Uhu-Webcams

Tagebuch2023-10-24T09:22:34+02:00

Unser Tagebuch

Unsere ausführlichen Tagebuch-Beiträge bieten nicht nur spannende Einblicke in das Leben der Uhus durch unsere Webcams, sondern liefern auch wertvolle Zusatz- und Hintergrundinformationen, die ein umfassenderes Verständnis für diese faszinierenden Vögel ermöglichen.

Brutbeginn an der Ahr!

27. März 2024|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

wie in alten Zeiten begann Lotte am gestrigen 26.03. mit der Brut in der traditionellen Brutnische. Ganz entgegen dem, was wir für vernünftig halten würden, versucht es das Uhupaar erneut in der Brutnische, die seit dem Frühjahr 2008 mit unserer Kamera ausgestattet ist und in der ein Waschbär 2021 die beiden jungen Uhus fraß.

In diesem Jahr ist die Situation aber etwas anders als 2021. Meines Erachtens gibt es nun eine Chance für eine erfolgreiche Brut, obwohl das Paar die Gefahr, die von Waschbären für die Brut ausgeht, noch nicht vollständig realisiert haben dürfte. In diesem Jahr ist aber ein Zusammentreffen von Lotte und Waschbär im Nestbereich sehr wahrscheinlich: Behalten die Vierbeiner ihre übliche Besuchsfrequenz bei, werden sie nämlich im Nest auf die noch brütende Lotte stoßen. Einen Angriff werden sie wahrscheinlich kaum wagen. Lotte könnte jedoch die grundsätzliche Gefahr wahrnehmen und ihr Verhalten darauf abstimmen. Für eine erfolgreiche Aufzucht ihrer Jungen müsste jedoch auch Leo so gut und erfolgreich jagen, dass Lotte und ihre Küken ausreichend gut versorgt sind. Auch weniger Eier bzw. Küken würden diese Chance erhöhen. Mein Fazit: Ein Bruterfolg ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

Kann man die Brutnische schützen?

Von Zusehern wird immer wieder vorgeschlagen, den Brutplatz mit einer Drahtkonstruktion zu umgeben. Ich halte so etwas aber nicht für praktikabel, auch für die Uhus für zu gefährlich und prinzipiell für fragwürdig. Ich möchte das gerne erläutern:

  • Den Bereich der Brutnische können die Waschbären aus verschiedenen Richtungen erreichen. Ein 360 Grad umfassendes Bauwerk wäre nur mit sehr großem Aufwand in dem bewegten Gelände zu errichten und für Waschbären gleichwohl gut zu überwinden, denn sie sind behände Kletterer. Das Bauwerk würde einen großen Teil des jetzt natürlichen Felsens zu einer Art Gehege machen. Einen kleiner Zoo in einem Schutzgebiet zu errichten, widerstrebt mir, ganz abgesehen von den damit verbundenen behördlichen Genehmigungserfordernissen.
  • Uhus verfangen sich immer wieder in menschengemachten Bauwerken. Einzelne Drähte, Drahtgeflechte und Netze sind Fallen, in denen sich Uhus verfangen und darin qualvoll verenden. Besonders umherstreifende Junguhus wären dieser Gefahr ausgesetzt. Eine Absperrung via Kamera rund um die Uhr gänzlich zu überwachen und dann rechtzeitig einen verfangenen Uhu zu retten, ist kaum leistbar. Ich kann eher damit leben, wenn ein Uhu von einem Waschbären erbeutet wird als dass er Opfer einer technischen Vorrichtung wird, ganz gleich, wie gut die dahintersteckende Absicht ist.
  • Unsere Arbeit dient dem Schutz aller Eulen. Mit den begrenzten Ressourcen müssen wir einen möglichst großen Schutz bewirken. Ein zeitlich und finanziell besonders großer Aufwand für Leo und Lottes Bruterfolg würde zwangsläufig zu Lasten anderer Maßnahmen gehen. Mit dem Monitoring der Uhupaare in der Eifel erkennen wir an vielen Brutplätzen verschiedenste Gefahren, die größer sind und die es vordringlicher abzuwenden gilt. Wir müssen insofern immer das Ganze im Auge behalten und deswegen auch abwägen, wo was zu welcher Zeit vorrangig geschehen muss. Hierfür bitte ich um Ihr Verständnis.

Brutverlauf in der Burgruine

Innerhalb der nächsten 24 Stunden könnte das dritte Küken schlüpfen. Die beiden älteren Küken sind nun schon vielfach erfolgreich gefüttert worden, und langsam entwickelt sich eine Routine zwischen den kleinen blinden Geschöpfen und ihrer Mutter. Nahrung gibt es im Überfluss. Isolde nutzt diesen Luxus und verfüttert vorrangig die vordere Hälfte der Beutetiere. Darin stecken die Organe mit hohem Flüssigkeitsanteil und besonders vielen Nährstoffen. Die hintere Hälfte legt sie meist bei Seite.

Ich drücke allen Uhus die Daumen und wünsche Ihnen weiterhin schöne Beobachtungen.

Ihr Stefan Brücher

Das erste Küken bei Tristan & Isolde in der Ruine

24. März 2024|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

schon heute gegen 17:00 Uhr schlüpfte das erste Küken bei unserem Uhupaar in der Burgruine!

