Uhu-Webcams

Tagebuch2025-03-21T09:11:29+01:00

Unser Tagebuch

Unsere ausführlichen Tagebuch-Beiträge bieten nicht nur spannende Einblicke in das Leben der Uhus durch unsere Webcams, sondern liefern auch wertvolle Zusatz- und Hintergrundinformationen, die ein umfassenderes Verständnis für diese faszinierenden Vögel ermöglichen.

Die Tage werden kürzer: Herbstbalz

29. September 2020|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

zunächst hatten wir nur akustische Hinweise auf das Überleben beider Junguhus. Es dauerte lange, bis dann endlich auch bildlich eindeutig die Existenz der beiden belegt war. Wie die Videos zeigen, hat es – trotz aller Befürchtungen – auch „der Kleine“ geschafft. Auch heute, am 28.09.2020, sind  beide Jungvögel noch im Bereich um die Cam zu sehen oder zu hören. Sie haben eine sehr kritische Phase überstanden und stehen nun kurz von dem Verlassen des elterlichen Revieres. Lottes Verhalten ihnen gegenüber wird rauer, denn für das Elternpaar steht die Herbstbalz bevor. Junguhus sind dabei als Zaungäste nicht gut gelitten. So also ist die Lage.

Ich bekam einige Zuschriften, in denen die nächtlich sehr schlechte Bildqualität hinterfragt wurde. Die Ursache sind defekte Scheinwerfer. Daher steht wieder eine Klettertour an, um die betreffenden Infrarotlampen auszutauschen.

Die Besucherzahlen in den vergangenen 12 Monaten sind mit 1.300.000 geradezu „astronomisch“, was sicherlich auch eine Begleiterscheinung des Corona-Lockdowns war. Für die Spendenbereitschaft auch neuer Zuseher danke ich sehr. Auch erhielten wir eine erneute Zusage für eine Förderung der Cam seitens der Brigitte und Dr. Konstanze Wegener Stiftung, wofür wir ebenfalls sehr dankbar sind. Allerdings ist die Fördersumme um die Hälfte geringer als in den Vorjahren. So suchen wir nun einen zweiten Hauptsponsoren. Falls Ihnen, liebe Zuseher, Firmen oder andere Institutionen als geeignet erscheinen, fragen Sie doch bitte dort nach oder geben Sie uns bitte Nachricht, wenn sich hier eine Kooperationsmöglichkeit ergeben könnte. Zum Erhalt der Cam brauche ich jede Unterstützung.

Die Routinearbeit zum Schutz der Eifeluhus läuft indessen weiter:
Statistik führen, Absprachen mit Abbauunternehmen zum Schutz der Brutnischen treffen, Naturschutzbehörden wegen des  unzureichenden Schutzes von Uhubrutplätzen vor Geocachern, Kletterern und gebietsfremden Mufflonherden kontaktieren, illegale Müllentsorgung in Schutzgebieten melden. Das sind nur einige Stichworte aus der Alltagsarbeit. Es gibt zu jeder Zeit viel zu tun. Auch im Herbst.

Die Tage werden kürzer. Machen Sie bitte das Beste daraus. So wünsche ich Ihnen schöne Beobachtungen von Uhus bei der Herbstbalz.

Ihr

Stefan Brücher

Ist die Uhu-Familie wohlauf?

7. Juli 2020|

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,

nun brauchen wir schon etwas Glück, um die beiden Junguhus mal zu Gesicht zu bekommen. Erneut kann ich aber nur staunen wie oft es dennoch sogar bei Tageslicht gelingt, Aktivitäten der Uhus mit der Cam einzufangen. Nochmals ein dickes Lob und Dank für die zeitintensive Steuerung!

Am 26. Juni haben wir bei Kontrollfahrten zu Brutplätzen von Schleiereulen einen frisch überfahrenen Marder gefunden und ihn auf einen Beuteübergabeplatz der Uhufamilie gelegt. Der Marder blieb dort mehrere Tage liegen. Ob er schließlich von den Uhus verzehrt wurde, wissen wir leider nicht. Die Cam war längere Zeit auf diesen Platz gerichtet. Vielleicht haben Sie sich über die langandauernde Kameraeinstellung in diese Richtung gewundert. Wir hatten gehofft, Lotte oder ihren Nachwuchs auf diese Weise ins Bild zu bekommen.

