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Ältere Nachrichten des aktuellen Jahrgangs

Masten endlich entschärfen! - Oktober 2018

Mäusebussard im Flug © www.as-naturfotografie.de

Für Vögel gefährliche Mittelspannungsmasten: Seit Ende 2012 darf es sie nicht mehr geben. Und es gibt sie doch! Nicht nur in Bayern, wo solche Masten immer noch die Todesursache Nr. 1 für Uhus sind, sondern auch in Nordrhein-Westfalen, wo die Netzbetreiber 2013 die Öffentlichkeit wissen ließen: "Alles fertig!" Die Recherchen der EGE belegen, dass es nicht so ist. Darüber berichtete am 13. Oktober 2018 der Kölner Stadtanzeiger. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 148 KB), wenn Sie den Bericht lesen möchten.

Die EGE hatte dem örtlichen Netzbetreiber im vorliegend dokumentierten Fall 2015 eine Liste unzureichend entschärfter Masten vorgelegt. Trotz Zusagen des Netzbetreibers wurde nur ein Teil der Probleme behoben. Jetzt weiß der Netzbetreiber offenbar nicht, welche Masten er "vergessen" hat und bittet die EGE um einen Ortstermin.

Es ist das zähe, für die EGE an Zeit und Kosten verlustreiche Ringen mit den Netzbetreibern. Die EGE schaut hin und lässt nicht locker, während die Behörden auf Kontrollen verzichten und lediglich darauf vertrauen, dass die Netzbetreiber die Gesetze schon irgendwie ernstnehmen. Zudem trifft die EGE bisweilen auf Naturschutzbehörden, denen die Vorschriften über den Vogelschutz an Mittelspannungsmasten nicht bekannt sind oder deren Verbindlichkeit verkennen. Aus diesem Grund hat die EGE ein juristisches Gutachten in Auftrag gegeben, das sich umfassend mit der Reichweite des § 41 des Bundesnaturschutzgesetzes befasst. Die Ergebnisse dieses Gutachtens werden Ende des Jahres veröffentlicht werden.

Schon in den 1970er Jahre hatte die Aktion zur Wiedereinbürgerung des Uhus (seit 1990 die EGE) die Netzbetreiber zur freiwilligen Entschärfung gefährlicher Mittelspannungsmasten gedrängt. Erst 2002 stoppte der Gesetzgeber die Errichtung gefährlicher Masten und verfügte eine Entschärfung alter Masten. Ende 2012 lief die den Netzbetreibern gewährte Umrüstungsfrist ab. "Nirgends sind die Naturschutzvorschriften so strikt - und die Versäumnisse so massiv", so die EGE in einem bitteren Fazit.

Käuze in Freiheit - Oktober 2018

Kauz vor der Freilassung © Peter Josef Müller

Auch in diesem Jahr kamen geschwächte, kranke, verletzte oder verwaiste junge Steinkäuze aus der Kölner Bucht zu den Müllers von der EGE. Dort wurden sie mit viel Fürsorge und wenn nötig in der Wildvogelpflegestation Kirchwald und in der Bergischen Greifvogelhilfe in Rösrath medizinisch versorgt. In den letzten Tagen haben die Müllers ihre diesjährigen Pflegekäuze und die Jungvögel der Ammenpaare bei ruhigem Herbstwetter in die Freiheit entlassen: 20 stattliche Käuze.

Um die Vögel nicht von jetzt auf gleich einer ihnen unbekannten Welt zu überantworten, wurde jeder einzelne Kauz mit einem Mäusevorrat ausgestattet und zunächst in eine am Einflugloch mit einem Drahtgitterkorb versehene Steinkauzröhre gesetzt. Der Drahtkorb ist gewissermaßen ein "Zimmer mit Aussicht" (siehe Bild). So konnten sich die Käuze in Ruhe ein erstes Bild von der neuen Umgebung machen. Zwei Tage später entfernten die Müllers den Drahtkorb, so dass sich die Käuze mit weniger Stress in die Freiheit aufmachen konnten. Allesamt in obstbaumbestandenes Grünland, das nach menschlichem Ermessen Käuze beherbergen könnte, wo der Kauz aber bisher noch fehlt.

Bis zum Tag ihrer Freilassung hat jeder Kauz der EGE ungefähr 200 Euro gekostet. Das ist auch bei 20 Käuzen nicht die Welt. Rechnet man aber Fahrkosten hinzu, die der EGE für die Betreuung der Steinkauzvorkommen in einem großen Teil der Kölner Bucht entstehen, summieren sich die Kosten rasch auf einen fünfstelligen Betrag. Deshalb freut sich die EGE über jede Spende.

Übrigens: In diesem Jahr kam es im Kreis Euskirchen zu 108 erfolgreichen Steinkauzbruten. Daraus gingen 339 Jungvögel hervor. Sie alle wurden von den Müllers beringt. Das ist die höchste Zahl seit Beginn des EGE-Steinkauzprojektes im Kreis Euskirchen im Jahr 2000. Damals gab es nur noch 35 besiedelte Reviere. Der Steinkauzbestand hat sich im Kreis Euskirchen in 18 Jahren mehr als vervierfacht - ganz gegen den Trend in Nordrhein-Westfalen. Ohne ein vergleichbares Engagement ist der Kauz dort zu oft chancenlos.

Experiment mit ungewissem Ausgang - Oktober 2018

Steinkauz © www.wunderbare-erde.de

Sie fragen sich, wie der Steinkauzbestand in Nordrhein-Westfalen trotz eines strengen Artenschutzrechts dramatisch abnehmen konnte und weiterhin sinken wird? Ein von der EGE untersuchter aktueller Fall beleuchtet die Ursachen:

Eine Stadt möchte Platz schaffen für 80 Einfamilienhäuser auf der buchstäblich "grünen Wiese". Die Stadt räumt ein, dass der Kauz anschließend nicht mehr wird brüten können. Aber, die Stadt und das planende Gutachterbüro haben eine "vorgezogene Ausgleichsmaßnahme" bei der Hand. Der Kauz wird schon umziehen, heißt es. Der Begriff des vorgezogenen Ausgleichs wirkt auch anderenorts als Zauberwort. Die EGE indessen spricht in konkreten Fall von einem Experiment mit ungewissem Ausgang, einer Selbst- und Fremdtäuschung.

Der Vorgang zeigt, welche seltsamen Blüten die Philosophie "vorgezogener Ausgleichsmaßnahmen" mit Berufung auf einen nordrhein-westfälischen Leitfaden über die "Wirksamkeit von Artenschutzmaßnahmen" treibt.

Immer wieder kommt die EGE solchen Vorgängen auf die Spur. Wie wird die Sache ausgehen? Manchmal hat die EGE Erfolg. Hoffen wir, dass die Gemeinde einlenkt oder die zuständige Bezirksregierung Köln die Planung stoppt. Wegen der fortwährenden Intervention der EGE in die Bauleitplanung in Teilen der Kölner Bucht, konnte der Steinkauzrückgang mancherorts immerhin aufgehalten werden. Doch die damit verbundenen Mühen nimmt kaum eine Naturschutzvereinigung auf sich. Zu kompliziert, zu zeitraubend, zu wenig Personal, zu wenig Kenntnisse von den rechtlichen Vorschriften. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 88 KB), wenn Sie die Stellungnahme der EGE an die betreffende Stadt lesen möchten.

Hambacher Forst: Die wahren Gründe für den Rodungsstopp - Oktober 2018

Waldkauz © www.as-naturfotografie.de

Der Anfang Oktober 2018 überraschend verfügte Rodungsstopp für den Hambacher Forst verdankt sich weder dem Pariser Klimaabkommen noch der kleinen Gruppe Waldbesetzer, die jahrelang in Baumhäusern verschanzt der Übermacht von RWE und Staat trotzte. Der Rodungsstopp beruht auch nicht auf medialer Berichterstattung und Bürgerprotesten, sondern einzig auf dem Eilbeschluss des Oberverwaltungsgerichts Münster, weil eine entscheidende Frage immer noch ungeklärt ist: Hätte der Hambacher Forst (bzw. das, was von ihm noch übrig ist) wegen bestimmter Lebensraumtypen und Artenvorkommen unter den strengen Habitatschutz der Europäischen Union gestellt werden müssen? Diese Frage ist Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen zwischen BUND und RWE. Der Ausgang ist offen. Deshalb und weil das Gericht von der energiewirtschaftlichen Alternativlosigkeit der Rodung gegenwärtig nicht überzeugt ist, darf RWE bis auf weiteres keine vollendeten Tatsachen schaffen.

In den letzten 40 Jahren sind 4.000 Hektar des Hambacher Forstes vernichtet worden - im Durchschnitt 100 Hektar Jahr für Jahr ohne größere überregionale Schlagzeilen. Ein Wald mehr als halb so groß wie der Nationalpark Hainich, gewiss weniger unberührt als es ein Nationalpark sein sollte, aber mit einer mehr als tausendjährigen Kontinuität. In Deutschland ist Wald von geringerem Wert zum Naturschutzgebiet oder gar Nationalpark erklärt worden. Die Medien sind bereits vor 40 Jahren den Darstellungen des Konzerns erlegen und haben den Wald zum Forst gemacht. Das suggeriert Naturferne ganz gegen die Realität eines Waldes mit jahrhundertealten Baumgestalten und Waldinseln, in denen noch keine Motorsäge, Fichte oder Douglasie vorgedrungen war.

Ein Erfordernis einer Unterschutzstellung haben alle nordrhein-westfälischen Landesregierungen stets verneint - nicht nur die amtierende christdemokratisch-liberale, sondern auch die vorherigen sozial-grünen Landesregierungen. Der Eilbeschluss der OVG ist insofern nicht nur eine Ohrfeige für die christdemokratisch-liberale Koalition, die als Steigbügelhalter des Konzerns den Wald aus vorgeschobenen Brandschutzgründen hatte räumen lassen, sondern ebenso für die Bündnisgrünen, hatten sie doch in Regierungsverantwortung den ökologischen Wert des Waldes heruntergespielt.

Der Verzicht auf die Rodung des Restwaldes von kümmerlichen 200 Hektar würde die Stromversorgung vermutlich nicht gefährden und müsste auch nicht zu einem vorzeitigen Ende des Tagebaus führen, denn der Wald ist nur ein kleines Areal eines größeren Gebietes, dessen Abbau bis 2040 projektiert ist. Einen früheren Ausstieg aus der Kohleverstromung wird auch die regierungsamtlich eingesetzte Kohlekommission kaum beschließen. Denn die bisher errichteten 30.000 Windenergie- und 10.000 Biogasanlagen, Wasserkraftanlagen und mit Photovoltaikanlagen bedeckten Dach- und Freiflächen vermögen, ganz gegen das gutmeinende Gefühl einer klimaschutzbewegten Gesellschaft, den Strombedarf bis auf weiteres nicht zu decken. Deshalb werden die Deutschen für die Stromversorgung auch künftig Wald roden (vermutlich deutlich mehr Wald als für Hambach auf dem Spiel steht). Beispielsweise für Windenergieanlagen im Wald, wenngleich hoffentlich weniger wertvollen Wald als bei Hambach.

Die Uhus vom Hildesheimer Dom 2018 - Oktober 2018

Junge Domuhus 2018 © Angelika Krueger

Wo die beiden jungen Uhus, die in diesem Sommer im Kreuzgang des Hildesheimer Doms heranwuchsen, stecken, weiß niemand. Vermutlich haben sie das elterliche Revier verlassen, um einen eigenen Platz in der Welt zu finden. Die Altvögel scheinen in Balzstimmung zu sein; sie rufen in der Umgebung des Doms. Der Ornithologische Verein zu Hildesheim e. V. berichtet in seinem Winterprogramm 2018/19 in einem kurzen Beitrag von Joachim Achtzehn, Wilhelm Breuer, Angelika Krueger und Dirk Preuß über den Verlauf der Uhubrutzeit 2018 am Dom. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 412 KB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten. Das gesamte Winterprogramm 2018/19 finden Sie hier.