Isolde war schon seit einigen Stunden unruhig und gegen 17:05 Uhr lieferte sie den Beweis: sie „verwertete“ die Eierschale.

Wir werden etwas Glück brauchen, um ein Küken in der tiefen Mulde zu Gesicht zu bekommen, und Isolde wird das Nest vermutlich kürzer als sonst verlassen. Bis zur ersten Fütterung können einige Stunden oder sogar ein Tag vergehen. Wird Tristan sein Verhalten nun ändern? Wird er versuchen, den Nachwuchs zu inspizieren?

Wir sind gespannt und freuen uns!

Ihr Stefan Brücher

Leben, Liebe und Überleben: Der aktuelle Einblick in die Welt der Uhus und ihrer Beschützer

22. März 2024|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde!

Reibungsloser Brutablauf in der Ruine

Schon ab dem kommenden Montag können wir mit dem Schlupf des ersten Kükens in der Burgruine rechnen. Voraussichtlich werden die Geschwister dann im durch die Eiablage vorgegebenen Abstand schlüpfen. Die beiden Uhus leben hier offensichtlich weiterhin im Schlaraffenland. Tristan schafft ohne Zweifel mehr als nötig heran und nötigt die Beutetiere seiner Isolde hartnäckig auf. Das sind gute Aussichten für den Nachwuchs.

Nach unseren langjährigen Beobachtungen werten wir Beutetiere im Nest normalerweise als Beleg für schon geschlüpften Nachwuchs. Aufgrund solcher Beobachtungen berechneten wir häufig und erfolgreich das geeignete Alter der Jungvögel für die Beringung.

Isolde scheint instinktiv keine Nahrung neben den Eiern zu dulden. Jedenfalls entfernt sie immer wieder Ratten und andere Nahrung aus dem Nest. Meist dauert es jedoch nicht lange bis Tristan sie wieder zurückbringt. Isolde kann sich Tristans Versorgungdrang nicht entziehen und scheint manchmal aufzugeben.

An der Ahr ist vieles anders

Anders als bei den Uhus in der Ruine gibt es an der Ahr viel seltener Beutegeschenke von Leo. In der Nistmulde allabendlich hinterlegte „Prallinchen“ in Form von Mäusen sind nicht Leos Art. Am 21.3. trug er jedoch sogar ein Kaninchen zum Brutfelsen.

Regelmäßig brachte er Lotte in Stimmung, und wir konnten schon einige Kopulationen beobachten. Lotte scharrte schon mehrfach in der traditionellen Brutnische vor Cam 1, lag in der Mulde zur Probe und entfernte ungünstige Steinchen aus dem Untergrund. Dieses Verhalten deutet auf eine ernsthafte Brutabsicht in dieser Nische hin. Es scheint so, als wären an diesem Nistplatz gewonnene negative Erfahrungen verblasst und als würde das Uhupaar sein Programm ganz „as usual“ abspulen wollen. Die Waschbären sind jedoch immer noch regelmäßig im Nestbereich der Uhus. Wir konnten aber noch keine ernsthafte Auseinandersetzung zwischen den beiden Arten beobachten. Aus meiner Sicht spricht wenig für eine erfolgreiche Brut vor Cam 1 oder vor Cam 2. Oder werden die Uhus eine sicherere Brutnische wählen?

Wie sieht es bei den anderen Eifeluhus aus?

Soweit wir es jetzt schon beurteilen können, haben die meisten Paare schon mit der Brut begonnen. Einen richtigen Überblick konnte ich mir bisher aber noch nicht erarbeiten.

Die Schwerkraft macht auch für Eulenschützer keine Ausnahme

Vor gut zwei Wochen wurde ich bei einem „Sturzgeschehen“ verletzt und werde, wenn alles gut läuft, erst in weiteren zwei Wochen wieder mobil sein. Inwiefern mir Beringungen von Junguhus in dieser Saison möglich sein werden, ist noch offen. Leider bleibt wegen des Unfalles auch die Verbesserung der Audioübertragung von Cam 2 auf der Strecke.

Ich bin jedenfalls glücklich, noch hier zu sein und froh meinen Angehörigen und Mitstreitern keinen noch größeren Kummer bereitet zu haben. Die Bilder der Webcams machen mir nun schwere Nächte etwas erträglicher. Ich wünsche uns gute Beobachtungen.

Ihr Stefan Brücher

Brutbeginn in der Burgruine!

19. Februar 2024|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

in der vergangenen Nacht (18./19.02.2024) legte die Uhudame in der Burgruine ihr erstes Ei. Dieses Datum reiht sich in die Historie des Brutbeginns am selben Ort ein:

  • 05.03.2018
  • 06.03.2019
  • 27.02.2020
  • 25.02.2022
  • 05.02.2023
  • 18.02.2024

Noch gegen 18:15 Uhr hatte das Männchen andere Vorschläge für den Ort der Eiablage. Zuerst rief er aus dem Turmzimmer, dann lockte er im Nest von 2022. Später jedoch tummelten sich beide Uhus im aktuellen Nest, wo sie gegen 2:04 Uhr, von sichtbaren Presswehen und hohem Gezwitscher begleitet, niederkam.