Die sporadischen Sichtungen und vor allem die Bettelrufe von eindeutig zwei jungen Uhus belegten bis zum 1. Juli, dass es den beiden gut ging. Ab dem Abend des 1. und am 2. Juli konnten wir jedoch nur Bettelrufe von einem Junguhu hören. Inwiefern dies nur an der beschränkten Reichweite des Mikrofons liegt oder ob Grund zur Sorge besteht, konnten wir auch bis zum 7.7. noch nicht klären. Auch unsere Bemühungen etwas weiter entfernt im Ahrtal eindeutig einen bettelnden zweiten Junguhu ausfindig zu machen blieben bislang erfolglos. Ist ein Junguhu ums Leben gekommen? Wurde er durch Schlechtwetter mit Sturmböen vom Heimatfelsen weggetrieben? Hat er dann vielleicht bei Nachbaruhus Anschluss gefunden? Wir wissen es nicht und versuchen weiter die Situation zu klären.

Im Video „Beringung der Webcam-Uhus 2020“ können Sie sich die Bringung nochmals und diesmal aus Perspektive der Helmkamera anschauen.

Für Ihr Interesse am Leben der Uhus und auch für die finanzielle Unterstützung zum Fortbestand der Webcam danke ich Ihnen sehr herzlich.

 

Ihr

Stefan Brücher

Stattlich herangewachsen – auch der Kleine lernt

9. Juni 2020|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

zwischenzeitlich sind unsere Junguhus zu stattlicher Größe herangewachsen. Auch der Kleine lernte im Futterstreit mit seinem Geschwister seine Chancen zu nutzen. Manchmal schien es auch, als würde Lotte gezielt ihm Beutetiere übergeben. Nachdem beide nun schon so groß geworden sind, werden sie es wohl auch noch bis zum Ausfliegen schaffen. Sehr lange werden sie vermutlich nicht mehr im Nestbereich bleiben. Die Nahrungslieferungen waren in den vergangenen Tagen sogar mal annähernd regelmäßig. Auch Leo brachte mehrmals Beute und die Uhus nutzten ihre besondere Stärke im Überlebenskampf: Die Fähigkeit, Igel zu erbeuten und auch andere Beutegreifer wie Mäusebussarde. Mit letzterem schalten sie gleichzeitig einen Konkurrenten um die Kleinnager aus, „two in one“ also. Vielleicht bemerkten besonders aufmerksame Zuseher auch unsere kleinen Unterstützungen in vermeintlich kritischen Nahrungssituationen.

Anderenorts Junguhus verschwunden

Bei bisher fünf Brutplätzen der Eifeluhus verschwanden in diesem Jahr die Jungvögel spurlos. Leider gelang es mir nicht, die Ursache zu ermitteln. Die Möglichkeit, unsere Junguhus bis zum Ausfliegen beobachten zu können, ist also nicht selbstverständlich.

Kein Streichelzoo

Für viel Verwunderung und auch Entsetzen sorgte bei einigen Zusehern die im Video „Der größere Junguhu hat den kleinsten in der Zange“ gezeigte Situation. In den diesbezüglichen Zuschriften war von abartig, grausam, ekelhaft usw. die Rede. Ich sehe es so: Unser Blick in die Uhufamilie ist meist gefärbt von Sympathie für die kleinen, zerbrechlichen Küken, schon um die Eier haben wir gebangt und Lotte sehen wir als fürsorgliche Mutter. Uhus sind jedoch gleichzeitig aggressive Raubtiere: Die Evolution stattete sie mit Killerinstinkt und einem scharfen Reflex für festes Zupacken der zappelnden Beute aus: Je ausgeprägter dieser Reflex ist, umso besser sichern Uhus die erbeuteten Tiere und umso besser ist die Versorgung des Nachwuchses. Darf es uns wirklich wundern, wenn dieser Reflex bei heranwachsenden Uhus einmal in eine andere Richtung entgleist? Auch der Trieb, die Nahrung vor dem Zugriff des Geschwisters abzuschirmen, ist reine Überlebenslogik.

Viele Zuseher, hohe Kosten

Vermutlich durch die wegen Corona geänderte Lebensweise hatte die Webcam in diesem Mai die in Summe höchsten Zuschauerzahlen seit ihrem Bestehen. Wir freuen uns über das Interesse und hoffen, damit ein wenig Lobbyarbeit für die Natur leisten zu können. Kehrseite dieser Zuschauerzahlen sind die resultierenden Kosten für den hohen Datenstrom. Daher bitte ich die Zuschauer auch in diesem Jahr um eine finanzielle Unterstützung durch eine Spende. Bitte geben Sie den Verwendungszweck „Webcam“ und Name sowie Adresse an, damit ich Ihnen eine Spendenbescheinigung zusenden kann. Inwiefern unser bisheriger Hauptsponsor die Cam auch weiterhin unterstützt, ist noch ungewiss. Daher sind wir in diesem Jahr besonders auf Ihre Hilfe angewiesen.

