythologischen Hintergrund ein Spannung versprechendes Unterrichtsthema - umso mehr, wenn ein Mensch in der Klasse steht, der sich mit den geheimnisvollen Geschöpfen der Nacht auskennt. Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse der Freien Waldorfschule Erftstadt staunten deshalb nicht schlecht über das, was Stefan Brücher über die Eulen berichtete. Die Klasse erfuhr, was Eulen zu Eulen macht. Zwar fand der Unterricht im Klassenraum und nicht in der Natur statt. Interessant war es trotzdem. So etwa die praktischen Übungen am Spektiv, mit dem die Schüler die Zahlenkombination von Ringen ablesen konnten, die Brücher draußen postiert hatte. Ein solches Ablesen ist Teil der Arbeit eines Vogelkundlers. Auf breites Interesse stieß auch das Kinderbuch der EGE "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz", das in der Schulbibliothek nun vermutlich der Renner ist.

Ein Leben für den Uhu - Juni 2016

Zwei Uhus © Gordana und Ralf Kistowski

In der Sendung "Drehscheibe" vom 22. Juni 2016 hat das ZDF den Einsatz von Stefan Brücher portraitiert, der seit mehr als 30 Jahren unermüdlich seine Freizeit dem Schutz der Uhus widmet. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den siebenminütigen Beitrag (28. bis 35. Minute) anschauen möchten. In diesem Jahr hat Stefan Brücher für die EGE 170 junge Eifeluhus mit Ringen der Vogelwarten Helgoland und Radolfzell versehen.

EEG-Reform verpasst - Juni 2016

Windpark © Wattenrat

Wer in den letzten Wochen auf eine durchgreifende Reform des EEG gehofft hatte, sieht sich getäuscht. Der Ausbau der Windenergie an Land wird sich fast ungebremst fortsetzen. Lediglich in einem gesetzlich definierten "Netz-Engpassgebiet" wird die Zubaumenge begrenzt. Als solches gelten Schleswig-Holstein, Niedersachsen und vielleicht Hessen. Dort wird der Ausbau auf 58% des in den Jahren 2013 bis 2015 durchschnittlichen Zubaus begrenzt. Von einer deutlich begrenzten Absenkung der gesetzlich garantierten Windstromvergütung kann aber nirgends die Rede sein.

Um die moderaten Einbußen für die Betreiber neuer Anlagen zu kompensieren, wird in einigen Bundesländern offenbar über eine Reduzierung der Ersatzzahlung nachgedacht. Die Ersatzzahlung ist eine Naturschutzabgabe, die die Betreiber für die mit ihren Anlagen verbundenen Landschaftsbildschäden (wie andere Verursacher schwerer Landschaftseingriffe) einmalig entrichten müssen. Aus dieser Abgabe werden Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege finanziert. Gut möglich, dass Anlagenbetreiber künftig hierfür noch weniger zahlen müssen. Natur und Landschaft sind dann einmal mehr Opfer der Energiewende.

In jedem Fall wird den Anlagenbetreibern weiterhin auch für den Strom gezahlt, der wegen der Überfüllung der Netze gar nicht abtransportiert werden kann. Das ist Plan-, keine Marktwirtschaft, schon gar keine soziale. Wie sagte Angela Merkel 2004: "Auf die Dauer gibt es so viele Profiteure der Windenergie, dass Sie keine Mehrheiten mehr finden, um das noch einzuschränken." Allerdings sind es so viele Profiteuer nicht, es ist eine ungeheuer einflussreiche Minderheit. Ihr Arm reicht wie Jahrzehnte zuvor der Filz der Atomwirtschaft in Staatskanzleien und Länderministerien, ganz gleich, welche Partei dort das Sagen hat. Den seit Jahren jenseits der Deckungskosten zu Spottpreisen wirtschaftenden Milchbauern würde man ein Quäntchen dieses Einflusses wünschen. Dort soll der Markt es richten.

Die Gewinne der Wenigen zahlt der Stromkunde mit jeder Stromrechnung obendrauf. Über dieses milliardeneuroschwere Opfer ließe sich reden, wäre mit dieser Art Energiewende etwas für das Klima gewonnen. Davon indessen kann keine Rede sein. Natur und Umwelt, welche die Windenergiewirtschaft zu schützen vorgibt, interessieren die Branche keinen Deut. Die Chance für eine Reform des EEG wurde erneut vertan. Den Grund ließ Energieminister Sigmar Gabriel die Öffentlichkeit bereits 2014 wissen: "In diesem Bereich sind unheimlich viele unterwegs, die ihr Eigeninteresse zum Gemeinwohl erklären." Weiter so Deutschland - mit Unterstützung von Umweltverbänden, die von der Windenergiewirtschaft kaum unterscheidbar sind und von einer Lebenslüge nicht lassen wollen.

Wie das Ausland die Energiewende der Deutschen und die jüngste Reform des EEG bewertet, zeigt exemplarisch der Bericht der Neuen Zürcher Zeitung vom 15. Juni 2016. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Beitrag lesen möchten.

Sperlings- und Rauhfußkäuze nördlich von Hannover - Juni 2016

Rauhfußkauz © Gordana und Ralf Kistowski

Keine halbe Autostunde nördlich von Hannover entfernt leben in den Fuhrberger Wäldern Rauhfuß- und Sperlingskäuze. Bester Kenner der dortigen Vorkommen dieser beiden waldbewohnenden Arten ist Ludwig Uphues. Der 77jährige Eulenfachmann hat sich vierzig Jahre lang mit beiden Arten befasst und zusammen mit Helfern in diesem Landstrich allein zweitausend Rauhfußkäuze zu wissenschaftlichen Zwecken gekennzeichnet. Vor 12 Jahren brüteten in dem Gebiet zwischen Hannover und Celle 48 Paare Rauhfußkäuze. Uphues hat insbesondere viel über die Biologie des Rauhfußkauzes herausgefunden.

Den Käuzen mangelt es in den Wirtschaftswäldern an Naturhöhlen. Künstliche Nisthilfen, die auch nur vom Rauhfußkauz angenommen werden, stellen bestenfalls eine Notlösung dar. Gerade der Rauhfußkauz ist auf ein großes Höhlenangebot angewiesen. Er wechselt nämlich die Höhlen, bevor sich der Baummarder auf sie einstellt. Die Käuze scheinen sich zu sagen, brüte in keiner Höhle ein zweites Mal. Uphues beklagt eine Forstwirtschaft, die Bäume schlägt, bevor sie vom Schwarzspecht zum Höhlenbau überhaupt in Frage kommen. Rauhfuß- und Sperlingskauz sind Nachmieter in Spechthöhlen.

Was ist von einer solchen Forstwirtschaft zu halten? Keine andere Landnutzung nimmt für sich in Selbstdarstellung und Selbstverständnis in Anspruch, bereits aus sich selbst heraus so sehr dem Naturschutz zu dienen, ja Naturschutz zu sein, wie die Forstwirtschaft. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit gilt auch und gerade im Staats- und Kommunalwald. Dabei sollen bei der Bewirtschaftung von Flächen im öffentlichen Eigentum die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege in besonderer Weise berücksichtigt werden. Dies verlangt § 2 Abs. 4 des Bundesnaturschutzgesetzes, das in diesem Jahr 40 Jahre alt wird.

EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer hatte Ehre und Vergnügen, von Ludwig Uphues in die Fuhrberger Wälder nördlich von Hannover geführt auf Sperlings- und Rauhfußkäuze zu treffen. In einem Nistkasten saß ein Rauhfußkauzweibchen auf vier Eiern. An einer anderen Stelle machten sich in der Höhle einer Kiefer hungrige Sperlingskauzjunge bettelnd und die Köpfchen aus der Öffnung reckend bemerkbar. Einen Tag später gelang es Ludwig Uphues, das Weibchen zu beringen und einen der Jungvögel dazu. Für den eher nur am Schreibtisch tätigen Geschäftsführer der EGE war es eine beeindruckende Begegnung - nicht nur mit Käuzen, Mücken und Zecken, sondern auch mit dem verdienten Waldeulenschützer Ludwig Uphues.

Sperlingskauz © Rosl Rößner

Eine gute Nachricht (nicht für Füchse) - Mai 2016

Steinbruchbetreiber haben zumeist "hartes“ im Sinn; aber oft auch ein Herz für Uhus. Jedenfalls hat die EGE schon vielen Personen aus dieser Branche mit Erfolg den Schutz der Uhus ans Herz gelegt. Martin Röser von den Trasswerken Meurin in der Eifel beispielsweise kennt "seine" Steinbruchuhus schon seit Jahren ganz genau. Seither ist er bemüht, den Abbau uhufreundlich zu organisieren. Kürzlich fand Martin Röver einen nur zwei Wochen alten Uhu, der offenbar aus dem Fels gefallen in eine tiefe Fahrspur geraten war. Martin Röser barg den hungrigen, aber unverletzten Vogel und benachrichtigte die EGE. Notversorgt mit einem am Straßenrand tot aufgefundenen Kaninchen und nach zwei Tagen intensiver Betreuung wurde der kleine Uhu wieder zu seinen beiden Geschwistern ins Nest gebracht. Hier lag, wie so oft in diesen Tagen, ein junger Fuchs als Nahrungsreserve. Bei der Beringung junger Uhus Mitte Mai fand Stefan Brücher an drei von fünf Uhubrutplätzen junge Füchse als Vorrat.

Windenergiewirtschaft setzt Sperrfeuer gegen Naturschutz fort - Mai 2016

Rotmilan © Rosl Rößner

Die Windenergiewirtschaft in Deutschland setzt ihr Sperrfeuer gegen die Abstandsempfehlungen der Vogelschutzwarten fort. Die Zerstörungen der Nester und die Vergrämung von Arten, die den Ausbau der Windenergiewirtschaft rechtlich begrenzen könnten, entwickeln sich zu einem bundesweiten Phänomen. In dieses Bild fügen sich die Aktivitäten eines Schweizer Ingenieurs und dessen steile These, der Konflikt zwischen Windenergie und Rotmilan sei ein Scheinkonflikt. In der aktuellen Ausgabe 5/2016 der Zeitschrift "Der Falke" hat Thomas Krumenacker diesen "Angriff der Windlobby auf den Artenschutz" dankenswerterweise als fragwürdiges Unterfangen ohne wissenschaftliche Basis mit deutlichen Worten entlarvt.