Das Uhumännchen war bei der Prozedur in der Nähe und rief mehrmals. Es ist schon etwas Besonderes, diesen intimen Uhumoment so nah mitzuerleben, und ich bin froh und erleichtert über die Chance, nun endlich wieder einmal ein komplettes Brutgeschehen beobachten zu können. Wie viele Eier in der sehr tiefen Mulde liegen, werden wir vermutlich vorerst nicht sehen können. Vielleicht gelingt es jedoch, jede Eiablage zu beobachten und so die Anzahl bestimmen zu können. In den vergangenen Jahren hatte das Paar immer drei oder vier Jungvögel.

Namen für die „Ruinen-Uhus“

Beim Uhupaar an der Ahr hatte es sich ja bewährt, den beiden Uhus Namen zu geben, anstatt immer von „dem Männchen“ und „dem Weibchen“ zu schreiben. Für das Uhupaar in der Burgruine hoffen wir auf Ihre Namensvorschläge! In die Kommentare zum aktuellen Video in der Playlist können Sie uns gerne Vorschläge machen. Wir werden diese dann nach einigen Tagen zur Abstimmung auflisten.

Lotte und Leo

Vor den Kameras im Ahrtal haben sich die vermutlichen Lotte und Leo hin und wieder gezeigt und auch gebalzt. Wie im vergangenen Jahr interessieren sich auch die Wanderfalken für die Felswand und auch mehrere Waschbären sind dort nach wie vor aktiv. In den nächsten Tagen werde ich die ersten Kontrollen an traditionell frühen Brutplätzen in der Eifel durchführen und auch am „Nachbarbrutplatz“ an der Ahr vorbeischauen und dann berichten.

Ich wünsche uns schöne Beobachtungen
Ihr Stefan Brücher

Schöne Aussichten: der Brutbeginn in der Ruine steht vermutlich schon kurz bevor

6. Februar 2024|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

es scheint als würden die Uhus in der Burgruine schon bald mit der Brut beginnen.

Im Vorjahr hatte das Weibchen seine Eier schon in der ersten Februarwoche gelegt. Das aktuelle Balzgeschehen wiederholte sich in den vergangenen Tagen allabendlich mit dem Überbringen von Beutegeschenken und dem Nestlocken des Männchens. Das Uhuweibchen nahm die Avancen des Männchens an und testete die Nistmulde schon mehrfach. Auch verbringt es schon viele Stunden in unmittelbarer Nähe der Nistmulde. Ich rechne jederzeit mit dem ersten Ei.

Die technischen Probleme der Kameraübertragung scheinen endlich überwunden zu sein. Der Stream läuft nun zuverlässig und auch die Tonübertragung wird wohl im Laufe dieser Woche zu Stande kommen. Es ist also alles angerichtet; nun hoffe ich, werden die Uhus liefern.

Wie schon im letzten Tagebucheintrag beschrieben, halte ich eine Brut vor einer Kamera an der Ahr für wenig wahrscheinlich. Am 23.1.24 schienen die Uhus meine Prognose ab absurdum führen zu wollen. Lotte und Leo balzten ausgiebig in der ehemals traditionellen Brutnische, ganz wie in alten Zeiten vor der Waschbärattacke:

Nach dieser intensiven Balz waren die Uhus abermals am 3.2. im Felsen zu sehen und zu hören. Nach meiner Vermutung „bespielt“ das Uhupaar gleichzeitig auch den ehemaligen Nachbarbrutplatz und hält sich auf diese Weise nahe Konkurrenten vom Leibe. Durch die Beanspruchung eines größeren Territoriums könnte sich auch die Nahrungssituation verbessern. Dies wiederum würde das Bewachen der Brut durch das Weibchen erleichtern und die Prädationsgefahr der Jungen durch Waschbär, Fuchs, Marder oder Wildkatze vermindern.

Der Brutbeginn im Ahrtal war mit dem 15.4.2023 der späteste, jener in der Ruine der zweit früheste des Jahres 2023. Es bleibt also in jedem Fall lange spannend.

Ihr Stefan Brücher

Kehrt Leo zurück? Uhu mit markanten Merkmalen vor Cam 1 entdeckt.

26. Dezember 2023|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

zum Jahresende hin balzen die Uhus sowohl an der Ahr als auch am Brutplatz in der Burgruine.

Unsere Beobachtungen via Webcam wären noch vergnüglicher, wenn wir die Uhus auch hören könnten. Aber das war aufgrund der beschränkten Technik bisher oft nicht möglich. Lange haben mich diese Schwierigkeiten Geduld und Zeit gekostet. Jetzt endlich, nach Monaten, ist die Ursache für die Probleme gefunden. An Cam 3 wird dieser Erfolg aktuell von Ausfällen am Mobilfunksender überlagert. Dort sind für den 28.12.23 weitere Arbeiten geplant. Immerhin lief die Audioübertragung an Cam 3 für einige Stunden problemlos, und ich bin froh, zumindest diesen gordischen Knoten gelöst zu haben. Mit der dafür verwendeten Technik werde ich auch Cam 2 baldmöglichst nachrüsten. Verglichen mit den sonstigen Herausforderungen im Eulenschutz ist ein Dreivierteljahr nerviger Basteleien an der Tonübertragung eine zügig gelöste Kleinigkeit.