Schutz der Uhus und ihrer Lebensräume

Einen Teil unserer Arbeit zum Schutz der Uhus und ihrer Lebensräume können Sie im zweiten Teil unserer kleinen Videodokumentationen sehen. „Frühlingsboten, Frost und Uhus“ können Sie hier ansehen:

Besonderer Dank

Ganz besonderen Dank möchte ich noch unserer Mitarbeiterin für die Steuerung der Webcam aussprechen. Ohne ihre Arbeit wäre das Projekt längst gestorben und viele Zuseher hätten nie einen Einblick in das Leben der Uhus gewinnen können. Die Mitarbeiterin (sie möchte „anonym“ bleiben) leistet mit einem enormen zeitlichen Aufwand und viel Schlafentzug Unglaubliches, und dies aus reiner Begeisterung für die Sache ohne jede Honorierung. Auch ihre Familie verzichtet auf so Manches, weil es ja eine Rund-um-die-Uhr-Aufgabe ist. Ich empfinde ihre Mitarbeit als ganz besonderes Glück und kann mich gar nicht genug bedanken.

Ich hoffe, unsere Junguhus bleiben noch einige Tage im Sichtbereich der Cam und schaffen auch den Sprung in die Selbstständigkeit.

Ihnen, liebe Uhufreundinnen und -freunde, wünsche ich noch schöne Beobachtungen.

Ihr
Stefan Brücher

Beringungsaktion: Alles in Ordnung

21. Mai 2020|

Liebe Uhufreundinnen und- freunde,

bei der Beringung wirkte auch der kleine Junguhu ausreichend genährt und wohlauf. Die Beringungsaktion verlief aus meiner Sicht normal und ohne besondere Vorkommnisse. Unser Uhus haben zur Zeitkeine wirkliche Not. Es gab in den vergangenen Tagen Junghase, Ente und Bussard, ersterer sogar von Leo angeliefert.

Bei Lottes Nachbarn ahraufwärts konnte ich am Sonntag ebenfalls zwei Junge beringen; die Nachbarn ahrabwärts waren am Mittwoch an der Reihe. Dort sitzen ebenfalls zwei Junge mit erheblichem, etwas weniger stark ausgeprägtem, Größenunterschied im Nest.

Ich wünsche uns noch schöne Beobachtungen und den Uhus volle Bäuche.

Ihr
Stefan Brücher

 

Vergangenen Tage sind gut verlaufen

16. Mai 2020|

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,
die vergangenen Tage sind für unsere Nestlinge offensichtlich ganz gut verlaufen. Auch der Kleine entwickelt sich weiter, wird munterer und ging auch bei den Fütterungen nicht leer aus.

Die geplante Zufütterung mit der Bisamratte verlief leider nicht nach Plan. Die Bisamratte verschwand zwar am Übergabeplatz, tauchte jedoch nicht im Nest auf und die Junguhus mussten eine weitere Nacht auf Nahrung verzichten. Erst am nächsten Nachmittag schien Lotte einen Igel erbeutet zu haben und sie verfütterte ihn auch sofort an die ausgehungerten Geschwister. Inwiefern es sich bei der am Dienstag (12.5.) ins Nest gebrachten Bisamratte um das vermisste oder um ein frisch erbeutetes Tier gehandelt hat, wissen wir nicht. Manches spricht dafür, manches dagegen.

Der Herr Familienvater machte sich die vergangenen Tage recht rar. Im Gegensatz zu „normalen“ Uhumännchen ruft Leo abends häufig nicht am Heimatfelsen bevor er zur Jagd fliegt. Bei den meisten Uhubrutpaaren ist es ein allabendliches Ritual: Der Mann markiert sein Revier möglichen Konkurrenten gegenüber, lässt die Familie wissen, dass er auf Posten und wachsam in der Nähe war und fliegt dann auf die Jagd.

Im Ahrtal wurde in diesem Jahr ein kleiner Steinbruch neu vom Uhu besiedelt und die Brut war auch erfolgreich. Das dortige Männchen wurde schwer verletzt gefunden (wahrscheinlich wurde es im Straßenverkehr angefahren). Es war nicht mehr zu retten und wurde eingeschläfert. Dort sitzt nun auch ein Weibchen, welches mit der Versorgung von drei Jungvögeln seine Mühe hat, vermutlich noch größere als Lotte.

