Zum Jahresbeginn fehlt es nicht an guten Vorsätzen. Dazu könnte der Verzicht auf das Silvesterfeuerwerk an der Wende zum Jahr 2027 und besser noch eines jeden neuen Jahres gehören. Glaubt man den Umfragen, sind 59 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen für ein gesetzliches Silvesterböllerverbot. Ein Bündnis vieler Organisationen hat dem Bundesinnenministerium eine Liste mit einer Million Unterschriften für ein Verbot privater Silvesterfeuerwerke übergeben. Minister Dobrindt ließ sich dem Vernehmen nach bei der Übergabe nicht blicken.

Die Folgen der archaischen Böllerei haben sich in den letzten Jahren immer wieder gezeigt: Schwere Verletzungen und Todesfälle, mit Böllern angegriffene Einsatzkräfte, enorme Schäden für die Umwelt, tausende Tonnen Böller-Müll und eine Nacht des Schreckens für Millionen von Haus- und Wildtieren. Betroffen sind beispielweise die im ländlichen Raum, in der Peripherie und innerhalb der Ortschaften, auch am Rande der großen Städte, oft gemeinschaftlich in großer Zahl überwinternden Waldohreulen. Das entfesselte Höllenspektakel aus Lichtblitzen und ohrenbetäubendem Lärm verjagt die Eulen aus ihren Verstecken, schlägt sie rastlos in die Flucht und vereitelt die akustische Ortung ihrer Beutetiere. Dabei ist es für die Eulen schon in einer ruhigen Nacht in der ebenso aus- wie aufgeräumten Alltagsumgebung kaum mehr möglich, an Mäuse zu gelangen.

Der Jahreswechsel bescherte der Feuerwerksbranche Ende 2025 in Deutschland einen Rekordumsatz von mehr als 200 Millionen Euro. Der Staat verdient am Feuerwerk mit der Mehrwertsteuer auf den Verkaufspreis und indirekt durch weitere Steuern aus der Branche wie Umsatz- und Einkommensteuer. Es sind Einnahmen auf Kosten der Wildtiere.

In den Niederlanden wird privates Silvesterfeuerwerk ab dem Jahreswechsel 2026/2027 vollständig verboten, um Verletzungen, Sachschäden und Stress für Menschen und Tiere zu reduzieren; erlaubt bleiben lediglich professionelle Shows und genehmigte Veranstaltungen von Vereinen.