von Franz Lindinger

Im Kölner Westen betreuen wir zwei Schleiereulenkästen, die in einer Scheune angebracht sind. Der obere Kasten, dessen Einflug nach außen führt, wurde in der Vergangenheit immer wieder von Turmfalken oder Nilgänsen besetzt. Um dies zu verhindern, hat Landwirt Martin Krist den Einflug eigens verkleinert.

Ende März begann jedoch ein Waldkauzpaar, den Kasten trotzdem zur Brut zu nutzen. Daraufhin wechselten die Schleiereulen in den neueren Kasten, der zum Inneren der Scheune hin geöffnet ist. Doch auch dort versuchte der Waldkauz immer wieder einzudringen, wie im Video zu sehen ist. Offenbar gelang ihm dies zumindest zeitweise, denn bei Kontrollen Anfang Mai fanden wir neben den Schleiereulen auch Federn des Waldkauzes im Kasten.

In den darauffolgenden Tagen zeigte sich jedoch, dass sich die Schleiereulen offenbar erfolgreich gegen den Eindringling behaupten konnten. Der Waldkauz überlebte die Auseinandersetzung nicht.

Der Waldkauz überlebte die Auseinandersetzung mit den Schleiereulen nicht.

Umso erfreulicher war schließlich der Ausgang für die Schleiereulen: Am 22. Mai konnten wir gemeinsam mit Beringer Carl Casper drei gesunde Jungvögel beringen.

Später im Jahr starteten die Schleiereulen im oberen Kasten sogar eine Zweitbrut. Anfang September konnten dort weitere vier Jungvögel erfolgreich beringt werden.

Das Waldkauzweibchen sitzt derweil noch immer draußen im Baum und wartet auf ein neues Männchen. Wir hoffen, dass sie bald wieder einen Partner findet – und dass es dann zu einem etwas friedlicheren Nebeneinander mit den Schleiereulen kommt.