Die Beringung unserer Junguhus plane ich für den kommenden Sonntag (17.05.) ab 12.00. Ich freue mich darauf, die Uhukinder hautnah zu erleben, auch um ihre Konstitution besser beurteilen zu können. Im Anschluss möchte die Glaskuppel der Cam noch gereinigt und ein defekter Infrarotscheinwerfer gewechselt werden.

 

Ich wünsche Ihnen schöne Beobachtungen

Ihr
Stefan Brücher

Größenunterschied zwischen den beiden Uhuküken

10. Mai 2020|

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,

der Größenunterschied zwischen den beiden Uhuküken ist extrem und aus dem Kleinen wird sicherlich nie ein wirklich großer stattlicher Uhu werden. Sofern wir jedoch immer mal wieder etwas Nahrung zuschießen, hat er nach meiner Einschätzung zumindest die Chance, flügge zu werden und sein Glück in der Welt zu versuchen.

Kleinwüchsige Uhuküken finden wir seit Beginn der Wiederbesiedlung immer mal wieder in den Uhunestern.  Sofern ihre Füße ausreichend groß waren, habe ich sie beringt und war mir oft unsicher, ob die Ringe nicht im kommenden Jahr zwischen den Knochen der Nahrungsreste zu finden sein werden. Manchmal war es dann so, aber es gab auch Funde von beringten  „Miniuhus“, die erst einige Jahre später zivilisatorischen Gefahren zum Opfer fielen. Auch konnte ich bei den vielen Beringungen immer mal wieder besonders kleine weibliche Uhus als brütende Weibchen beobachten. Zwergwüchsige können es also schaffen.

Wie auch schon in den vorherigen Jahren hält sich Lotte bei einem Jungvogelalter von mehr als drei Wochen nun nicht mehr ständig im Nest auf. Sie ist jedoch in der Nähe und behält ihre Jungen im Blick. Ein Grund zur Sorge ist dies keinesfalls.

Wir wissen nicht wie sehr sich Lotte am Beutemachen beteiligt. Sitzt sie nachts meist in der Nähe und wartet auf Leo und die Nahrung, die er bringt? Oder unternimmt Lotte selbst stundenlange Jagdausflüge? Riskiert sie es, dass die Küken von Fuchs oder Marder erbeutet werden? Könnten die spärlichen Nahrungslieferungen von Leo durch eine zeitgleiche Brut mit einem anderen Weibchen verursacht sein? Solche Doppelbruten wurden bei Uhus schon festgestellt. Es ist doch erstaunlich, was trotz „Rund-um-die-Uhr-bewachung“ unklar bleibt.

Erinnern Sie sich an das Drama des im vergangenen Jahr an einem Strommast gestorbenen Uhuweibchens und ihren daraufhin verhungerten Junguhus?
Dort hatte ja das Männchen weiterhin Beute ins Nest gebracht. Die Küken verhungerten jedoch, weil er die große Beute nicht zerkleinerte. Für diese Situation wäre Leo  der Richtige gewesen, zumindest ein Küken hätte er vielleicht mit Mäusen ausreichend versorgen können. Manche der instinktiven Verhaltensweisen passen zwar nicht immer, sie sind jedoch ein möglicher Schlüssel für die Reaktion auf veränderte Umstände. Vielleicht ist der Uhu so erfolgreich, weil durch solche Sonderlinge, wie Leo einer ist, eine große Anpassungsfähigkeit erreicht wird. Noch vor 30 Jahren, als viel mehr gefährliche Strommasten in der Landschaft standen als heute, hatten beispielsweise kleinere Uhus eine größere Überlebenschance, weil ihre geringere Flügelspannweite das Risikio eines Stromschlags verminderte. Damals waren kleinwüchsige Uhus also im Vorteil.

Damit unser kleinwüchsiger Uhu überlebt, wird es heute Abend Bisamratte geben. Wir werden auch weiterhin dafür sorgen, dass der Kleine eine Chance hat.

Die Beringung, hoffentlich beider Junguhus, plane ich für Sonntag den 17. Mai.

Ich wünsche Ihnen schöne Beobachtungen

Ihr
Stefan Brücher

Zu früh gefreut?

25. April 2020|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

in den vergangenen Nächten ist Leo anscheinend wieder in alte Verhaltensmuster zurückgefallen. Sein Instinkt, die Küken selber füttern zu wollen, ist offensichtlich sehr stark ausgeprägt.

