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Nachrichten

Der Uhu im Weserbergland 2022 - Januar 2023

Uhu im Weserbergland © Kersten Hänel

Im nördlichen Weserbergland wird die Entwicklung der Uhupopulation seit 2005 in einem ehrenamtlichen Monitoring verfolgt. Von Kersten Hänel koordiniert, helfen zahlreiche Personen bei der Erfassung der Reviere, der Zählung der Jungvögel und bei den Schutzbemühungen. Damit wird auch die Initiative fortgeführt, die Albrecht Jacobs aus Stadtoldendorf mit der Wiederansiedlung des Uhus 1977 begonnen hatte. Das mehr als 2.000 km² umfassende Untersuchungsgebiet liegt im westlichen Südniedersachsen und erstreckt sich bis ins angrenzende Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2022 wurden in diesem Gebiet 91 Brutreviere, 32 erfolgreiche Brutreviere und 51 flügge Jungvögel registriert. Kersten Hänel hält einen Gesamtbestand von ca. 120-130 Uhurevieren und eine Siedlungsdichte von ca. 6 Revieren/100 km² im Gebiet für realistisch.

Der 46 Seiten umfassende Bericht Der Uhu im Weserbergland - Zwischenstand eines ehrenamtlichen Monitorings für den Zeitraum 2005-2022 steht zum Download zur Verfügung unter: https://www.hs-osnabrueck.de/fileadmin/HSOS/Homepages/AG-Zoologie/pdf/Uhu_Weserbergland_2005-2022.pdf

Schleiereulen-Ausstellung im Rathaus der Gemeinde Aldenhoven - Januar 2023

Maisacker © Michael Papenberg

Kaum eine andere Eulenart hat sich im Laufe der Kulturgeschichte so sehr dem Menschen angeschlossen wie die Schleiereule. Hierzulande besiedelt sie Dörfer und Bauernhöfe. Als Brutplätze und Tagesverstecke dienen Schlupfwinkel in Kirchtürmen und Scheunen. Früher gab es Schleiereulen in jedem Dorf. Doch heute sind Schleiereulen selten. Über den Schutz der Schleiereulen informiert die "Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen" in einer kleinen Ausstellung, die bis zum 13. Februar 2023 im Alten Rathaus der Gemeinde Aldenhoven im Kreis Düren zu sehen ist. In fünf Ortschaften der Gemeinde wurden eigens für Schleiereulen acht Nistkästen in Gebäuden eingerichtet. Insofern fehlt es hier nicht an geeigneten Brutplätzen.

Das Hauptproblem für Schleiereulen ist vielerorts der Mangel an Mäusen. Die Agrarlandschaft ist so artenarm wie nie zuvor. Am ehesten gibt es Leben noch am Straßenrand. Aber dort bezahlen viele Schleiereulen die Aussicht auf die Schermaus unversehens mit dem Aufprall auf den rasend schnellen Verkehr, in dessen Sog die nur etwas mehr als dreihundert Gramm schweren Vögel allzu leicht geraten. Übrigen nahm zwischen 2011 und 2020 auf Deutschlands Straßen der PKW-Verkehr um 20 und der LKW-Verkehr um 34 Prozent zu. Das Leitbild der Landwirtschaft ist keineswegs nur in Deutschland sondern im gesamten Gebiet der Europäischen Union der "saubere Acker" mit fatalen Folgen für die Nahrungsbasis für Schleiereulen und viele andere Arten. Die derzeitige weltpolitische Lage wird die Anstrengungen für eine stärkere Integration der Naturschutzziele in die landwirtschaftliche Nutzung vermutlich auf lange Zeit zurückwerfen.