EGE schreibt an NDR - Oktober 2018

Uhu-Portrait © www.as-naturfotografie.de

Am 25. September 2018 berichtete das NDR Fernsehen in einem 30minütigen Beitrag "Dem Uhu auf der Spur" über eine vom schleswig-holsteinischen Energieministerium finanzierte Telemetriestudie zur Frage "Wie hoch fliegen Uhus?" Das Ergebnis hat Insider nicht überrascht. Die Bestrebungen, den Uhu aus der Liste der "windenergiesensiblen" Arten zu streichen, sind nämlich nicht neu. Der Beitrag mutet nicht nur an wie eine minutiöse Anleitung zum Uhufang, sondern lässt wesentliche Aspekte zum Kollisionsrisiko von Uhus an Windenergieanlagen unberücksichtigt. Qualitätsjournalismus sieht anders aus. Klicken Sie bitte hier, (pdf-Datei, ca. 96 KB) wenn Sie die Stellungnahme des EGE-Vorsitzenden Stefan Brücher an die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt lesen möchten.

Eulen-Rundblick Nr. 68/2018 erschienen - September 2018

Titelseite Eulen-Rundblick 68

Die neue Ausgabe des Eulen-Rundblicks ist da. Der Eulen-Rundblick ist keine Zeitschrift der EGE, sondern die Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz bedrohter Eulen (AG Eulen). Das 132 Seiten umfassende Heft erscheint im 42. Jahr des Bestehens der AG Eulen.

Die Beiträge der EGE in Heft 68 liegen als PDF-Dateien vor. Klicken Sie die Beiträge bitte an, wenn Sie diese lesen möchten. Wir veröffentlichen die Beiträge an dieser Stelle mit freundlicher Zustimmung der Schriftleitung des Eulen-Rundblicks.

Die AG Eulen hat das Heft Dr. Jochen Wiesner gewidmet. Jochen Wiesner war von 2007 bis 2018 Vorsitzender der AG Eulen. Das Heft enthält auch die Beiträge der Tagung der AG Eulen 2017.

Der Eulen-Rundblick erscheint einmal jährlich. Er enthält Originalbeiträge, Fachberichte und Informationen über Biologie und Schutz der Eulen. Das Jahresabonnement kostet 15 Euro einschließlich Porto und Versandkosten. Bestellungen richten Sie bitte an Herrn Klaus Hillerich, Röntgenstr. 7, 64823 Groß-Umstadt,  klaus.hillerich@t-online.de.

Eulenbücher für die ganze Familie - September 2018

Sumpfohreule © www.as-naturfotografie.de

Die Sommerferien sind zu Ende. Ein neues Schuljahr hat begonnen. Die Schulpolitik wird seit Kurzem von einem neuerlichen Thema beherrscht: die Digitalisierung des Klassenzimmers. Hoffen wir, dass darüber die Lesekompetenz an Deutschlands Grundschulen nicht noch mehr ins Hintertreffen gerät.

Die EGE verfügt gewiss nicht über das bildungspolitische Wissen, diese Vorgänge zu kommentieren. Sie hat aber zumindest gleich drei Eulenbücher im Angebot, die sich als Lese- und Vorlesestoff für Grundschüler bestens eignen. Dazu gehört auch das Buch "Wo die Eule schläft. Abenteuer Naturschutz". Der Leiter der Vogelwarte Radolfzell, Dr. Wolfgang Fiedler, hat es in Band 56, Heft 1, 2018 der Zeitschrift "Vogelwarte" rezensiert. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 3,30 MB), wenn Sie seine Buchempfehlung lesen möchten. Alle Bücher zum Bestellen bei der EGE finden Sie hier.

EGE zum Hambacher Forst - September 2018

Hirschkäfer © www.as-naturfotografie.de

Der Hambacher Forst sorgt in diesen Tagen für bundesweite Schlagzeilen. Seit einigen Jahren haben Aktivisten einen kleinen Rest dieses Waldes besetzt, um ihn vor dem Braunkohlenabbau zu schützen. Es geht um 200 ha. Sie sind der beklagenswerte Rest des ehemals 4.200 ha großen Hambacher Forstes, der seit 1978 sukzessive und von der Öffentlichkeit unbemerkt für den Tagebau abgeholzt worden ist. Statistisch 100 ha pro Jahr, 40 Jahre lang.

Die Bezeichnung "Hambacher Forst" wird den tatsächlichen Verhältnissen nicht gerecht. In Wahrheit handelt es sich weniger um einen Forst, sondern um ein naturnahes Waldgebiet, das alle Kriterien für die Meldung eines Natura 2000 Gebietes nach den strengen Kriterien des Naturschutzrechts der Europäischen Union erfüllte. Die Medien haben von dem sich seit Jahrzehnten vollziehenden dramatischen Schicksal dieses Waldes erst Notiz genommen, als Aktivisten dauerhaft auf die Bäume stiegen. Übrigens könnte das Abbauunternehmen auf den Abbau des Restwaldes durchaus verzichten, ohne den Braunkohleabbau einstellen zu müssen oder die Stromversorgung zu gefährden, denn der Restwald ist nur ein kleines Areal eines um ein Vielfaches größeren Abbaufeldes. Sollte es für Deutschland bei 30.000 Windenergieanlagen und 10.000 Biogasanlagen nicht ein Leichtes sein, auf diesen lächerlich kleinen Rest des Waldes zu verzichten? Offenkundig nein.

Wilhelm Breuer von der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen hat das Schicksal dieses Waldes 2011, also lange vor der aktuellen Berichterstattung, in den Blick gerückt - und zwar in der Zeitschrift "Nationalpark". Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 764 KB), wenn Sie seinen eindrucksvollen Essay "Requiem für ein Maiglöckchen" lesen möchten. Breuer ist in Hambach aufgewachsen, hat sich bereits als Schüler gegen den Tagebau engagiert und kam auf diese Weise zum Naturschutz.

Uhu im Fokus - September 2018

Uhu © www.wunderbare-erde.de

Der Uhu zählt zu den an Windenergieanlagen kollisionsgefährdeten Arten. Interessengeleitete Bestrebungen, diesen Sachverhalt in Abrede zu stellen oder zu relativieren, halten an. In diesem Kontext stehen die Darstellungen, Uhus flögen nur in niedrigen Höhen und nicht in Rotorreichweite, die bekanntgewordenen Kollisionen hätten sich ausschließlich an kleineren Anlagen ereignet, die Anlagen heutiger Bauhöhen seien ungefährlich u.a.m.

Nachdem diese Ansätze längst nicht bei allen Naturschutzbehörden, Gutachtern und Verwaltungsgerichten auf die erhoffte Wirkung stoßen, werden andere Überlegungen ins Feld geführt: Uhus seien nicht mehr so selten, im Gegenteil: die Population sei trotz der Zunahme der Windenergieanlagen gewachsen. In vielen Regionen Deutschlands sei es doch um Uhus gut bestellt. Das wird auch für einige andere Arten vorgetragen. Tatsächlich ist die Zahl der in Deutschland lebenden Uhus in den letzten 40 Jahren gestiegen. Hierfür sind insbesondere Wiederansiedlungsprojekte, Fortschritte bei der Entschärfung gefährlicher Strommasten, die Kooperation mit der Rohstoffwirtschaft und der Schutz der Uhus vor illegaler Verfolgung ursächlich.

Das strikte Tötungsverbot des Artenschutzrechts der Europäischen Union, so das Argumentationsmuster, könne doch nicht unterschiedslos für alle Vogelarten gelten, die an Windenergieanlagen einem signifikant erhöhten Tötungsrisiko ausgesetzt sind. Diese Sicht der Dinge zeigt sich etwa im Bundesamt für Naturschutz bezogen auf den Mäusebussard - trotzdem und nachdem wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge allein an den Windenergieanlagen in vier norddeutschen Bundesländern mehr als 8.580 Mäusebussarde - pro Jahr - zu Tode kommen. Immerhin sieben Prozent des dortigen Brutbestandes der Art.

Die Forderung ist nicht neu: Das artenschutzrechtliche Tötungsverbot des § 44 Abs. 1 BNatSchG, das dem Schutz des Individuums gilt, soll für noch häufige oder nicht mehr so seltene Vogelarten fallen - jedenfalls solange die Verluste kein populationsrelevantes Maß erreichen. Wo Arten wie Mäusebussard und Feldlerche per se nicht zu den "planungsrelevanten" (sondern zu den Egal-)Arten gerechnet werden, wird das Artenschutzrecht faktisch bereits auf dieses Niveau abgesenkt.

Liegt darin die Zukunft? Sprechen sich dafür die Autoren der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt finanzierten so genannten "Handlungsfeldanalyse über innovative Ansätze zur umwelt- und sozialverträglichen Windenergieentwicklung" aus? In der Vorstellung der Ergebnisse dieser Analyse in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Naturschutz und Landschaftsplanung (Heft 9: 2018) wird in diesem Zusammenhang der Uhu gleich zweimal erwähnt. Sehr beruhigend ist das nicht.

Neue Ausgabe von "Nationalpark" erschienen - September 2018

Waldkauz © Achim Schumacher

Die neue Ausgabe der Zeitschrift "Nationalpark" ist da. Im 46 Seiten starken Heft 3/2018 finden Sie u.a. Beiträge über 20 Jahre Nationalpark Hainich, Wisente, Wildnis sowie neue Entwicklungen in Nationalparken Mitteleuropas. Zur Ausgabe gelangen Sie hier.

Ebenfalls in dieser 181 Ausgabe der Zeitschrift: ein Kommentar der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (pdf-Datei, ca. 2,29 MB) zum Sponsoring im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes. Werden auch Sie Leser von "Nationalpark"!

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die der Gründer der Zeitschrift, der Journalist Horst Stern, für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Informationen für ein Probeabo finden Sie hier.

Gegründet wurde die Zeitschrift zur Förderung des ersten deutschen Nationalparks, dem 1970 geschaffenen Nationalpark Bayerischer Wald. Das Bayerische Fernsehen strahlte vor wenigen Tagen einen Beitrag über dessen ersten Leiter, Dr. Hans Bibelriether, aus. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Beitrag sehen möchten.

Wer mehr über Bibelriethers Leben für den Nationalpark erfahren möchte, dem sei dessen Buch empfohlen: "Natur Natur sein lassen".

Sommernotizen - September 2018

Badende Kohlmeise © Achim Schumacher

Trockenheit und Hitze des Sommers 2018 sind abgeklungen. Vielleicht kühlen sich nun die Gemüter ab, die die öffentliche Meinung angeheizt haben. Die EGE bezweifelt nicht den anthropogenen Einfluss auf das Klima. Schon mit der fortgesetzten dramatischen Rodungstätigkeit und Urbanisierung verändert der Mensch klimabestimmende Faktoren. Hinzu kommen Immissionen aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe.

Doch zum Thema Klimawandel sind Meldungen selbst deutscher "Qualitätsmedien" bisweilen nicht faktenbasiert, sondern bloß abstrus. Erstes Beispiel: Die diesjährigen Niedrigwasserstände der Elbe. Die Antwort des Vertreters der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, diese seien keinesfalls außergewöhnlich, verschlug dem fragenden Journalisten des NDR hörbar die Sprache. Die Antwort passte nicht in das Meinungsklischee. So erging es - zweitens - wohl auch der klimapolitischen Sprecherin der Bündnis90/Grünen-Bundestagsfraktion, die sich an der niedersächsischen Küste über den als dramatisch empfundenen Meeresspiegelanstieg informierte und dort ungläubig mit der Auskunft der Küstenschutzbehörde konfrontiert war, der Anstieg betrage 26 cm - pro Jahrhundert und dies seit dem Ende der Eiszeit und ohne auffällige Verschärfung. Die mitreisende Presse setzte die 26 cm in die Titelzeile - allerdings weder dort noch im Bericht mit Verweis auf den Bezugszeitraum. Man dachte offenkundig: pro Jahr, weil es doch gar nicht anders sein kann. Ein drittes Beispiel: Die in ARD-Morgenmagazin und Tagesthemen ausgestrahlte Reportage der ARD-Korrespondentin in den USA von der Insel Tangier vor der Ostküste Virginias. Dem Island drohe, so die Gewissheit der Korrespondentin, der Untergang - und zwar des steigenden Meeresspiegels wegen. Tatsächlich verhält es sich so: Die Insel schrumpft seit langem - und zwar einfach nur deswegen, weil sie ohne Deich schutzlos der Dynamik ausgesetzt ist, die für Meeresküsten natürlich ist. Deshalb bauen Friesen seit Jahrhunderten Deiche. Für die ARD aber ist der Klimawandel am Werk und sind Präsident Trump und die ihm zuneigenden evangelikalen Insulaner verantwortlich, die statt der Kohleverstromung abzuschwören für die Rettung ihrer Insel beten. Im Land der Dichter und Denker fehlt es an naturwissenschaftlichem Grundwissen - in den Medien, in der Politik und in der Bevölkerung.