Zu Beginn der Jungenaufzucht hatte er sich ja als tollkühner Jäger mit großen Beutetieren präsentiert und nun scheint er wieder „auf dem Mäusetripp“ zu sein. Aktuell ernährt er seine Familie nicht mit großen Beutetieren sondern „vergnügt“ sich mit der Übergabe von Mäusen direkt an das größere Küken. Das Kleinere vermag noch keine ganzen Mäuse zu verschlucken und würde wohl die kommende Nacht ohne Nahrung nicht überstehen.

Möglicherweise tue ich Leo Unrecht, möglicherweise gab es für ihn nicht die Möglichkeit, große Beute zu machen, und die kleinen Happen sind ja besser als nichts. Ja, es könnte so sein, aber ehrlich gesagt, ich glaube nicht daran.

Ich hatte gehofft, mich nicht mehr zwischen „der Natur ihren Lauf lassen“ und „einzugreifen“ entscheiden zu müssen, denn mit keiner der beiden Möglichkeiten bin ich wirklich glücklich.

Nun wird es heute Abend wohl Eichhörnchen geben und ich hoffe, es rettet den Kleinen.

Die von mir verfütterten Eichhörnchen sind allesamt Straßenverkehrsopfer. Wenn ich sie einsammele, waren sie nie unter die Reifen gekommen. Wie an den Augen zu sehen ist, starben sie durch die Druckwelle unter den heutzutage tief liegenden PKW, so wie auch die meisten Amphibien.

Nicht nur die Natur ist grausam, wenn sie einen kleinen Uhu verhungern lässt. Wir sind es noch viel mehr, wenn wir unnötig mit dem Auto herumfahren und die Folgen ausblenden!

 

Ich wünsche Ihnen dennoch schöne Beobachtungen.

Ihr
Stefan Brücher

 

Küken Nr. 1 ist wohlauf

12. April 2020|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,

Küken Nr. 1 ist wohlauf. Auch Fütterungen konnten wir schon sehen. Leo hatte passend zum Schlupf ein Kaninchen erbeutet und bis ans Nest geliefert. Nahrungsmangel müssen wir also für die ersten Tage nicht befürchten. Auf  Küken Nr. 2 müssen wir möglicherweise noch Tage warten, weil das dritte Ei ja einige Tage später gelegt wurde.

Auf dem Video „Lieferservice-Leo bringt ein Kaninchen ins Nest“ (zurückliegend im aktuellen Videorückblick) können wir auch sehen, wie Leo sich für den Nachwuchs interessiert. Er möchte das Küken in Augenschein nehmen und versucht hinter Lotte zu schauen. Ihr gefällt das jedoch nicht und sie scheucht ihn weg. In der Nacht auf Ostersonntag brachte Leo erstmalig eine Bisamratte zum Nest. Er lernt also immer noch dazu und erweitert sein Beutespektrum auch noch im sechsten Lebensjahr.

Uhus in aktiven Steinbrüchen

Ein gutes Drittel der Eifeluhus lebt nicht so malerisch wie unsere Uhufamilie vor der Webcam, sondern in Steinbrüchen mit Abbaubetrieb. Wie die EGE die gewinnorientierten Abbauunternehmen für den Schutz der Uhus in den Steinbrüchen zu gewinnen versucht, können sie in unserem Video  „Steine Schlamm und Uhus“ unter

sehen.

Ich hoffe auf ein zweites Küken, wünsche Ihnen viele schöne Beobachtungen und schöne Ostertage

Ihr
Stefan Brücher

Bruterfolg steht in Frage…

29. März 2020|

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,

ein diesjähriger Bruterfolg von Lotte und Leo steht in Frage. Am Freitagmittag (27.03.) konnten wir an einem von Lotte bewegten Ei ein Loch und austretende, Fäden ziehende Flüssigkeit erkennen. Auch werden sich die Fliegen nicht zufällig an der Nistmulde herumtreiben. Inwiefern die beiden anderen Eier unversehrt sind, wissen wir nicht. Auch können wir nicht beurteilen, ob die aus einem Ei ausgetretene Flüssigkeit das übrige Gelege verklebt und Embryonen möglicherweise erstickt haben könnte.

Nach meiner Einschätzung steht  die Chance auf schlüpfende Küken daher leider nicht viel besser als 50:50.

Eine seltene Beobachtung: Am vergangenen Sonntag rastete ein Wanderfalke vor der Cam. Er konnte dank des Ringes, der abzulesen war, als ein im April 2019 bei Karlsruhe beringtes Weibchen identifiziert werden.

Und noch eine interessante Ringablesung: Am Mittwoch konnten wir erneut Leos Ringnummer ablesen und seine Identität bestätigen. Er ist immer noch derselbe Leo, nestjung in der Eifel 2014 beringt und im Februar 2015 erstmals als „Leo“ abgelesen.

