Unser Tagebuch
Unsere ausführlichen Tagebuch-Beiträge bieten nicht nur spannende Einblicke in das Leben der Uhus durch unsere Webcams, sondern liefern auch wertvolle Zusatz- und Hintergrundinformationen, die ein umfassenderes Verständnis für diese faszinierenden Vögel ermöglichen.
Beringung am kommenden Samstag
Die EGE hat zur Zeit in allen Ecken und Enden der Eifel mit der Kontrolle der Uhubrutplätze und mit der Beringung von Junguhus zu tun. In diesem Jahr brüten über 100 Paare und es sieht nach einem hervorragenden Uhujahr mit vielen Jungvögeln je Brutpaar aus.
Es läuft jedoch nicht überall gut:
Bei einem Paar an der Ahr habe ich gestern einen Junguhu aus dem Nest genommen und in tierärztliche Behandlung gegeben. Er war durch die bei Haustauben verbreitete Infektion „gelber Knopf“ geschwächt und wäre sonst einen elenden Erstickungstot gestorben.
Eine anderen Brut wurde versehendlich durch den Kiesabbau vernichtet, eine weitere Brut durch Baggerarbeiten um einen Erdrutsch zu vermeiden, ein Uhumännchen wurde während der Jagt angefahren und kann bei der Jungenaufzucht nie mehr helfen…
Trotz der Sorgen um unseren „Miniuhu“ läuft hier relativ gesehen alles sehr gut. Absprachen mit dem Hubschrauberpiloten über die Flugroute bei der Weinbergspritzung werden in den nächsten 10 Tagen getroffen. Wenn die Altuhus am „Web-Cam-Brutplatz“ weiterhin gute Beute machen sollte alles gut gehen…
Zur Zeit ist das Uhu-Weibchen nicht mehr häufig bei den Uhus zu sehen. Diese sind nun so groß, das sie alleine in der Nische sitzen können. Wenn Sie aufmerksam zuschauen und zuhören, können Sie beide Altuhus in der Nähe des Nisplatzes rufen hören.
Stefan Brücher
Große Beute…
Die Fütterungen laufen routinierter ab und auch der kleinste Junguhu wird satt. Es scheint als ob er dazugelernt hat und sich erst bemüht wenn seine stärkeren Geschwister schon „voll“ sind. Die Happen werden immer größer und „Uhu Nummer 2“ verschlang heute sogar mit Mühe einen ganzen Kaninchenfuß.
Für die beste Ausnutzung der Nahrungsresourcen macht es Sinn, wenn unsere Uhus zunächst nur kleine Beutetiere schlagen und sich die Größeren für etwas später aufheben. In einigen Tagen wird auch „Sie“ jagen und die Kleinen dabei stundenlang alleine lassen. Wir wissen nicht ob die Uhumütter bei ihren Entscheidungen die besonders kalten Nächte berücksichtigen oder ob einzig die Nahrungsmenge den Ausschlag gibt.
Auch wissen wir nicht ob „sie“ ohnehin jagt oder erst wenn sie bemerkt dass „er“ nicht genug herbeischaffen kann.

Weiter viel Freude beim Zusehen wünscht
Stefan Brücher
Wieviele Junge schon oder noch?
Der kleine Flaumknubbel in der Nistmulde bewegt sich manchmal als ob es 3 Junge sein müssten und kurz darauf sieht es eindeutig nach nur 2 Tieren aus. Bei den Fütterungen waren heute meist nur zwei oder ein Schnäbel zu sehen. Andererseits ist die Mulde so tief dass wir meist keines der Eier sehen konnten, es müssen also nicht immer alle Küken gleichzeitig zu sehen sein…

Gegen 23.00 waren jedoch wieder eindeutig 3 Uhuküken im Nest zu sehen.

