Das öffentliche Sterben des gestrandeten Buckelwals Timmy in der Ostsee und die Versuche, ihn zu retten, bewegten vor einigen Wochen die mediale deutsche Öffentlichkeit. Das Schicksal eines anderen Wildtieres liegt 20 Jahre zurück und ist weithin vergessen. Damals, im Juni 2006, hielt sich der als Bruno bekannt gewordene Braunbär für längere Zeit im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet auf und überschritt mehrfach die Landesgrenze. Der Bär stammte aus der italienischen Provinz Trient. Der letzte Braunbär war 1835 im bayerischen Ruhpolding erlegt worden. Die Bayerische Staatsregierung stufte Bruno als Gefahr für Menschen ein und gab ihn schließlich zum Abschuss frei. Am 26. Juni 2006 wurde der Bär erlegt. Er wurde präpariert und kann im Museum „Mensch und Natur“ im Schloss Nymphenburg besichtigt werden. Dort ist auch der 170 Jahre zuvor in Bayern erlegte Bär untergekommen. Nach dem tödlichen Angriff eines Bären aus demselben Wurf wie Bruno auf einen Jogger in der Provinz Trient im April 2023 dürfte die Akzeptanz für die Rückkehr des Braunbären hierzulande weiter gesunken sein. Überträgt man diesen Maßstab im Umgang mit großen Wildtieren auf die Länder des Südens, wachsen die Sorgen um die Zukunft beispielsweise der Big Five Afrikas.