In manchen Nächten war Lotte sehr unruhig und verließ die Eier bis zu elfmal. Ursache war vermutlich ein fremdes Uhuweibchen im Bereich des Brutfelsens. Normalerweise verlässt Lotte das Gelege nur zwei bis sechsmal je Nacht. In der Nacht auf den 28.3. konnten wir den Fremduhu erneut bestätigen und Lotte reagierte wieder mit zehn, meist kurzen Ausflügen und erhöhter Rufaktivität.

Ich hoffe weiterhin auf schlüpfende Uhuküken ab dem 10.4.2020. Bitte drücken auch Sie die Daumen. Dankeschön!

 

Ihr
Stefan Brücher

Noch mal gutgegangen?

12. März 2020|

Erst vor wenigen Tagen war ein Marder auf die brütende Lotte zugelaufen und ihrer abwehrenden Attacke vermutlich nur knapp entkommen. Ob sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (11.3. auf 12.3.) derselbe Marder in Lottes Abwesenheit dem Gelege näherte, wissen wir nicht. Aber der Reihe nach:

Um die von Leo erlegte Beute an der gegenüberliegenden Felsrippe im Empfang zu nehmen, hatte Lotte das Nest gegen 1:22 Uhr verlassen. Dann ging um 1:23 Uhr alles ganz schnell und in zwei Sekunden war auch schon alles vorbei. Der Marder hielt sich offenbar zunächst knapp oberhalb der Brutnische auf und wurde dort von Lotte angegriffen. Während dieser Aktion war Lotte nicht ganz kampfbereit, weil sie in einen Fuß noch das abgeholte Kaninchen hatte. Sie konnte den Marder wohl nicht greifen und so fiel er mitten ins Gelege. Zumindest ein Ei wurde dadurch kurz hochgeworfen, der Marder schnellte gleichzeitig aus der Mulde und Lotte versuchte erneut, ihn zu fassen zu bekommen.

Um den Vorgang richtig erkennen zu können hier die Zeitlupe:

Vor einigen Jahren zeigte ein im Internet veröffentlichtes Video einen Marder, der Eier fressen wollte und einen Schwarzstorch der versuchte, seine Gelege zu verteidigen. Sollte unser Marder ähnlich viel Selbstbewusstsein haben, müssen wir vermutlich mit weiteren Raubzügen zum Uhugelege rechnen. Respekt oder gar Lebensangst scheint keine ausgeprägte Charaktereigenschaft dieser Räuber zu sein. Auch Lottes erster Angriff vor einigen Tagen hatte, sofern dieser demselben Individuum galt, keine nachhaltige Wirkung.

In dem neuen Fenster „Aktueller Video-Rückblick“ unterhalb des Live-Steams auf der Startseite werden wir auch zukünftig die aktuellsten Video hochladen, die älteren rutschen dann allmählich nach hinten.

Am Dienstag (11.03.) hat Lotte übrigens ihr zweites Ei gelegt. Hoffentlich haben beide Eier den Tumult heil überstanden.

Die aktuellen Beobachtungen am Uhunest sind nun doch etwas spannender als ich sie uns wünsche. Dennoch viel Vergnügen beim Zusehen.

Ihr
Stefan Brücher

Die Brut hat begonnen!

9. März 2020|

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,

wie auch im letzten Jahr hat Lotte am 7. März mit der Brut begonnen. Schon am 5. März saß unser Uhuweibchen stundenlang Probe im traditionellen Nest. Ich bin froh und erleichtert über die Entscheidung der Uhus, diesen Brutplatz erneut zu nutzen. Vielen Dank, Lotte!

Die alternative Brutnische an Cam 2 hatte ich mir vor einigen Tagen angesehen. Auch dort hatten die Uhus eine Mulde gescharrt. Diese war jedoch vollkommen durchnässt und wirkte sehr ungemütlich. Dummerweise liefert Cam 2 keine Bilder. Das Ergebnis meiner Untersuchung von Cam 2 lautet: Totalschaden wegen Nässe. Von dort sind also keine Bilder mehr zu erwarten.

Am aktuellen Brutplatz schaut Lotte immer mal wieder nach oben in Richtung der Fuchsaktivitäten. Hoffentlich weist Lotte, wie es ihr im Vorjahr auch gelang, die Füchse bei Zeiten in die Schranken, ohne dass es zur Beschädigung des Geleges kommt.

 

Ich wünschen Ihnen viele interessante Beobachtungen.

