Leser der Zeitschrift Nationalpark mussten länger als gewöhnlich auf die aktuelle Ausgabe warten. Dafür erscheint Nationalpark dieses Mal als Doppelheft mit 62 Seiten. Die neue Ausgabe rückt die Moore in den Fokus. Sieben Beiträge richten den Blick auf die fatalen Folgen der Moorkultivierung und auf die ermutigenden Erfolge der Moorrenaturierung am Beispiel niedersächsischer und bayerischer Moore. Nicht minder interessant sind zwei prägnant kommentierte Neuigkeiten aus dem Naturschutz. Zum einen zur Zukunft des kümmerlichen Restes des Hambacher Forstes als politisch gefeiertes Wildnisentwicklungsgebiet und zum anderen die verstörende Nachricht, dass nach dem artenschutzrechtlichen Tötungsverbot nun das Störungsverbot zugunsten der Windenergiewirtschaft entschärft werden soll. Es ist dies ein neulicher Akt, hinderliche gesetzliche Bestimmungen zu unterminieren.

Wie weit die Erosion des Bundesnaturschutzgesetzes bereits fortgeschritten ist, zeigt der Beitrag über die Eingriffsregelung, einem zentralen Instrument des im Dezember 1976 in Kraft getretenen Bundesnaturschutzgesetzes. Ausgerechnet zu seinem 50. Geburtstag demontiert der Bundesgesetzgeber tragende Teile dieses Instruments unreflektiert, unbehelligt von medialer Berichterstattung und praktisch ohne Gegenwehr. Klicken Sie bitte hier, wenn Sie diesen Beitrag über die jüngste Fortentwicklung des Bundesnaturschutzgesetzes lesen möchten.

Die Leserschaft, die sich von derlei bitteren Aussichten erholen möchte, findet tröstlichere an anderer Stelle des Heftes: In Beiträgen aus den Karpaten, den Mooren des estnischen Nationalparks Soomaa und der unbekannten Waldwildnis in Bosnien und Herzegowina. Mit der Tierwelt befassen sich zwei Beiträge: der eine mit dem Birkhuhn in Schweden, der andere mit dem Wolf in Europa. Überraschende Informationen liefert der Beitrag über die Erkenntnisse der Paläökologie. Das veränderte Konzept von der Urlandschaft dürfte manchen Leser in Erstaunen versetzen.

Die Zeitschrift Nationalpark berichtet viermal jährlich über die Entwicklung deutscher Nationalparke, große Schutzgebiete und aus dem Naturschutz. Die Zeitschrift leistet sich, was in der deutschen Zeitschriftenlandschaft eine Ausnahme ist: einen unabhängigen, kritischen und fundierten Blick in den Naturschutz. Die EGE empfiehlt die auf 100% Recyclingpapier gedruckte Zeitschrift mit den Worten, die der Journalist Horst Stern für sie gefunden hat: „Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen“. Vielleicht möchten Sie die Zeitschrift mit einem Probe-Abo kennenlernen oder mit einem Geschenk-Abo helfen, sie bekannter zu machen – so etwa mit einem Geschenk-Abo zu Weihnachten für naturinteressierte Freunde, Kinder und Enkel. Zum Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe gelangen Sie hier.