Unser Tagebuch
Unsere ausführlichen Tagebuch-Beiträge bieten nicht nur spannende Einblicke in das Leben der Uhus durch unsere Webcams, sondern liefern auch wertvolle Zusatz- und Hintergrundinformationen, die ein umfassenderes Verständnis für diese faszinierenden Vögel ermöglichen.
Sorge um Lotte
Die letzte Nacht hat es im Gebiet stark geregnet. Das vermindert den Jagderfolg. Vielleicht hat Lotte nun so ganz ohne Futter einfach keine Lust, sich von den Jungen anbetteln zu lassen. Hungrige Jungen können nämlich sehr lästig sein. Die Jungen sind jetzt auch in einem Alter, in dem es normal ist, dass die Alten sie auch für Stunden alleine lassen. Vielleicht sitzt sie in einiger Entfernung und hält die Jungen sicher im Auge. Hoffen wir es. Bisher hat sich Lotte als sehr tüchtige Mutter erwiesen. Ich werde den Brutplatz heute in Augenschein nehmen, um Näheres in Erfahrung zu bringen und Sie umgehend über das Ergebnis zu informieren.
Für den Fall, dass die Jungen zu verhungern drohen, werden wir die Jungen in menschliche Obhut bringen. So können sie wenigstens gerettet und später als erwachsene Uhus auf ein Leben in Freiheit vorbereitet in die Natur entlassen werden. Wir müssen aber zunächst die Situation beobachten.
Uhus sind vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Auch im Ahrtal, das zwar als Vogelschutzgebiet für den Uhu unter Schutz steht. Vor allem der Straßenverkehr ist eine permanente Bedrohung. Nach der langen Brutzeit ist das Uhuweibchen vermutlich auch in keiner guten Kondition, was die Kollisionsgefahr erhöht, zumal wenn das Gefieder vom Regen durchnässt ist. Dass irgend ein Verrückter auf die Uhus geschossen haben könnte, möchten wir uns lieber nicht vorstellen. Insofern erleben sie nun die Nöte, die uns bei unserer Arbeit stets begleiten. Es zeigt sich, wie wichtig es ist, Uhulebensräume vor dem Einfluss der Zivilisation zu schützen. Dass Sie in Lottes Fall unsere Sorgen teilen, freut uns.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Lottes Junge werden beringt
Die Kamera wird zu der Zeit eigens einen größeren Ausschnitt in den Blick nehmen, so dass Sie bei der Kennzeichnung live dabei sein können.
Die wissenschaftliche Uhuberingung soll nicht nur bio-ökologisches Wissen vermehren, sondern vor allem zu mehr Erkenntnissen führen über Risiken und Gefahren im Leben der Uhus, um sie immer besser schützen zu können.
Vielleicht möchten Sie den Lebensweg der drei jungen Uhus mit einer Patenschaft begleiten. Sie können „Ihrem“ Uhu auch einen Namen geben. Nähere Informationen über den Erwerb einer Uhupatenschaft finden Sie hier.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Rasantes Wachstum… und Regen in der Eifel
Der Nistplatz unserer Uhus ist übrigens eine „Luxuswohnung“, denn auch bei starkem Dauerregen ist es dort „staubtrocken“. Lotte muss also nicht ihre Jungen vor Regen schützen und kann so auch bei Regen auf die Jagd gehen. Das ist, auch wenn der Jagderfolg bei Regen natürlich geringer ausfällt, ein großer Vorteil. Andere „Uhumütter“ müssen sich entscheiden, ob sie ihre Jungen vor Regen schützen oder ob sie auf Beutefang gehen.
Die drei Junguhus wachsen sehr schnell. Die Zeit für die Beringung naht. Die Aktion ist (wetterabhängig) für Samstag, den 15.5.2010 geplant.
Augen auf!
Im Gegensatz zu ihrer Mutter können die Küken bald auch im Nahbereich relativ scharf sehen und deswegen kleine Nahrungsbrocken auch selbst vom Boden aufnehmen.
Sie müssen dann nur noch lernen, zwischen echter Nahrung und sonstigen Dingen im Nest wie beispielsweise kleinen Steinen zu unterscheiden.

Die Füchse in Lottes Revier müssen sich in Acht nehmen. Wenn Lotte das Nest verlässt, Lottes Junge aber auch vor dem Fuchs.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
2 oder 3 Junge? Und: alles nicht so einfach …
Auch Uhus müssen „füttern“ und „gefüttert werden“ erst einmal einüben.
Mutter und Jungvögel hatten, das zeigen die Beobachtungen, zunächst noch einige Schwierigkeiten beim Vorgang des Fütterns und der Nahrungsaufnahme.
Die notwendige Maßarbeit koordinieren die Eulen nur mittels Gehör und Tastsinn. Die Mutter gibt dabei Laute von sich, während dessen versucht das Junge mit den am Schnabel befindlichen Tastfedern die Nahrung zu erfühlen und diese zu packen. Das jüngere Küken kann dabei leicht ins Hintertreffen geraten und bei der Versorgung zu kurz kommen. An sich gibt es zurzeit keinen Mangel an Beutetieren.