In Fachzeitschriften des Naturschutzes und der Landschaftspflege ist eine kritische Berichterstattung über die Negativbilanz der Windenergiewirtschaft in Gestalt getöteter Wildtiere, ruinierter Landschaften und über die Machenschaften der Branche eher selten. Zweifel an der Vereinbarkeit von Windenergie und Artenschutz sind nicht opportun, auch dann nicht, wenn sich diese Vereinbarkeit als Fiktion oder Lebenslüge herausstellt. Am Bild von den edlen Motiven der Branche, das nie stimmte, soll nicht gekratzt werden.

Positiv sticht immerhin die Stellungnahme des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in der Ausgabe 4/2016 der Zeitschrift "Natur und Landschaft" zu einer Studie der Fachangentur Windenergie an Land heraus. Bei dieser Studie handelt es sich um einen Katalog von "Vermeidungsmaßnahmen bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen". In der Stellungnahme warnt das BfN ausdrücklich vor den Schlussfolgerungen dieser Studie und weist sie zu einem beträchtlichen Teil als verharmlosend, leichtfertig und unbegründet zurück. Die Fachagentur Windenergie an Land ist eine Lobbyvereinigung der Windenergiewirtschaft mit Beteiligung von Umweltverbänden. Bereits im November 2015 hat die EGE denselben Katalog als fragwürdig zurückgewiesen. Ein halbes Jahr nach der EGE-Stellungnahme macht sich also mit demselben Tenor auch das BfN bemerkbar, was immerhin erfreulich ist. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 112 KB), wenn Sie die Stellungnahme der EGE lesen möchten.

Unterdessen demonstriert der BUND Hand in Hand mit dem Bundesverband Windenergie (BWE) gegen Initiativen der Bundesregierung, die den Ausbau der Windenergiewirtschaft wenigstens etwas zu limitieren versucht.

Grüne im Glashaus - Mai 2016

Verkehrsopfer Waldohreule © Eberhard Giese

Gewiss, Vögel sterben nicht nur an Windenergieanlagen, sondern auch an verspiegelten und verglasten Fassaden, an Stromleitungen, in Stacheldrähten oder sie kollidieren mit dem Schienen- oder Straßenverkehr - so wie diese Waldohreule im Bild. Es gehört zu den beliebten Strategien der für die kollateralen Verluste jeweils Verantwortlichen auf die von anderen verursachten Verluste umso engagierter hinzuweisen nach dem ewig gleichen Muster, andere verursachen doch auch oder gar viel größere Verluste.

Tatsächlich ist es aber so, dass sich alle diese Verluste addieren und mit dem Verweis auf die vielen anderen Verlustursachen nichts gewonnen ist - außer fürs Täuschen der Öffentlichkeit oder das eigene Image, nichts aber für den Schutz der Vögel.

Wenn Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, wie kürzlich geschehen, die Vogelverluste an Glasfassaden als Politikfeld entdecken und auf Abhilfe drängen, ist das durchaus respektabel, aber es wäre ein untauglicher Versuch, darüber die Verluste an Windenergieanlagen marginalisieren zu wollen. Hat man jemals davon gehört, dass Bündnisgrüne den Kollisionsopfern an Windenergieanlagen eine vergleichbare Relevanz beigemessen hätten? Gerade auf diesem Gebiet wird zu gern mit zweierlei Maß gemessen.

Am Morgen vorgelesen - Mai 2016

Aufgeschlagenes EGE-Kinderbuch © Heinz-Wolfgang Schwarz

137 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Algermissen im niedersächsischen Landkreis Hildesheim lauschten kürzlich Geschichten aus dem EGE-Kinder- und Jugendbuch "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz". Die von Edmund Deppe vorgelesenen Episoden aus diesem Buch fanden bei den Jungen und Mädchen lebhaften Anklang. Anschließend erklärte der Autor der Geschichten, Wilhelm Breuer, dem jungen Publikum auf anschauliche Weise die Supersinne der Eulen und was Eulen zu Eulen macht. Zum Schluss gab es für die jungen Zuhörer Eulenaufkleber und -poster sowie für die Schulbibliothek zwei EGE-Kinderbücher.

Die EGE dankt den Lehrerinnen der Grundschule Algermissen sowie Herrn Edmund Deppe für die Idee, die auch an anderen Schulen Schule machen könnte: "Wo die Eule schläft" - eine Lesung für aufgeweckte Schülerinnen und Schüler.

10 Gebote zum Artenschutzrecht - Mai 2016

Waldkauz © Gordana und Ralf Kistowski

EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer ist im Verbandsnaturschutz ebenso zuhause wie im behördlichen Naturschutz. Aus dieser Innenansicht heraus spricht er Personen in Gutachterbüros, Naturschutzbehörden und -vereinigungen ins Gewissen, die artenschutzrechtlichen Verbote des § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes nicht zu marginalisieren, sondern mit diesen Vorschriften den Arten zum gesetzlichen Schutz zu verhelfen. Für die EGE und die Kenner der Materie hat Breuer die hierfür notwendige Haltung und Herangehensweise in zehn Geboten zusammengefasst. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 170 KB), wenn Sie diese Gebote lesen möchten.

Steinkauz-Rollups im Kreishaus Düren - Mai 2016

Steinkauz © Rosl Rößner

"Den Steinkauz im Dorf lassen" lautet der Titel einer Ausstellung, die noch bis zum 31. Mai 2016 im Foyer des Kreishauses Düren zu sehen ist. Konzipiert wurden die sieben Schaubanner von der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE e.V.) mit Sitz in Bad Münstereifel. Mit der Ausstellung soll auf die Eulenart und ihren Lebensraum aufmerksam gemacht sowie für den Schutz des Vogels geworben werden.

Im nordrhein-westfälischen Kreis Düren gab es im letzten Jahr mindestens 154 von Steinkäuzen besiedelte Reviere. 85 Steinkauzpaare brüteten erfolgreich. Aus diesen Bruten gingen über 291 Jungvögel hervor. Diese erfreulich hohe Zahl ist vor allem Doris Siehoff zu verdanken. Im Auftrag der EGE beobachtet sie die Entwicklung des Steinkauzbestandes im Kreis Düren. Die EGE betreibt mit dem Aufhängen und Warten künstlicher Nistkästen so etwas wie ein "Wohnungsbauprogramm" für den Steinkauz und wirbt bei Städten, Gemeinden und Landwirten für den Schutz dieser einst weit verbreiteten Eulenart.

Die Ausstellung soll auf Reisen gehen. In Rathäusern, Sparkassenfilialen und landwirtschaftlichen Einrichtungen soll sie auf den Schutz des Steinkauzes aufmerksam machen. Wer die Ausstellung buchen möchte, kann sich mit der EGE in Verbindung setzen.

Mit Andreas Kieling durch die Eifel - Mai 2016

Plakat zur Veranstaltung

Am 04. Mai 2016 berichtet Andreas Kieling über "seine wilde Eifel" (pdf-Datei, ca. 468 KB) und gewiss auch über Uhus. Denn nirgends in Europa leben so viele Uhus wie in der Eifel. Die EGE hält für Sie an diesem Abend das EGE-Kinder- und Jugendbuch "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz" bereit. Die EGE erbittet an diesem Abend für ein Buch eine Spende von 10 Euro.

Klangvoller Naturschutz - April 2016

Uhu vor Nachthimmel © Gordana und Ralf Kistowski

Unter dem Titel "Lautlose Jäger & Klänge der Nacht" fand am 26. April 2016 an der Volkshochschule (VHS) Hannover ein besonderer Abend für den Eulenschutz statt. Der erste Teil bestand aus einem bühnenreifen Power Point-Vortrag von Wilhelm Breuer von der EGE. Mit eindrucksvollen Bildern und einfühlsamer Sprache erläuterte er die Merkmale und Sinnesleistungen der Eulen - aber auch die vielfältigen Gefahren, mit denen Eulen in der Welt von heute konfrontiert sind.

Im zweiten Teil spielten Schülerinnen und Schüler der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover im Alter von 5-18 Jahren ausgewählte Klavierstücke. In der Spannbreite von Ragtime bis zum Nocturne von Chopin wurde das Themenfeld "Nacht" klangvoll umgesetzt. Für mehr als 50 Besucherinnen und Besucher war es ein wahrlich beflügelter Abend.

Zu danken ist für die kreative und nicht alltägliche Verbindung von Natur und Kultur Dorothee Warnecke; sie leitet die kulturelle Bildung an der VHS Hannover. Für den Abend gewann sie die EGE und Volker Voß, den Fachleiter Tasteninstrumente an der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover.

EGE im WDR - April 2016

Über den Einsatz von Stefan Brücher von der EGE berichtet der Westdeutsche Rundfunk (WDR). Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Bericht auf der Website des WDR lesen möchten. Zudem hat der WDR Brüchers Aktivitäten zum Schutz der Uhus im Siebengebirge bei Bonn in einem fünfminütigen Video festgehalten. Zu diesem Beitrag gelangen Sie hier.

EGE erwartet "normales" Uhujahr - April 2016

Eichhörnchen © Gordana und Ralf Kistowski

Aus den drei Eiern unter Uhuweibchen Lotte im Ahrtal sind um dem 24. April 2016 herum mindestens zwei Küken geschlüpft. Vielleicht gibt es auch ein drittes. Für die maximal drei jungen Uhus sind bereits Paten gefunden. Im Revier der Uhus müssen Eichhörnchen ab sofort wieder besonders auf der Hut sein.

Lotte hat also viel früher als gedacht, nämlich etwa am 20. März, mit der Brut begonnen. Bei dem Uhu, den Stefan Brücher am 27. März am Brutfelsen beobachtet hatte, handelte es sich demnach nicht um Lotte, sondern um das Uhumännchen. In diesem Jahr gab es um Lottes Brutabsichten einiges Rätselraten. Schließlich stellte sich heraus, dass sie einen neuen Nestplatz etwas unterhalb des mit der Webcam präparierten Nestes ausgewählt hat.

In diesem Jahr brüten in der Eifel deutlich weniger Uhus als im Vorjahr. Stefan Brücher rechnet mit weniger als 100 Bruten. Im letzten Jahr hatten 165 Paare gebrütet, davon 145 erfolgreich. Solche Schwankungen sind durchaus nicht ungewöhnlich. Insbesondere das Nahrungsangebot, der Witterungsverlauf oder auch der Uhubestand zu Beginn der Brutzeit sind Faktoren, die über die Anzahl der Bruten und die Größe der Gelege entscheiden. Das letzte Jahr war ein Rekordjahr für Uhus in der Eifel.