Mit vielen Grüßen

Ihr
Stefan Brücher

Balzaktivitäten am traditionellen Nest

10. Februar 2020|

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,

am Uhufelsen im Ahrtal ist die Balz in vollem Gange. Beide Uhus sind regelmäßig vor der Cam zu sehen, und ein zweites Uhuweibchen war vor einigen Tagen im letztjährigen Nest.

Um Ihnen auch schon vor dem Brutbeginn einen besseren Einblick in die Aktivitäten des Uhupaares zu ermöglichen, werden wir zukünftig unter dem Link:

regelmäßig aktuelle Videos hochladen. Zur Zeit ist es ja, sofern Sie nicht stundenlang live in die Cam schauen, noch Glücksache, einen der spannenden Momente „mit Uhu“ zu erwischen. Sie könnten gar den falschen Eindruck gewinnen, als wäre nichts los vor der Cam.

Die Balzaktivitäten unserer Uhus sind in diesem Jahr bisher meist auf das traditionelle Nest ausgerichtet. Deswegen können wir begründet auf eine Brut vor der Cam hoffen. Auch die Nahrungsressourcen in Form hoher Mäusebestände scheinen sich in weiten Teilen der Eifel über den Winter erhalten zu haben: Auf vielen Wiesen und an den Böschungen der Straßenränder sehen die Löcher und Gänge der kleinen Nager immer noch benutzt aus.

Auch in der Küche meines alten Fachwerkhauses habe ich in den vergangenen Monaten so viele Mäuse fangen können wie seit Jahrzehnten nicht. Hier in der Eifel weisen die Zeichen also auf ein gutes Eulenjahr hin.

Mit vielen Grüßen

Ihr

Stefan Brücher

Elternpflichten längst nicht vorbei

5. August 2019|

Liebe Uhufreundinnen und -freunde,
mit dem Ausfliegen der Junguhus sind Lottes und Leos Elternpflichten längst nicht vorbei. Die Jungen brauchen Monate bis sie alleine für ihre Ernährung sorgen können. Die Cam kann diese Phase meist nicht begleiten. In den letzten Tagen war die Anwesenheit der Jungen jedoch und manchmal sogar bildfüllend zu sehen:

 

Die Überreste des Fuchses wurden bespielt:

Und auch am Tageseinstand (Foto) waren die Uhukinder auszumachen:

Lotte und Leo sind weiterhin gefordert, um den drängenden Nachwuchs satt zu kriegen. Immerhin sind die beiden „Kleinen“ noch wohlauf, und dies ist keine Selbstverständlichkeit: An drei sehr spät kontrollierten Uhubruten fand ich die Überreste von flüggen, verendeten Junguhus. Dort waren offensichtlich alle Jungvögel der jeweiligen Brut gestorben. Bei Nahrungsmangel hätte wahrscheinlich zumindest einer überlebt, und daher vermute ich andere Ursachen. Leider waren die Körper schon so sehr verwest, dass eine Untersuchung der Todesursache nicht mehr möglich war. Auch bei den im vergangenen und in diesem Jahr am Brutplatz tot aufgefundenen Altuhus war ein Nachweis der Todesursache nicht mehr möglich. Ob und welche Krankheiten im hiesigen Uhubestand möglicherweise grassieren, bleibt also vorerst ungeklärt.

Die Spendenbescheinigungen für die von Ihnen gewährte finanzielle Unterstützung (bis zum 17.07.) dürften Sie zwischenzeitlich erhalten haben. Einigen Namen konnte ich trotz Suche im E-mail-Posteingang keine Adresse zuordnen. Falls Sie keine oder eine fehlerhafte Bescheinigung erhalten haben sollten, melden Sie sich bitte. Und nochmals herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Restsommer.

Stefan Brücher

Junguhus noch wiederholt zu beobachten

26. Juni 2019|

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,
erfreulicherweise konnten wir in den vergangenen Tagen wiederholt beide Junguhus via Cam beobachten.

Erstmals bewährte sich die vor zwei Jahren leicht geänderte Kameraposition. Das erweiterte Blickfeld ermöglicht Beobachtungen, die zuvor nicht möglich waren. Ganz links oben konnten wir nun abends immer wieder beide Junguhus auf dem Felsgrat sitzen und auch an- und abfliegen sehen (Video).

Ein stärkeres Zoomen ist in diesem Bereich jedoch leider nicht möglich, weil der Schwenkbereich des Objektivs schon am Anschlag ist. Die produktionsbedingte Naht in der Schutzkuppel der Kamera verursacht leider einen querliegenden, fast undurchsichtigen Streifen, der sich jedoch glücklicherweise etwas unterhalb des Sitzplatzes unserer Uhukinder befindet.