Der heiße Sommer 2018 gilt vielen Deutschen als Beleg für den Klimawandel. Vielleicht ist er das. In diesem Sommer hat die Windenergie wenig Strom erzeugt. Ist auch dies eine Folge des Klimawandels oder doch nur des Wetters? Der Wind ist eine unstete Energiequelle. Im nächsten Jahr ist der Sommer hierzulande vielleicht wieder verregnet wie in den meisten Jahren. Dann ist vermutlich auch das ein Beleg für den Klimawandel. Wie wenig unterdessen Politik und Wirtschaft auf den "Klimakiller" Kohle verzichten, zeigt das Beispiel des Hambacher Forstes in der Kölner Bucht. Offenbar ist Deutschland, dessen Bürger jährlich 30 Milliarden Euro für "grünen" Strom entrichten, nicht in der Lage, den minimalen Rest dieses Waldes vor den Braunkohleabbau zu retten - trotz der 30.000 Windenenergie- und der 10.000 Biogasanlagen, die hier am Netz sind. Bevor die energiepolitische Gesinnung der EGE zum Gegenstand von Mutmaßungen wird: Auch die EGE fordert eine in jeder Hinsicht umweltverträgliche Stromversorgung.

Zuletzt auch das: Der NABU Deutschland kritisiert zu recht den fossilen Antrieb von Kreuzfahrtschiffen und verlangt alternative Antriebe. Woher die Energie kommen soll, bleibt offen. Vielleicht sollte die Schifffahrt wieder Segel setzen. Wenn nicht gerate Flaute herrscht.

Die Uhus vom Hildesheimer Dom kompakt - August 2018

Junger Uhu vom Hildesheimer Dom - © Joachim Achtzehn

Angelika Krueger, bis vor Kurzem Lehrerin am Bischöflichen Gymnasium Josephinum in Hildesheim und seit Langem mit den Hildesheimer Domuhus vertraut, hat auf der Website der Schule einen Bericht über die diesjährige Brutzeit der Uhus am Dom veröffentlicht. Der mit Fotos von Antje Sell und Joachim Achtzehn reichbebilderte Beitrag dokumentiert den Verlauf der Dinge in chronologischer Weise. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den Bericht lesen und die Fotos ansehen möchten.

Die Deutschen sind am Zug - August 2018

Laubfrosch © Achim Schumacher

Die Deutsche Bahn hat der Unpünktlichkeit den Kampf angesagt. Von einem Sieg kann keine Rede sein. Mehr als jeder vierte Fernzug des Unternehmens ist im Juli zu spät gekommen. Die Quote pünktlicher ICE und IC sackte auf 72,1 Prozent ab. Das ist der niedrigste Monatswert in diesem Jahr. Dabei wertet die Bahn jeden Zug als pünktlich, der weniger als sechs Minuten nach der Fahrplanzeit in den Bahnhof einfährt. Auf etwa jeden achten Fernzug mussten die Fahrgäste im Juli sogar mindestens eine Viertelstunde warten. Als die Bahn noch ein Staatsunternehmen und Servicepoint ein Fremdwort war, schrieb sie rote Zahlen und war einigermaßen zuverlässig. Das Defizit zahlte der Steuerzahler; jetzt zahlt der Fahrgast entnervt und bisweilen gestrandet für das Missmanagement der Bahn, die schwarze Zahlen einfährt.

Früher war nicht alles besser. Aber der damalige Slogan der Bahn "Alle reden vom Wetter. Wir nicht" hatte eine gewisse Berechtigung. Heute erklärt die Bahn Zugausfälle und Verspätungen im Sommer mit Hitze und im Winter mit Kälte und ganzjährig mit dem Klimawandel. Die Zunahme von Starkwindereignissen sollte auch als Begründung herhalten, warum die DB an vielen Strecken Wald und selbst einzelne Bäume nicht mehr dulden will - und zwar auf Baumlänge. Tatsächlich erwarten manche Klimaforscher eine Zunahme von Starkwindereignissen, belegt ist sie indessen nicht. Kritiker der Bahn halten ihr vor, die Streckenunterhaltung über Jahrzehnte aus Kostengründen zurückgefahren zu haben. Deshalb seien an den Strecken der Bahn die falschen Bäume aufgewachsen und Baumstürze auf Oberleitungen und Gleisen bahngemacht.

Natürlich ist Bahnfahren umweltschonender als Autofahren. Aber, ein Kahlschlag an Bahnstrecken ist nicht zu rechtfertigen. Jedenfalls nicht mit dem Klimawandel. Mit derselben Begründung wäre kein Alleebaum mehr vor der Motorsäge sicher. Auch in anderer Hinsicht ist die Bahn nicht so umweltfreundlich wie sie sich selbst präsentiert. Denn während andere Betreiber von Mittelspannungsmasten diese bereits vor Jahren vogelfreundlich umrüsten mussten, darf die Bahn dank der Nachsicht des Gesetzgebers ihre alten Bahnstrommasten so vogelgefährlich belassen wie sie sind.

Die Deutsche Bahn steht stellvertretend für das Unternehmen Deutschland. Die Deutschen wollen der Welt erklären, wie es geht: die Rettung des Weltklimas, der Ausstieg aus Atomenergie und Kohle, der Ausbau der Stromnetze, die Energiewende, die Agrarwende, die Überwindung des Elends in der Welt und, wenn dann noch Zeit ist, vielleicht auch die Rettung der Biodiversität. Doch die Deutschen scheitern schon an der Pünktlichkeit ihrer Bahn.

Wussten Sie schon, dass... - August 2018

Steinkauz © Achim Schumacher

...in acht Kreisen der Kölner Bucht der Steinkauzbestand von einem niedrigen Niveau im Jahr 2003 bis 2016 von 763 auf 481 Brutpaare gesunken ist? Das ist ein Rückgang um 40 Prozent in nur 13 Jahren; er geht großenteils auf das Konto der von den Städten und Gemeinden in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen beschlossenen Siedlungsentwicklung. In acht von 13 Jahren vollzog sich der dramatische Rückgang in der Naturschutzverantwortung bündnisgrüner nordrhein-westfälischer Umweltminister.

Aber es gibt auch einen gegenläufigen Trend. Jedenfalls dort, wo die Mitarbeiter der EGE Steinkauzlebensräume vor der Ausweisung von Baugebieten verteidigen: im Kreis Euskirchen und im Kreis Düren. Im Kreis Euskirchen gab es im Jahr 2007 Steinkäuze nur noch an 61, heute - 10 Jahre später - aber an 135 Orten! Das ist mehr als eine Verdoppelung! Im Kreis Euskirchen stieg in diesem Zeitraum die Zahl der erfolgreichen Bruten von 33 auf 95, also auf fast das Dreifache und die Zahl der geschlüpften Jungvögel von 119 auf 291! Ähnlich ermutigende Zahlen gibt es für den Kreis Düren. Dort registrierte die EGE 2007 nur 26 erfolgreiche Bruten, im Jahr 2017 jedoch 87!

Die positive Bestandsentwicklung ist den EGE-Mitarbeitern nicht in den Schoß gefallen. Sie ist nicht zuletzt das Ergebnis zähen Ringens mit den Bauabsichten der Gemeinden, der Bereitstellung der ehrenamtlich erhobenen Daten über Steinkauzvorkommen und der oft mühsamen Auseinandersetzung mit Gutachterbüros, die um das Wohlwollen ihrer Auftraggeber bemüht die Auswirkungen neuer Baugebiete auf Natur und Landschaft bisweilen verharmlosen und dabei Steinkauzvorkommen geflissentlich übersehen. Dass die EGE diese Auseinandersetzung zu führen und durchzuhalten vermag , ermöglichen auch die Personen, die die EGE kontinuierlich mit einer Spende unterstützen. Bitte überlegen auch Sie, ob Sie die Arbeit der EGE mit einer regelmäßigen Spende selbstgewählter Höhe fördern können. Die EGE verspricht Ihnen nicht, die Welt, nicht einmal das Klima zu retten, wohl aber sich dafür einzusetzen, dass die Vorschriften des Naturschutzrechts eingehalten werden. Naturschutz ist eben - leider - auch eine Frage finanzieller Ressourcen.

Natürlich sind auch die Erfolge der EGE gerade im Kräftemessen mit der Kommunalpolitik begrenzt. Die EGE zeigt aber, dass auf diesem Gebiet weitaus mehr erreicht werden kann, wenn man Zeit und Kosten investiert, unbequem ist und die Auseinandersetzung nicht scheut. Ein aktuelles Beispiel sind die Bauabsichten der nordrhein-westfälischen Gemeinde Titz. Seit Jahren wendet sich die EGE gegen diese Planung, die in eine neue Runde zu gehen scheint. Betroffen sind Steinkauz und Schleiereule und viele Arten mehr. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 88 KB), wenn Sie das Schreiben der EGE an die Gemeinde lesen möchten.

Die Hildesheimer Domuhus - August 2018

Die jungen Uhus vom Dom Juli 2018 © Joachim Achtzehn

Die Anfang April über dem Kreuzgang des Hildesheimer Doms geschlüpften beiden Uhus halten sich tagsüber zumeist immer noch im Kreuzgang des Domes auf. Trotz der Hitze sitzen sie dösend in oder vor der Gaube, in der sie um Ostern herum zur Welt kamen. Nachts sind sie auf den Dächern und in der näheren Umgebung des Domes zu sehen.

Vor einigen Tagen gab es allerdings Grund zur Sorge: Zwei Tage lang war nur einer der beiden jungen Uhus zu beobachten. Zur selben Zeit entdeckte der Umweltbeauftragte des Bistums, Dr. Dirk Preuß, an der Glasfassade des Dommuseums zwei Abdrücke großer Vögel. Sollten es die Abdrücke der Domuhus sein? Nun, tote oder verletzte Uhus wurden nicht gefunden. Glücklicherweise saßen zwei Tage später beide Uhus wieder im Kreuzgang.

In den Vorjahren hatten die Uhus bald nach dem Flüggewerden den Dom verlassen und sich mit den Eltern im naturnäheren Umfeld hinter dem Dom niedergelassen. Dort wird aber seit einigen Wochen gebaut. Vielleicht hält sich die Uhufamilie dieser Bauarbeiten wegen länger am Dom auf, vermutet Angelika Krueger. Die Besucher des Kreuzganges sind längst kein Problem mehr für die schon erwachsenwirkenden Uhus. Bei der Hitze wissen sie auch die Wasserstelle zu schätzen, die Angelika Krueger und Joachim Achtzehn eigens für die Uhus eingerichtet haben. Beide, Angelika Krueger und Joachim Achtzehn, schauen seit Mitte Mai mehrmals täglich nach den Uhus. Mitte Mai waren die Uhus als Infanteristen im umbauten Geviert des Kreuzganges gelandet. Einigermaßen fliegen konnten sie ab Mitte Juni.

Am 15. August, das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, ist das Patronatsfest des Hildesheimer Domes. Vielleicht bleiben die Uhus bis dahin am Dom oder gar noch eine Weile länger. Dabei wirken die Uhus vom katholischen Mariendom durchaus Ökumene fördernd. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers wirbt auf ihrer Facebook-Seite für das Buch "Die Uhus vom Dom. Eine Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte".

EGE erinnert an Prof. Dr. Wolfgang Erz - August 2018

Steinbock © www.wunderbare-erde.de

Die EGE erinnert an Prof. Dr. Wolfgang Erz, der im August 1998 bei der Rückkehr von einer Dienstreise im Alter von 61 Jahren verstorben ist. Wolfgang Erz kam über die Vogelkunde zum Naturschutz, wurde 1970 Vertreter des Beauftragten der Bundesregierung für Naturschutz (Prof. Dr. Bernhard Grzimek), war zuletzt Fachbereichsleiter im Bundesamt für Naturschutz, über Jahrzehnte als geschäftsführendes Vorstandsmitglied die maßgebliche Gestalt im Bundesverband beruflicher Naturschutz (BBN) und ein provokativer und produktiver, analytisch und strategisch denkender Verfechter des Naturschutzes. Erz ging es um die Professionalisierung des Naturschutzes. Erz prägte über drei Jahrzehnte die Deutschen Naturschutztage, zeigte auf über Jahre immer wieder aufgegriffenen Feldern Fortschritte und verbliebene Defizite auf, sorgte für Selbstvergewisserung und Selbstwertgefühl des Naturschutzes. Erz war, nicht nur gemessen am aktuellen Personaltableau deutscher Naturschutzbehörden und -vereinigungen, eine Ausnahme-Persönlichkeit.