Am Felsen im Ahrtal war wieder ein links beringter Uhu zu sehen (siehe Videos in der Playlist vom 14.10.23 hier und hier). Nach meiner Vermutung ist es erneut der nun erwachsene Jungvogel aus dem 1,3 Kilometer entfernten „Nachbarbrutplatz“, von dem auch in den vergangenen Tagebucheinträgen schon die Rede war. Dieser Uhu war ja schon bei der Beringung ein eher kleines Kerlchen und scheint auch zwischenzeitlich nicht gerade zum stämmigsten Vertreter seiner Art herangewachsen zu sein. Die angekündigte genetische Federanalyse ergab als vorläufiges Ergebnis eine nahe Verwandtschaft mit Lotte und bestätigt so zunächst die Möglichkeit ihrer Mutterschaft. Nach jetzigem Erkenntnisstand könnte sein Elternteil aber auch z.B. Lottes Schwester oder einer ihrer Nachkommen sein. Es müssen also noch mehr vergleichende Analysen gemacht werden, um letztendliche Klarheit zu gewinnen.

Bei dem Uhu, der am 19.11.23 in der traditionellen Brutnische vor Cam 1 balzte handelt es sich unserer Einschätzung nach nicht um jenen kleinwüchsigen Uhu vom 14.10. sondern um Leo. Seine Art die Rufe zu betonen, seine Größe und seine Bewegungen erinnern uns sehr an den „echten Leo“. Meiner Theorie zufolge hatte er ja mit Lotte am „ehemaligen Nachbarbrutplatz“ gebrütet.

Die Waschbären trieben sich mehrmals sowohl vor Cam 1 als auch vor Cam 2 herum. Eine bevorstehende Brut von Lotte und Leo in diesem Bereich halte ich für sehr unwahrscheinlich. Uhus müssten dort wesentlich aggressiver gegen die Kleinbären vorgehen, um den Nestbereich ausreichend zu sichern. Lotte und Leo sind dafür wohl nicht die richtigen und scheinen ja auch eine andere Lösung zu finden. Beim diesjährigen Monitoring der Eifeluhus habe ich sowohl deutliche Hinweise auf durch Waschbären vernichtete Bruten als auch Belege für trotz Waschbären erfolgreiche Bruten gefunden.

Vor Cam 3 in der Ruine konnten wir mehrmals die Herbstbalz zumindest sehen. Übergabe von Beutegeschenken, Mulde-kratzen und Gefiederpflege auf dem Baugerüst konnten wir gut beobachten (siehe Playlist). Anfang Dezember gab es an diesem Brutplatz eine Baubesprechung mit dem Handwerker und dem Architekten, an der auch ich teilnehmen konnte. Wir haben uns darauf geeinigt, die Bauphasen weitgehend an die Bedürfnisse der Uhus anzupassen. Im Innern der Ruine kann im Dezember noch gearbeitet werden. Im Januar soll noch von außen an der Wand mit dem Uhunest ein Vordach instandgesetzt werden, um dort den weiteren Verfall zu bremsen. Dann ist erstmal Ruhe für die Brutzeit der Uhus. Falls es nötig erscheint, können wir die Arbeiten aber auch vorher stoppen. Alle Beteiligten sind begeisterte Uhu-Beobachter via Webcam, und es ist ihnen am Wohl der Uhus sehr gelegen.

Ich bin (noch) sehr zuversichtlich, die Technik in absehbarer Zeit im Griff zu bekommen und uns 2024 tolle Beobachtungen zu ermöglichen.

Mit vielen Grüßen zum Jahresende
Ihr Stefan Brücher

Herbstliche Uhu-Hoffnungen: Technikprobleme überwunden, Balzzeit im Fokus

19. September 2023|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

nach einigen technischen Schwierigkeiten sind nun endlich alle Kameras wieder online. Einzig die Tonübertragung von Cam 2 funktioniert leider immer noch nicht.

Nachdem sich unsere Webseite seit einigen Monaten in neuem Gewand zeigt, haben wir nun auch die Webcams neu eingebunden. Nach und nach werden wir die älteren Inhalte importieren. Bis dahin bleibt https://uhu.webcam.pixtura.de/ parallel erhalten.

Im Ahrtal konnten wir schon vor einigen Wochen einen diesjährigen Uhu mehrfach beobachten (siehe Beitragsbild dieses Eintrags vom 28.08. und das obige Video vom 29.08.2023). Meist saß er auf den vorgelagerten Felszacken, aber mindestens einmal besuchte er auch die ehemals traditionelle Brutnische von Cam 1 (siehe Foto unten vom 21.08.2023).

Meiner Vermutung nach handelt es sich um den Jungvogel vom 1.300 m entfernten Nachbarbrutplatz. Die genetische Untersuchung der anlässlich der Beringung (siehe Tagebucheintrag vom 16.06.2023) geborgenen Flaumfeder dieses Vogels wird zeigen, ob Lotte und Leo seine Eltern sind. Einen Ring konnten wir an dem Junguhu vor der Cam nicht entdecken. Die seit diesem Jahr für männliche und besonders kleine Uhus benutzten Ringe sind jedoch etwas kleiner und könnten so im Beingefieder schlechter auszumachen sein.

Der am 22.07.2023 auf „Zacke 3“ beobachtete Uhu war ein Altvogel; es könnte Lotte gewesen sein. Wir sind uns jedoch nicht sicher. Am 29.08. war zusätzlich zu den Bettelrufen eines Junguhus kurz der Ruf eines alten Uhus zu hören. Bisher sind jedoch weder Lotte und Leo zum Felsen vor den Cams 1 und 2 ernsthaft zurückgekehrt, noch interessierten sich andere Uhus zu Zeiten der nun beginnenden Herbstbalz für diesen Brutplatz.