"Wo die Eule schläft" bei www.Eulenwelt.de - April 2016

Das Kinder- und Jugendbuch der EGE "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz" ist nun auch bei www.eulenwelt.de besprochen worden. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 940 KB), wenn Sie die Rezension von Dr. Monika Kirk lesen möchten.

Haltung des BMUB zu Windenergie und Landschaftsbild weiterhin unklar - April 2016

Windenergieanlagen © Wattenrat Ostfriesland

Sie erinnern sich? Vor mehr als einem Jahr wandte sich die EGE an das für Naturschutz und Bauen zuständige Bundesministerium (BMUB). Ja, dieses Ministerium vereint seit der Bildung der gegenwärtigen Bundesregierung die beiden eher gegenläufigen Ressorts. Es ist keine glückliche Kombination, die aber bei den Umweltverbänden nicht einmal ein Stirnrunzeln ausgelöst hat. Nun sollte man meinen, dass eine solche Ressortkombination von Vorteil sein könnte, wenn eine Frage zu beantworten ist, die die beiden Ressorts gleichermaßen berührt. Wegen einer solchen Frage hatte sich die EGE an das Bundesministerium gewandt. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 52 KB), wenn Sie die Anfrage noch einmal lesen möchten.

Seit mehr als einem Jahr wartet die EGE - trotz mehrfacher Erinnerungsschreiben - auf eine Antwort, die nicht allein für die EGE von Bedeutung ist, sondern für die Naturschutzbehörden überall in Deutschland. Jetzt immerhin hat das Ministeriums die EGE wissen lassen, das letzte Erinnerungsschreiben vom 05.02.2016 an das für das Bauplanungsrecht zuständige Referat weitergeleitet zu haben. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 3,55 MB), wenn Sie dieses Schreiben aus dem BMUB lesen möchten.

Etwas Neues ist diesem Schreiben nicht zu entnehmen. Man kann daraus schließen, dass es um die Zusammenarbeit zwischen Städtebau und Naturschutz in diesem Ministerium nicht zum Besten steht. Traditionell gilt das Verhältnis zwischen Städtebau und Naturschutz als belastet. Dem Städtebau ist es in den 1990er Jahren gelungen, sich von der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung abzukoppeln, aus ihr Elemente in das Bauplanungsrecht herauszulösen und buchstäblich "fortzuentwickeln". Dieser Grundkonflikt liegt auch der Anfrage der EGE an das BMUB zugrunde.

Übrigens: Die EGE wendet sich nur bei dringender Veranlassung an Ministerien des Bundes und der Länder oder andere Behörden. Umso bedauerlicher ist es, dass eine Antwort häufig ausbleibt oder erst nach mehreren Erinnerungsschreiben gegeben wird. Antworten wie "Ihr Schreiben ist hier nicht bekannt" oder (so wie jetzt wieder) "konnte in unserem Hause nicht aufgefunden werden" oder "Ihr Schreiben ist aus der Bearbeitung" herausgefallen" mehren sich. Zugleich finden die für diese Behörden verantwortlichen Politiker immer wieder nette Worte fürs Ehrenamt, was mit der tatsächlichen Lage des Ehrenamtes im Naturschutzes nur schwer in Einklang zu bringen ist.

Der EGE über die Schulter schauen - April 2016

Am 01. April 2016 hat Stefan Brücher im Siebengebirge bei Bonn die ersten drei jungen Uhus der diesjährigen Uhusaison beringt. Gerrit Klosterhuis hat ein Video von der Aktion hergestellt. Für die Aufnahmen sorgte Stefan Brüchers Helmkamera. Der Mitschnitt zeigt auch, wie Stefan Brücher den Jungvögeln eine kleine Feder entnimmt, die späteren genetischen Untersuchungen dienen wird. Außerdem zu sehen ist eine blutige Stelle am Oberschenkel des einen der drei Uhus. Dieser Auffälligkeit wegen hat Stefan Brücher den Vogel vorsorglich zur Beobachtung mitgenommen. Letztendlich konnte der kleine Uhu nach ein paar Tagen der Kontrolle ins Nest zurückgesetzt werden. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie das fünfminütige Video anschauen möchten.

Eulen-Rundblick Nr. 66/2016 erschienen - April 2016

Titelseite Eulen-Rundblick 66

Die neue Ausgabe des Eulen-Rundblicks ist da. Der Eulen-Rundblick ist keine Zeitschrift der EGE, sondern die Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz bedrohter Eulen (AG Eulen). Das 120 Seiten umfassende Heft erscheint im 40. Jahr des Bestehens der AG Eulen.

Die Beiträge der EGE in Heft 66 liegen als PDF-Dateien vor. Klicken Sie die Beiträge bitte an, wenn Sie diese lesen möchten. Wir veröffentlichen die Beiträge an dieser Stelle mit freundlicher Zustimmung der Schriftleitung des Eulen-Rundblicks.

Der Eulen-Rundblick erscheint einmal jährlich. Er enthält Originalbeiträge, Fachberichte und Informationen über Biologie und Schutz der Eulen. Das Jahresabonnement kostet 15 Euro einschließlich Porto und Versandkosten. Bestellungen richten Sie bitte an Herrn Klaus Hillerich, Röntgenstr. 7, 64823 Groß-Umstadt,  klaus.hillerich@t-online.de.

Brut der Hildesheimer Domuhus gescheitert - April 2016

Im Westwerk des Hildesheimer Domes wird es in diesem Jahr keine jungen Uhus geben. Das Uhuweibchen hatte seit der letzten Februardekade bereits fest im Nistkasten des Domes gesessen und zwei Eier bebrütet, wie anhand der Webcam-Aufnahmen belegt ist. Jetzt, Anfang April, hätten die Küken geschlüpft sein müssen. Doch es gab keine Anzeichen mehr für Eier oder Jungvögel, und das Weibchen schien die Brut aufgegeben und den Kasten verlassen zu haben.

Am 07.04.2016 haben sich deshalb das Bistum Hildesheim und die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) entschlossen, im Kasten nachzusehen. Gefunden wurde in einer nicht von der Webcam erfassten Ecke des Kastens ein Ei. Das Ei wies eine große Öffnung auf. Im Ei steckte ein weit entwickeltes totes Küken. Vom zweiten Ei war nichts zu entdecken. Möglicherweise war es unbefruchtet, während des Brütens geplatzt und die Schalen sind vom Weibchen gefressen worden.

Warum es das Küken aus dem verbliebenen Ei nicht geschafft hat, bleibt auch für die EGE ein Rätsel. Vielleicht handelt es sich beim Weibchen oder beiden Brutpartnern um noch unerfahrene Vögel, also nicht um das erfahrene Brutpaar des Vorjahres bzw. der Vorjahre. Dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass etwas schiefgeht. Am Nahrungsmangel lag es jedenfalls nicht, wie drei Ratten im Nest belegen, die dort von den Uhus als Nahrungsvorrat deponiert waren. Bistum und EGE setzen nun die Hoffnungen auf die Brutzeit 2017. Dass der Brutplatz im Westwerk des Domes ein komfortabler Platz für Uhus ist, steht außer Frage.

EGE beringt im Siebengebirge erste Junguhus - April 2016

Junguhu aus dem Siebengebirge im Rucksack © André Diesel

Stefan Brücher hat am 01. April 2016 die ersten Uhus der Brutsaison 2016 mit Ringen der Vogelwarte Helgoland gekennzeichnet. Einer der drei knapp vier Wochen alten Junguhus (im Bild) kam allerdings zunächst wegen Verletzungsanzeichen in menschliche Obhut; er wurde inzwischen zu den beiden Geschwistern zurückgesetzt. Dieses Brutvorkommen im Siebengebirge ist für einen traditionell frühen Lege- und Brutbeginn bekannt. Schon in der letzten Januarwoche dürfte das Dreiergelege komplett gewesen und mit der Brut begonnen worden sein.

Heuer brütet ein Drittel der Uhus in der Eifel nicht oder noch nicht. Dazu gehört auch "Lotte" an dem mit einer Webcam ausgestatteten Brutplatz im Ahrtal. Der Umstand, dass sich am Brutplatz immer wieder ein Fuchs aufhielt, ist gewiss kein Grund für den ausgebliebenen Brutbeginn.

Fernsehtipp - April 2016

Drei Herren im karierten Hemd © SWR

Zugegeben: Die vorherige Nachricht über Virginia-Uhus entsprach nicht ganz der Wahrheit. Die EGE hat Sie in den April schicken wollen. An allen anderen Tagen sind die Nachrichten der EGE der Wahrheit verpflichtet. Wahr, wenngleich nicht immer gut und schön. Oft sind es Nachrichten, die die EGE nicht oder nur wenig zum Besseren wenden kann.

"Sag` die Wahrheit". Das ist nicht nur eine empfehlenswerte Lebensregel, sondern auch der Titel einer Fernsehsendung des SWR. In der Folge am 04.04.2016 um 22 Uhr behaupten die drei Herren im Bild , in einer besonderen Beziehung zu Uhus zu stehen. Nur einer der drei Herren sagt die Wahrheit. Sie wissen wer? In jedem Fall geht es um Uhus. Die EGE wünscht gute Unterhaltung!

Virginia-Uhus für Trump? - April 2016

Virginia-Uhu © Rosl Rößner

Der US-amerikanische Präsidentschaftskandidat der Republikaner Donald Trump wird von den einen bewundert, von den anderen verspottet - seiner Frisur wegen. Dabei lautet die Frage nur allzu oft: Sind diese Haare echt? Das Geheimnis um die bisweilen ins Lächerliche gezogene Föhnfrisur hat nun ein Mitarbeiter aus Trumps Wahlkampfteam gelüftet. Die blonde Haarpracht sei ein in Silicon-Valley entwickeltes Hightech-Produkt hergestellt aus dem Untergefieder des Virginia-Uhus (Bubo virginianus). Trump bestreitet dies und hat den Mitarbeiter entlassen und auf Schadenersatz verklagt. Trump bestreitet allerdings auch Dinge, die für vernünftige Menschen außer Frage stehen.