Auch 20 Jahre nach seinem Tod ist sein Platz im wissenschaftlichen und politischen Naturschutz leer geblieben. Erz war so wie er es von einem Menschen im Naturschutz erwartete: "Er soll nicht maulen, sondern den Mund auftun. Darf sich nicht vor Mehrheiten fürchten. Weiß, dass Positionen gegen den Naturschutz politische Dummheiten sind. Dass schon ein Koch den Brei verderben kann. Dass die Schafe in der eigenen Herde schlimmer sein können als die Wölfe draußen. Sollte eher gefährlich als ängstlich und darf nicht normal, sondern muss überdurchschnittlich sein." Dass Erz in Ämtern und Vereinigungen des Naturschutzes nicht stärker vermisst wird, ist Ausdruck und Teil der Krise des Naturschutzes.

Ausgewildert und eingebürgert - August 2018

Uhu © Achim Schumacher

1985, vor 33 Jahren, berichtete die ARD über die Wiederansiedlung ausgerotteter Tierarten, u. a. des Uhus - mit für heutige Verhältnisse ungewöhnlich langen Kameraeinstellungen und ausführlichen Erklärungen. Der Titel des Beitrages lautete "Ausgewildert - eingebürgert". Extreme Wetterereignisse, die zu allen Zeiten auftreten, galten damals noch nicht als Beweis für den Klimawandel, sondern nur als Unwetter. Das Insektensterben war zwar schon im Gange, aber von den Medien unbeachtet. An die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland war nicht zu denken. Jetzt, am 28. Juli 2018, wurde der Beitrag von damals noch einmal ausgestrahlt, und zwar bei ARD-alpha in der Reihe "alpha-retro".

Die 60minütige Dokumentation bescherte dem Zuschauer ein Wiedersehen mit dem unvergessenen, damals 35jährigen Wilhelm Bergerhausen, der seit Mitte der 1970er Jahre die Uhuwiederansiedlung in Westdeutschland koordinierte. Gegenstand der Sendung waren auch die Bemühungen des heute 78jährigen Albrecht Jacobs im Weserbergland, die für Uhus und andere Vogelarten gefährlichen Mittelspannungsmasten zu entschärfen - ein damals beispielloses und noch freiwilliges Unterfangen. Erst 2002 wurde die Entschärfung gesetzlich obligatorisch. Im Beitrag ebenfalls zu sehen: Dr. Karl Radler von der Universität Göttingen, der sich mit dem genetischen Code der Stammeltern ausgewilderter Uhus befasste, der mit Uhus vertraute Tierarzt Dr. Martin Böttcher sowie die Zivildienstleistenden der damaligen "Aktion zur Wiederansiedlung des Uhus" (AzWU). Aus dieser Aktion schuf Bergerhausen 1990 nach der erfolgreichen Wiederansiedlung des Uhus die heutige "Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V." (EGE). Die vor mehr als 30 Jahren im Uhuschutz Aktiven vor der Kamera sind bis heute im Eulenschutz tätig - bis auf Wilhelm Bergerhausen, der im Jahr 2006 im Alter von 56 Jahren plötzlich verstarb. Die Sendung ist (noch) nicht in der Mediathek verfügbar.

Nach Intervention der EGE: Kauz soll berücksichtigt werden - Juli 2018

Die letzte Nachricht "Untergehen ganz ohne Klimawandel" (s.u.) hat verschiedene Reaktionen ausgelöst. Dorothee Warnecke aus Hannover veranlasste die Nachricht zu dem nachstehenden Gedicht. Das mit der Planung befasste Gutachterbüro bedankte sich bei der EGE für die Hinweise auf das übersehene Steinkauzvorkommen und forderte zugleich die entsprechenden Informationen an, die zu einer Neubewertung der Planung und ihrer Auswirkungen führen sollten. Insofern besteht Hoffnung, dass die Planung korrigiert wird.

Du neues Baugebiet
bist so willkommen
als Fortpflanzungs- und Ruhestätte
der Schöpfung Krone

In heimlicher Begehung
wenn kein Bewohnerlein
der Schöpfung Werk in Sicht
wird Ungefahr notiert
mit Hoffnung auf den Nebel

Geräuschlos geht der Weg
auf dem Papier entlang
wenn Bagger musizieren
und Federohren-Tränen
in stummen Tropfen fallen

Wie köstlich schläft es sich
im neuen Heim
umgeben von Natur
dem Lärm entrückt
und Ruhe lautlos lügt

Schon bald die Fenster
offen grinsen
weil kein Insekt
um Einlass fliegt

Dorothee Warnecke

Untergehen ganz ohne Klimawandel - Juli 2018

Waldohreule © Achim Schumacher

Eine Stadt plant ein neues Baugebiet. Ohne Ausgleich. Der im letzten Jahr in sozialdemokratischer Ressortverantwortung für Städtebau und Naturschutz in das Baugesetzbuch eingefügte § 13 b macht´s möglich. Allerdings muss die Planung die artenschutzrechtlichen Verbote des § 44 des Bundenaturschutzgesetzes beachten. Diese Verbote beruhen nämlich auf dem Gemeinschaftsrecht der Europäischen Union, das Deutschland nicht einfach ignorieren darf. Des Gemeinschaftsrechts wegen muss die planende Stadt untersuchen (lassen), inwieweit das Baugebiet Fortpflanzungs- und Ruhestätten von Steinkauz, Schleiereule und Waldohreule (und anderer europäischer Vogelarten) schädigen oder zerstören könnte. Das erfordert eine Kartierung der Vorkommen dieser Arten, wenn es Anhaltspunkte für das Vorkommen dieser Arten gibt.

Doch die Praxis der Stadt und des von ihr beauftragten Gutachterbüros ist offenkundig eine andere. Ganze viermal hat der Gutachter kartiert - am wenigsten zu den Zeiten, in denen Eulen nachweisbar sind, auf die Ergebnisse dieser leichtfertigen Sachverhaltsermittlung gestützt dann aber die Auswirkungen des geplanten Baugebietes abgeschätzt - mit welchem Ergebnis lässt sich denken. Business as usual. Zugegeben: Der Fall ist weder spektakulär noch außergewöhnlich. Er ereignet sich tausendfach in Deutschland und steht für die alltägliche Marginalisierung des Lebendigen und des Artenschutzrechts.

Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 96,0 KB), wenn Sie die Stellungnahme der EGE zu diesem Fall von Gutachtertätigkeit lesen möchten. Der Fall ist für das Zusammenspiel kommunaler Politik und bezahlter Gutachterleistungen symptomatisch. Die Ursachen für den Niedergang der Biodiversität sind nicht global-abstrakt, sondern lokal-banal. Was soll man diesem satten Land, das sich in billiger Weltrettungsrhetorik gefällt und fortwährend grad das Gegenteil treibt, wünschen? Einen Funken Anstand.

Steinkauz: ein vorläufiger Bericht aus dem Kreis Euskirchen - Juli 2018

Junger Steinkauz © Sonia Weinberger

Die Müllers von der EGE haben in diesem Jahr 382 junge Steinkäuze beringt. Die meisten davon im Kreis Euskirchen. 14 Jungvögel mussten die Müllers in Pflege nehmen. Vier späte Bruten müssen noch kontrolliert werden. "Die Nahrungssituation und somit die Kondition der Jungkäuze war in diesem Jahr außerordentlich schlecht", sagt Peter Josef Müller. "Zu befürchten steht, dass ein großer Teil der Jungvögel inzwischen bereits verhungert ist. Nur ausnahmsweise war es den Steinkauzeltern gelungen, auf Vorrat zu jagen."

Eigentlich hätte man nach dem Zusammenbruch der Feldmauspopulation vor zwei Jahren in diesem Jahr wieder mit einem zyklisch bedingten Anstieg der Nager rechnen können. Stattdessen war es nun das dritte Mangeljahr in Folge. Vielleicht ist das eine Folge der vielen Starkregenereignisse im zeitigen Frühjahr oder doch ein weiterer Beleg für den Niedergang der biologischen Vielfalt auf dem Lande.

Wegen des Mäusemangels litten auch die anderen Beutegreifer, die vor allem von der Maus leben. Deswegen machten Marder und Habichte wohl umso mehr Jagd auf Käuze. So fanden die Müllers die Reste eines vom Marder gerissenen jungen Kauzes in einer Röhre. Die beiden Kauzgeschwister waren schon flügge und sind hoffentlich mit dem Leben davongekommen. Bei einer anderen Röhre lag die Rupfung eines Altvogels. Vermutlich hat es auch den Brutpartner erwischt, denn die drei Jungvögel saßen - mehr tot als lebendig - auf Futter wartend vor der Röhre. Zwei der Jungvögel konnten die Müllers retten; der dritte hat es nicht geschafft.

In einer Röhre, die als mardersicher galt, hatte sich ein Marder mit Moos und Gras häuslich eingerichtet. Darin lagen ein Brotende, zwei Meisenknödel, Marderkot und ein totes, im letzten Jahr an einem 20 km entfernten Ort beringtes Steinkauzweibchen.

Schulklasse übernimmt Patenschaft für einen Uhu - Juli 2018

Die Klasse 5 b des Josephinums in Hildesheim © Angelika Krueger

Am Josephinum, dem traditionsreichen Gymnasium am Hildesheimer Dom, kam in der Klasse 5 b die Idee auf, die Patenschaft für einen der diesjährigen Dom-Uhus zu übernehmen. Doch daraus wurde schon deswegen nichts, weil die Uhus nicht beringt wurden, der Ring aber so etwas wie ein Personalausweis für Uhus ist. Auf eine Beringung wurde verzichtet, weil die Gefahr bestand, dass sich die Eulen bei ihren ersten Flugübungen mit ihrem Ring in den Taubenabwehrnetzen, die im oberen Kreuzgang angebracht sind, verhaken und gefährden könnten. Zudem lernten die jungen Dom-Uhus so rasch das Fliegen, dass sie schon bald gar nicht mehr zu fassen waren. Aus diesem Grund verabredete die Klasse 5 b die Übernahme einer Uhu-Patenschaft für einen anderen Uhu. Dieser ist am 10. März 2018 in der Eifel geschlüpft und am 06. April 2018 von Stefan Brücher beringt worden. Der Ring der Vogelwarte Helgoland trägt die Nummer A5567.

Natürlich durften die Schülerinnen und Schüler der 5 b ihrem Paten-Uhu einen Namen geben. Nach langer, lebhafter Diskussion einigten sich die Kinder auf den Namen "Hugo". Die Patenschafts-Urkunde stellte die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. aus. Die mit der Patenschaft verbundene Geldspende in Höhe von 100 Euro kommt dem Schutz der Uhus zugute. Für die Klasse gab es zur Patenschaft das Buch "Die Uhus vom Dom. Eine Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte". Nun hofft die inzwischen in die Schulferien entlassene Klasse 5 b, dass es Hugo gut geht und er gesund aufwachsen und später eine Uhu-Familie gründen wird. Das Josephinum blickt übrigens wie der Dom auf eine 1.200jährige Geschichte zurück. Das Josephinum ist somit noch älter als Hogwarts, das als Zauberschule aus den Harry-Potter-Büchern bekannt ist. Das im oekom Verlag erschienene Buch "Die Uhus vom Dom. Eine Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte" kann zwar kaum auf eine so große Auflage wie die Harry-Potter-Bücher hoffen, hätte sie aber - so die ersten Leserstimmen einhellig - verdient (zumal bei jedem bei der EGE bestellten Buch 5 Euro bei der EGE verbleiben, die damit Eulen schützt).