Cam 1 und 2 werden wir in jedem Fall weiter betreiben und sind gespannt auf die Entwicklungen.

Auch Cam 3 in der Burgruine soll auf Sendung bleiben und die kommende Brutsaison 2024 übertragen. Wir danken den Eigentümern des Geländes für die freundliche Erlaubnis. Die Junguhus aus diesem Frühjahr ließen sich in der Ruine schon länger nicht sehen. Zwischenzeitlich besuchten auch andere Arten die Burgruine obwohl sie auch in das Beutespektrum des Uhus passen: Ein Turmfalke hielt sich am 05.08 länger im Burginneren auf und am 11.09.23 scharrte eine Schleiereule am Uhubrutplatz. Beide überstanden ihre gefährliche Erkundung offenbar gut. Schon am 31.08.2023 bekräftigte das Brutpaar mit einer frühen Herbstbalz seine Pläne für 2024 in der bekannten Brutnische:

Für den Herbst hoffe ich auf problemlose Technik und auf schöne Bilder von balzenden Uhus.

Ihr Stefan Brücher

Uhus, Nutria und Wiesen

16. Juni 2023|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

noch immer sind die Junguhus in und um die Ruine unterwegs und auch aktuell noch regelmäßig vor Cam 3 zu sehen.

Wie gehofft, konnten wir einige Aktivitäten der Uhufamilie auch außerhalb des Gebäudes durch das Fenster auf der Rückseite der Kamera verfolgen. Nachdem die Wiese gemäht wurde, führte das Uhuweibchen ihren Jungen die ersten Lektionen im Mäusefangen vor. Die meisten Zuseher werden diesen Moment verpasst haben, daher hier das Video dazu:

Die Uhukinder waren sichtbar unsicher in der Auswahl ihrer Sitzplätze, sie lernten jedoch schnell wie ungeeignet eine Gummilitze ist und sich ein Zaunpfahl viel besser als Sitzwarte taugt.

Auch noch im Juni kommt die Rasselbande immer mal wieder zurück auf die diversen Fensterbänke der Ruine und die Altvögel liefern auch noch Beute in den Innenbereich der Burg. Nachdem dort die Brombeeren gerodet wurden, können die jungen Uhus auch dort das Beutemachen üben.

Cam 3 bietet uns immer noch viele Einblicke ins Leben der Uhus, die wir in den vergangenen Jahren nicht erleben konnten.

Wehrhafter Nager

Auf der Wiese hinter der Cam weiden auch Nutrias. Die Jungen dieser invasiven Nagetieren passen in das Beutespektrum der Uhus und werden regelmäßig erbeutet. Am Abend des 4.6. flog das Uhumännchen vom Zaunpfahl aus zwischen ein Nutriaweibchen und deren Junge. Der Uhumann hatte wohl keinen ernsthaften Überraschungsangriff auf die Nager im Sinn, wurde aber dennoch vom Elterntier sofort vertrieben.

Brutplätze an der Ahr

Am traditionellen Brutplatz von Lotte und Leo konnten wir keinen Uhu mehr beobachten.

Am Nachbarbrutplatz ahrabwärts fand jedoch, wie vermutet, eine extrem späte Brut statt. Vom Alter des bei der Beringung dreiwöchigen Uhukükens zurück gerechnet war der Brutbeginn am 15.April und damit genau einen Tag vor meiner Beobachtung eines brütenden Weibchens am 16.4. Eine derart späte Brut konnten wir in der Eifel noch nie nachweisen.

Nur um sicher zu gehen werde ich vom dortigen Junguhu sowie von den bei der Beringung gefundenen Mauserfedern des Uhuweibchens einen genetischen Fingerabdruck erstellen und diesen mit Lotte und ihren Küken aus den vergangenen Jahren vergleichen lassen. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis.

Rückblickend bin ich über die spontane uns etwas provisorische Montage von Cam3 sehr froh und denke es hat sich doch gelohnt.

Vielleicht waren es auch noch nicht die letzten Bobachtungen …

Ihr Stefan Brücher

Perfekte Versorgungslage

8. Mai 2023|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

die Junguhus in der Ruine leben weiterhin im Sorgenfrei. Das abendliche Szenario wiederholte sich in den vergangenen Tagen schon routinemäßig. Zuerst werden die beiden Jungen in der ersten Etage aktiv, etwas später kommt Nummer Drei im Erdgeschoss aus seinem Nebenzimmer hervor. Mutter Uhu verwaltet die Nahrungsressourcen, dabei werden ältere Beutetierreste zwischen den Standorten der Uhukinder so lange hin und her getragen, bis alles verbraucht ist. Dann erst wird frische Nahrung aus den abseits gelegenen Depots geholt. Wenn Nummer Drei einen größeren Essensrest irgendwo auf dem Boden herrumliegen lässt, hat die Uhumutter auch dies im Blick und räumt hinter dem Filius auf.

Die Bühne in der Burgruine ermöglicht uns Einblicke, die an der Ravenlay aufgrund der dort unübersichtlichen Felsformation und der Kameraperspektive unmöglich waren. Auch waren Lotte und Leo in den vergangenen Jahren selten in der Situation, Vorräte zu verwalten, weil jedwede Nahrung sofort vertilgt wurde. Zudem hatten wir den Eindruck, als hätten die Waschbären mögliche Nahrungsdepots geplündert.