Tod in Algerien - Januar 2023

Turmfalke © www.as-naturfotografie.de

Ein Turmfalke ist keine Eule. Gleichwohl haben die Müllers von der EGE im nordrhein-westfälischen Kall auch ein Herz für Turmfalken und für sie einen Nistkasten am Haus angebracht. Im letzten Jahr wuchsen darin zur Freude der Müllers sechs Turmfalken heran. Peter Josef Müller hat sie am 17. Juni 2022 mit Ringen der Vogelwarte Helgoland gekennzeichnet. An dem Tag saßen die Sechs noch flugunfähig im Kasten. "Es hat viel Spaß gemacht, sie in den ersten Tagen nach dem Ausfliegen zu beobachten, wie sie spielend die Welt erkundeten. Doch das Üben des Rüttelfluges hat den jungen Falken einiges abverlangt", berichtet Peter Josef Müller. Die Freude über den Falkennachwuchs wurde nun allerdings getrübt von einer traurigen, aber auch erstaunlichen Nachricht: Einer der sechs Falken wurde im Dezember 2022 - bemerkenswerte 1.862 km vom Beringungsort entfernt - in Algerien, ungefähr 400 km südlich von Algier, gefunden. Er kam an einem gefährlichen Strommast ums Leben. Der Fund rückt eine ebenso banale wie globale Verlustursache für menschenverursachte vermeidbare Vogelverluste ins Blickfeld: gefährliche Konstruktionen von Strommasten, an denen größere Vögel leicht einen tödlichen Stromschlag erleiden.

Städte aus der Vogelperspektive - Januar 2023

Buchcover © Berlin Verlag

Die Evolutionsbiologin Caroline Ring schreibt in einer unaufgeregten und schönen Sprache über die Natur. In ihrem neuen Buch "Wanderer zwischen den Welten. Was Vögel in Städten erzählen" ist sie den Vögeln buchstäblich hinterher gereist. In mehr als zwölf Städten begegnet sie Vogelarten, denen es gelungen ist, die Nähe der Menschen auszuhalten und im städtischen Milieu ein Auskommen zu finden: Amsel, Grünspecht, Mauersegler, Haussperling - beispielsweise. Es ist ein Buch gerade für Menschen in der Stadt, die ihren gefiederten Nachbarn mit einem aufmerksamen Hinschauen und Hinhören auf die Spur kommen und wissen möchten, wer da fliegt, pfeift und tschilpt. Joachim Achtzehn hat das Buch für Sie gelesen. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie seine Rezension lesen möchten. Das Lieblingskapitel des Rezensenten ist die Geschichte über die Uhus am Hildesheimer Dom. Joachim Achtzehn kennt sie wie kaum ein Zweiter und hat die Autorin bei ihrem Besuch am Hildesheimer Dom anlässlich der Recherchen zum Buch begleitet.

Kritik an Neuregelung des Artenschutzrechts wächst - Januar 2023

Sumpfohreule im Flug © www.as-naturfotografie.de

Die 2022 vom Bundestag beschlossene Änderung des Artenschutzes im Bundesnaturschutzgesetz zugunsten eines beschleunigten Ausbaus der Windenergiewirtschaft wächst. Bereits in der öffentlichen Anhörung zu dem damaligen Gesetzentwurf waren von dem renommierten Artenschutzjuristen Prof. Dr. Martin Gellermann schwerwiegende Mängel benannt worden. Nach der erfolgten Gesetzesänderung haben sich weitere Juristen mit Kritik an der Neuregelung zu Wort gemeldet. Der vom Gesetzgeber ins Werk gesetzte Abbau artenschutzrechtlicher Standards konterkariere die Ziele des Naturschutzes, nütze aber nicht einmal dem Windenergieausbau, sondern mache die Sache unterm Strich nur komplizierter und für juristische Auseinandersetzungen anfälliger. Wolfgang Rieger, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgerichtshof Mannheim a.D., brachte es Ende 2022 in der online-Zeitschrift für Umwelt- und Planungsrecht auf den Punkt: "Zur Erreichung seines Ziels, die artenschutzrechtliche Prüfung im Rahmen der Genehmigung von Windenergieanlagen an Land zu vereinfachen und die Zulassung von Ausnahmen von artenschutzrechtlichen Verboten zu erleichtern, glaubte der Gesetzgeber offenbar, die diesen Bestrebungen durch das Unionsrecht gezogenen Grenzen weitgehend ignorieren zu können. Das Ergebnis ist ein Gesetz, dessen Regelungen in mehrerer Hinsicht erhebliche Bedenken im Hinblick auf ihre Vereinbarkeit mit Unionsrecht begegnen. Statt die Genehmigungen von Windenergieanlagen an Land rechtssicherer zu machen, wird damit das Gegenteil erreicht."

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