Diakonie an der Schöpfung - Juni 2018

Domuhus © Joachim Achtzehn

Das Jahr geht in die zweite Hälfte und die Brutzeit der Uhus neigt sich dem Ende zu. Die jungen Uhus am Hildesheimer Dom führen sich auf wie Flegel: Morgens zeugen im Kreuzgang des Domes umgestoßene Grablaternen, verschmutzte Grabkreuze, zerrupftes Blattwerk und die Federn zerlegter Tauben vom nächtlichen Treiben der Halbstarken (im Bild). Das Bistum Hildesheim nimmt es gelassen und sieht´s den Uhus nach.

Das Dommuseum wirbt für die Akzeptanz der gefiederten Nachbarn mit Mousepad, Uhu-Puzzle, Magnetpins mit Uhumotiv für den Kühlschrank und seit Neuestem mit dem Buch "Die Uhus vom Dom. Eine Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte". In Hildesheim sind die Uhus ähnlich populär wie der 1.000jährige Rosenstock. Am Dom treffen sich Anliegen der Kirche und des Naturschutzes, denn Naturschutz ist Diakonie an der Schöpfung.

Neue Ausgabe von "Nationalpark" erschienen - Juni 2018

Wanderfalke © www.wunderbare-erde.de

Die neue Ausgabe der Zeitschrift "Nationalpark" ist da. Im 46 Seiten starken Heft 2/2018 finden Sie u.a. die Titelgeschichte von EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer "Mehr Natur wagen". Diese Überschrift hätte der Anspruch einer neuen Bundesregierung sein können. Stattdessen arbeitet die Große Koalition an einer Baulandoffensive , die neue Kollateralschäden für Natur und Landschaft befürchten lässt. Der Beitrag macht die Hintergründe und Mechanismen sichtbar, weshalb sich Bauabsichten so oft und hemmungslos zu Lasten des Naturschutzes durchsetzen. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 748 KB), wenn Sie den Beitrag lesen möchten.

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes. Werden auch Sie Leser von "Nationalpark"!

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die der Gründer der Zeitschrift, der Journalist Horst Stern, für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Informationen für ein Probeabo finden Sie hier: Probeabo Nationalpark

Domuhus machen Fortschritte - Juni 2018

Die beiden jungen Domuhus © Joachim Achtzehn

Die Infanteristenphase der beiden um Ostern im Kreuzgang des Hildesheimer Domes geschlüpften Uhus ist bisher weitgehend problemlos verlaufen. Die zahlreichen Besucher des Kreuzganges verhalten sich überwiegend rücksichtsvoll. Dazu trägt auch das Team von Personen bei, das die jungen Uhus seit ihrer Landung im Kreuzgang im Blick hat. Die EGE sagt allen diesen Personen, insbesondere Angelika Krueger und Joachim Achtzehn, und nicht zuletzt den Domverantwortlichen herzlichen Dank. Inzwischen sind die beiden Jungvögel so erfahren, dass sie den Tag nicht mehr versteckt im Aufwuchs des Kreuzganges, sondern - wie im Bild - schon in der Höhe der Fenster der Domapsis verbringen. Das ist unmittelbar beim 1.000jährigen Rosenstock, der Teil des Gründungsmythos des Hildesheimer Domes ist. Nachts werden die jungen Uhus nach wie vor im Kreuzgang mit Nahrung versorgt. Davon zeugen morgens die Nahrungsreste. Sie zeigen auch, dass die Versorgungslage ausgesprochen gut ist.

Die Geschichte der Uhus am Hildesheimer Dom erzählt Wilhelm Breuer in dem Buch "Die Uhus vom Dom". Es erscheint Anfang Juli 2018 im oekom verlag. Die EGE weist gerne auf die Möglichkeit hin, dieses Buch bei der EGE zu bestellen. Nur in diesem Fall kommen vom Verkaufspreis 5 Euro den satzungsgemäßen Aufgaben der EGE zugute. Sehen Sie dazu bitte die nachstehende Nachricht.

Neues Kinderbuch über Uhus - Juni 2018

Buchcover © oekom verlag München

Freuen Sie sich auf ein neues Eulenbuch für die ganze Familie. Es erscheint am 05. Juli 2018 im oekom verlag München. Der Titel lautet: "Die Uhus vom Dom. Eine Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte" (ISBN-13: 978-3-96238-078-6). Es handelt von der wechselvollen Geschichte der Uhus an einem Dom im Laufe der Jahrhunderte. Es ist ein liebevoll illustriertes Lese-, Naturkunde- und Geschichtsbuch - spannend und anrührend zugleich. Das Buch (16,0 x 23,5 cm) von Wilhelm Breuer umfasst 128 Seiten, mehr als 50 Aquarellzeichnungen von Bärbel Pott-Dörfer und Gedichte von Herbert Zucchi. Der Preis: 17 Euro.

Natürlich können Sie das Buch beim Verlag oder im Buchhandel beziehen. Die EGE würde sich aber freuen, wenn Sie das Buch bei der EGE bestellen. Denn dann verbleiben vom Ladenpreis 5 Euro bei der EGE für die satzungsgemäßen Aufgaben des Vereins. Bitte bestellen Sie schon heute (telefonisch oder per E-Mail). Die EGE sendet Ihnen das Buch nach Erscheinen gegen Rechnung umgehend zu. Die Versandkosten trägt die EGE. Inhaltsverzeichnis, Vorwort und eine Leseprobe finden Sie hier.

Naturschutz für den Kauz, nicht für die Katz` - Mai 2018

Steinkauz © Achim Schumacher

Im Kreis Euskirchen bei Bonn erwarten die Müllers mit Spannung den Verlauf der diesjährigen Steinkauz-Saison. 140 Revierpaare haben die Müllers heuer registriert. Diese erfreulich und ungewöhnlich hohe Zahl ist dem Engagement der Müllers zu verdanken. Seit dem Jahr 2000 haben sie den Bestand von ungefähr 35 Paaren auf das heutige Niveau geführt. In diesem Zeittraum stieg also die Zahl der besetzten Reviere auf das Vierfache und die Zahl der jährlich geschlüpften Jungvögel auf fast 300!

Erreicht haben die Müllers von der EGE dies ganz gegen den Trend in großen Teilen der übrigen Kölner Bucht. Dort bewohnt der Steinkauz das mit alten Obstbäumen bestandene Grünland. In acht Kreisen dieser Region ist der Bestand von einem niedrigen Niveau im Jahr 2003 bis 2016 von 763 auf 481 Brutpaare gesunken. Das ist ein Rückgang um 40 Prozent in nur 13 Jahren; er geht großenteils auf das Konto der von den Städten und Gemeinden in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen beschlossenen Siedlungsentwicklung. Dank des Einsatzes der Müllers konnte dieser Rückgang im Kreis Euskirchen nicht nur gestoppt, sondern der Trend deutlich umgekehrt werden. Ähnliches gilt für den Nachbarkreis Düren. Dort wirkt Doris Siehoff von der EGE für den Steinkauz ähnlich segensreich wie die Müllers. Im Kreis Düren registrierte die EGE 2007 nur 26 erfolgreiche Bruten, im Jahr 2017 jedoch 87! Diese Zahlen zeigen, was mit beharrlichem Einsatz doch noch für den Steinkauz erreicht werden kann.

Der Blick der Müllers auf die diesjährige Brutsaison ist gleichwohl nicht ohne Sorge. Der Mäusebestand ist nicht hoch. Dafür aber steht das Gras hoch auf den Wiesen und Weiden. Der Kauz aber braucht für eine erfolgreiche Jagd auf Kleinsäuger kurzrasiges, also gemähtes oder beweidetes Grünland. Vor dem dramatischen Verfall der Artenvielfalt im ländlichen Raum spielten große Insekten für den Steinkauz als Nahrung eine wichtige Rolle: Nachtfalter, Grillen und Heuschrecken. Diese Zeit ist vorbei. Die großen Insekten sind dem chemischen Overkill in der Landwirtschaft bereits vor Jahren zum Opfer gefallen, lange bevor die Medien das Insektensterben und die im Sommer saubere Windschutzscheibe des Autos als Indiz für das große Sterben entdeckt haben.

Uhus im Kreuzgang am Hildesheimer Dom - Mai 2018

Junger Uhu © Antje Sell

Die nach Ostern in der Höhe über dem Kreuzgang des Hildesheimer Domes geschlüpften jungen Uhus haben das Innere des Kreuzganges erreicht. Beide Jungvögel werden dort nachts von den Altvögeln mit Nahrung versorgt. Das Bistum Hildesheim appelliert an die Besucher, in der Vegetation des Kreuzganges nicht nach den Jungvögeln zu suchen, sie nicht zu bedrängen und die Würde des Ortes zu wahren. Der Kreuzgang ist nämlich nicht nur ein Uhukindergarten, sondern auch Friedhof. Die EGE schließt sich dieser Bitte an. Das Foto zeigt einen der beiden jungen Uhus auf dem Dach, bevor er als Infanterist im Kreuzgang gelandet ist.

Uhus um Brutplätze nicht verlegen - Mai 2018

Uhubrutplatz in einer Ruine © Stefan Brücher

In Stendal in Sachsen-Anhalt brüten Uhus in diesem Frühjahr in einem Weißstorchennest. Die Uhus haben das Nest bezogen, bevor die Störche aus dem Winterquartier eintrafen. Den verdrängten Störchen haben die Vogelschützer kurzerhand in der Nachbarschaft einen neuen Neststandort verschafft. Die ungewöhnliche Brutplatzwahl der Uhus ist eher nicht die Sensation, sondern der Umstand, dass der Uhu nach langer Zeit wieder in Stendal in der Altmark brütet, wo er verschwunden war. Wie variabel Uhus bei der Brutplatzwahl sind, weiß man seit langem. Stefan Brücher trifft auf brütende Uhus an den verschiedensten Orten - beispielsweise auf baumbrütende Uhus, auf Uhunester in Ruinen (im Bild) und technischen Anlagen, wie drei beigefügte Fotos belegen. Ein roter Pfeil markiert den Brutplatz.

Vor der erfolgreichen Wiederansiedlung des Uhus in Deutschland ab Mitte der 1970er Jahre dachte man, Uhus seien auf abseitsgelegene, unzugängliche Gegenden beschränkt. Tatsächlich war der Rückzug der Uhus in solche Gebiete nur das Ergebnis der massiven Verfolgung, der Uhus wie andere große Beutegreifer über Jahrhunderte ausgesetzt waren.

Uhu, Falter, Straße und der NDR - Mai 2018

Uhupaar © www.wunderbare-erde.de

Der Schutz der Nashörner in Afrika, der Eisbären in der Arktis und der Wale in den Weltmeeren. Mit diesen Anliegen machen sich die Medien gern gemein. Ein Teil derselben Medien hat sich hingegen offenbar die Verbreitung von Meldungen zum Ziel gesetzt, welche den Schutz einheimischer Arten der Verachtung und Lächerlichkeit preisgeben. Diese Form von Berichterstattung kennt zahllose Beispiele. Im Fadenkreuz der Journaille sind Arten wie Wachtelkönig, Schierlings-Wasserfenchel, Kammmolch, Eremit oder wie aktuell in Südniedersachsen der Uhu und ein seltener Schmetterling. Der Eule und dem Falter wird die drohende Sperrung einer Bundesstraße angelastet. Tatsächlich droht die Vollsperrung der Straße. Grund ist aber nicht die Existenz von Uhu und Falter, sondern der Umstand, dass der straßenseitige Hang nicht standsicher ist.

Neu ist diese Erkenntnis nicht. Der Hang ist schon seit Jahren ein neuralgischer Punkt für die Verkehrssicherheit. Verkehrssicherheit gewährleistende Maßnahmen wurden hier immer schon durchgeführt. Einem neuen Gutachten der Straßenbauverwaltung zufolge käme man nun aber mit geringinvasiven Maßnahmen nicht mehr aus. Für die Durchführung neuer Maßnahmen - auch von Sprengungen ist die Rede - müsse man die Straße sperren, heißt es. Für wie lange, stehe noch nicht fest.

Anstatt diesen Sachverhalt darzustellen, haben Medien die Sache zum Artenschutz-Skandal hochgeschrieben - nach bekanntem Muster: "Naturschutz gegen den Menschen" und "Briefträger beißt Hund". Für gewöhnlich brüten Uhus in dem Hang. Hier lebt auch der "Russische Bär", jener seltene Falter. Dieser beiden und weiterer Arten wegen hat Niedersachsen den Hang und dessen Umfeld nach den Vorschriften des Arten- und Habitatschutzrechts der Europäischen Union unter Schutz stellen müssen.