Die Flugfähigkeit der drei Junguhus lässt noch sehr zu wünschen übrig. Nummer Drei versuchte schon mal vom Gipfel des efeubewachsenen Balkens aus die gegenüberliegende Gebäudeseite zu erreichen und landete dann doch im Brombeergebüsch. Meist beschränkt sich Nummer Drei auf kleine Sprünge mit Flügelunterstützung auf die Fenstersimse. Der mittlere Junguhu kürzt flatternd von einer Fensternische über die Ecke in die andere Nische ab. Aber auch der Kleinste konnte schon auf den Fenstersims springflattern und einen Blick in die Welt außerhalb des Gemäuers werfen.

Vom Felsen an der Ahr gibt es nichts eindeutig Neues zu berichten. Uhus konnten wir mit der Kamera nicht erfassen. Die Wanderfalken waren zwar noch mehrmals aktiv; für einen Brutbeginn dürfte der rechte Zeitpunkt jedoch verstrichen sein. Wir werden sehen.

Ich wünsche uns noch einige Tage mit schönen Beobachtungen vor Kamera 3.

Ihr Stefan Brücher

Keine Uhus an der Ravenlay – aber neue Siedler

26. April 2023|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

die Junguhus im Nest vor der Webcam konnten bisher ein wirklich sorgloses Leben genießen. Die perfekte Brutnische bietet ausreichend Regenschutz, Sonne und täglich ab ca. 11 Uhr auf der linken Seite auch etwas Schatten. Wie es scheint, können die Altvögel problemlos ausreichend Nahrung heranschaffen und ihrem Nachwuchs ein rasantes Wachstum ermöglichen. Es ist imposant, wie sehr sie in der einen Woche nach der Beringung gewachsen sind. Wir können gespannt sein, wie lange es die drei noch auf ihrer Fensterbank aushalten. Bei starkem Wind wird ihr Bewegungsdrang sichtbar angeheizt. Dann scheinen die flatternden Sprünge mit ihnen durchzugehen. Ich hoffe, die Cam kann die Junguhus auch nach dem Verlassen der Brutnische noch einige Zeit im Inneren der Ruine verfolgen.

 

Keine Uhus an der Ravenlay

Webcam 1 und 2 an der Ahr bekamen nun schon seit Wochen keine Uhus mehr in den Blick. Ihr Auftreten endete nicht plötzlich, sondern wurde allmählich immer seltener und ist nun im „Nullbereich“. Auch ein erneutes Absuchen mit allen optischen Mitteln bestätigt diese Diagnose. Wie schon im vorherigen Tagebucheintrag erwähnt konnten wir ein solches Szenario seit Beginn der Webcamübertragung noch nicht beobachten. Am Nachbarbrutplatz ahrabwärts konnte ich Gegenteiliges beobachten. Im zeitigen Frühjahr gab es dort keine Anzeichen, die auf eine Uhubesiedlung hindeuteten. Nun aber wird dort seit mindestens zehn Tagen im traditionellen Nest gebrütet. Nach allem was ich bisher über das Verhalten von Uhus gelernt habe, gibt es keinen Umzug eines Paares von einem Brutrevier in ein anderes. Irre ich mich? Wo ist unser Uhupaar geblieben?

 

Neue Siedler

In den vergangenen Jahren tauchten mehrmals Wanderfalken im Blickfeld unserer Cam auf. Einer als Gast auf dem Balkon vor der brütenden Lotte und dann ein Jahr später als Nahrung für die Junguhus (anhand des Kennringes konnte der Vogel identifiziert werden). Manchmal konnten wir die Falken auch kurz durch das Bild huschen sehen oder nur ihre charakteristischen Rufe hören. Im Umkreis von fünf Kilometern gibt es mehrere Brutplätze, an denen es jedoch oft keinen Bruterfolg gab. Regelmäßig landeten die Wanderfalken auf dem Speiseplan der Uhus. Nicht gerade schön, aber so geht es zu in der Natur.

Vor einigen Tagen nun konnten wir mit Cam 2 die Kopulation von Falken auf „Zacke 1″ aufnehmen.

Wie sich nun zeigt war dies kein räumlicher Ausrutscher. Die Falken tummelten sich mehrfach in Lottes Brutnische vor Cam 1, die Mulde wurde ausgiebig inspiziert und vertieft.

Es scheint so, als wollten die Falken hier ernsthaft einen Brutversuch wagen. Einerseits bin ich von diesem Highlight begeistert, andererseits räume ich den Falken kaum eine Chance auf Bruterfolg ein. Zu groß scheint die Bedrohung durch Uhu und Waschbär.

Wir werden sehen, die Natur hat wohl immer noch Überraschungen im Köcher.

Ich wünsche Ihnen schöne Beobachtungen

Ihr Stefan Brücher

Kamera 3 am Start

12. April 2023|

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,

nachdem es bei Lotte und Leo kein Brutgeschehen zu geben schein haben wir eine weitere Kamera an einem anderen Brutplatz aufgebaut. Die Junguhus dort sind schon annähernd vier Wochen alt und die Beobachtungen via Cam werden ein vergleichsweise kurzes Vergnügen sein.