Der Nachrichtensender CNN hat bei der EGE nachgefragt, ob bei Trump Uhufedern im Spiel sein könnten. Auf CNN sagte ein EGE-Sprecher, in einem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ließe sich nichts ausschließen. Zwar gelte für die EGE im Unterschied zu den USA das Prinzip strikter Nichteinmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten. Bei aller Weisheit, die Eulen zugeschrieben werde, könne aber mit Gewissheit gesagt werden: Selbst ein Toupet aus Eulenfedern habe auf die geistigen Fähigkeiten Donald Trumps keinen Einfluss.

Es gibt Vermutungen, die Republikaner selbst hätten die Vorstellung von den Uhus als Haarlieferanten in die Welt gesetzt, um Trump zu schaden. Die Republikaner beobachten nämlich Trumps Aufstieg mit wachsender Sorge, der Kandidat könne das Ansehen der USA zum Nachteil der Wirtschaft und auf Kosten der Gefolgschaft des Westens noch stärker in Misskredit bringen.

Was machen die Hildesheimer Domuhus? - März 2016

Blick aus dem Kasten der Hildesheimer Domuhus © Edmund Deppe

Das dritte Jahr in Folge brüten Uhus am Hildesheimer Dom. Seit etwa vier Wochen sitzt das Uhuweibchen im Westwerk in einem nagelneuen komfortablen Zuhause. Es ist gut möglich, dass die Küken an den Osterfeiertagen schlüpfen. So war es auch im letzten Jahr. Damals war Ostern allerdings am 05. April.

Der neue in Zusammenarbeit von Bistum und EGE eingerichtete Kasten ist recht groß, nicht mehr zugig wie der frühere Turmfalkenkasten und kann - wenn die Jungen größer werden - mit einer Klappe zum Dachboden hin geöffnet werden, so dass die jungen Uhus wie im letzten Jahr ausreichend Platz für erste Flugversuche haben und nicht vorzeitig das Westwerk verlassen müssen. Mit jedem Tag, den die Jungen als Infanteristen auf dem geschützten Dachboden verbringen, verbessern sich ihre Überlebenschancen.

Auf wie vielen Eiern das Uhuweibchen sitzt, hat die EGE nicht in Erfahrung bringen können. In den beiden letzten Jahren waren je drei Uhus geschlüpft.

Das Bistum Hildesheim hat die Webcam in den Kasten freigeschaltet und informiert über die Domuhus auf seiner Webseite.

Einen Beitrag über die Uhus am Hildesheimer Dom in der Brutzeit 2015 enthält die im April 2016 erscheinende Ausgabe Nr. 66 des Eulen-Rundblick. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 200 KB), wenn Sie den Beitrag vorab lesen möchten.

Steinkauz-Zuwachs ganz gegen den Trend - März 2016

Feldhase © Gordana und Ralf Kistowski

Im Euskirchener Wochenspiegel erschien Mitte März ein Beitrag über das Engagement von Peter Josef Müller und Rita Edelburg-Müller. Beide setzen sich im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen für den Steinkauz ein. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 900 KB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten. Die Müllers sind Mitarbeiter der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. Falls Sie die Bemühungen der EGE unterstützen möchten, ist Ihre Spende herzlich willkommen. Vielleicht mögen Sie der EGE zu Ostern ein kleines Ei ins Nest legen in Gestalt einer Spende. Die EGE wünscht Ihnen frohe Ostern, wenngleich die Lage in der Welt von Ostern weit entfernt scheint.

Uhuschutz bei laufendem Abbaubetrieb - März 2016

Der Schutz von Uhus und der Abbau von Rohstoffen in Steinbrüchen lassen sich mit etwas gutem Willen durchaus vereinbaren. Naturschutzrechtlich sind Uhus zwar auch in Steinbrüchen mit Abbaubetrieb vor Schädigungen und Störungen geschützt. Einfacher wird die Sache aber im jedem Fall, wenn das Abbauunternehmen Verständnis für Uhus hat. Deshalb setzt die EGE viel daran, die Abbauunternehmen für den Schutz der Uhus zu sensibilisieren. Oft mit Erfolg. Das belegt auch die Sendung "natürlich!" des SWR vom 15.03.2016. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Beitrag ansehen möchten.

Ein Kauz und seine Lebensretter - März 2016

Rabenkrähe im Flug © Gordana und Ralf Kistowski

Im Juli 2015 war ein nur wenige Wochen alter Steinkauz versehentlich in einen Kamin gestürzt, aus der misslichen Lage aber glücklicherweise von der Feuerwehr befreit worden. Nachdem der Kauz sich in einer Pflegestation von diesem Abenteuer erholt hatte und dort auf ein Leben in Freiheit vorbereitet worden war, setzten die Müllers von der EGE den Kauz Ende August 2015 in eine Nisthilfe auf einer schönen Obstwiese am Rande eines Dorfes. Jetzt, im März 2016, ist der Kauz wieder in Erscheinung getreten. 25 Kilometer vom damaligen Freilassungsort entfernt und wieder in einer prekären Lage - nämlich in den Fängen eines Greifvogels. Der Kauz hätte gewiss sein Leben verloren, hätten sich nicht Krähen in den Vorfall eingemischt. Wie es die Art der Krähen ist, versuchten sie dem Greifvogel die Beute streitig zu machen. Während dieses Unterfangens kam der Kauz frei, fiel zu Boden und wurde von Claudia Stein aufgegriffen, die den Kauz dem Tierarzt Dr. Martin Böttcher vorstellte. Schlussendlich konnte der Kauz auch dieses Mal wieder in die Freiheit entlassen werden.

Einladung in den Kreis Euskirchen - März 2016

Steinkauz in der Nacht © Gordana und Ralf Kistowski

Wer etwas über den Steinkauz erfahren möchte, hat hierzu am 18. März 2016 im Kreis Euskirchen Gelegenheit. Im Rahmen eines abendlichen Spaziergangs (Dauer ca. 1,5 Stunden) wird Peter Josef Müller von der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. Interessierten den Lebensraum des Steinkauzes vorstellen und Möglichkeiten zum Schutz dieser kleinen Eulenart vermitteln. Mit etwas Glück können die derzeit balzenden Steinkäuze rufend angetroffen und beobachtet werden. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt der Führung am 18. März 2016 um 18.15 Uhr ist die Kirche in Zülpich-Merzenich.

Fernsehtipp - März 2016

Uhus in der Abendsonne © Gordana und Ralf Kistowski

"Natürlich!" So heißt das Umwelt- und Naturmagazin des SWR. Es macht Lust auf Natur, bietet faszinierende Einblicke, gibt nützliche Tipps und beschäftigt sich auch mit dem, was die heimischen Ökosysteme bedroht. Jede Woche präsentiert das Magazin den Zuschauern in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz spannende und erstaunliche Geschichten aus ihrer Heimat. "Natürlich!" zeigt die Schönheit der Tier- und Pflanzenwelt, stellt Menschen im Südwesten vor, die sich für die Natur und den nachhaltigen Umgang mit ihr einsetzen. Am 15.03.2016 ab 18:15 Uhr geht es u. a. um Uhus in Steinbrüchen. Mit dabei ist Stefan Brücher von der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen.

EGE-Kinderbuch rezensiert - März 2016

Das EGE-Kinderbuch "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz" stößt im Blätterwald auf reges Interesse. So hat jetzt auch die Zeitschrift "Schöner Bayerischer Wald" in ihrer aktuellen Ausgabe 2/2016 das Buch rezensiert. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 2,23 MB), wenn Sie die Rezension lesen möchten.

Streuobstbestände in NRW/Kabinettsentwurf unzureichend - März 2016

Streuobstbestand © Sonia Weinberger

Enttäuscht zeigt sich die EGE über den Kabinettsentwurf für ein novelliertes Landesnaturschutzrecht in Nordrhein-Westfalen. Einen gesetzlichen Schutz für Streuobstbestände sieht der Entwurf nur unter stark einschränkenden Bedingungen vor. Die EGE hat sich deswegen an Umweltminister Remmel (Bündnis90/Die Grünen) und die im Landtag vertretenen Fraktionen gewandt. Die EGE fordert einen vollumfänglichen Schutz der Streuobstbestände - ohne Bindung an Schwellenwerte, an Abstände zu landwirtschaftlichen Hofstellen oder auf den Außenbereich beschränkt. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 74 KB), wenn Sie den Brief an den Umweltminister lesen möchten. Zugleich appelliert die EGE an die nordrhein-westfälischen Naturschutzvereinigungen, sich für einen durchgreifenden Schutz des mit Obstbäumen bestandenen Grünlandes im laufenden Gesetzgebungsverfahren einzusetzen. Es geht insbesondere um den Schutz des Steinkauzes.

Wird Lotte brüten, wann und wo? - März 2016

Fuchs © Gordana und Ralf Kistowski

Eine Reihe fragender Zuschriften erreicht die EGE. Was ist mit Lotte? Ist auf eine Brut vor der Webcam noch zu hoffen? Oder macht uns der Fuchs einen Strich durch die Rechnung, der sich die Sonne auf den Pelz scheinen lässt - ausgerechnet in Lottes Nest? Warum vertreiben die Uhus diesen Hausbesetzer nicht? Hat Lotte den Brutplatz aus Furcht vor dem Fuchs gar schon abgeschrieben?

Nun, so aufregend ist die Sache nicht. Wie die langjährigen Beobachtungen der EGE zeigen, beginnen die Uhus in milden Lagen meist als erste mit der Brut. In diesem Spätwinter brütet aber selbst von diesen frühen Uhus erst jeder dritte. Der Webcam-Brutplatz zählt nicht zu den Plätzen mit einem besonders frühen Brutbeginn. Mit Blick auf die Vorjahre ist mit Lottes Brutbeginn erst etwa Mitte März zu rechnen.

Wir Menschen denken natürlich: So ein großer Fuchs muss doch für einen Uhu bedrohlich sein (etwa so wie für uns vielleicht ein Löwe im Busch). Auch in den Vorjahren haben sich Lotte und ihr Partner (so wie andere Uhus) von Füchsen am Nest nicht besonders beeindruckt gezeigt. Wenn es nötig wird, vertreiben Uhus einen Fuchs. Uhus sind Füchsen überlegen und reagieren mit einer gewissen Gelassenheit. Uhus sind überhaupt ziemlich gelassen. Am ehesten fürchten sie Menschen. Und auch das eigentlich nur tagsüber. Nachts und in der Dämmerung können Uhus auch Menschen in Nestnähe durchaus in die Flucht schlagen. Bleiben wir also, was Lotte und Leo anbelangt, zuversichtlich und entspannt. Und einen Fuchs zu beobachten, ist auch eine schöne Sache.