Erweist sich die Durchführung der Hangsicherungsmaßnahmen zum Schutz von Leib und Leben von Menschen als zwingend notwendig und alternativlos, besteht durchaus die Aussicht, die Maßnahmen rechtmäßig durchzuführen - selbst dann, wenn das Schutzgebiet Schaden nimmt. Die Medien waren nicht in der Lage, diesen einfachen rechtlichen Sachverhalt aufzuklären. Der Norddeutsche Rundfunk - kein Privat-, sondern ein öffentlich-rechtlicher Sender mit Bildungsauftrag - bot erneut ein verstörendes Bild recherchearmer und tendenziöser Berichterstattung. Die Frage ist, ob Medien über andere Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ähnlich verzerrend berichten. Statt Fakten zu liefern, wurden Stimmungen befördert mit NDR-Schlagzeilen wie dieser: "Bauverhinderer - Kleinvieh baut auch Mist." Das hätten wildlebende Tiere dann mit dem NDR gemeinsam, der sich dazu des Geldes der Bürger bedient.

Eulen-Symposium vom 18.-21.10.2018 in Halberstadt - Mai 2018

Drei Schleiereulen © Manfred Ptak

Der Herbst scheint noch in weiter Ferne. Gleichwohl macht die EGE Sie schon jetzt auf das 9. Internationale Symposium "Populationsökologie von Greifvogel- und Eulenarten" aufmerksam. Die Veranstaltung findet vom 18.-21. Oktober 2018 in Halberstadt statt. Bitte klicken Sie hier (pdf-Datei, ca. 468 KB), wenn Sie die Vorankündigung lesen und eine Teilnahme erwägen möchten.

Drei Steinkäuze im Bunde? - Mai 2018

Steinkauz © www.wunderbare-erde.de

Steinkäuze überraschen bisweilen selbst erfahrene Steinkauzschützer. So erging es jetzt auch dem Team um Peter Josef Müller von der EGE im Kreis Euskirchen. Mitte April 2018 hatten die Aktivisten an einem Brutplatz drei Käuze festgestellt. Ein Kauz flog davon, zwei saßen im Nistkasten. Vielleicht waren hier noch Revierkämpfe im Gange oder ein Partner sollte abgeworben werden. Am 26. April 2018 dann, bei einer erneuten Kontrolle, saßen drei Käuze einträglich beisammen in der Röhre: Das Steinkauzmännchen und zwei (!) Weibchen; beide mit Brutfleck und bei sieben Eiern. Ein ungewöhnliches Familienmodell - auch für Steinkäuze.

Erste Ergebnisse der Uhubrutsaison 2018 - Mai 2018

Stefan Brücher bei der Uhuberingung © André Diesel

In diesem Jahr lassen viele Uhus in der Eifel die Brut ausfallen. In der Eifel und in angrenzenden Gebieten stellte Stefan Brücher erst 94 Bruten fest. Brücher rechnet in diesem Jahr mit etwa 100, vielleicht 110 Bruten. Im Vorjahr waren es 152. Acht Bruten wurden bereits aufgegeben. Seit einigen Wochen ist Stefan Brücher täglich in der Eifel unterwegs, um die Bruten zu kontrollieren und junge Uhus mit Ringen der Vogelwarten Helgoland und Radolfzell zu kennzeichnen. Brüchers Präsenz vor Ort trägt wesentlich dazu bei, akute Gefahren zu erkennen und nach Möglichkeit abzustellen. Bitte unterstützen Sie Brüchers unermüdlichen Einsatz mit einer Spende an die EGE - gerne mit der Übernahme einer individuellen Patenschaft für einen der in diesem Jahr geschlüpften Uhus. Natürlich können Sie "Ihrem" Uhu auch einen Namen geben, den die EGE in der Patenschaftsurkunde vermerkt. Selbstverständlich erhalten Sie für Ihre Patenschaftspende in Höhe von 100 Euro eine Spendenbescheinigung. Vielleicht mögen Sie eine solche Patenschaft auch verschenken.

Was machen die Hildesheimer Domuhus? - April 2018

Uhu vor Nachthimmel © www.wunderbare-erde.de

Während die Ahrtal-Uhus Lotte und Leo am Webcam-Felsen in der Eifel verhalten balzen, aber nicht brüten, ist - allen Anzeichen nach - auf die Uhus im Kreuzgang des Hildesheimer Domes Verlass. Zum Ausgang des Winters wurde das Uhupaar regelmäßig am Dom gehört und gesehen. Aufmerksame Beobachter sahen später vom brütenden Uhuweibchen die Federohren aus dem Brutplatz ragen. Inzwischen gibt es Hinweise, dass mindestens zwei Küken geschlüpft sind, berichtet Angelika Krueger. Viel mehr weiß man allerdings nicht. Um Störungen zu vermeiden, sehen die verantwortlichen Personen bis auf Weiteres von Nachforschungen ab. Im letzten Jahr hatten die Uhus erstmals im Kreuzgang an der für Uhus eigens eingeplanten Stelle gebrütet - unbemerkt von Bistum und Öffentlichkeit. Dann aber tauchte ein erster junger Uhu als Infanterist im Inneren des Kreuzganges auf. Weitere zwei folgten - zur Freude vieler Besucher. Die jungen Uhus blieben im Kreuzgang bis zum Flüggewerden Mitte August 2017. Wie sich die Dinge in diesem Jahr entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Zur ersten bekannten Uhubrut am Hildesheimer Dom kam es 2014. Gut möglich, dass sie bereits im Mittelalter am Dom gebrütet haben.

Schleiereulenausstellung in Jülich - April 2018

Schleiereule © Achim Schumacher

Vom 10. bis 27. April 2018 ist bei der Sparkasse Düren im Beratungscenter Jülich Schwanenteich in 52428 Jülich (Bahnhofstr. 1) die Schleiereulen-Ausstellung der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE) zu sehen. Die Ausstellung wird am 10. April 2018 um 14 Uhr eröffnet. Besucher sind herzlich willkommen. In die Ausstellung führt Ulrich Bergrath von der EGE ein. Er koordiniert die Maßnahmen zum Schutz der Schleiereule im Kreis Düren.

Erste Uhuberingung 2018 - April 2018

Stefan Brücher beringt Uhu © André Diesel

Mit der ersten Uhuberingung bei Bonn am 06. April 2018 hat für die EGE die heiße Phase der diesjährigen Uhubrutsaison begonnen. Die Schutzbrille, die Stefan Brücher (im Bild) aufgesetzt hat, soll ihn nicht vor Angriffen der Eulen schützen, sondern für klaren Durchblick sorgen. Am Brutplatz der Aufnahme blasen nämlich heftige Aufwinde feinen Staub und Sand wie ein Sandstrahlgebläse durch die Luft, was eine sichere Beringung erschwert.

Witterungsbedingt hat sich in diesem Frühjahr der Brutbeginn verzögert. Deshalb wird Stefan Brücher in den nächsten Wochen viele der potentiellen Brutplätze erneut kontrollieren müssen. Wie viele Uhus in diesem Jahr in der Eifel brüten werden, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Glücklicherweise werden aber wohl mehr Uhus brüten als zunächst befürchtet worden war. Auch die Hoffnung auf eine Brut am Webcam-Felsen im Ahrtal hat Stefan Brücher noch nicht aufgegeben.

Seehofer will Artenschutz stärken - April 2018

Straßenschild 'Beim Steinkauz' © Peter G. Schader

Die Natur im Städtebau soll gestärkt werden. In der letzten Legislaturperiode, ausgerechnet als unter Barbara Hendricks (SPD) Naturschutz und Städtebau im Bundesumweltministerium erstmals gemeinsam ressortiert waren, sei dies versäumt worden, heißt es in einer Presseinformation des Bundesinnenministeriums. Darin betont Horst Seehofer, Bundesminister des Inneren, für Bau und Heimat, dass in der neuen Großen Koalition eben nicht alles beim Alten bliebe. Es genüge nicht, allein für eine Obergrenze bei Mietpreisen zu sorgen, sondern man müsse den Siedlungsraum zugleich zum Hotspot der Artenvielfalt entwickeln.

Straßen mit Bezeichnungen wie Schwalbengasse, Kauzenwinkel, Stieglitzweg und Uhupfad dürften nicht länger nur Ausdruck von Heimatverbundenheit und einer Sehnsucht nach Artenvielfalt sein, sondern müssten zum Daheim der Arten werden, die auf den Straßenschildern genannt seien. Mit dem Sofortprogramm "Do bin i dahoam" werde die Ansiedlung der genannten Arten dort aktiv unterstützt. "Es müssen die drin sein, die drauf stehen", sagte Seehofer, der eine Offensive für mehr Artenvielfalt im Städtebau ankündigte. Überdies sollen künftig Straßenschilder deutschlandweit einheitlich auf blauem Grund weiß beschriftet sein. Der Einfluss des Freistaats solle auch farblich zur Geltung gebracht werden.

Die AfD signalisierte bereits Zustimmung, vorausgesetzt von dem Programm profitierten heimische und nützliche Arten und nicht etwa solche mit Migrationshintergrund oder gar invasive Arten. Der BUND Deutschland begrüßte Seehofers Initiative als einen längst überfälligen Schritt für mehr Natur im Städtebau. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zeigte sich von der Initiative überrascht und war zu einer Stellungnahme nicht bereit. Bisher ist die Ministerin im Naturschutz nicht in Erscheinung getreten, was sie nach Angaben der SPD für die Leitung des Umweltressorts besonders auszeichne.

Dass Horst Seehofer mit dieser Initiative tatsächlich den Naturschutz stärken möchte, wird allerdings von Insidern bezweifelt. Wahrscheinlicher sei, dass der Vorstoß des CSU-Parteivorsitzenden seinem Widersacher, dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, gelte. Söder bewohnt dem Vernehmen nach in Franken ein Ferienhaus in der Gemarkung "In der Wolfsgrube". Gerätselt wird noch darüber, ob sich Seehofers Vorstoß auch gegen Edmund Stoiber richtet, der bekanntlich in Wolfratshausen daheim ist.

Die Windenergie und die Uhus bei Aldenhoven - März 2018

Sie erinnern sich? Im letzten Jahr haben wir an dieser Stelle mehrfach über den Fall berichtet: In Aldenhoven im nordrhein-westfälischen Kreis Düren stellten Gutachter das Brutvorkommen von Uhus und die Beobachtungen der EGE infrage. Hintergrund ist der Plan, im Umfeld dieses Vorkommens zu den bereits vorhandenen eine weitere Windenergieanlage zuzulassen. Uhus könnten diesen Plan durchkreuzen.

Gutachter hatten 2017 ein Brutvorkommen in Zweifel gezogen. Das Gebiet sei für eine Uhubrut ungeeignet. Vor wenigen Tagen hat Stefan Brücher in genau diesem Gebiet ein brütendes Uhuweibchen angetroffen - exakt an der Stelle, an der er den letztjährigen Brutplatz eingekreist und mit einer diesjährigem Brut gerechnet hatte. Jetzt müssen die Naturschutzbehörde, die Gemeinde, die Bergbehörde und der Grubenbetreiber dem Faktum ins Auge sehen. Erste Schutzmaßnahmen sind veranlasst. Aber, das ist die bange Frage der EGE, wird die Brut ungestört verlaufen? Im Umfeld des Brutplatzes wurden tote Greifvögel gefunden. Sind dies Fälle illegaler Greifvogelverfolgung? Und wenn ja, galten die Übergriffe vielleicht auch den Uhus? Die EGE recherchiert.

Angler stören Uhubrut - März 2018

Uhu © www.wunderbare-erde.de

Seit einigen Jahren unternehmen Uhus den Versuch, auf einer Brücke im Landkreis Märkisch-Oderland im Osten des Landes Brandenburg zu brüten. Am 18.03.2018 ist die Brut vermutlich gescheitert. Angler haben auf der Brücke illegal geangelt. Infolgedessen verließ das Uhuweibchen das Gelege für mehrere Stunden. Bei zu diesem Zeitpunkt herrschenden minus sieben Grad dürften die Eier abgestorben sein. Der Bund Brandenburg hat Strafanzeige erstattet. Aus Brandenburg sind nur wenige Uhuvorkommen bekannt.