Link: Kamera 3

Immerhin aber können wir endlich wieder am Familienleben von Uhus teilhaben. Noch wissen wir nicht ob zwei oder mehr Junge im Nest auf der Fensterbank einer Burgruine sitzen. Im vergangenen Jahr waren es dort sogar vier Jungvögel.

Wegen dem fortgeschrittenen Alter plane ich die Beringung für Sonntag den 16.4. um 16.00 Uhr.

Ich hoffe die frisch installierte Technik wird ihre Kinderkrankheiten schnell überwinden und uns zumindest für einen Monat mit schönen Bildern beschenken. Ich bin gespannt wie es bei der anderen Uhufamilie so zugeht…

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Stefan Brücher

 

Brut ungewiss

27. März 2023|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

noch ist leider unklar, ob unsere Uhus in diesem Jahr brüten. Uhubeobachtungen durch die beiden Kameras waren in der vergangenen Woche (16.-24.3.) eher selten. Eine sich steigernde Nestbalz konnten wir nicht beobachten. Wohl aber mehrere Kopulationen, zuletzt am 14.3.. Nach dem 16.3. bekamen wir Lotte länger weder zu sehen noch zu hören. Dabei war dies die Zeit, in der sie üblicherweise die Brut beginnt. Auch Leo schien seine Bemühungen Lotte in die bekannten Nester zu locken zwischenzeitlich aufgegeben zu haben. Ist alles ein Zufall oder hat Lotte einen neuen Brutplatz abseits des Hauptfelsens gewählt? Falls Lotte bereits brütet, müssten doch abends regelmäßig ihre Bettellaute zu hören sein. Doch diese fehlen gänzlich oder reicht das Mikrofon nicht weit genug?

Meine Spurensuche vor Ort und das Absuchen des Felsens mittels Wärmebildgerät waren erfolglos. Am vergangenen Wochenende (18.3.) hielten sich anscheinend keine Uhus im Hauptfelsen auf, alle traditionellen Ruheplätze waren leer. Bisher konnten wir in Jahren ohne Brut die Uhus zumindest irgendwo im Felsbereich herumsitzen sehen.

Nun aber hörten wir von Leo an mehreren Abenden in Folge nur abends einige Rufe , danach herrschte meist Stille. Wenn er kurz auftauchte, schien er eher von ahrabwärts zu kommen. Dorthin werde ich meine weiteren Aufklärungsbemühungen richten. Das aktuelle Verhalten der Uhus unterscheidet sich von allem was wir in den anderen Jahren beobachten konnten.

Am Freitag den 24 konnten wir dann abends plötzlich wieder beide Uhus beobachten. Zuerst nur Leo, der in das alte Traditionsnest flog und dort lockte. Dann saß Lotte auf dem Felsgrat und schaute Leo bei seinem Nestlocken zu, später fand an Lottes Sitzplatz wieder eine Kopulation statt.

Leos und Lottes Nachbarbrutpaar ahrabwärts brütet nicht, das andere ahraufwärts seit mindestens einer Woche.

Cam 2 liefert tolle Bilder; vor allem der begleitende Infrarotscheinwerfer ermöglicht in der Nacht Bilder in einer enorm großen Reichweite. Eine eher unangenehme Begleiterscheinung dieser parallel zur Sichtachse ausgerichteten Beleuchtung sind die starken Reflexionen durch die Netzhaut der Uhuaugen. Manchmal leuchten sie geradezu wie eingebaute Lampen.  Dabei ist das Licht, verglichen mit der Scheinwerfern an Cam 1, nicht stärker. Wir brauchen uns keine Sorgen über Beeinträchtigungen der Uhuaugen zu machen.

Das Mikrofon von Cam 2 funktioniert; bisher konnten wir den Audiokanal jedoch noch nicht in den Streaming-Server einbinden.

Von den anderen Eifeluhus haben bislang (24.3.23) erst knapp zwei Drittel mit der Brut begonnen. Inwieweit später noch einige dazukommen, bleibt abzuwarten. Es scheint jedenfalls kein besonders gutes Uhujahr zu werden. Ich hoffe, Ihnen bald neue Erkenntnisse zum möglichen Brutgeschehen von Lotte und Leo mitteilen zu können.

 

Ihr Stefan Brücher

Fuchs, Marder, Waschbär und Wildkatze

6. Februar 2023|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

bei Lotte und Leo kommt die Nestbalz langsam in Gang. Mehrere Tage in Folge konnten wir die abendlichen Rufe von Leo und an manchen Tagen auch Lottes Reaktionen hören und teils auch sehen. Wie im aktuellen Video-Rückblick vom 25.1. zu sehen ist, erstreckt sich die Balz manchmal auf beide Brutnischen. Der im Jahr 2022 genutzte Nistplatz wird dabei bisher deutlich bevorzugt. Dort scharrten auch schon beide Uhus in der Nistmulde. Siehe Video vom 1.2.2023 „2 Nester 2 Kameras“.

Zweite Kamera

Die Bilder der Cam2 sind zwar noch nicht für jedermann online zu sehen, aber wir können zumindest schon Szenen aufnehmen und im aktuellen Video-Rückblick veröffentlichen. Die neuen Möglichkeiten, unsere Uhus bei Dunkelheit auch an entfernteren Sitzplätzen zu beobachten, sind eine große Bereicherung. So bald wie möglich wird Cam2 in die Webseite eingebunden werden. Inwiefern der Stream mit beiden Kameras gleichzeitig dann sofort reibungslos läuft, müssen wir abwarten.

