Steinkäuze brauchen ein Dach über dem Kopf – zumal für eine erfolgreiche Brut. Dafür braucht es einen Baum mit einer komfortablen Höhle im Stamm oder Ast oder ersatzweise einen Nistkasten. Auf dem Bild ist ein solcher Nistkasten zu sehen, aber der alte Nussbaum, in dem der Kasten befestigt war, wurde kurzerhand gefällt und der Kasten auf den traurigen Rest des Baumes gestellt. Die verpachtete Parzelle ist Eigentum der Gemeinde Niederzier im nordrhein-westfälischen Kreis Düren und insofern öffentliches Eigentum. Der Baum war es dann also auch. Ein Anwohner hatte den Fall dankenswerterweise der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) gemeldet.

Warum der Baum abgesägt und was aus dem Holz wurde, ist noch fraglich. Doris Siehoff von der EGE versucht, die Umstände des Geschehens aufzuklären. Immerhin hat die Gemeinde beim Anbringen eines Ersatzkastens Hilfe angeboten. Doris Siehoff und Achim Schumacher haben aber bereits alleine nicht nur den alten Kasten nach Renovierung und sogar einen neuen zweiten in einen benachbarten Obstbaum platziert. So muss eine diesjährige Steinkauzbrut nicht scheitern. Seit 2017 brüten Steinkäuze auf diesem Grundstück erfolgreich. Das obstbaumbestandene Grünland ist ein gesetzlich geschützter Landschaftsbestandteil und der Steinkauz eine streng geschützte Art, so dass der alte Nussbaum mit der Nisthilfe wohl kaum so mir nichts dir nichts gefällt werden durfte. Warten wir ab, was die Nachforschungen ergeben.