Die EGE sieht mit Sorge den bevorstehenden Osterfeiertagen entgegen. Das Schicksal der früh im Jahr begonnenen Uhubruten entscheidet sich oft an diesen Tagen, weshalb die EGE an Ostern traditionell auf schlechtes Wetter hofft. Mountainbiker, Klettersportler, Fossiliensammler und Geocacher sind nämlich insbesondere zu dieser Zeit in der Nähe von Uhubrutplätzen eine ernste Gefahr. Dabei bleibt den störenden Personen das fatale Ergebnis ihrer Störung zumeist verborgen. Das brütende Uhuweibchen verlässt das Nest zumeist vom Betrachter unbemerkt. Gelege oder Jungvögel kühlen aus oder werden Opfer weniger störungssensibler Wildtiere. Deswegen sollte man auch außerhalb von Naturschutzgebieten die Wege nicht verlassen und insbesondere keine aufgelassenen Steinbrüche oder Felsen aufsuchen. "Die Welt ist groß genug. Man muss nicht querfeldein laufen und nicht in den letzten Winkel vorstoßen", appelliert Stefan Brücher von der EGE an Outdoor-Sportler und unentwegte Outdoor-Fans. Eine ganze Reihe von Brutabbrüchen geht auf das Konto der Spezies Mensch, gerade auch solcher Zeitgenossen, die sich ahnungslos ihre Naturverbundenheit zugutehalten.

Auf die Plätze, fertig, los - März 2018

Peter Josef Müller mit Steinkauz © Sonia Weinberger

Die Müllers aus dem Kreis Euskirchen können es kaum erwarten: Das Frühjahr und eine neue Steinkauz-Saison. Haben die Käuze den Winter überlebt? Wie viele Paare werden dieses Jahr brüten? Stehen genügend Brutplätze bereit? Der Kauz braucht kurzrasiges Grünland - am besten mit Weidevieh darauf. Und Bäume mit komfortablen Höhlen - ganzgleich, ob natürlichen oder künstlichen Ursprung.

Die Herbst- und Winterstürme haben manche der altersschwachen Obstbäume umgehauen. Andere stehen zwar noch, werden in diesem Jahr aber nicht mehr austreiben. Sie sind abgestorben. Wind, Wetter und der Zahn der Zeit haben die Bäume getroffen - solche mit Naturhöhlen, aber auch solche, in denen die Müllers seit vielen Jahren mit Steinkauzkästen für Brutplätze gesorgt haben. Tot ist beispielsweise auch ein Obstbaum, in dem die Käuze 18 Jahre gebrütet haben. Fehlt im Sommer das schattenspendende Laub, wird die Bruthöhle zum Backofen. Die Käuze scheinen das bereits im zeitigen Frühjahr zu ahnen und ziehen nicht mehr ein.

Wie gut, dass die EGE für junge nachwachsende Obstbäume sorgt. Erst kürzlich sind im Kreis Euskirchen noch einmal 22 Bäume hinzugekommen. Peter Josef Müller kann es kaum abwarten bis die jungen Bäume so robust sind, dass man einen Steinkauzkasten darin platzieren kann. Zehn Jahre nach dem Pflanzen ist das möglich. "Wir müssen mehr Bäume anpflanzen als sturm- und altersbedingt zugrunde gehen. Damit die Käuze überleben", sagt Peter Josef Müller.

Bitte unterstützen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, diese Initiative der EGE. Mit einer Spende von 100 Euro kann die EGE einen neuen robusten Obstbaum pflanzen und ihn vor dem Verbiss des Weideviehs schützen. Früher, als die Menschen noch heimisches Obst von eigenen Bäumen aßen, sorgten die Grundbesitzer selbst dafür. Doch heute ist das eher die Ausnahme. Die EGE ist froh, mit Zustimmung der Grundeigentümer überhaupt Bäume pflanzen zu dürfen und auf die Bereitschaft zu treffen, dass die Bäume alt werden dürfen.

Wie sehr würde sich die EGE freuen, nach Ostern noch einmal eine stattliche Anzahl junger Obstbäume pflanzen zu können. Vielleicht mögen Sie der EGE dazu ein Spendenei ins Nest legen. Für eine Spende in Höhe von 100 Euro stellt Ihnen die EGE gerne eine Patenschaftsurkunde über einen jungen Steinkauz aus. Und natürlich erhalten Sie eine Spendenbescheinigung.

Uhus beginnen später mit der Brut - März 2018

Feldhase im Schnee © www.wunderbare-erde.de

Zwar ist 2018 Ostern recht früh, die Uhus lassen sich davon allerdings ebenso wie das Wetter nicht beeindrucken. Mit Dauerfrost im Februar und neuerlichem heftigen Wintereinbruch Mitte März haben sich Balz und Brutbeginn bei vielen Uhus verzögert. Immerhin im Rheintal bei Bonn brütet ein Uhuweibchen spätestens seit dem 5. Februar, vielleicht sogar seit dem 28. Januar. Das hier ansässige Uhupaar brütet traditionell stets besonders früh. In der Eifel registrierte die EGE am 12. März 2018 erst an sieben von 35 kontrollierten Stellen brütende Uhus. Weitere sieben Paare brüten zur selben Zeit in der Voreifel. Wie die Brutzeit 2018 verlaufen wird, lässt sich derzeit nicht sagen.

Familie Uhu vom Kasseler Lutherturm - März 2018

Uhu © www.wunderbare-erde.de

Mit 76 m ist der Turm der Lutherkirche das höchste Gebäude in der Stadt Kassel. Jahrelang haben Wanderfalken in einem eigens für sie geschaffenen Nistkasten in diesem Turm gebrütet. Im Reformationsjahr 2017 war alles anders: Im Lutherturm nisteten Uhus. EGE-Mitarbeiter Raymund Brunner, Sabine Löwer und Hermann Ohnheiser haben in einem Büchlein die Ereignisse um diese Uhus in Wort und Bild eindrucksstark dokumentiert. Das 48 Seiten starke Büchlein kann bei der EGE gegen eine Spende von 5 Euro versandkostenfrei bestellt werden.

Nebenbei bemerkt: Der Brutplatz belegt, was die EGE in Auseinandersetzungen mit der Windenergiewirtschaft immer wieder anführt: Uhus fliegen höher, als es geneigte Gutachter der Branche für möglich halten.

Neue Ausgabe von "Nationalpark" - März 2018

Bartkauz © www.wunderbare-erde.de

Die neue Ausgabe der Zeitschrift "Nationalpark" ist da. Im 46 Seiten starken Heft 1/2018 finden Sie u.a. die Titelgeschichte "Auf dem Boden bleiben - Eine begrenzte Ressource wird zur begehrten Ware", "Einblicke in das Leben des Dachses" und viele weitere Beiträge zum Motto der Zeitschrift "Wo Mensch und Wildnis sich begegnen". In der Reihe "Menschen im Naturschutz" stellt EGE-Geschäftsführer Wilhelm Breuer im neuen Heft den Hochschullehrer Herbert Zucchi vor. Klicken Sie bitte hier (pdf-Datei, ca. 172 KB), wenn Sie diesen Beitrag lesen möchten.

Die Zeitschrift "Nationalpark" berichtet seit 1974 viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, großer Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick auf die Sache des Naturschutzes. Werden auch Sie Leser von "Nationalpark"!

Herausgeber der Zeitschrift ist der "Verein der Nationalpark-Freunde e.V." Die Zeitschrift erscheint im Oekom Verlag. Die EGE empfiehlt diese Zeitschrift mit den Worten, die der Gründer der Zeitschrift, der Journalist Horst Stern, für sie gefunden hat: "Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen". Vielleicht haben Sie Interesse an einem Probeabo der Zeitschrift "Nationalpark". Informationen für ein Probeabo finden Sie hier: Probeabo Nationalpark.

Abschuss löst Abscheu aus - Februar 2018

Uhu © www.wunderbare-erde.de

Der Abschuss eines Uhus im Landkreis Nienburg (die EGE berichtete darüber an dieser Stelle) hat bei vielen Lesern Abscheu ausgelöst, so auch bei der Uhupatin und Autorin des EGE-Eulenbuches "Wer die Eule liebt", Dorothee Warnecke. Ihren Kummer über diese Tat hat Frau Warnecke in folgende Verse gefasst. Sie spricht damit vermutlich vielen Menschen aus dem Herzen.

Und irgendwann

Und irgendwann
Gevatter Tod
Nach tagelanger Qual
Kam kalt ersehnt
Dein Abschiedskuss

In Täters Seele
Wohnt das Blei
Hinfort du Wesen
War dein Tun
Der Schuss löscht aus
Was keinen Argwohn lebt
Ein Pilz mit Stacheldraht umhüllt
In deiner Seele wachsen wird
Fäulnisgestank aus deinem Haus
Die Fenster blind verschlossen
Gleich Dante im Inferno
Im Eissee eingefroren
Die Augen von Kristallen starr

Und irgendwann
Klopft deine Hand
An eine letzte Tür
Lautlos um Einlass bittend
Was sagst du
Diesen toten Augen
Nach tagelanger Qual?

Dorothee Warnecke

Koalitionsvertrag: Für Sie gelesen Februar 2018

Rotkehlchen © www.wunderbareerde.de

Ob es in Deutschland zu einer neuen Großen Koalition kommt, ist ungewiss. Das Ergebnis der laufenden Abstimmung der SPD-Mitglieder bleibt abzuwarten. Die EGE hat für Sie den 177 Seiten umfassenden Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vom 07. Februar 2018 gelesen. Darin finden sich die Begriffe Biodiversität, biologische Vielfalt und Naturschutz 14mal in folgenden Zusammenhängen. 46 (0,5 Prozent) von 8.305 Zeilen gelten dem "Schutz der biologischen Vielfalt".

Der frühere SPD-Vorsitzende Martin Schulz sagte von diesem Vertrag, er trage die Handschrift der SPD. Andrea Nahles hatte zuvor angekündigt, man werde "verhandeln bis es quietscht".

Mit Schrot auf Uhu - Februar 2018

Toter Uhu, Röntgenbild © Tierärztliche Hochschule Hannover

Im Landkreis Nienburg an der Weser scheitert die Realisierung eines Windparks an einem Uhuvorkommen in kritischer Nähe zu den geplanten Anlagen. Die EGE hatte darüber im Dezember 2017 an dieser Stelle berichtet. Anlass des Berichts waren die Brutaufgabe sowie die Aktivitäten, die das Gutachterbüro des Investors am vermuteten Uhubrutplatz im letzten Jahr entfaltet hatte. Jetzt ist dieser Windenergiestandort erneut in die Schlagzeilen geraten:

Am 13. Februar 2018 ist in der Nähe des Brutplatzes und etwa 1.000 m vom nächstgelegenen projektierten Anlagenstandort entfernt ein Uhumännchen tot aufgefunden worden. Im Körper des Uhus steckten sechs Schrotkugeln aus einer Jagdwaffe. Zwar waren diese nicht tödlich, sondern eine Infektion des Rachens. Die bleihaltige Munition aus dem schon länger zurückliegenden Beschuss könnte das Auftreten der Infektion begünstigt haben, so der Obduktionsbericht der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der der EGE vorliegt. Vermutlich traf eine Schrotkugel auch den Rachen des Vogels. Verletzungen im Rachenraum können zu der Infektion geführt haben. Der Uhu muss sich über Tage fürchterlich gequält haben, bevor er zugrunde ging.

Der Umstand, dass der Uhu gezielt mit Schrot beschossen wurde, wirft Fragen nach dem Motiv auf und ist skandalös. Der Landkreis Nienburg hat Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Die EGE setzt eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise aus, die zum Ergreifen des Täters führen.