Der älteste der Geschwister verschlingt manchmal „Unmengen“, die anderen Küken bekommen dann nur zufällig einen Brocken der Beute ab. Dieses System hat sich für das Überleben der Art als das Tauglichste erwiesen.
Wie auch immer: uns bleibt nur die „Zuschauerrolle“ und die möglicherweise „ungerechte“ Natur wird ihren Lauf nehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
3 Küken
Dieser könnte sich mit dem Schlupf noch bis Mitte der Woche Zeit lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Geschlüpft
Bisher läuft alles reibungslos. Wir sind gespannt wie viele Geschwister noch schlüpfen werden…
Leider liegt uns von dem Küken kein Bildmaterial vor. Das holen wir aber nach.
Wir wünschen viel Freude beim Zusehen.
Stefan Brücher
Küken melden sich…
Während Lotte das Gelege verlässt, meldet sich der Nachwuchs bereits akustisch aus dem Ei…
Mit vielen Grüßen
Stefan Brücher
Zu Ostern…
Auch die Anzahl der Eier blieb bisher verborgen. Einzig die Bewegungen unserer „Glucke“ bei der Rückkehr aufs Gelege, das heftige Federspreizen und Zurechtruckeln deuten nach meiner Einschätzung auf ein großes Gelege hin.
Seit der Wiederbesiedlung 1980 konnte die EGE an diesem Brutplatz 5 mal 1 Junges und je 7mal 2 und 3 Jungvögel beobachten… Ich denke es wird Zeit für die erste „Viererbrut“.
2012 ist auf dem Wege ein sehr gutes Uhujahr zu werden. Im Bereich der gesamten Eifel konnten wir schon 105 begonnene Bruten festgestellten. Mit den bevorstehenden Ostertagen steigt leider auch die Gefahr für den Eulennachwuchs. Bei gutem Wetter strömen viele Menschen in die Natur und einige wagen sich dabei leider zu weit in die Brutplätze der Uhus. In den vergangenen Jahren führte dies wiederholt zu Brutverlusten. Uhus wünschen sich zu Ostern eher schlechtes Wetter…

Mit vielen Grüßen und „voller Hoffnung“
Stefan Brücher
Brutbeginn?
Schweres Atmen nach längerer Ruhephase und nachfolgendes „Bauchgefieder zurechtruckeln“ beim Hinlegen sind deutliche Anzeichen. Anschließend baute unsere Uhudame am Nest herum, hob Steinchen mit dem Schnabel auf und kam dabei dem Mikrofon hörbar und bedenklich nahe. Ich bangte kurz um die Tonübertragung…

Obwohl der felsige Boden kaum das Graben einer Mulde zulässt, haben die Uhus uns durch einen kleinen Wall eine gute Sicht auf die Eier versperrt. Hoffentlich können wir in günstigen Momenten doch deren Anzahl herausfinden. Zwischen den Eiablagen liegen im Normalfall 1-3 Tage, in Ausnahmen gibt es auch „Nachzügler“ von bis zu 7 Tagen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Vogelhochzeit
Nachdem einer der Uhus aus dem Nest und aus dem Sichtbereich der Webcam geflogen ist konnten wir schon mehrmals „Buh Buh Buh Buh“ Rufe in schneller Abfolge und auch ein leises Zwitschern hören. Dies ist die übliche Begleitkulisse bei der Kopulation.
Viele Beutegeschenke des Männchens werden hoffendlich ein Gelege mit vielen Eiern provozieren. Ob die Eiablage in diesem Jahr schon früher als üblich erfolgt bleibt abzuwarten, wir hatten schon in den vergangenen Jahren immer wieder die Vermutung: „in diesem Jahr sind die Uhus besonders früh“… und dennoch fand der tatsächliche Brutbeginn im normalen Zeitfenster statt.

