Was in Deutschland in einem halben Jahrhundert rechtlich für den Naturschutz erreicht wurde, droht in weniger als einer Legislaturperiode verspielt zu werden. Die frühere Bundesregierung unter Olaf Scholz, Robert Habeck und Christian Lindner machte 2022 mit dem Abbau des Naturschutzrechts zugunsten der Windenergiewirtschaft den Anfang. Die von Friedrich Merz und Lars Klingbeil geführte christlich-soziale Regierung führt diesen Kurs unbekümmert fort zugunsten weiterer Interessen und flankiert von einem milliardenschweren Sondervermögen an Schulden. Nun wird ins Werk gesetzt, wofür es zuvor an Geld fehlte. Angesichts der laufenden Großoffensive gegen die Errungenschaften des Naturschutzrechts – respektive der Eingriffsregelung, des Artenschutzes und des Verbandsklagerechts – drängt sich die Frage nach der Rolle der Medien und der Zivilgesellschaft auf. Das Schweigen der Medien, insbesondere der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und des Journalismus insgesamt ist ebenso beschämend wie beängstigend. Sollten nicht wenigstens die großen Umweltorganisationen dem Angriff auf den Schutz der Biodiversität die Stirn bieten? Oder sind diese Vereinigungen infolge der Verbindungen, die sie mit der Politik eingegangen sind, noch glaubwürdige Anwälte des Naturschutzes?
Die renommierte Journalistin Johanna Romberg fragte kürzlich in der Wochenzeitung „der Freitag“ angesichts der Frontalangriffe auf Natur, Naturschutz und Naturschutzrecht nach den Strategien der Naturschutzverbände und resümierte: „Wer Geld vom Staat annimmt, riskiert Interessenkonflikte und macht sich angreifbar.“ Die EGE dankt der Autorin für ihre kritische Analyse und die Erlaubnis, ihren Beitrag auf der Website der EGE platzieren zu dürfen. Johanna Romberg ist den Lesern der EGE-Website nicht zuletzt als Autorin ihres Buches bekannt: Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht. Unsere Naturschätze. Wie wir sie wiederentdecken und retten können.

Buch gegen Mutlosigkeit im Naturschutz – Romberg, Johanna (2021): Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht. Unsere Naturschätze. Wie wir sie wiederentdecken und retten können. Quadriga Verlag. Hardcover. 288 Seiten. ISBN: 978-3-86995-104-1. 28,00 € inkl. MwSt.