Der Nationalpark Schwarzwald ist kürzlich erweitert worden. Jetzt sind seine beiden zuvor getrennten Gebietsteile vereint. Allerdings sind zugleich andere Flächen aus dem Schutzgebiet entlassen worden. Die Titelgeschichte der neuen Ausgabe der Zeitschrift Nationalpark befasst ich mit dem Für und Wider des Lückenschlusses sowie mit der Frage nach der Zukunft des Auerhuhns in dem jetzt 11.267 Hektar großen Schutzgebiet. Das Auerhuhn ist wie der Luchs ein Symbol für den wilden Wald. Wie steht es um das Schicksal der beiden Wildtiere in Deutschland? Die neue Ausgabe geht dieser Frage nach. Wilden Wald gibt es auch an den Hängen des Edersees in Hessen, wenngleich auf eher kleiner Fläche. Das Heft richtet den Blick in den alten Eichenwald. Ein weiteres Portrait gilt faszinierenden und gefährdeten Bestandteilen norddeutscher Landschaften: den Söllen – aus der Eiszeit stammenden Kleinbiotopen. Ebenfalls im Fokus des Heftes sind der Sihlwald in der Schweiz, eine Radtour durch Südschweden, das Angebot barrierefreier Erlebnisse im Nationalpark Bayerischer Wald und die Kritik an den Auswüchsen des Fahrradtourismus im Nationalpark Harz.
Nicht weniger bemerkenswert ist das Editorial der aktuellen Ausgabe. Es kritisiert die gesetzgeberischen Vorgänge im Deutschen Bundestag. Mit deutlichen Worten hebt es sich wohltuend aus der Naturschutzscene heraus, die angesichts des Abbaus des Naturschutzrechts in die Wortlosigkeit abgetaucht ist. Die Naturschutzorganisationen, mit staatlichen Transferleistungen von Bund und Ländern alimentiert und vielleicht auch deswegen ihres Schneids verlustig, sind weithin verstummt. Es wird gerade von den vielen Personen im Naturschutz an Errungenschaften verspielt, was die wenigen im Naturschutz vor einem halben Jahrhundert ohne staatliche finanzielle Zuwendungen erreicht haben. Verspielt im Namen von Klimaschutz, Transformation, Beschleunigung und vermeintlichem Bürokratieabbau. Den mit mehr als acht Milliarden Euro „Demokratieabgabe“ üppig versorgten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ist eine Berichterstattung über das gesetzgeberische Abbruchunternehmen keine Sendeminute wert. Stattdessen werden Zuschauer und Hörer in Endlosschleife mit Erfolgsmeldungen über die Segnungen der energiewirtschaftlichen Industrialisierung von Natur und Landschaft (einschließlich Nord- und Ostsee) versorgt. Der Umwelt-Journalismus hat sich irgendwo zwischen Erderhitzung, Stunde der Gartenvögel und der Jagd auf Wölfe eingerichtet. Die Zeitschrift Nationalpark sollte deshalb gefragter sein, denn je.
Die Zeitschrift Nationalpark berichtet auf 46 Seiten viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, große Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick in den Naturschutzes. Die EGE empfiehlt die auf 100% Recyclingpapier gedruckte Zeitschrift mit den Worten, die der Journalist Horst Stern für sie gefunden hat: „Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen“. Vielleicht möchten Sie die Zeitschrift mit einem Probe-Abo kennenlernen oder mit einem Geschenk-Abo helfen, sie bekannter zu machen. Zur aktuellen Ausgabe gelangen Sie hier.
