Die Lebenszeit von Obstbäumen ist begrenzt. Das Alter, die fehlende Pflege und die Stürme lasten auf den Ästen. Steinkauzschützer wissen das und kennen den im Bild festgehaltenen Anblick. Glücklicherweise kamen beim Astbruch keine Käuze zu Schaden und auch der Kasten, der mit dem Ast zu Boden stürzte, lässt sich reparieren. Aber Doris Siehoff von der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen und die jungen Menschen im Freiwilligen Ökologischen Jahr bei der Biologischen Station des Kreises Düren haben Anfang März hier in Thuir bei Nideggen vorsorglich einen neuen Kasten in einem anderen Baum montiert.

Auf dieser Grünlandparzelle hängt seit längerem eine weitere Röhre. Darin saß kürzlich das Steinkauzpaar. Das Weibchen war schon dick und rund. Schließlich beginnt bald die Brutzeit. Doris Siehoff fand dieses Weibchen hier bereits Ende März 2018. „Wir haben es seitdem jedes Jahr an dieser Stelle angetroffen, die Nummer seines Ringes abgelesen und seine Jungvögel beringt.“ Geschlüpft war es 2017, also ein Jahr zuvor, an einem sechs Kilometer entfernten Ort in Heimbach-Vlatten. Das Männchen ist wesentlich jünger. Es schlüpfte 2023 in Nideggen-Berg. Der Ort ist nur 1.500 Meter von Thuir entfernt. Verpaart sind die beiden Käuze seit 2024. Ihr Brutplatz ist für alte Käuze bekannt. In dem jetzt abgestürzten Kasten hatte ein Kauzweibchen von 2001 bis 2008 alljährlich gebrütet. Im Jahr 1997 war es von Karl Zens beringt worden. Doris Siehoff hofft, dass hier bald ein paar Bäume gepflanzt werden und die Käuze nicht nur eine Geschichte, sondern auch eine Zukunft haben.