Die EGE bemüht sich zur Zeit bei den zuständigen amtlichen Stellen um die „Hubschrauberproblematik“ des vergangenen Jahres zu entschärfen. Wir können auf einen störungsfreien Brutverlauf hoffen.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
SWR Uhu-Webcam wieder „flott“
In den letzten Nächten waren auch schon Scharrgeräusche aus der Nistmulde und die Rufe der Uhus deutlich zu hören.
Leider können wir das Geschehen im Horst nachts noch nicht beobachten da ein Infrarotstrahler nicht mehr funktioniert. Wir werden diesen in den nächsten Tagen ersetzten und hoffen möglichst bald wieder störungsfrei übertragen zu können.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Herbstbalz
Bei der Herbstbalz wird die Paarbindung aufgefrischt und manchmal auch schon die Nistmulde mit einbezogen. Wir konnten einige Male beide Uhus im Nest sehen. Aufmerksame Beobachter konnten auch ein zweites Uhumännchen im akustischen Hintergrund ausmachen. Wir vermuten, dass es sich dabei um den neuen Nachbarn handelt.
Im Juli hatten wir in ca.1700 Metern Entfernung ein neues Uhupaar festgestellt. Benachbarte Uhus „besuchen “ sich von Zeit zu Zeit. Seit dem Jahr 2000 ist dies die 1. Neubesiedlung an der Ahr.
Es geht leicht bergauf und wir freuen uns darüber.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Rumtreiber
Sein Aktionsradius recht nun bis an den Waldrand oberhalb des Brutfelsens. An vielen Stellen hinterlässt er Kotspuren und Flaumfedern. Er wird jedoch noch bis zu 2 Monaten brauchen bis er vollkommen selbstständig ist.
Wir berichteten über den Fund eines der vorjährigen Jungvögel. (er wurde am 7.3.2011 in 22 km Entfernung tot auf einer Wiese gefunden) und wurde 330 Tage alt. Nicht viel für ein Tier welches 30 Jahre leben könnte).
Die Ursache seines Schicksals ist nun geklärt :
Oberhalb verläuft eine Hochspannungsleitung. Diese ist (im Gegensatz zu den kleineren Mittelspannungsleitungen) nicht wegen der Stromschlaggefahr gefährlich. Wie viele im freien Luftraum befindlichen Bauwerke werden sie oft von Vögeln nicht wahrgenommen und töten oder verletzen durch die Kollision. Für nachtaktive Vögel ist die Gefahr besonders groß, auch ein Auge mit „Restlichtverstärker“ übersieht im schnellen Flug einen dünnen Draht am Nachthimmel.
Ich hoffe „unser“ Junguhu hat mehr Glück…
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Ausgeflogen
Aus technischen Gründen konnten wir einen Tagbucheintrag vom vergangenen Samstag nicht rechtzeitig online stellen. Dieser ist schon jetzt überholt.
Tagebuch vom Samstag:
Es kann nicht mehr lange dauern bis unser Junguhu das Nest verlässt. Bereits vor 10 Tagen konnte er von einem Ende seiner „Terrasse“ bis zur Brutnische fliegen. Jede Beobachtung im Bereich der Cam kann nun die vorerst letzte sein. Wir sollten jeden Moment genießen…
Am heutigen Samstag Morgen gab es reichlich zu fressen. Die Uhus haben einen Mäusebussard erbeutet. Greifvögel gehören zum normalen Beutespektrum wobei Milane, Habicht, Sperber und Wespenbussard jedoch viel seltener Beute der großen Eulen werden als die relativ häufigen Mäusebussarde. Diese jagen noch bis spät in die Dämmerung und begegnen dem Uhu dadurch häufiger als die anderen Arten.
Heute Mittag sitzt der junge Uhu neben den Mäusebussardresten. Der Kadaver bietet noch einige lohnende Brocken, trotzdem bettelt der Uhu. Später frisst er sogar und bettelt gleichzeitig.Wir können also nicht immer von Bettelrufen auf das Fehlen von Nahrung schließen.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Situation normalisiert sich
Am heutigen Nachmittag sitzt auf einem Felsvorsprung wenige Meter über der Kamera ein Altvogel. Vermutlich ist es „Lotte“, denn der männliche Uhu nutzte in den vergangenen Jahren meist einen Ruheplatz auf der gegenüberliegenden Talseite.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Ausreichende Nahrungsversorgung?
Wir versuchen weiterhin zu klären wie es zu der Versorgungslücke kommen konnte. Möglicherweise könnte die erste Hubschrauberspritzung der Weinberge um den 1.6. Ursache gewesen sein.
Ein weiteres Uhupaar an der Ahr hat auch Schwierigkeiten:
Am vergangenen Freitag wurde der weibliche Altvogel schwer verletzt an einer Straße gefunden. Dort hat nun das Männchen die alleinige Verantwortung für die bereits flugfähigen Jungvögel. Wir versuchen auch dort zu beobachten und notfalls zu helfen.