Ein Belegfoto könnte einen jungen Fuchs zeigen.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Mutterglück…
Es wurde am 15. April aufgenommen und zeigt Lotte mit einer leeren Eischale. Das erste Ei war demnach schon früher im Nest als wir angenommen haben.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Bald schlüpfen sie…

Am Brutplatz erscheint nun endlich regelmäßig auch Lottes Brutpartner, der sie in der Nacht mit Nahrung versorgt. Anfangs hatte sich Lotte die Nahrung in einiger Entfernung vom Brutplatz noch abholen müssen. Auch dies spricht für ein eher junges, noch wenig erfahrenes Paar.
Übrigens erwarten wir den Schlupf des ersten Uhukükens um den 19. April.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Mindestens 2 Eier im Nest
Und jetzt können wir auch sicher sein. Es sind mindestens 2 Eier im Nest. 35 Tage nach dem (allerdings nicht genau definierten) Brutbeginn können wir auf Nachwuchs hoffen.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Immer noch kein Ei?
Am heutigen Abend allerdings war Lottes Abwesenheit mit 40 Minuten deutlich kürzer als an den Vortagen. Nachdem sie zurückkam, „fummelte“ sie lange unter sich herum und hat sich beim Hinsetzen „zurechtgeruckelt“. All dies spricht für ein Ei. Lotte ist aller Wahrscheinlichkeit nach noch ein recht junges, in Familienangelegenheiten unerfahrenes Tier. Möglicherweise sitzt sie daher schon so lange vor der Eiablage im Nest. Vielleicht kann sie aber auch noch gar keine Eier legen: Es gibt viele Möglichkeiten…
Falls also einer der Zuseher vor uns ein Ei entdeckt, bitten wir um Nachricht und um ein „Beweisfoto“ mit einem Mausclick.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Es ist soweit …
Manche Uhudamen sitzen schon vor Legebeginn 1-2 Tage in der Nistmulde. Mit etwas Glück können wir beobachten wie sich Lotte Federn am Bauch ausreist um die Eier besser wärmen zu können. Dann legt sie im Abstand von 1-3 Tagen weitere Eier, ausnahmsweise sind auch „Nachzügler“ mit noch größerem Zeitabstand möglich.
In oder kurz nach der Abenddämmerung wird Lotte den Horst voraussichtlich kurz verlassen um sich zu erleichtern.

Hoffentlich eine Gelegenheit für uns um einen Blick über den Rand der Mulde auf mögliche Eier zu erlangen…
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Kurz vor der Eiablage?
Möglicherweise wird aber der für Samstag angekündigte Schneefall den Ablauf wieder verzögern. Es bleibt spannend.

Die Bilder vom 3.3.2010 um 18:55 Uhr zeigen nahezu eindeutig eine „Lotte“ ohne Beringung. Oder hat sich da doch noch ein Ring in der starken Befiederung versteckt??

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.
Liebe Uhufreundinnen und -freunde,
Es spricht aber nichts dagegen. Auch nicht der Fuchs, den ich vor wenigen Tagen einige Meter über dem Uhubrutplatz habe sitzen sehen. Den erwachsenen Uhus kann er nicht ernsthaft gefährlich werden.
Übrigens haben auch die anderen Uhupaare im Ahrtal, es sind insgesamt sieben, noch nicht mit der Brut begonnen. In anderen Teilen der Eifel und Deutschlands brüten bereits vereinzelt Uhus. Warten wir es ab.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Lottes Mann zu Besuch…
Auf dem Foto ist der Ring nicht direkt zu sehen, wohl aber eine Unregelmäßigkeit in der Befiederung.
Unsere Uhudame „Lotte“ war 2008 links mit einem Ring der Vogelwarte Helgoland beringt. In der Brutsaison 2008 hatten wir einige Ziffern des Ringes mit Hilfe der Web-Cam lesen können.
Ob die aktuelle „Lotte“ immer noch die Selbe ist wissen wir noch nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Brücher
Liebe Uhufreundinnen und Uhufreunde,
Nun, wir werden sehen, wie sich die Dinge entwickeln. – Am Dienstag, den 23. Februar 2010, berichtet das Südwestfernsehen in der Reihe „Im Grünen – die Natur in Rheinland-Pfalz“ zwischen 18.15 und 18.45 Uhr über die Uhus und die Einrichtung der Webcam. Bitte schauen Sie von Zeit zu Zeit auch auf unserer Website. Dort finden Sie Woche für Woche neue Nachrichten aus der Welt des Eulenschutzes.

Mit besten Grüßen
Ihr
Stefan Brücher
Ein Uhu-Paar scheint am Ort zu sein
Im letzten Jahr haben „unsere“ Webcam-Uhus leider nicht gebrütet. Die Hoffnung, dass sie in diesem Jahr brüten und uns einen erneuten Einblick in die Jungenaufzucht bieten, ist deshalb umso größer. Lassen wir uns überraschen. Im Laufe des Februars könnte das Uhu-Weibchen schon mit der Eiablage beginnen. Den Uhus in der Eifel ist nach dem geringen Bruterfolg im vergangenen Jahr Nachwuchs zu wünschen.

Mit den besten Grüßen und gespannt wie Sie
Ihr
Stefan Brücher