Mein im letzten Tagebucheintrag angekündigte Fütterungsversuch mit dem Fuchskadaver war wohl mehr ein Beitrag zur Erhaltung der Insekten als zur Sättigung der Uhufamilie.

Die Junguhus waren ganz auf die von den Altvögeln angelieferte Nahrung konzentriert und bemerkten den toten Fuchs nicht. Zudem ist der Instinkt männlicher Altvögel generell wenig auf die Wahrnehmung von Aas ausgerichtet. Wir konnten während der vielen Jahre schon oft feststellen, dass Uhumännchen keine ausgelegte Nahrung zu ihren Nachkommen bringen. So hätte einzig Lotte den Fuchs annehmen können. Allerdings konnten wir vor Jahren beobachten, wie erschrocken Lotte das Nest verließ, als ich ihr einen dicken Hasen ins Nest gelegt hatte. Damals war ihr das große Tier sichtlich unheimlich; sie ergriff beim zweiten Anflug gezielt den Kopf des Hasen, vermutlich um eine Gefährdung der Jungen auszuschließen. Vielleicht hielt sie diese Skepsis nun auch davon ab, den Fuchs als Beute zu begreifen. Das Verhalten der Uhus ist aus unserer Sicht oftmals nicht wirklich logisch. Es gibt verschiedene Verhaltensprogramme, die durch den einen oder anderen Reiz ausgelöst werden können. So konnten wir beobachten wie Lotte es zur Verteidigung des Nestes wagte, einen halbstarken Fuchs anzugreifen. Beide Beobachtungen sind nur scheinbar widersprüchlich.

Es gab noch einen anderen bemerkenswerten Vorgang:
Ungefähr in der Mitte der Jungenaufzuchtzeit, als die Nahrung knapp war, hatte ich die schwierige Situation mit dem Auslegen eines überfahrenen Marders an der bewährten Stelle zu verbessern versucht. Lotte holte ihn jedoch nicht ins Nest. Auch hier vermute ich ein instinktives Misstrauen gegenüber dem „gefährlichen Raubtier“. Erst eine Woche (!) später tauchte sie mit den gammeligen Resten des Kadavers kurz im Nest auf. Erst zu diesem Zeitpunkt schien sie sich sicher zu sein, dass der Marder keine Gefahr mehr darstellte, so vermute ich. Allerdings verschwand sie rasch wieder, ohne den Jungen etwa von den Marderresten zu füttern. Soviel zu meiner Vorstellung von der Uhupsyche.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Brücher

Ausgeflogen

11. Juni 2019|

Liebe Uhufreundinnen und –freunde,

„unsere“ Uhukinder waren nun schon zwei Nächte lang nicht mehr im Nestbereich zu sehen. Vermutlich werden es leider nur kurze Zeitspannen sein, in denen wir die Junguhus nochmals zu Gesicht bekommen werden. Bis die beiden selbstständig sind, wird es jedoch noch Monate brauchen. Leo und Lotte sind weiterhin gefordert, ausreichend Nahrung herbeizuschaffen. Und bis sich die tollpatschigen jugendlichen Uhus zu geschickten und erfolgreichen Jägern entwickelt haben, bedarf es monatelanger Übung. Sofern es ihnen gelingt, ein passendes Revier zu finden, könnten die Junguhus in einem Jahr selber schon Eltern sein und für den Fortlauf der Natur sorgen. Wünschen wir ihnen Glück und eine geschützte Natur.

Bei meinen Fahrten durch die Eifel fand ich am Pfingstmontag einen frisch überfahrenen Jungfuchs. Ich werde versuchen, ihn als „Abschiedsgeschenk“ im Nestbereich zu platzieren. Ob er sein Ziel findet oder auf andere Weise den Weg alles Irdischen geht, ist natürlich ungewiss.

Zum Ende der diesjährigen Uhubrutzeit danke ich Ihnen ganz herzlich für Ihre Treue und alle Unterstützung. DANKESCHÖN! Bitte bleiben Sie mit unser Organisation verbunden und besuchen Sie auch in nächster Zeit immer einmal unsere Website. Hier finden Sie Woche für Woche neue Nachrichten aus dem Eulen- und Naturschutz.

Alles Gute für Sie!

Ihr

Stefan Brücher

Haben Sie weitere Fragen zur Arbeit der EGE? Wir stehen gerne zur Verfügung!

Haben Sie weitere Fragen zur Arbeit der EGE?
Wir stehen gerne zur Verfügung!

Haben Sie weitere Fragen zur Arbeit der EGE? Wir stehen gerne zur Verfügung!

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