EGE-Webcam zählt den viermillionsten Besuch - Februar 2016

Uhu © Gordana und Ralf Kistowski

Die Uhuwebcam in der Eifel wurde kürzlich zum viermillionsten Mal besucht. Die zunächst in Kooperation mit dem SWR eingerichtete und betriebene Webcam an einem Uhubrutplatz in der Eifel ist für viele Uhufreundinnen und -freunde in aller Welt längst eine feste Größe. Im letzten Jahr verzeichnete die EGE mehr als eine Million Zugriffe. Seitdem der SWR das Projekt aufgab, konnte die EGE die Webcam nur weiterbetreiben, weil Spender und Sponsoren einspringen.

Die EGE hofft mit den Uhufans auf den baldigen Start einer neuen Brutsaison von Lotte und Leo. In diesem Jahr sind die Uhus in der Eifel ganz im Zeitplan, d. h. sie sind etwas später dran als im Vorjahr. 2015 war der Brutbeginn nämlich vergleichsweise früh. Aktivitäten gibt es bereits jetzt am Brutplatz. Ab und zu, jedenfalls.

Die Webcam vermittelt wunderbare Eindrücke von der Aufzucht junger Uhus; sie gewährt unverstellte Einblicke in das Sozialverhalten der Uhus. Die Übertragung rund um die Uhr stört die Uhus nicht, ist aber gerade für viele Menschen daheim eine Möglichkeit, mit der Natur in Kontakt zu kommen. Besonders beliebt ist sie bei Familien mit Kindern.

Den mit der Webcam erreichten Beitrag zur Umweltbildung junger Zuschauer ergänzt und vertieft das Kinderbuch der EGE "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz". Es ist gewissermaßen das Buch zur "Sendung".

Steinkauz-Rollups im Kreishaus Euskirchen - Februar 2016

Steinkauz-Rollups im Euskirchener Kreishaus © EGE

Die von der EGE gestalteten Steinkauz-Rollups (im Bild) mit dem Leitspruch "Den Steinkauz im Dorf lassen" sind ab sofort bis Ende März im Euskirchener Kreishaus zu sehen. Im Kreis Euskirchen gab es im letzten Jahr 123 besetzte Reviere. 90 Steinkauzpaare brüteten erfolgreich. Aus diesen Bruten gingen über 300 Jungvögel hervor.

Diese erfreulich hohe Zahl ist Peter Josef Müller (im Bild) und Rita Edelburg-Müller zu verdanken. Im Auftrag der EGE beobachten sie die Entwicklung des Steinkauzbestandes im Kreis Euskirchen. Die Müllers betreiben mit dem Aufhängen und Warten künstlicher Nistkästen so etwas wie ein "Wohnungsbauprogramm" für den Steinkauz und werben bei Städten, Gemeinden und Landwirten für den Schutz dieser einst weit verbreiteten Eulenart. Als die Müllers vor gut 15 Jahren im Kreis Euskirchen mit dem Schutz der Steinkäuze begannen, brüteten hier nur noch 30 bis 40 Paare. Der Kauz drohte ganz zu verschwinden. Für ihr Engagement wurden die Müllers 2010 mit dem Naturschutzpreis des Kreises ausgezeichnet.

Mit den Steinkauz-Rollups wendet sich die EGE insbesondere an Landwirte und Kommunalpolitiker in der Kölner Bucht, auf deren Verständnis und Mitwirken es vor allem ankommt, sollen Steinkauzlebensräume besser geschützt werden. Aber auch für andere Personen dürften die Rollups von Interesse sein.

Die Rollups gehen auf Reisen. In Rathäusern, Sparkassenfilialen und landwirtschaftlichen Einrichtungen. Falls Sie die kleine Ausstellung für den angegebenen Zweck buchen möchten, setzen Sie sich bitte mit der EGE in Verbindung.

Ein toter Uhu und eine hohe Dunkelziffer - Februar 2016

Stromopfer Uhu in der Grafschaft Bentheim © Christian Kerperin

Erneut ist ein Uhu an einem widerrechtlich nicht entschärften Mittelspannungsmast ums Leben gekommen. Es ist die Spitze eines Eisberges. Tatort ist diesmal der Landkreis Grafschaft Bentheim im westlichen Niedersachsen. Angaben eines Anwohners zufolge sind unter dem Mast zuvor schon tote Mäusebussarde aufgefunden worden. Der Mitarbeiter der Naturschutzbehörde des Landkreises fand bei der Bergung des Uhus am selben Mast die Überreste von mindestens drei Rabenkrähen. Es ist ein mehr oder weniger alltäglicher Vorgang, obgleich die Netzbetreiber bereits zum Ende des Jahres 2012 zur vogelsicheren Umrüstung aller Mittelspannungsmasten verpflichtet waren. Der Uhu wurde nur gefunden, weil der Mast an einem Weg steht. So gesehen ein Glücksfall. Die meisten Masten stehen abseits von Wegen und Straßen. Das Drama vollzieht sich von Menschen unbemerkt. Der Fuchs holt sich die Opfer.

Was nun? Der Netzbetreiber wird den Todesmast in der Grafschaft Bentheim vermutlich entschärfen. Aber, ist dies der einzige gefährliche Mast dort? Eher nein. Gewissheit verschafft nur die systematische Kontrolle. Stichproben der EGE zeigen, nach wie vor ist eine hohe Zahl Masten vogelgefährlich. Dass dies im Landkreis Grafschaft Bentheim so ganz anders sein sollte, ist unwahrscheinlich. Im Gegenteil: der betreffende Mast, an dem der Uhu ums Leben kam, zählt der Konstruktion nach zu den gefährlichsten Bautypen überhaupt. Für das Eliminieren solcher Masten sorgte die EGE in der Eifel bereits vor 30 Jahren. Wo solche Masten der gefährlichsten Bauart noch stehen, dürfte es insgesamt hinsichtlich der Entschärfung schlecht bestellt sein.

Die EGE empfiehlt allen Naturschutzbehörden in Deutschland dringend: "Warten Sie nicht auf Todesfälle, sondern lassen Sie Kreis- oder Stadtgebiet auf gefährliche Masten hin überprüfen!" Das Knowhow dazu haben außerhalb der Stromversorger nur wenige Personen. Über ein auf diesem technischen Feld profundes Fachwissen verfügt die EGE, die deshalb an den 2011 in Kraft getretenen Richtlinien der Netzbetreiber über "Vogelschutz an Mittelspannungsmasten" auf Betreiben des Bundesumweltministeriums mitgearbeitet hat.

Naturschutzbehörden können mit der Untersuchung jederzeit die EGE beauftragen. Gegen kaum mehr als eine Aufwandsentschädigung untersucht die EGE den Mastbestand; sie dokumentiert die gefährlichen Masten, fertigt eine Mängelliste und unterstützt die Naturschutzbehörde, die gesetzlich verlangte Entschärfung der Masten gegenüber dem Netzbetreiber durchzusetzen. Greifvögel, Eulen und Störche, die häufig an Mittelspannungsmasten getöteten Großvogelarten, sollten es wert sein, auf diese Weise endlich besser geschützt zu werden. Das Schicksal dieser Arten liegt auch in der Hand der örtlichen Naturschutzbehörden. Was aber, wenn sie gar keinen Überblick über die Größenordnung der Misere haben? Wie wollen sie dann auf Abhilfe drängen?

Die Landesbehörden für Naturschutz der Bundesländer einschließlich der 13 Vogelschutzwarten in Deutschland verzichten fatalerweise auf Kontrollen. Sie vertrauen aus Überlastung oder politisch motivierter Behinderung wider bessere Erfahrung auf die Angaben der Netzbetreiber, alle Masten pflichtgemäß entschärft zu haben. Der vom Stromschlag getötete Uhu in der Grafschaft Bentheim ist der schlagende Gegenbeweis. Vogelschützer sollten die Behörden ermutigen, die EGE oder eine andere verlässliche Stelle mit der Überprüfung der Masten zu beauftragen. Mit den Ergebnissen lässt sich der nötige Druck erzeugen, die unhaltbaren und rechtswidrigen Zustände zu überwinden. Wirksamer als mit solchen Bestandsaufnahmen lassen sich Vögel kaum schützen. Eine Erkenntnis, die 590.000 Vogelschützer doch mobilisieren sollte. So viele Menschen sind jedenfalls Mitglied in Deutschlands größter Vogelschutzorganisation.

Steinkauzschutz in NRW nach Art von Bündnis 90/Die Grünen - Februar 2016

Steinkauz © Gordana und Ralf Kistowski

Im Unterschied zu allen anderen Bundesländern mit einem bedeutenden Anteil an Streuobstwiesen sind in Nordrhein-Westfalen diese Biotope nicht gesetzlich geschützt. Ein solcher Schutz galt lediglich ab 2005; er wurde aber bereits 2007 unter der von Jürgen Rüttgers geführten christlich-liberalen Landesregierung aufgehoben. Die seit Juli 2010 amtierende sozial-grüne Landesregierung hat den Schutz bislang nicht wieder eingeführt.

Dabei hat Nordrhein-Westfalen für den Schutz des Steinkauzes eine besondere Verantwortung. In Deutschland leben drei von vier Steinkäuzen in Nordrhein-Westfalen, nämlich ungefähr 6.000 Paare; die meisten davon am unteren Niederrhein und im Münsterland, aber auch etwa 800 Paare in der Kölner Bucht. Die EGE hat den nordrhein-westfälischen Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) bereits vor Jahren aufgefordert, sich für eine Wiederaufnahme der Streuobstwiesen in den Katalog der gesetzlich geschützten Biotope einzusetzen. Werden diese Steinkauzbiotope in Nordrhein-Westfalen bald besser geschützt sein, fragte die EGE vor mehr als drei Jahren. Der Minister sagte der EGE genau dieses zu. Damals war der grüne Umweltminister 900 Tage im Amt. Inzwischen sind 1.100 Tage hinzugekommen. Gibt es nach 2.000 Tagen grüner Umweltverantwortung ein erkennbares Bemühen und einen Fortschritt auf diesem Gebiet?