Profiteure der Windenergiewirtschaft stehen bundesweit im Verdacht, die Nester und andere Lebensstätten streng geschützter Wildtiere zu zerstören oder diese Tiere zu töten, um wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. In Einzelfällen ist es gelungen, die Täter zu ermitteln und zu verurteilen. Das Magazin "Der Spiegel" berichtet in der Ausgabe 7/2018 unter der Überschrift "Das KettensägenMassaker: Unbekannte zerstören in großer Zahl die Horste von Rotmilanen und Schreiadlern. Naturschützer vermuten: Die Täter wollen damit den Bau von Windrädern beschleunigen". An der Zulassung von Windenergieanlagen verdienen nicht nur die Investoren, sondern auch Grundeigentümer, auf deren Flächen die Anlagen errichtet werden. An windenergiestarken Standorten sind jährliche Pachteinnahmen von bis zu 100.000 Euro möglich. Das sind Gewinne wie bei einem Sechser im Lotto und dies Jahr für Jahr.

Lesetipp und Blickfang - Februar 2018

Uhu © Andreas Schüring

Die EGE weist auf die aktuelle Ausgabe 1/2018 des Magazins für Natur und Naturfotografie "Naturblick" hin. Darin finden Sie einen Beitrag von Dr. Andreas Schüring über Natur vor der Haustür: "Der Uhu in Niedersachsen eine Erfolgsgeschichte". Der Beitrag umfasst eindrucksvolle Aufnahmen aus dem Leben der Uhus. Das Heft ist im Zeitschriftenhandel erhältlich.

Wolkenkuckucksheim - Februar 2018

Starenschwarm © www.wunderbareerde.de

Mit 240 Teilnehmern war die Tagung der Region Hannover und ihrer Klimaschutzagentur am 14. Februar 2018 gut besucht. Der Tagungsgegenstand: "Technische Systeme zur Vogelerkennung und vergrämung in Kopplung mit bedarfsgerechter Anlagenabschaltung für Windenergieanlagen". Auf solche Systeme setzen Politik und Wirtschaft, um Windenergieanlagen dort leichter durchzusetzen, wo sie derzeit an den Schranken des Artenschutzrechts scheitern oder mit generellen Abschaltauflagen konfrontiert sind.

Das Fazit der Tagung: Diese technischen Systeme sind nicht verfügbar, unzuverlässig, unausgereift und nicht Stand der Technik. Damit bestätigten die Referenten aus Windenergiewirtschaft und Naturschutz (darunter das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende und das Bundesamt für Naturschutz), was zuvor die Rechtsprechung konstatierte. An diesem Befund ändern auch "Studien zu technischen Systemen aus einer schweizerischen Perspektive" nichts. Für den Vertreter der Schweizerischen Vogelwarte gab es dennoch Lob aus den Reihen der Windenergiewirtschaft. In der Schweiz stünde der Vogelschutz innovativen Lösungen offener gegenüber als in Deutschland, so das gepflegte Vorurteil. Tatsächlich stehen in der Schweiz ganze 34 (in Deutschland hingegen fast 30.000) Windenergieanlagen.

Einige Teilnehmer brachten es am Rande der Tagung auf den Punkt: "Viel Wind, aber nichts Neues unter der Sonne." Das Resümee der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen fällt positiver aus: Dank der Tagung dürfte es schwerfallen, bei diesem Thema sich und anderen etwas vorzumachen. Technische Systeme, die die Kollisionsopferzahlen an Windenergieanlagen in signifikantem Maße senken können, sind bis auf weiteres ein nicht eingelöstes Versprechen und eher eine Fern als Naherwartung. Ein ernüchterndes Ergebnis, das sich zum Tag der Veranstaltung Aschermittwoch fügte.

Darüber hinaus bot die Tagung einen Tag nach Karneval allerdings doch noch allerlei Albernheiten: Der an Sonnenschein arme Winter 2017/18 sei fraglos Beleg für den Klimawandel (so der Veranstalter einführend). Der Vertreter des Bundesamtes für Naturschutz (!) sprach sich für mehr Windenergieanlagen aus. Und der Windenergieanlagenhersteller Enercon präsentierte unwidersprochen eine neue Glaubenswahrheit: "Klimaschutz gleich Windenergie gleich Artenschutz"! Die Branche folgt damit den Vereinnahmungsbestrebungen, die schon aus anderen Zusammenhängen bekannt sind: Landwirtschaft ist angewandter Naturschutz, Beton ist Leben, Pelz ist Artenschutz, ohne Jagd kein Wild.

Ausstellungseröffnung "Faszination Eulen" - Februar 2018

Zehn europäische Eulenarten © Rosl Rößner

Am 11. Februar 2018 eröffnet die NABUKreisgruppe MindenLübbecke in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen die Ausstellung "Faszination Eulen" im NABUBesucherzentrum Moorhus. Klicken Sie bitte hier (pdfDatei, ca. 232 KB), wenn Sie das Programm lesen möchten. Mit dabei sind die Steinkauz und SchleiereulenPräsentationen der EGE. Dr. Andreas Schüring zeigt eindrucksvolle Fotos von Schleiereulen. Der Geschäftsführer der EGE, Wilhelm Breuer, spricht zum Thema "Eulen brauchen mehr als den Schutz der Dunkelheit". Die Ausstellung wird über zwei Monate zu sehen sein.

Steinkauz übersehen - Februar 2018

Steinkauz © Achim Schumacher

Klappern gehört zum Handwerk. Das weiß man. Zum Handwerk mancher Gutachter gehört offenbar auch, bei geplanten Eingriffen ob neue Windparks, Abbaufelder oder Baugebiete die Vorkommen entscheidungserheblicher Pflanzen und Tierarten einfach nicht festzustellen. Neuerliches Beispiel: Ein Fall im nordrheinwestfälischen RheinErftKreis. Der Gutachter, der letzthin im Nachbarkreis eine von der EGE festgestellte Uhubrut in Zweifel gezogen hatte, stellte nach einer nur einmaligen Begehung fest, das Vorkommen des Steinkauzes im Plangebiet könne ausgeschlossen werden. Das stimmt zwar, aber nur wenige Meter von der Plangebietsgrenze entfernt brütete zum Zeitpunkt der Begehung wie schon in den letzten 25 Jahren der Steinkauz in einem hohlen Nussbaum. Der nicht gerade um Naturschutz bemühte Leitfaden des nordrheinwestfälischen Umweltministeriums "Methodenhandbuch zur Artenschutzprüfung" erwartet in solchen Fällen immerhin die Einbeziehung eines 300 Meter weiten Umkreises in das Untersuchungsgebiet. Der Gutachter hat vorsorglich sogar einen 500 m weiten Umkreis betrachtet, schreibt er, hat den Steinkauz aber offenbar auch dort ausgeschlossen. Nachzulesen ist dies im Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag für die Aufstellung des Bebauungsplans "An der Spring" in Bedburg. Die Grenze des Bebauungsplanes reicht wenige Meter an den Brutbaum heran. Das Plangebiet ist essentielles Nahrungshabitat des Steinkauzes. Folglich kommt der Kauz auch im Plangebiet vor. Wird die Fläche bebaut, dürfte der Brutplatz schon der massiven Störungen wegen aufgegeben werden.

Gerade wurde bekannt, dass der Steinkauzbestand in NordrheinWestfalen zwischen 2003 und 2016 auf 5.200 bis 4.800 Brutpaare gesunken ist. Das ist ein Minus von 800 Paaren in zwölf Jahren. Gutachter für "Umweltplanung und Umweltberatung" sollten sich fragen, welchen Anteil sie an dieser Entwicklung haben.

Was Naumann heutigen Gutachtern voraus hat - Januar 2018

Uhu mit ersten Sonnenstrahlen © www.wunderbareerde.de

Manche Gutachter, die vielleicht Biologie studiert haben mögen und für die Windenergiewirtschaft tätig sind, sind bemüht, die Kollisionsgefahr für Uhus an Windenergieanlagen zu verharmlosen. Uhus flögen doch gar nicht so hoch, heißt es. Dabei wusste schon Johann Friedrich Naumann (17801857): "Des Abends (...) schwingt (er) sich dann auch zuweilen sehr hoch in die Luft." Naumann gilt als Begründer der Vogelkunde in Mitteleuropa.

Mitarbeiter der EGE, die wie keine zweite Organisation mit der Biologie des Uhus vertraut ist, haben mehrfach in großer Höhe fliegende Uhus beobachtet. Auch zu Zeiten, als es noch keine Windenergieanlagen gab. Dass die EGE diese Beobachtungen nicht mit Ort, Datum und Uhrzeit publiziert hat, spricht nicht gegen diese Beobachtungen, sondern rührt daher, dass die EGE wichtigere Aufgaben verfolgt, als in wissenschaftlichen Journalen Erkenntnisse zu publizieren, die für Johann Friedrich Naumann vor zweihundert Jahren nicht ungewöhnlich waren. Wem das Studium historischer Quellen nicht liegt: In der Nähe von Bad Oldesloe brüten seit 2008 in einem Fernmeldeturm in ca. 50 m Höhe Uhus. Uhukot und Uhugewölle liegen auf allen oberen Plattformen des Fernmeldeturms bis in ca. 97 m Höhe. Der Turm steht auf einem 78 m hohen Hügel, der die Landschaft deutlich überragt.

Die EGE hat immer wieder auf den Umstand hingewiesen, dass Uhus Windenergieanlagen möglicherweise gezielt ansteuern. Ein solches Verhalten ist jedenfalls von Uhus an hohen Bauwerken wie Hochspannungsmasten, Industriebauten, Kirch und Fernmeldetürmen bekannt. Uhus nutzen diese als Rufwarte oder auch als Brutplatz wie das Beispiel von Oldesloe zeigt. Gerade dieses Verhalten könnte erklären, weshalb die Anzahl der an Windenergieanlagen tot aufgefundenen Uhus entgegen der Erwartung zumeist niedriger Flügen vergleichsweise hoch ist. Die Frage, in welchen Flughöhen sich Uhus bewegen, spielt für eine Entscheidung über den Bau von Windenergieanlagen unter diesen Umständen eine untergeordnete Rolle, was die Fragwürdigkeit höhentelemetrischer Untersuchungen vor Errichtung von Windenergieanlagen unterstreicht. Für Uhus endet das Interesse am Mast ebenso wie jede Begegnung mit dem Rotor nur zu rasch tödlich.

EGEFörderpreis geht an Hans Tolksdorf - Januar 2018

Hans Tolksdorf beim Anbringen von Steinkauzkästen © Privat

Hans Tolksdorf (im Bild) hat den "WilhelmBergerhausenFörderpreis" erhalten. Die EGE zeichnet damit die Bacherlorarbeit des 26jährigen "Der Steinkauz in Leverkusen Bestandsentwicklung und Perspektiven" aus. Tolksdorf hat hierfür die Bestandsentwicklung des Steinkauzes in Leverkusen dokumentiert, die Eignung des Gebietes für den Steinkauz untersucht, in für die Art geeigneten Habitaten eine Vielzahl von Nistkästen angebracht, Vorschläge für den Schutz des Steinkauzes entwickelt und diese teilweise realisieren können. In diese Sache hat er nicht nur viel Zeit, sondern auch eigenes Geld investiert. Tatsächlich erhöhte sich mit den Maßnahmen der Steinkauzbestand auf fünf Brutpaare.

Hans Tolksdorf freut sich über die mit 1.500 Euro dotierte Auszeichnung. Tolksdorf bleibt dem Schutz des Steinkauzes verbunden. "Ich habe bereits mit der Vogelwarte Helgoland Kontakt aufgenommen und werde mich zu einem Beringerkurs anmelden", sagte Tolksdorf nach der Preisvergabe. Er möchte die in Leverkusen künftig hoffentlich wachsende Zahl Steinkäuze kennzeichnen und die Bestandsentwicklung weiterhin beobachten.

Hans Tolksdorf hatte die Bacherlorarbeit im Sommer 2016 an der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur der Hochschule Osnabrück vorgelegt. Zurzeit absolviert er ein Masterstudium an der Technischen Hochschule Bingen im Bereich Landwirtschaft und Umwelt. Die EGE wünscht dem Preisträger weiterhin Erfolg im beruflichen Naturschutz.

Der Förderpreis ist nach dem Gründer der EGE, Wilhelm Bergerhausen, benannt. Wilhelm Bergerhausen hatte für die Wiederansiedlung des Uhus in Deutschland ab Mitte der 1970er Jahre gearbeitet. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieses Projektes gründete Wilhelm Bergerhausen 1990 die EGE. Bergerhausen verstand es, junge Menschen für den Naturschutz zu gewinnen. Wilhelm Bergerhausen starb 2006 im Alter von 56 Jahren.

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