Die Waschbären

Auch in diesem Jahr hielten sich Waschbären schon mehrmals in der traditionellen Brutnische vor Cam1 auf. Mein Versuch, den Prädator durch ihm unangenehme Geruchsstoffe vom Nestbereich der Uhus fernzuhalten, hatte keinerlei Wirkung. Das Uhunest durch Drahtgeflecht oder andere Bauwerke für Waschbären unerreichbar zu machen, wäre sicherlich ein unmögliches Unterfangen. Die örtlichen Jäger meldeten den Abschuss von zwei Waschbären an Kirrungen im Umfeld des Uhufelsens. Inwiefern dies einen Einfluss auf Kleinbärenbesuche im Uhunest hat, ist ungewiss. Vielleicht erwischte es nur zwei von zwanzig und dann wären diese Abschüsse nur ein kleiner Tropfen auf einem großen heißen Stein. Ich verspreche mir nicht viel davon.

Immerhin: Zu Cam2 sind die Kleinbären, zumindest soweit wir es schon beobachten konnten, bisher nicht vorgedrungen, und auch der dortige Bruterfolg unserer Uhus im vergangenen Jahr hatte ja in diese Richtung gedeutet.

Wildkatze!

Nach Fuchs, Marder und Waschbär konnten wir am 22.1. erstmalig einen vierten Raubsäuger in der alten Brutnische sehen (siehe aktueller Videorückblick): Langsam und sehr vorsichtig erkundete eine Wildkatze Brutnische und Balkon. Beim Nachführen der Cam hörte sie wohl den kleinen Elektromotor und schaute dann mehrmals hoch ins Objektiv. Als sich aber nichts weiter regte, machte sie weiter ihr Ding. Die Wildkatze war auch am nächsten Morgen noch oberhalb der Brutnische im Efeu zu sehen.

 

Ich wünsche Ihnen schöne Beobachtungen

Ihr Stefan Brücher

 

Herbstbalz

5. Oktober 2022|

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,

auch noch zum Oktoberanfang sind die beiden diesjährigen Junguhus manchmal noch im Cambereich zu hören (aktueller Videorückblick) So wie auch in den vergangenen Jahren werden Leo und Lotte wohl erst mit ihrer Herbstbalz beginnen wenn sie nicht mehr von bettelndem Nachwuchs „genervt“ werden. Andernorts, an Uhuvorkommen ohne diesjährigen Bruterfolg, sind die herbstlichen Rufaktivitäten der Uhus schon im Gange.

In diesem Herbst wollen wir eine neue, zweite Cam am neuen Brutplatz installieren und hoffen Ihnen dann endlich wieder Uhus in Großaufnahme zeigen zu können. Im Nahbereich der aktuellen Cam war kaum mal ein Uhu zu sehen, nur Mäuse, Sieben- und Gartenschläfer, Eidechsen und auch die unerwünschten Waschbären gaben uns die Ehre.

Auch mir fehlen die nahen Einblicke in das Geschehen am Uhufelsen und ich hoffe auf kurze Lieferfristen und baldige Montage der neuen Technik.

Ihr Stefan Brücher

Brut!

17. Juni 2022|

Liebe Uhufreundinnen und – freunde,
es ist kaum zu glauben: Lotte und Leo haben doch tatsächlich nur 15 Meter von der Cam entfernt ein Nest mit zwei Jungen.

Schon vor ca. zwei Wochen war sich unsere Mitarbeiterin sicher Bettelrufe junger Uhus gehört zu haben. Meine Nachsuche hatte dann am 13.6. Erfolg. Der neue Brutplatz liegt zwar nicht weit von der Cam entfernt, jedoch etwas „um die Ecke“. So ist auch zu erklären wieso wir kaum Lautäußerungen, die auf eine Jungenaufzucht hindeuteten, wahrnehmen konnten. Mehrfach war Lotte auf einem Sitzplatz etwas rechts oberhalb der Cam zu sehen (aktueller Videorückblick vom 22.5. „Lotte überblickt…“). Nun ist klar: Von dort aus kann sie ihre Brut gut im Auge behalten.

Die Junguhus sind um die sechs Wochen alt und laufen schon recht aktiv auf ihrer Terrasse umher. Wenn sie dabei in Richtung Cam laufen, kommen sie etwas aus ihrer Ecke heraus und ihre Bettelrufe sind dann relativ deutlich zu hören.

Der Nistplatz scheint für Waschbären und andere Fressfeinde auch schlechter erreichbar, eine Kletterpartie über blanken und teils überhängenden Fels wäre für die Vierbeiner zwar vielleicht möglich, jedoch recht gewagt. Es scheint als hätten die Uhus „zufällig“ alles richtig gemacht. Für mich hat sich meine Erfahrung „die Uhus sind oft besser als wir ihnen zutrauen“ abermals bestätigt.

Mit etwas Glück werden wir die Junguhus in der Bettelflugphase auch mal vor die Cam bekommen.

Ich kann es kaum abwarten und bin froh Ihnen diese unerwartet positive Meldung geben zu können.

Ihr Stefan Brücher

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