In einem Entwurf des neuen Landesnaturschutzgesetzes aus dem Sommer 2015 waren Streuobstbestände als geschützte Biotope vorgesehen. Der Minister wollte sie per Gesetz besser vor Bebauung schützen. Nach Protest der Landwirtschaft knickte er ein und favorisiert nun einen Gesetzestext, der der Landwirtschaft entgegenkommt und den Schutz dieser für den Steinkauz und andere bedrohte Tierarten wichtigen Lebensräume verwässert. Geschützt werden sollen demnach Streuobstbestände nämlich nur, wenn sie größer als 0,4 Hektar und mehr als 100 Meter von landwirtschaftlichen Hofstellen und Bebauung entfernt sind.

Besser als gar nichts, mag man meinen. Doch wie Untersuchungen der EGE in den Kreisen Euskirchen und Düren belegen, brüten dort 75 Prozent aller Steinkäuze in Streuobstbeständen in einem Umkreis von weniger als 100 Meter um Dörfer oder Einzelgehöfte. Ein Befund, der für die gesamte Kölner Bucht, wenn nicht gar für ganz Nordrhein-Westfalen, zutreffen dürfte. Die vom Minister favorisierte Regelung hilft dort also den wenigsten Käuzen. Sie ist vielmehr ein kalkuliertes Zugeständnis an die Landwirtschaft und die Kommunen, die ihre Bauerweiterungsabsichten Zug um Zug auf Kosten hochgradig schutzbedürftiger Lebensräume durchsetzen.

Der Vorstand des nordrhein-westfälischen NABU will nun diesen beabsichtigten minimalen gesetzlichen Schutz der Steinkauzlebensräume durch freiwillige Vereinbarungen (zwischen welchen Personen oder Stellen eigentlich?) ersetzen. Ob darin auch die Kreis- und Stadtverbände des NABU eine geeignete Lösung sehen, bleibt abzuwarten. Der BUND hingegen fordert in einer Presseinformation einen durchgreifenden gesetzlichen Schutz. Ob und wie sich die Nordrhein-westfälische Ornithologen-Gesellschaft äußern wird, ist ungewiss. Sie hat den Steinkauz im Logo.

Der Naturschutz droht einmal mehr an den Interessen von Landwirten und Landbesitzern zu scheitern. Erinnern Sie sich an Artikel 14 des Grundgesetzes? Darin heißt es, "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen." Eigentum verpflichtet in Deutschland schon lange zu nichts anderem mehr als zu Eigennutz auf Kosten des Allgemeinwohls. Dank dieser Politik hat der Steinkauz die Bundesrepublik östlich einer Linie Kiel-Konstanz bereits geräumt.

Seeadler im Nest erschossen - Februar 2016

Seeadler © Gordana und Ralf Kistowski

Die Übergriffe auf Vögel und ihre Nester mehren sich, nicht zuletzt dort, wo ihre Existenz dem weiteren Ausbau der Windenergiewirtschaft artenschutzrechtliche Grenzen setzen könnte. Es ist viel Geld im Spiel. Dingfest gemacht werden die Täter fast nie. So dürften die Dinge auch bei Neuhaus an der Oste im Landkreis Cuxhaven im Sande verlaufen. Mitte Februar lag dort ein Seeadlerweibchen tot im Nest. Ein glatter Durchschuss, sozusagen. Der Vogel hatte noch einen Zweig im Schnabel und war offenbar mit dem Nestbau beschäftigt, als der Schuss traf. Das Seeadlermännchen hatte über Tage immer in derselben Haltung über dem Nest gesessen. Über dem toten Weibchen, wie man jetzt weiß. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Naturschutzverbände haben eine Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen. 5.000 Euro, heißt es. Sollte es sich um einen Auftragsschützen gehandelt haben, dürfte er eine höhere Kopfprämie kassiert haben.

Muss man hinzufügen, dass in der Umgebung des Nestes Windenergieanlagen errichtet werden sollen? Erstmals brüteten Seeadler hier im Jahr 2010. Im Jahr darauf vereitelten Arbeiten an einem Zaun den Bruterfolg. Auch in den Folgejahren blieb eine Brut trotz jährlicher Brutvorbereitungen des Paares aus. Bisher sind an Windenergieanlagen in Deutschland 119 Seeadler ums Leben gekommen. Die Zahl der in Deutschland mit Gift oder Schüssen getöteten Seeadler ist ebenfalls beträchtlich. Die Gründe für die Verfolgung bleiben meist unaufgeklärt. In Niedersachsen gibt es 44 Revierpaare; so wenige, dass es auf jeden einzelnen Adler ankommt. Allerdings so viele, dass sich die Windenergiewirtschaft über der Vögel wegen ausgesprochene Versagungen von Windenergieanlagen beklagt.

Massive Versäumnisse in Bayern - Februar 2016

Nun endlich scheint dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern der Geduldsfaden zu reißen. Nach dem Fund eines toten Uhus im Landkreis Ansbach fordert der LBV umgehende Schutzmaßnahmen der Netzbetreiber an Mittelspannungsmasten mit falscher Sicherung. Solange mehrere tausend ungenügend gesicherte Masten nicht nachgebessert werden, befürchtet der LBV zahlreiche weitere tote Großvögel wie Uhu oder Weißstorch.

"Hinzu kommt, dass wir in Bayern aktuell immer noch über 25.000 völlig ungesicherte gefährliche Strommasten haben", schreibt der LBV am 05.02.2016 auf seiner Website. Nach der gesetzlichen Vorschrift hätten eigentlich alle als gefährlich einzustufenden Mittelspannungsmasten bis 2012 gesichert sein müssen. Der LBV hatte sich gegenüber Netzbetreibern und Staatsregierung kompromissbereit gezeigt und dem Aufschieben der geschuldeten Umrüstung zugestimmt.

Im Freistaat Bayern, der in anderen Politikfeldern gerne hart durchgreift, Rechtstaatlichkeit anmahnt und sich technologisch fortschrittlich wähnt, zeigen sich auf dem Gebiet der Umrüstung gefährlicher Masten selbst jetzt bei Auslaufen einer überdies bundesrechtlich gesehen mehr als fraglichen Nachfrist gravierende Defizite und rechtswidrige Zustände.

Sterben für die Wende und den Profit der Wenigen - Februar 2016

Windenergieopfer Rotmilan © Christian Gelpke

Die Zahl der Windenergieanlagen in Deutschland beträgt aktuell 25.980. Im letzten Jahr kamen 1.368 Anlagen hinzu. Lange Zeit mochte sich das Ausmaß der Tierverluste an diesen Anlagen niemand vorstellen. Windenergie galt als "sauber". Dass im Durchschnitt an jeder Anlage mehr als 10 Fledermäuse pro Jahr zu Tode kommen, ist eine vergleichsweise neue Erkenntnis. Bis vor wenigen Jahren spielten Fledermäuse beim Ausbau der Windenergiewirtschaft überhaupt keine Rolle. Die Folge dieser Verkennung des Problems sind 250.000 tote Fledermäuse Jahr für Jahr - mit unabsehbaren Folgen für den Fortbestand dieser Artengruppe.

Investoren, viele Gutachter, Ministerien, Behörden und Kommunen marginalisieren, bagatellisieren und relativieren die Kollisionsrisiken. Die Verluste an Fledermäusen und Vögeln seien dem allgemeinen Lebensrisiko zuzurechnen und weder populationsgefährdend noch überhaupt nennenswert hoch. Es ist ein Kartell des Todschweigens im Interesse des Geldes und der Geschäfte.

Wie hoch die Risiken tatsächlich sind, zeigt die Auflistung der Kollisionsopfer in nur einem Windpark mit 14 Anlagen in Norddeutschland in einer eher ausgeräumten Ackerlandschaft ohne jede herausgehobene Bedeutung als Vogellebensraum, die deshalb ohne viel Federlesen mit Windenergieanlagen bebaut wurde. Bei täglichen Kontrollen wurden im Herbst 2015 unter den Anlagen tot gefunden: zwei Turmfalken im Abstand eines Tages, zwei Rotmilane im Abstand von nur 12 Tagen, ein weiterer Greifvogel und eine ganze Reihe Kleinvögel. In einem anderen norddeutschen Windpark mit sieben Anlagen wurden bei nur acht Begehungen im August 2015 drei Mäusebussarde, ein Rotmilan und zwei Mauersegler tot unter den Anlagen gefunden.

Für 70 Windenergieanlagen in einem ostniedersächsischen Windpark wurden die Opferzahlen gerade auf den Ergebnissen eines stichprobenhaften Schlagopfermonitorings gestützt auf 1.500 Fledermäuse gerechnet. Das sind mehr als 20 tote Fledermäuse je Anlage und Jahr. Die EGE hat die Untersuchungen aus Spendenmitteln unterstützt.

Es ist das tägliche Sterben an Windenergieanlagen. Gewissermaßen der "ganz normale Wahnsinn". Wie lange will die Gesellschaft diesem Treiben zusehen? Wenn irgendwo Obergrenzen gesetzt werden müssen, dann beim weiteren Zubau an Windenergieanlagen. Die von Naturschutzverbänden beschworene Vereinbarkeit von Naturschutz und dem weiteren Ausbau dieser Industrie ist eine Lebenslüge.

Am 25. Januar 2016 haben die Ministerpräsidenten der norddeutschen Bundesländer für einen weiteren Ausbau der Windenergiewirtschaft plädiert. Und - wie könnte es anders sein - der BUND Deutschland und der Bundesverband Windenergie BWE fordern Hand in Hand einen "weiteren dynamischen Ausbau der Windenergie".

Uhus in Kies- und Sandgruben schützen - Februar 2016

Uhuschutz in der Quarzgrube © Britta Franzheim

Der Abbau von Rohstoffen ist gewiss nicht im Sinne des Naturschutzes. Aber, dort wo unvermeidbar abgebaut wird, sollte man das Beste daraus machen - auch für Uhus. Uhus nutzen Abbaugruben als Brutplatz. In Kies- und Sandgruben gehen die Brutplätze in den Böschungen allerdings leicht verloren, weil die Steilwände nicht standsicher sind oder der Abbau voranschreitet und notgedrungen auch die Brutplätze abgebaut werden.

In beiden Fällen lassen sich mit etwas gutem Willen alternative Brutplätze im Abbaufeld einrichten. Die Schaffung solcher Brutplätze kann sogar eine gesetzliche Bedingung sein, damit der Abbau den bisher genutzten Brutplatz in Anspruch nehmen darf. In diesem Fall ist die Schaffung eines neuen Brutplatzes "eine vorgezogene Ausgleichsmaßnahme". Sie stellt sicher, dass Uhus auch weiterhin im Abbaufeld in Sicherheit brüten können. Uhus lassen sich auf diese Weise vergleichsweise leicht schützen.

Für ein solches Management steht die EGE den Abbauunternehmen beratend zur Seite oder legt - wie hier im Bild bei den Quarzwerken Frechen - für die Schaffung eines stabilen Brutplatzes in der Steilwand selbst Hand an. Im Bild Stefan Brücher von der EGE (M.), Rolf Jansen (l.) und Gottfried Ismar (r.) vom "Green-Team" der Quarzwerke.

Vier Postkartenmotive für den Eulenschutz - Februar 2016

Vier Postkartenmotive © EGE

Mit den hier gezeigten vier Eulenmotiven auf Postkarten wirbt die EGE für den Eulenschutz. Die Aquarellzeichnungen von Bärbel Pott-Dörfer sind dem EGE-Kinderbuch von Wilhelm Breuer "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz" entnommen. Es sind vier von insgesamt 40 Aquarellen, die das Buch illustrieren.

Für den Kartensatz (4 Karten) erbittet die EGE eine Spende in Höhe von 4 Euro; für 3 Kartensätze (12 Karten) eine Spende in Höhe von 10 Euro. Stichwort "Postkarten". Der Versand erfolgt versandkostenfrei.

Windenergiewirtschaft bringt Mäusebussard in Bedrängnis - Februar 2016

Mäusebussard im Flug © Gordana und Ralf Kistowski

Dass Mäusebussarde an Windenergieanlagen tödlich enden können, ist nichts Neues. Gleichwohl tun sich die Behörden schwer, ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko auch für diese Greifvogelart in Anlagennähe in Erwägung zu ziehen. Sie tun sich auch deshalb schwer, weil sie dem Irrtum aufsitzen, einem signifikant gesteigerten Tötungsrisiko könnten nur solche Arten erliegen, die schon selten sind und auf der Roten Liste stehen. Ein Ansatz, der zwar rechtswidrig, aber in einigen Bundesländern immer noch Praxis ist.

Die Länder-Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten hatte den Mäusebussard auf die Liste der bei Zulassungsverfahren in dieser Weise zu beachtenden Arten setzen wollen, hatte dieses Ansinnen aber auf Druck der Windenergiewirtschaft schließlich aufgegeben. Übrig blieb in den später veröffentlichten Empfehlungen ein verschämter Hinweis, dass es unter Umständen weitere Arten geben könne, die an den Anlagen einem erhöhten Kollisionsrisiko ausgesetzt sein könnten. Für die Feldlerche gilt prinzipiell dasselbe. Explizit erwähnt werden die beiden Arten in den Empfehlungen nicht. Dass dies ein Versäumnis ist, lag schon vor der Veröffentlichung auf der Hand.

Jetzt zeigt eine neue Studie, dass dieses Tötungsrisiko noch größer ist als befürchtet, vermag es doch den häufigsten Greifvogel Deutschlands aufs Ganze gesehen in Bedrängnis zu bringen. In der weltweit bislang größten Untersuchung zu den Kollisionsrisiken von Vögeln an Windenergieanlagen kommen die Wissenschaftler auf Basis von Untersuchungen in Windparks in Norddeutschland zu dem Ergebnis, dass selbst bei Betrachtung des Ausbaustands von Windenergieanlagen von 2014 eine "bestandsgefährdende Entwicklung" für die Art zu befürchten ist.

In der Märzausgabe des ornithologischen Fachjournals "Der Falke" äußert sich der an der Studie beteiligte Bielefelder Professor für Verhaltensforschung, Oliver Krüger, erstmals ausführlich zu den Ergebnissen der noch unveröffentlichten Studie: "Der Mäusebussard taucht in den Betrachtungen zur Windenergie bisher überhaupt nicht auf und auch wir hatten das zunächst nicht auf dem Schirm. Das war für uns die große negative Überraschung unserer Studie", sagte Krüger der Zeitschrift. "Aber aufgrund der ziemlich hohen Fundzahl (während der Untersuchung) auch im Vergleich zum Rotmilan und anderen Arten war die hochgerechnete Schlagrate tatsächlich so, dass wir schon jetzt einen kritischen Istzustand im überwiegenden Teil der untersuchten norddeutschen Population prognostizieren mussten. Wir haben hier eine potenziell bestandsgefährdende Entwicklung", sagte Krüger der Zeitschrift.

Die Studie könnte damit erhebliche Auswirkungen auf den weiteren Ausbau der Windenergie in Deutschland haben. Denn nach dem Bundesnaturschutzgesetz unterliegt der Mäusebussard wie alle Greifvögel und Eulen nicht nur einem strikten Tötungsverbot, das wissentliches Inkaufnehmen des Tötens einschließt, sondern verboten sind auch Schädigungen, die den Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtern. Auf beides gibt es nun beachtliche Hinweise. Wer das Flugverhalten des Mäusebussards näher kennt, dürfte indessen kaum überrascht sein. Der Vogel ist oft kreisend in der Luft unterwegs; er unternimmt ausgedehnte Suchflüge mit Blick auf die Erdoberfläche und ist wenig wendig. Eigenschaften, die ihn als Kollisionsopfer prädestinieren.

Dass die Länder-Arbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten nun ihre Empfehlungen nachjustieren könnte, ist eher nicht zu erwarten. Nach den Auseinandersetzungen zwischen Vogelschutzwarten und Windenergiewirtschaft im Vorfeld der letztes Jahr veröffentlichten Empfehlungen werden die Umweltministerien dieser Arbeitsgemeinschaft die fachwissenschaftliche Freiheit zu einem solchen Schritt kaum zubilligen.

Der Uhu im Osten - Januar 2016

Uhu © Gordana und Ralf Kistowski

2005 war der Uhu Vogel des Jahres. Damals befasste sich in Aschaffenburg eine internationale Tagung mit dem Uhu. Gut zehn Jahre später richtet die Brandenburgische Akademie "Schloss Criewen" den Blick auf die Lage des Uhus insbesondere in den neuen Bundesländern und vielleicht nach Polen. Jedenfalls versprechen die Programmthemen der Tagung, die am 18. März 2016 stattfindet, aktuelle Bestandszahlen, neue Erkenntnisse und spannende Diskussionen. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 563 KB), wenn Sie das Tagungsprogramm lesen möchten. Die Tagung in Kooperation mit der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. wird unterstützt von der AG Eulen. Vielleicht mögen Sie teilnehmen und sich anmelden.

Uhu im Osnabrücker Dom - Januar 2016

An der Krippe im Osnabrücker Dom sind an Tieren nicht nur Ochs` und Esel, die Schafe der Hirten und ein Kamel der Weisen aus dem Morgenland versammelt. An geflügelten Wesen begegnet dort dem Betrachter auch nicht allein der Chor der Engel, sondern auch ein Uhu. Zwar mag er nach Größe und Stil zum zwischen 1919 und 1929 geschaffenen Figurenensemble nicht recht passen. Aber der Sache nach ist der Uhu hier keineswegs fehl am Platz. Zum einen war er vermutlich Teil der Avifauna Betlehems, zum anderen brüteten vor einigen Jahren Uhus im Kreuzgang des Osnabrücker Domes. Die Osnabrücker haben sich mit dem Uhu an der Krippe die Erinnerung daran bewahrt. Früher endete die Weihnachtszeit vierzig Tage nach Weihnachten. Das ist der 2. Februar. Bis dahin dürfte die nicht alltägliche Szene noch zu besichtigen sein.

Im Tal der Ahr - Januar 2016

Der SWR strahlte kürzlich die Sendung aus "Magmafelsen und Winterfeuer. Vom Laacher See ins Tal der Ahr". Darin geht es auch um Lotte und Leo - die beiden Uhus, die im letzten Jahr vor der Webcam der EGE Uhus aufgezogen haben. Die 30minütige Sendung ist in der SWR-Mediathek hinterlegt unter " fahr mal hin - Magmafelsen und Winterfeuer". Der Beitrag mit Lotte, Leo und Stefan Brücher von der EGE finden sie ab Minute 15:36 bis 18:54.

Lotte und Leo beginnen allmählich mit der Balz. Schon deshalb lohnt es sich, die Webseite der EGE zu besuchen und via Webcam zuzusehen, was sich am Brutplatz ereignet. Ob beide wieder brüten werden? Wird Leo aus der letzten Brutzeit gelernt haben? Sind die beiden noch zusammen? Oder tauchen gar neue Uhus auf? Streunt der Fuchs am Brutplatz umher? Die EGE freut sich mit Ihnen auf ein spannendes Uhujahr.

Vom Main an die Rur - Januar 2016

Steinkauz im Schnee © Rosl Rößner

Ein interessanter Wiederfund eines Steinkauzes wurde jetzt bekannt. Das Steinkauzweibchen wurde am 09. Juni 2014 im hessischen Flörsheim in der Nähe von Frankfurt als Nestling beringt und am 29. Mai 2015 - also ein Jahr später - zusammen mit seinen vier Jungvögeln in Nideggen an der Rur im nordrhein-westfälischen Kreis Düren von EGE-Mitarbeiterin Doris Siehoff in einer künstlichen Nisthilfe angetroffen. Die Entfernung zwischen Beringungs- und Wiederfundort beträgt 157 km. Zumeist entfernen sich Steinkäuze nur etwa 50 km vom Geburtsort.

Zweierlei Maß - Januar 2016

An der Nordsee, auch im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, sind jüngst Pottwale gestrandet und verendet. Tragisch. Vielleicht ist es der Unterwasserlärm aus Schiffsverkehr oder Gas- und Erdölförderung, der die Wale eine falsche Abbiegung hat nehmen lassen mit tödlichem Ausgang. Vielleicht ist es aber auch nur ein naturimmanentes Geschehen. Wer weiß das schon so genau. Pottwal-Strandungen sind seit Jahrhunderten in der Nordsee bekannt, als es noch keinen Unterwasserlärm gab.

Das niedersächsische Umweltministerium lobt in einer aktuellen Presseerklärung, in der Öffentlichkeit bestünde "eine große Bewunderung und ein großer Respekt für die Wale". Das ist nicht zu bezweifeln. Ob, wie das Ministerium an derselben Stelle schreibt, "das starke öffentliche Interesse an den Ereignissen der letzten Tage ein außerordentlich erfreuliches Signal für den Natur- und für den Artenschutz" ist, darf indessen bezweifelt werden.

Und was wäre eigentlich, zeigte die Öffentlichkeit ein vergleichbar starkes Interesse an den zigtausenden Fledermäusen und Vögeln, die nicht aus naturimmanenten Gründen, sondern zweifelsfrei gewaltsam an Windenergieanlagen verenden? Wäre das für das Ministerium auch ein "erfreuliches Signal für den Natur- und Artenschutz"?

Das Skelett eines der Wale soll nach einer entsprechenden Aufarbeitung als Anschauungsobjekt im Nationalpark dienen. Tote Fledermäuse und Uhus unter Windenergieanlagen hingegen holt der Fuchs oder sie werden untergepflügt.

EGE-Eulen-Kinderbuch besprochen - Januar 2016

Das im Dezember 2015 erschienene Kinderbuch "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz" wurde nun auch rezensiert. Rezensent ist Dr. Wolfgang Scherzinger, einer der renommiertesten Eulenspezialisten und Mitverfasser des Standard-Eulenbuches von Mebs und Scherzinger "Die Eulen Europas". Wolfgang Scherzinger hat vor Jahren selbst Beiträge zum Eulen- und Naturschutz für Kinder in der Zeitschrift "Nationalpark" veröffentlicht.

Breuer, W. (2015): Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz. Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.; 104 S. Mit rund 30 Aquarellen von B. Pott-Dörfer und zahlreichen Zeichnungen. Erhältlich gegen Spende von 12,50 Euro versandspesenfrei - ausschließlich - über EGE, Breitestrasse 6, D- 53902 Bad Münstereifel.

Den Schwerpunkt dieses liebevoll illustrierten Kinderbuchs bilden sechs Kurzgeschichten von faszinierenden Begegnungen mit jeweils einer Eulenart. In diese persönlich und lebensnah gehaltenen Erlebnisberichte sind fachliche Informationen z. B. über Brutplatzsicherung und Nisthilfen, Gefährdung und Schutzmaßnahmen und Habitatverlust sowie über Konflikte zwischen Jagd, Tourismus, Landnutzung und Artenschutz eingebettet. Wiederkehrende Motive sind Bestandserfassung und Beringung, mit entsprechenden Hinweisen auf die Tätigkeiten der EGE.

Ob Entdeckung eines Schleiereulenvorkommens im Dorf, einer Waldohreulen-Wintergemeinschaft am Friedhof oder die Heranführung an eine Steinkauzbrut im Obstgarten, stets sind die Geschichten in einen ganzheitlichen Kontext gestellt, der die Eule innerhalb einer spezifischen Lebensgemeinschaft zeigt, in enger Abhängigkeit zum menschlichen Handeln.

Angeschlossen sind ein Abriss über die speziellen Eulen-Merkmale sowie illustrierte Steckbriefe zu allen dreizehn europäischen Eulenarten, letztlich eine Kurzvorstellung der EGE.

Das nett gestaltete und inhaltsreiche Buch ist für die Begeisterung junger Eulenfreunde jedenfalls sehr zu empfehlen, und erscheint mir als Lesestoff ab dem Grundschulalter geeignet.

W. Scherzinger

Die wirksamste Weise Fledermäuse zu retten - Januar 2016

Schlagopfer Fledermaus © Justus Maierhofer

Die jährlichen Fledermausverluste an Windenergieanlagen in Deutschland sind mit Berufung auf die Ergebnisse eines vom Bundesumweltministerium mit mehr als einer Million Euro geförderten Forschungsvorhabens erst jüngst auf 250.000 Opfer prognostiziert worden. Die Untersuchung hatte an 84 Anlagen in 42 Windparks in Deutschland durchschnittlich zwölf Schlagopfer, an einzelnen Anlagen bis zu 57 tote Tiere zwischen Juli und September ermittelt. Der Studie zufolge sind dies "für die bundesweite Windenergielandschaft repräsentative Daten".

Mindestens die Hälfte der heute 25.000 Windenergieanlagen sind ohne jede Rücksichtnahme auf Fledermäuse errichtet worden. Dass die Tiere an den Rotoren massenhaft zu Tode kommen könnten, hatten Naturschutz und Windenergiewirtschaft vollkommen verkannt. Bedenkt man, dass Fledermäuse nur ein Junges pro Jahr zur Welt bringen, wird das dramatische Ausmaß der Verluste ansatzweise sichtbar.

Dabei muss es nicht bleiben, denn rückwirkend lassen sich an den bisher ungeregelt betriebenen Anlagen noch Fledermäuse retten. Werden nämlich an Anlagen hohe Verluste festgestellt, können nachträglich artenschutzrechtliche Betriebsbeschränkungen durchgesetzt werden. Dann müssen zumindest zu den Zeiten mit hoher Fledermausaktivität die Anlagen abgeschaltet werden. Der Anlagenbetreiber muss dies entschädigungslos hinnehmen. Dafür ist es aber erforderlich, die Anlagen mit besonders hohen Opferzahlen zu identifizieren. Das gelingt nur mit aufwändigen Schlagopfersuchen. Der Betreiber hat an den Untersuchungen kein Interesse und kann zu ihrer Durchführung nicht gezwungen werden. Was läge für Fledermausschützer näher, als selbst ein solches Monitoring zu organisieren.

Die EGE regt solche Opfersuchen nicht nur an; sie beteiligt sich daran auch finanziell, so im letzten Jahr im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg. Dort zeigen die von der Karl Kaus Stiftung für Tier und Natur, den Kreisgruppen des BUND und des NABU, dem Verein Naturkunde Lüchow e. V. und der Avifaunistischen Arbeitsgemeinschaft Lüchow-Dannenberg veranlassten Untersuchungen Wirkung. Die Anlagen können nicht länger ungeregelt betrieben werden.

Was könnte für die Sache des Fledermausschutzes erreicht werden, würden andere Naturschutzvereinigungen dem Beispiel folgen? Was, wenn Landes- und Bundesverbände von NABU und BUND nur ein Prozent ihres jährlichen Spendenaufkommens für solche Untersuchungen bereitstellten? Zug um Zug könnte der Anlagenbetrieb fledermausfreundlich nachgesteuert werden. Leichter lassen sich Fledermäuse nicht schützen. Mit einem nächtlichen Abschalten sinkt zugleich das Tötungsrisiko für Eulen.

Bitte prüfen Sie, ob die Naturschutzvereinigung, der Sie angehören, nicht auch solche Untersuchungen veranlassen könnte. Wenn nicht, vielleicht mögen Sie selbst die EGE zweckgebunden bei der Finanzierung solcher Untersuchungen unterstützen. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (selbst).

Dankeschön - Januar 2016

Junge Waldohreule © Gordana und Ralf Kistowski

Die EGE sagt allen Personen herzlich Dankeschön, die zu 25 Jahren EGE und 10 Jahren EGE-Website gratuliert und für 2016 gute Wünsche übermittelt haben. Von den Zuschriften möchten wir eine besonders herausheben. Es ist ein Gedicht, das Dorothee Warnecke aus Hannover der EGE gewidmet hat, in dem sie wiederkehrende Herausforderungen des Eulenartenschutzes buchstäblich verdichtet hat:

Happy Birthday EGE

Wir sind nur klein, sagt der Steinkauz
Zu unrentabel, sagt der Bauer
Wir brüten im Steinbruch, sagt der Uhu
Es ist erforderlich, sagt der Winzer
Wir brauchen die Mäuse, sagt die Schleiereule
Uninteressant, sagt der Mastbetrieb
Verkohlt, sagt die Fledermaus
Unabwendbar, sagt das Rotorblatt
Leben in Freiheit, sagt der Waldkauz
Technisch zu aufwendig, sagt die Stromleitung
Biodiversität, mahnt der Experte
Ich werde weinen, flüstert Darwin
Von weichen Federn hörte das Kind...

10 Jahre EGE-Website - Januar 2016

Habichtskauz im Morgenlicht © Gordana und Ralf Kistowski

Das Jahr 2016 beginnt die EGE mit einem kleinen Jubiläum: Seit genau zehn Jahren präsentiert sich die EGE mit einer eigenen Website. Pro Woche gehen bis zu drei Nachrichten online. Im Durchschnitt besuchen monatlich 15.000 Besucher mit mehr als 300.000 Anfragen die Website - Tendenz steigend. Während der Brutzeit der Webcam-Uhus in der Eifel besuchen täglich bisweilen annähernd tausend Personen die EGE-Website. Es sind Besucher aus allen Staaten der Erde, natürlich vor allem Besucher aus dem deutschsprachigen Raum.

Bei der EGE-Website finden Sie Informationen, die Sie andernorts nicht finden. Weniger Erfolgsmeldungen, sondern Kritisches, Politisches, Hintergründiges und bisweilen Abgründiges, Informationen über Machenschaften, Seilschaften und hoffentlich auch Ermutigung, für die Sache des Naturschutzes tätig zu sein.

Übrigens lohnt es sich, in den Nachrichten aus zehn Jahren immer wieder einmal nachzusehen. Das Nachrichtenarchiv ist ein Beleg für die beharrlichen Bemühungen der EGE, ein Stück EGE-Geschichte und eine wahre Fundgrube für alle, denen der Schutz der nächtlichen Jäger am Herzen liegt.

Hinter der EGE und ihrer Website steht das ehrenamtliche Engagement einer kleinen Gruppe von Personen. Während andere Organisationen schon für ihr Erscheinungsbild im Netz viel Geld ausgeben, kommt die EGE hierfür gerade einmal mit einem Taschengeld aus. Spenden sollen dem Inhalt zu Gute kommen, nicht der Verpackung oder der Selbstdarstellung. Geworben wird auf der Website nur für eines: den Schutz der Eulen und die Natur.

Ein besonderer Dank gilt dem Webmaster der EGE, Onno K. Gent, und den Fotografen, die die Website honorarfrei mit Fotos unterstützen - allen voran Gordana und Ralf Kistowski und Rosl Rößner. Dank gilt allen Besuchern der Website für Kritik, Lob, Anregungen und Verbesserungsvorschläge. Mögen der EGE weitere zehn Jahre im weltweiten Netz beschieden sein.

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